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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-19 · 15/16 (19.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
15/16 (19.4.1871)
Date
1871-04-19
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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I Israelitische Wochen-Schrift _uv ft. ■ , ■ irt.-r- Mlage IS. AM 1871., L Iahrzaich. •nyi'j jf. m'i i:.l GM i .i'.fiu:. obwttvmdm Bertzättutssm, «ach föt . passend» Lvt. Jes. so, 1* ♦»nw xrp. Möge auch bicfcft^fn W ktlttigm 4W««d setnThell dazu beitrag««, da« Sicht der Aufklärung »blich in ganzer Klarheit für die deutschst Jud» a»breche« zu lass». ...i; B. Schöalnuke, 9. Aprii. (Orig.-Horresp<) D«Sttch«arzt Herr vr. SachSvou hier ist bereit« am 4. Januar c. »ul dem «che»« Kreuze derorirt worden. u»d Mar erhielt er dasselbe so. wie.der Commandeur de« betreff«»«» Regiment« direct au« dem köuigl. Hauptquartier zugesaudt, «ährend die andern für da« Regiment «och bestimmt »Kreuze de» Commandeur zur beliebig» Lertheilung zugesaudt wurdm. Auch theile ich Ihn» folgende Stelle au», einem Briefe de« Dr. Sach« an sein» hier» ort« wohamdm Brüder mit. Derselbe schrieb au« Dijon vom & April: »Es wird Dich interesstrm zu erfahren» daß ich gestern Rabbiner Gerson Hierselbst aufgesucht Hab«, «m dmselden darauf auftuerksam zu mach», daß laut ministerieller Verfügung e» da jüdisch» Soldat» in dm Dörfemgestattet ist, da« Peffachfest in da Stadt» zu verleb». Sr ist ei» Manu in den best» Jahr», der deutsch spricht» und vom alt» Schlage. Für di« Regimenter, die hier am Orte sich befind», hat der ehrwürdige Mann die nöthigm Vorbereitung» bereit« getroffm. Doch ist die Gemeinde hier sehr klein, kaum 60 Familien, und w»n Biel« komm» sollt», wa« jedoch unwahrscheinlich ist, sind dieselb» »ach. seiner Meinung schwer unterzubriugm.' i; K Sa« Süddeutschlaad, -0. Mäpz. (Original »Corresp.) Ma» pflegt zu sagen, daß hie und da ei» Gedanke gewtffer« Matz» in der Luft liege, der von Biel» zngleich anfgegriff» and:»»» Jede« in seiner Weis« verarbeitet wird. Daß die« aber auch bet einem Blödsinn, einer Infamie re. der Fall sein könne, war mir wmigst»« eine neue, traurige Erfahrung, alt' Ich tu jüngster Zeit eia Referat über eine am 19. März in vim von dem brkannt» Pater Amalek - Klinkowftröm gehaltme Fasten» predigt zu les» Gelegenheit hatte. Der köuigl. prmhisch« Ober» Ktrchmrath kann sich gratulirm, oder meinetweg» zur Abwechselung einmal bekreuzen, ein« so tüchtig» Gesinnungögenoff», »der richtiger, Rachtreter und Nachäffer in der seinem protestantt«mu« sonst nicht sehr holden, alletnseltgmachmd» katholisch» Kirche gesund» zu Hab». Kann «an hier auch nicht dt« bekannt» Spruchworte in Anwmdung bringen: Le« extremes m toaekent, oder: Große Geister begeg«» sich, so kann man dafür mit »ollem Rechte sag»: datz Mtdja» und Moab im Jahre 1871 sich «bm so trm, wie ihre Ram»«- und Gesinnung«g»offen zu Zelte» de« Ober-Lempelrath« Bileam, dt« Hände reich», w»n es gilt rin« Feldzug geg« da« klein», h»te wie damal« ganz grnndlo« gefürchtete J«rael zu untmnehmen. Unter vielem ander« Unfinn sagte Bilm«-Kliukowström Folgende«: r. »Heil dem Manne, der stet« der Lodeistunde eingedmk ist, und der öffmtlichm Meinung fein Ohr verschließt I (Ist das nicht gesunde Logik?!) Der jüdisch« König Herode« buhlte um die Gunst der öffentlich» Meinung, und die damalig» Jud» von Jerusalem warm gerade so, wie ihre Nachkommm heutzutage findgeschworen« Feinde der christlichen Religio». Um also dm Jud» genehm zu sein, ließ er Christum, ließ er d» heilig» Jacob«« hinricht», und hielt i» Hauptgmnfle seiner Popniarttät (aio!) Reden. (Wa« der fromm» Pater nicht Alle« weiß!) Cr sprach» sprach und