Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 15/16 (19.4.1871)
- Date
- 1871-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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120 die Jude», wie biH«, fei«« LickltngSfitz habe»? SoA dies«« Dorurtheil mich fwnerhtn im deutsch« Kafferthu» regier«, »te eS bi-her i» Königreich« Preuheu die. Gefetzgcknng beeinpkcht hat? 8«» selbst «tu Mau» Ihresgleichen, der auf der Höhe der Zeitbtlduug steht, der mit Recht als einer der best« Gefchtchtschreib« d« dnttsös« Etvüisatiou gilt, und als ein« d« edelst« Kämpf« für Fortschritt uud Freiheit v«ehrt wird, wem, selbst ein Gustav Freyttg sich nicht schämt, dm alt« häßlich« Thor»« gegen die Juden imm« auf's Neue anzustimmm: «eff« wird man erst von Seite d« deutschen Junker uud Mucker gewärtig sei» müsseu, di« augenblicklich »im um« Reich' auß« d« Fed« auch noch da» Steuer führ«? — Sie ruf« a» Schluffe Ihr« vom wahrhaft patriotisch« Ehr» uud Pflichtgefühl etugegckmm Mahnung dm deutsch« Kriege« die herrlich« Worte zu: »Wir sind stolz uud glücklich üb« Eure Kriegs chatm; «haltet Euch auch al» Mensch« d« Nation werth und ehrwürdig. Kehrt, o kehrt aus diesem furchtbar« Kriege alle pr uu» zurück mit lauterem Gewiffm uud mit rein« Hand«!' Hob« Sie beim Niederschreib« dies« Sätze daran gedacht, da; Sie foebm selbst Ihr Gewiffm und Ihre Hand durch ein eiazigeS Wort mit ein« schw«m Schuld belastet habm? ES floß Ihn« — werden Sie sag« — so unschuldig aus d« Fed«, sc harmlos schrieb« Sie e» hin, da» Wort: Jud«; Sie hatten dabei wett« an nichts Arge» gedacht, al» an eine althergebrachte RedmSart! — Wenn ab« diese althergebrachte Redensart ganz dazu angethan ist. einem für die Gr» rungmschastm de» um« Reiche» gefährlich« Dorurtheil« frffche Nahrung zuzuführen, wttd dann Ihre Auslassung noch imm« eine harmlose bleib«?' Berichte und Correspondenzen. -eutschlavd. Stetti», 2. llpril. Nachdem ich, wie gewöhnlich vor d« Feiertag«, bet d« hiesig« (Festung»-) Commandantur veftetung d« jüdisch« Soldat« vom Dienst an dm Festtagen beantragt und bet de« Gawral-Eommaudo (de» 2. Armee-Eorpt) die Bitte ei»g«eicht hatte, i» diesem Jahre ein« Thell d« hi« garntsomrmdm Jud« üb« Oste« in die Hetmath zu beurlaub«, da e» sür die hiesige Gemeinde eine üb«groß« Last fei, sie alle währ«) de» Feste» zu beköstig«, «hielt ich folgmdm Bescheid d« letztgmanntm Behörde: Stettin, 1. April 1871. Ew. Wohlgckorm bmachrichtige ich auf da» gef. Schreib« vom 30. v. M. ergebenst, daß die Trupp« de» Corp».Bezirk» salso d« ganz« Provinz!) angewiefm sind, die Soldat« jüdisch« Glauben» mr der« Wunsch vom 4. bi» 14. d. Mt», zu bmrlaub«. D« stellvertrnead« coumumdrrrad« Vtatzal, Qktutal d. Ins. j. D. v. Dankbahr. Daraus hin find von dm ca. 180 hi« z. Z garuisonttmdm jüdisch« Soldat« nur etwa 25 hi« geblieben. Auch die noch hi« befindlich«, im Lag« wett vor d« Stadt dettnirtm jüdisch« Franzos« Hab« aus mein« «nttag die Srlaubniß «- halt«, üb« Peffarh tu d« Stadt zu wohn«, damtt sie bet Jud« speis« könmn. Mau sieht, daß mchr bewilligt ward« ist, al» ich «bet« jatte. Ob die» tu Folge de« im vor. Blatte abgedruckr« Krieg«mintsterial-Srlaff«« — dm ich vorgelegt hatte — od« eine« befond«« Befehl» gefcheh« ist, weiß ich nicht. Jedmfall« ist seine hochersreuliche Wendung et», getreten; al» ich ruf Neujahr an derselbm Stelle veurlmckung einet Theil» d« jütffch« Soldat« beanttagt hatte, damal» «tt d« Mottvirung, daß w.r «ich« all« in uns«« Betlokalm Platz auzuweff« vermöchte», w«d« «Ir die Vitt», wetch« sitz «üttdtlch erläntate, «tt ei«r Mt«« abgeschlagen, al« hätte Ich d»vchlüffE> zur Festung verlangt. Frelltch befand« wir NN» damal« im Kriege, vtt wünsch« zu erfahr«, wie e» an ander« Hauptplätz» gehakt« Word« ist. — Stach hi« eingelaufmm Brttsm au» Frankreich ist deck d« Befehl zur Beurlaubung d« jüdisch» Soldat« »ach Ort«, in den« sich Synagogen-Gemeind« tesind«, rechtzettig bräunt gemacht »erb«. . >’• Berlin, 2. April. (Au» eine« Privatschrettm de« Her« vr. Hildesheimer.) Ich erhiett schon gestern vom Rakch. 