Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 15/16 (19.4.1871)
- Date
- 1871-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/5369809-5934989-5935466--0689-5370374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
118 Dahingegen HM derselbe sich für krrechttgt, gleichsam all die Morel von der Geseichte, seiner Rermsiou ein« Apostroph« au die Go> sammtheit der Inden htnznzufüg«, die mir durchaus ablchne» müsse». Hen D. sagt: „Es ist genug; »tr find «ach beide« Seiten billig, wir zürn« gleich euch, wenn ihr verfolgt «erdet, aber überhebt euch nicht selber! Bleibt, waihr seid» aber nicht, wie ihr seid! Sollt ihr eine Aristokratie bilde» unter un», uud die eitelste, stolzeste, geschlossenste unter allm Aristokratien der Welt? Ist ei »ler, uni unsere Pfaffen vorzuwerfm, als euch euere PharisL»? Sir glaube« heut mit euch daffelbe» eure Bräuche find uns gleichgültig, ihr habt manche Lugend, die uns abgehl; aber fitzt uns dal Mittelalter im Stack«, so euch baß graue Alterthrm. Diese Verbindung von Glaub« und Abstammung h«: kein« Sinn mehr, darüber Hab« ebm eure größt« Geist» einst der Menschheit htnweggHolfm. Seid Deutsch« mit uni und laßt unsere dann gemeinsam« Heroen ihr« Rnhm der Universalität ««entstellt uud «ubeschntttm. Und wenn ihr schlechte Bücher schreibt, so stoßt nicht dazu 1» die Posaune vonJericho!" — Ich möchte auf diefel Gerede dal anwenden, was Herr D. selbst im Eing>mge seinel Auffatzel von je»« Geiste« sagt, di« auf dem Fleckch«, dal ihn« ihre Geburt angewiesen, steh« geblieben find. — Denn was diese so wohlgemeinte Mahnung au die Juden dies«« audichtet von Selbstüberhebung, aristokratisch« Absonderung«- uud Anlschließungl-Bestrebungen, ist eb« «ichtl anderes all die alte Leier von dem aulerwählt« Volke «nd dal alte, durch llnlenntniß und absichtliche Verkennung uns zugefügte Leid. — Zu all« Zeit« find Angriffe und Verfolgung« der Jud« hervorgegaug« aus wirklicher llukenutuiß und abstchtlicher Berkmumg des jüdisch« Geistes, Lebens und der jüdisch« Literatm. Diese Herr« kümmern sich dal ganze Jahr nicht um jüdisches GiifteSlebm; die jüdisch« Wissenschaft und Literatm find ihnen versiegelte Bücher. — Da wird nun eine Schrift au» gezeigt mit de« überraschend« Titel: ,Humboldt «nd dal JNden- Auch das heimliche, gleich einer bös« Thal in tiefster Nacht verübte Liebesnxrk war gethan. Dal Säckchen mit der heilig« Erde ruhte sicher uud wohlverhall« in Dorettenl Grabe ... Heber die Lippen der alt« Frau flüstert leise di« alte und »nsterblicht Gebckformel: „Staub bist Du, «nd zum Staube sollst Du wieder zurückkehren." All sie ab» scheu an der Aulganglpforte des Friedhof! stand, wandte fi>: sich »och einmal um. „Mein Kiu), mein einziges Kind!" schrie sie im Schmerze auf, und dann sagte sie zu dem Wächter: »Wenigste«! Eines wird mein Kind jetzt wissm. Wenn einmal der Tag der Auferstehung kommt, braucht es nicht lange zu such«, zu u>em es gehört! Die heilige Erde ist ja bei ihm' — Die dritte .Jahrzeit', wie Beile Bamberger ihre Wanderung« nach der fern« Stadt nmnt, wo Dorette begrab« liegt, naht heran. Die alte Frau rüstet sich wieder dazu, aber wie sie diesmal Abschied von ihr« Leut« nimmt, ist es chm» Allm, all ob ihr die frühere Zuversicht uud der starke WA« fehlte. Sie unterläßt dir gewöhnliche Mahnung, auf Feuer und Licht Acht zu habm; euch erwähnt sie mit keiner Sylbe ihrer bevorstehenden Rückkmit. Belle ist in diesem ein« Jahre vollständig alt geworden, ihre Stimme Merl, ihre Haltung ist gebrochen, uud zwsschm den: .Haarscheitel' aus fremd« Haare», wovon ihre Stirne halb verdeckt ist, dräng« sich verrätherische weiße Löckchen hervor. Einige Tage zuvor hatte sie eine lange Besprechung «Ü dem vr. Pfeffer; es mußte sich um ein« ernst« Art handeln, denn «I war um Zeug« geschllkt worden, di« die Uutrrschrist thum." 