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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-19 · 15/16 (19.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
15/16 (19.4.1871)
Date
1871-04-19
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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117 ibecfeettt, fette «ato -sftatitchteWchtzischrck |M#aa «ab« PmaM MM »erb«; hm Sef« aflet BUUgh* pmtb*, mit aU «I awa oa ihr« positiv ylaaeab« Kraft »ftytefU, facht mm sie za stütz« durch da« Mich leere Mittel de« abschreckead» vetspiel«. Dabei wird dea Jud» vorgerückt, daß sie atcht alleia etaft Ehrtsta« verwarf« hätte, seadem aach heut aoch ia gleich«» Haß and der aämltch« Feiadschast -egea ihn verharrte. Jesu« betete -erbead um vergebaag für die Jab«, die aicht wüßte. wa« sie thäte; der evaageltsche Ober-Ktrch«. rach ist »tcht goaetat so Mich za verfahr»; all eine Art geistliche» Ober-Lrtbuual» verwirft er de» Antrag de« erhabene« verthttdiger» auf Straflosigkeit weg» UnzurechnungtfShtgkett; er weiß wahrschetalich beffer, wie e« vor «ehr den» achtzehn, haadert Jahr» in Kopf «ad Herz» der Sab» aa«sah; sieht er cha« doch auch heut noch tu« Herz und kündet uu« klärlich, um« für Haß und Feindschaft er darin entdeckt hat! Ob er wohl daun uud wann, vielleicht einmal im Jahre, etwa wenn da« Evangelium vom Vharisier und Zöllner au die Reihe kommt, auch ia fein eig»e« Herz schaut? «Sir wiflm'« nicht, aber «a« v»tr nstffen, ist, daß «au auf solche Weise «st de« Fried« im Volke et» gefährliche«, herau«forderude« Spiel treibt. 3st'« atcht genug de« Tumult« für unsere nationale Sache mit de« drohend» Anmarsch der Feinde von jeasett« der «Serge, daß ihr na« auch noch die Sud» über d« Hal» ruft? Muß wieder cfamol da« Gezänk vom verschied«« Glaub» beginn», wo wir redlich nach gemeinsame« Leb« trachte? Hat Lesstng wieder einmal vergeben« geschriebm für einige Hauptpastor«, welche die Ghre Hab«,, nach ihm zu lebe», und da« Glück zu» gleich, nach seinem Lode gesündigt zu haben, denn mit welch« Kealenschlägm wäre er unter sie gefahrm I" Soweit Herr De. Dove. — Sem ich ob» seine Au«lafiuag al« erfreulich bezeichnet habe gegenüber d« Angriffe» der Herr« Senfft und Kleist uud de« Ober»Ktrchenrath«, so ist doch nicht Mittlerweile scht« jedoch, vielleicht ebm in Folge der legte aufgeregt» Besprechung «st dem Advocateu, Delle ihrem Bor» Hab» «tsagt zu haben. Sie lebte still und gleichmäßig hin; ob e« in ihrem Gemüthe ebbte oder fluthete, w» ging die« an? dl war wieder kurz vor Pfingsten. Ei» Mann in türkischer Kleidung, mit einem Turban aus dem Kopfe, ging von Hau« zu Hau« der Gaffe, um al« Sendbote der heilig« Stadt Jen», salem milde Gab« für die dortig« Arm« 1« Empfang zu »ehmm. Nebstbei trieb er ein» au«gebrette1» Handel mtt be» solcher« Seltenheit», al« da «arm, Amulette, vüch«chen au» Eedernholz da« rmmtttelbar vom Libanon gmommm war, und namentlich Säckchm tnil Erde, die dem Bodm der heilig» Stadt «tgrabin war. Er kam auch zu Delle vamberger. „Ist da« wirkliche Erde au« Jerusalem?" ftagte sie athemlo». Der Sendbote legte beth»ernd die Hand auf seine Brust. .Fvozu wäre denn da« große Petschaft von dm Rabbi» in Jemsala» daran?" sagte er. Delle wog da« Säckch« und brachte e« an ihre kipp». Dam legte sie ein« Kaufpreis hin, wie ihn der Mann au« Palästina noch «irgend» erhalte Hab« mochte. Eine «Loche darauf, e« war in später Rocht, erklärte Delle all« ihr» Leuten, sie werde sich morg« in der Frühe auf die Wanderung begebe«, zu« Bchuche ihre« Kinde« .. sie sollte nur fleißig Acht geben auf da« Hau«, und besonder« „F»er und Licht" ia Verwahrung halte. Längsten« in acht Tag« hoffe fi« wieder etnzutreffe»; uu» brauche nicht in Sorge um sie za sei», sie «erde sich schon za behüt« wisse». So trat sie d» lang» awlleawett» Bang