sprach» di» Jud» fand« feine Gloqumz entzückend (!!), obwohl Herode» - gewiß nicht der Redekuust Meister war (eine Knnst, in der der fronutlr Pater ebenfall« wenig Meisterschaft besitzt). Val that aber Gott, der Herr! AI» Herode« so sprach und an sein» -eigen» Auslassung» sonderlich Gefall» fand, da hauchte er plötzlich seine schwarze Seel« au«.' So viel Blödsinn, Verdrehung der Thatsachm und Botzlieit in wenig» Zell»!! Jedmfall« ist cS ein ganz eigene« Ding um Redefteiheil, und eine noch viel eigmere Sache um da» Interesse der Staatsanwaltschaft an den StaatSangelegenhcilm in d» beidm mächtig» Reich» Oesterreich und Preußen, wem e» sich um die Beschimpfung, Verdächtigung und Berketzerimg der jüdisch» Staatsangehörigen daselbst handelt. Man nehme die Sache nicht zu leicht! »Da« Dicht» de« Mmsch» ist bö« von seiner Jugend an' (1. B. Mos. 8, 21). und ein giftige« Sammko» iu die Herz» der ungebildeten Maff» gestnmt, pflegt nur zu bald daselbst Wurzel zu fass», depc Unkraut gleich schnell in die Höhe zu schieß», und zur zelegmm Zett imd Stunde in die gemeinst», verderblichsten und gefährlichft» Laster auSzuartm, in Laster und Verbrechen, die schon so viel Unheil und Weh über einzelne Glieder, wie über die Gesammtheit unserer GlaubmSgmoffm, gebracht haben. — 6« genügt darum keineswegs, w»n vielleicht einen Sonnabmd darauf im Tempel der Seit»stätt»gasse der Pateruusino iu geistvoller Weise ge» geiffelt wird, sondern ist eS, meine« unmaßgeblichen Erachten«, eine heiligt Pflicht der Wi»er Gemeinde- und Religion«»Der» tr-tung, geg» diesen modemm Amalek und seine in ähnlicher schmählicher Weise sich gebahrmdm GesiunungSgenoffm Front zu machen, und mit Berufung auf die StaatSgrundgesetze ahn» liche Au-Iassungm für die Zukunft zu verhüten. Ihr Corresp,ndent in Süddmtschland, dem unsäglicher Gram und Schmerz Monate laug die Feder »tzogm, würde gewiß nicht so weit ge» griffen haben, w»u die Sach« nicht von ander» Correspondmtm der verschied»» jüdisch» Zeitschrift» mit Sttllschweig» ükergangm Word» wäre. — Oesterreich. •rz. Wien, 26 März. (Orig.-Corresp.) Am vorig» Sabbathtelt Herr 0r. Güdemann eine predigt über die in Rede stehm» d» Reform». Sr sprach sich entschied» geg» die eingreif». dm Veränderungen,'nämlich di« Streichung der Jerusalem- und Opfergebete und die Einführung der Orgel, au«. Die Rete dauerte geg» 1'/, Stunde; dmnoch war da« Publikum, wie man sah, bi« zum Schluffe sichtlich gefesselt. Am gestrig» Sabbat sprach auch Herr vr. Jelliaek über die Reform», oder eigmlltch nur über di« Opfer. Der Redner berief sich, indem er di« Streichung der Opfergebete billigte, auf Jakob Anawli. Ich sah nachher im Malmad zu Wajikra, rr rauf die Predigt aufgebaut war, »ach, konnte aber nirgmd« von einer empfohlen» Sttrichuag der Opfergebete etwa« mtdeckm. Anatoli bekämpft nur die christliche Ansicht, al« könne da« Israel in der Dta»pora, well e« der Opfer entbehre, nicht gottgefällige Andacht pfleg». Darauf sagt er, daß die wahre Andacht im Herz» wohne, laß da« Gebet die Opfer ersetze «. s. w. Wer hat da« unter Juden je bestritte»? Muß man, wie Anatoli da« Jpdeathum geg» dt« Christen vettheidigt, «0 jetzt auch so geg» die Juden verthetdtgm? Immerhin ist e« 'gut, w»n die Gemeinde auf jüdisch« Frag» mehr al« auf politische hingelmkt wird. Pest, 29. März. In der heutig» LandtagSfitzung wurde über die Petition der »Kongreß - Commission' und die Gegm- Petition der orthodox» RelizionSzeaossmschast verhandelt. S« galt die Revision de« bekannt» Beschlüsse« vom 18. Mürz v. I. Der »p. Lt.' berichtet: »Der vom ungarisch» 1868,69er J-raeliten-Cenzreß entsmdtte Ausschuß bittet, daß der 1868/69 er Congreß, al« zur

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