'Diesel Buch «»ß man sa schon bat Enrivfität halb« dmchblwe». Nun findet «an in der Thal darin ganz sonderbare Dinge; der Verfasser ist Jude »nd fingl «ehtl üb« d ir Inden her! Man geh» zwar glimpflich «tt ihm» «m. »er» thetdigt fie auch gegm die politisch« «nd kirchliche Reafttou, den» mau ist ja liberal, «an will ja auch zu d« Feind» von jenseits der Berge nicht .auch noch die Jndm Dentschlandl ,Fber d« Hall mfen", aber man muß fie doch «entgstenl abkanzetn «d in ihre Schrank« znrückwessm! Warn« erkundigt sich den» Herr vr. Dom nicht, «he er seine vermahmmg an die Jnd» richtet, ob der Verfasser des ihn so alterstendm Buches fein« Bedeutung «nd Autorität nach befugt ist, als et» Bertret« nnch nur «tue» Bruchtheül der jüdisch« «iffmschastsmLnner anfzntretm? Warum begnügt er sich nicht damit, dm Verfasser abznferttg»? Sa« geh« ihn die Jnd« an? Aber Herr vr.Dove steht ebm noch ans dem Standpunkt des alt« vornrthetls. Sie ehpdem so oft geschah, schiebt er auch heute noch d« Fehler, d» er bet einem Inden entdeckt, auf die Schulte« der Gesammt» Heft und läßt sich dadmch zu Anklagm gegm dieselb« verleit«, die ««begründet find. WetlKohut sagt: tla glaube über sein« Gegenstand ein gutes Buch geschrtebm zu Hab»", oder »Humboldt fei von der innigsten Liebe zum Judmthume dnrchdrnng» gewesm" x., «nd «tt dem Ehristmthnm in ungebührender Weise umspringt, darum hält Herr Dove sich berechtigt, de» Inden zuzurufm: „Ueberhebt mch nicht!" Ser überhebt sich denn! M Kohut dal Jndenthumtz 3)te Jndm leid«, in Folg« ihr« tranrigm Geschichte, der »tchtjüdsschm Welt gegenüber viel «ehr an allzugroßer Bescheid«hell all an Selbstüberhebung! Es ist in der Thal ein seltsames Geschick, dal die Jud» der Gegenwart von dm politische» Partei« z« duldm Hab«. Die poktssch« Reaktion beschuldigt fie aus lauter Demokrat« und staatsgefährlich« Umstürzler« zu bestehe», die freisinnige Presse heißt bei ihn« „bi« Judenprrffe"; «nd der liberale Herr Dove, der fie gegm die Angriffe der Reaktion in Schutz nimmt, «acht der Wittwe zu beglaubig« hatte». Der schneidtge Advoeat zeigte sich sehr aufgeregt, er schnupftr in Sine« fort, und hie «rd da lachte er boshaft auf. All die Zmgm sich entfernt hatte», schlug er zornig «ft geballter Faust auf dm Tisch, daß Allel in der Stube zitterte. »Solch ei» Testament,' schrie er, »ist et» wahres Pasqnül auf jede Juristik. Ich muß da die Schwärmerei der Wittwe Belle Bamberger utederschretb« »nd jed» Winkelschreiber wird haarscharf darthu», daß vr. Pfeffer ein Dummkopf ist, alles darum, well es Frau Belle Bamberger beliebt, et» Testament.. nach ihrem Sinne zu errichten.' @Ktfctnig ftfgt) Z«« -assah-Zeße.? *-M .1 . »»■ 9Htgt M9 UFsvNUYUMHHtok VtVfv Jud«'» Söhae! me Lust. HeMe mit ahob'oer Haud Zogt ihr «u» lvkirmji»'» Laud. vor euch mit der Ouo, Himer mch Me Feinde uah'». ®« — jwn «tab garift der Prophet Und de« Meere» Bogt steht. Lrocka» Fuße« langt chr dm» I» der frei» «tiße ». Während ihr ermstdet rächt, 4. - 4, 0 t. ÜJ. ** ran 9tt fjtxmm n ocyc nwy. vad «he steht W« «er» Pw