in die Ferne za« zweite Male «teer ani wie im vorig» Jahre nm «st eine« Bündel ausgerüstet, vwlchch die aöthtgstm Lebentmtttel euthiett — und da« dicke Gebetbuch. Für da« ,Ktnd" brachte zu verkennen, daß nach Herr D. einer unserer sehr zweifelhafte» Fremde ist. Kein jüdischer Leser wird bet der Lectüre sitae« Aufsätze« ein« rein befriedigend« Eindruck empfangen. — -Herr D. schilt die fanatisch» Herrenhäuller und Ober-Kirche«äthe nicht «eg« ihre« Unrecht» geg« die Jude», sondem »eg« de« politisch« Fehler«, deffm sie sich durch ihr verfahr« geg« Deutschland schuldig «ach«. Er meint, Deutschland hätte gmug mtt d» äußern Feind« zu ihm, jene Herr« aber hetzte um auch die Siebes geg« da« neue Reich auf, und Mt diese dergestalt mtt je«« auf die gleiche Stufe. Hat nicht schon siüher einmal ein gewisser Pharao, wie die heilige Schrift Ervd. 1,10 erzählt, ganz ebenso gesprochm: „Sir müssen diese« Volke J»rael mtt List beikomm», dem mm Krieg mtt äußer« Fein» dm entstände, so könnt« sie ja unsere Feinde vermehr«!" — Herr D. macht femer für die Judm geg» dm Ober»Ktrchei»ath da« Jesu« in dm Mund gelegte Wort geltend: .Herr, vergteb ihn«, den« sie wtffm nicht wa« sie Ihm", und daffelb: im wörtlichst» Sinue auffaflmd, zeiht er da« ganze jüdische Volk zur Zett de« Stifter« der christlich« Religion der Uazurechuung«. fähtgkett! Sonderbare« Plaidoyer! Da bat ja der Ober. Ktrchmrath vollkomm» Recht! Dem da die heutig» Stab» in Bezug auf Jesu« ganz auf dem Standpunkt der damciltgm steh», und Herr Or. Dove jene doch wohl kaum für uuzurech. nungtfähtz erklär« wird, so fällt ja sein Entlastung«. und Der. theidtgung»grund für die Judm unserer Lage ganz weg! Uekiägen« vergißt Herr D., daß er sich mtt diesem seinem Au«spmch selbst für unzurechnungsfähig erklärt, wie wir gleich sehm «erde». Sein» ob« angeführte Sätzm läßt nämlich Herr D. eine kurze, geistvolle und witzreiche Abfertigung de« Kohut'schm stiuche« .Humboldt und die Stab«" folgen, die «tcht hierher gehört. *) Wir glcoien, da« Herr L. hier um ei» urmoantauB ad hominem gebraucht hm. Go fiele dau» sowohl dieser von»ms, wie die weiter unter geragte Jncouseeueuz, die sauft auch zu arg wäre. (Web.) sie noch etwa« Besondere« mtt, da« ste während der ganzen Wandemnz stündlich betastete. Diesmal kannte sie dm Weg zum Friedhof schon bess«; sie ging nicht fehl und brauchte nicht eia einzige« Mal zu fragen. Wieder saß ste stundmlang in ihrer Weltvergessmhett, bald still vor sich hin weinend, bald Todtengebete au« de« dick« «Suche flüsternd, auf dem Grabe Doretten», bi« der Frtedhostroächter am spät» Abend kam, um ste zum Aufbruch zu «ahn«. „Wie kommt der schöne Rosenstrauch hierher?" ftagte sie, „wer hat ihn gesetzt?" „Der hat sich selbst gesetzt," meinte der Wächter; „dem etgmtltch gehört er zu dem nächst» Grabe. Aber er mrj seine Launen gehabt haben, daß er gerade hier seine Wurzeln hat schlag« wollm. Man sollt' nicht glaub«, daß auch solche Blum« ihr» Verstand haben." veile konnte sich von diesem Geheimatffe der Natur nicht loSretßrn. | „Merkwürdig," sprach e« in ihrem Herzen, „die Blume zieht au« ihr die Nahrung .- Diesmal verlieh ste nicht sogleich dm Friedhof; sie hatte tu de« Häuöchm de« Wächter« noch eine lange Besprechung dir bi« spät in die Nacht dauerte. Endlich kam« die «Seide» wieder Herrn»; der Mann trug eine Schaufel über der si?chultei: und eine «Stedlateme, die ihr« zitternd» Schein umheruxrrf. Hinter ihm schritt «Seile vamberger — da« Säckchen rrtt der „Erde au«' Jerusalem" in der Hand haltend. ,Zch ihn' da» aber nur Dir zu Lieb', wiewohl e» «ich »ein Brot kost« kan», .. und weil Du ein so braveü Sett Wft," sagte der Mann mtt gedämpfter Stimme. - — „Ich bin nur die Mutter . ." t -■ „Eben deteegcn."

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