1» Sttaßburg recht entgegenkommend« Brief, d« ab« auch üb« die pecuniäre llamöglichkett d« Ausführung klagte, jedoch die Subvention unsererseits nur al» höchst wünfchmSwerth hinsteüte; von Metz kam, ««»gleich in ganz ebenso brüderlich« Gesinnung ge« schrick«, die bestimmte Forderung eine» Accreditiv» von mindesten» 2500 Franc», wen» Alle» für dort, Thionrille und die übrig» Bezirke t« dortig« Gegend besorgt »erd« soll, wozu sie übrigen» berett sei«. Echmerzltchst mußte ich heute meine gegebene' Garantie wesentlich «odtficirm und mich auf da» Geständntß uns«e» moralisch« Pflichtbewußffein» zur Wiedereinbringnng d« dott für da» ganz« jüdische Deuffchland geleistet« A«»lag«, sowie darauf, daß mir allerding» auch heute vom Cmtralverri» da« für Verwundete und Kranke (in ganz wette« Sinne) Zugestaudme bestättgt sei, beschränken. Ich hoffe, daß unsere Glaubm»zmoffm in Elsaß, Lothringen und der Champagne die deutsch« Soldat« nicht verlaffm weck«; beeil« wir un» ab«, nachttägltch durch die stehende Rubrik d« Sammlung« für diese so dringende Rückzahlung da» Vertrau« unser« Brüder dort zu rechtfertigen. (Diese Angelegmhett spricht für sich selbst. — Da vorstehend« Brief nicht «ehr im vor. Blatte mttgetheitt weck« konnte, so gelangt die Aufforderung erst sehr spät an di« Les«, ab« auch nicht z« spät. Laut d« ,Jüd. Presse' vom 5. April hatte Herr vr. HtldeShetm« schon namhafte Betträge» «tt« 1300 Thlr., «halt«, doch fehlte noch mehr als die Hälft«. Dass' Central-Eomitö trifft, beiläufig gesagt, übrigen» wohl keine Schuld, da die Versorgung gesund« Soldat« mit Matzoth nicht seine Aufgabe sei» kan«. Rck.) Hannover, 8. April. (Orig.-Eorresp.) Durch da» Gesetz üb« dm Unterstützung»-Wohnsitz find die von Alt«» her in »ns«« Provinz bestand«« jüdisch« Armmverbäude ausdrücklich aufgehobm. Wie unsne arm« Arm« dabet fahr« »«den, wird die Zukunft lehr«! (Die jüdische Privat - Wohlthätigkett wttd ja nicht aufhörm, und die Sache wttd sich in Hanaov« ebenso gut machen, wie in and«« Ländern, in welch« sch» lange offtciell keine consesfionell gettennte Armenpflege bo» stand« hat. Rck.) M. Samoezpu, 25. März. (Orig.-Co«esp.) Daß d« Seconde-Lieutmant vom Land«^Bataillon Schneidemühl Sallt Eohn, ei« Sohn de» hiesig« Kaufmann» Mannheim Lohn, im Lazareth zu Chatenoi» vor Belfort in Folg« d« Strapatz» de» Feldzüge» dem Typhu» «leg« ist, habm Stt b«eit» in Nr. 4 d. Bl. berichtet. Dtt Eltem hattm fofott, nachdem ihn« die Traunbotschaft zugegaugm war, dm Entschluß gefaßt, d» Dnblichenen zu btcvn "Dp zu bring«, ab« d« kriegerffch» Lerhältniffe weg« war dtt DiSloeation d« Leiche btlh« «»- thunlich. Erst al» nach de« Abschluß d« Frickmßprältminartt» Belfort capttulttt hatte, wurde dtt Beförderung d« Leich« »ach d« Heimath von dn Behörde gestattet. Am 21. d. Mt», fand nun dtt feierliche Beisetzung «tt all« «üttärffchm Ehr» und uni« allgemeiner Bethetlignng d« hiesig« Einwohnerschaft statt. Herr Rabita« Braun au» unser« Nachbargemrtnd« Schnette- . »ühl htttt am Grab« dtt Standred« und sprach üb« dm d» Hierzn eine gtzellNDe»