Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 14 (5.4.1871)
- Date
- 1871-04-05
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Dr.tyfc«t hervorheben, weich« Mt echt jüdffche Smndlage M Put Ml Idimtau viplfühl« un! »tpmLcht Mes öffmtltch an» «nitfttom, da leider t» hiesiger Stadt Pari« iwn und ftr Acht» beftch«, i» d«» mm M ängstlich Mrmctiet, auch mir «ton fltaanbn, der an Jüdische« «streift, bei öffentlich« Kund« sebwtg« HD äußern, geschweige jüdischer ReltzionSiwrschrlst und Eitle Dechuuug |n, tragen. 1. Erfurt, 20. März. (Orig.-Eorr«sp.) El gereicht mir znr Freud« Ihnen anzeig« zu können, daß wiederum ein Erfurter JSrneitt Namen« Ernst Unger, Sohn del kürzlich verstorbenem Professor Unger, im Thüringischen Infanterie-Siegiment Nr. 71, dal eiserne Kreuz erhalt« hat. Derselbe hat fast alle Schlacht« »itgemacht und sich brav und tapfer gezeigt. Unter der hiesig« Garnison befind« sich zwei Offiziere» welch« ebenfalls Erfurter Jlraelit« find: der Lieutenant Unger und der Lieutenant Krank. Seit einig« Tag« circulirt hier eine Adresse, welch« ihr« Inhalts weg« in Ihrem Platte abgedruckt zu «erd« verdient; wal ihr dies« Platz besonder! einräumt, ist der Umstand, daß sie di« Gleichheit aller Enlt« betont. - Endlich sei noch bemerkt, daß bei de« Einzuge der hiesig« $aq>p« große Feierlichkeit« zu Ehr« der hetmkehrenden Krieger vercmstaltet wurden, zu den« auch der jüdisch« Geistliche, Herr vr. JaraczewSki, officiell eine Einladung gleich d« christlich« Geistlich« erhalt« hatte. — Di« fragliche, an dm Kaiser gerichtete Petition geht von dm Lette« del »Protestant«•Starcin«' au! und bittet, »daß die Wiederewichtnng de! deutsch« Reiche« alljährlich durch «in allgemeine! deutsche! Volk!» und Kircheufest ge» feiert werde. Alle Glaubensbekenntnisse vereinige die Wiedererftehung de« Reich« in de« ein« Gebete d« Dank« gegm die tu ewiger Gerechtigkett wallend« Vorsehung. Der allgemein« Zustimmung verfichen, wtff« wir, daß einem von E». kaiserl. Majestät aulgehend« Ruf, dm Stiftungstag d« Reich« festlich zu begeh«, Niemand sich entziehen wird. In besonderer Weis« mag jede Kirche dm Herz« ihrer Bekenner ihr« Stimme leih« — ob unser Steg von Protestant», Katholik» oder 3nd« auch in verschiedeneuoEultuSform« gepries« wird: « wird eine Gesinnung sein» die isich bethätigt. Wo immer tu Zukunft an unse« Grenz« oder im Schott« vaterlandsloser Dmkweise mißgünstig« Keiud« an Deutschland« Eiuhett zu rütteln unternehmen, sie werd« «tmuthigt wer dm angesichts der Z eichm einmüthigm Zusammenwirken!, deffm Gelübde alljährlich an einem Volk«, snd Kirchenfeste zu erneue« Ist». Dies« Petition ist am 6. März auch de« Red. der »Ar. 'Mach.», wie dem hiesig« katholisch» Etadtpfarrer, zur Unter» ^fchuuug überreicht und unterzeichnet worden. Da der Wortlaut VW Petition«, die an Se. Majestät gebracht werd«, nicht vorher tzublietrt zu »erd« pflegt, der in AuSstcht genommene Tag, der 22. März, auch ohne daß ein Bescheid zu erwart« war, hermmahte, so glaubt« wir noch nicht! bericht« zu soll«. Settde» ist di« Petition in viel« Blättern vollständig, abgedruckt worden, wir begntgm an! daher mit vorstehender Reproductio«; der Hauptsätze. Ated.) j Hamburg, 20. März. In der neu« Synagoge auf d« Kohlhös« wird, auf Anordnung d« Borstand«, da! Dank- und HrletoMfest am Mittwoch dm 22. März durch mnstkalische Auf« ftchruug« gefeiert, welche, wie wir hör«, vom Kapeltoetster Nike in! componirt find und vom Musikdirektor Herzog dirtgtrt - werben. Da! Programm soll «in sehr-gewählt« sein. Bit ber im israelitisch» Tempel tu der Poolstraße statt» siudendim KriedenSfeier wird für d« mufikaltfch« Theü die An!» fühtmsi ein« Thetis vmu^zudn! MaeeabäuS» von Händel st-ttfiutm. Bebeuwude künDMW, Ges»g!kräft« werd» de« Beruchn« nach die «ulflchruEstuwrstttzW IMß) 8. K. Haunover, 21. März. (Oetg.-Eorrtsp.) Indem ich Ihn« mein« Dank für Ihre Bekanntmachung weg» der arm« Juden in Rom sowie für übersandte llnterstitzuug sage, fteut « »sch zugleich Ihn« «itthell« zu könnm, daß « mir g«. lungm ist di« Summe von 107 Thlr. nach Rom zu send«, wofür mir der dortige Vorstand (vrnnin dio di Port«, et Angelo Serena) ein höchst verbindlich« Daukschreib« zugesandt. 3n Nr. 11 Ihrer Zeitschrift befindet sich ein Aufsatz au! Hannover, wozu ich mir einige Bemerkung« zu »ach« erlaube. Da! darin erwähnte Gedicht zu Ehr« d« Besuch« König Georg« TV. von Hannover 1821 ist allerdings in '«ebr. Sprache verfaßt, und zwar von «eil. Mos« Friedberg. Lehrer der hiesig« Talmud-Thora-Schule, all jüdischer Gelehrter und Grammatiker bekannt. Da« Gedicht wurde am Frettag (oder p*», « war im Oktober) Abmd reettirt. Die Uebersetzung d« Gedicht« ist vom Sprachlehrer Abraham Süßmann, und wurde dem Könige in Herrerchaus« von einer Deputation überreicht. GeLerreich. Fr. Eurlübad, 10. März. Ein Vorfall, der sich jüngsthin innerhalb der iSraelitischm Gemeinde ereignet, hatte auch in nichtjüdisch« Kreis« Aufsehen erregt. Ein hier ansässiger, gut fiwirter Areeltt (Famttimvater) hatte der EultuSgemeinde fett der Zett ihr« Bestehen« die gesetzlich gebot«« Zahlung sein« Stmerbettrag« verweigert und ging so wett, daß er «ehifah privatim erklärt«, er werde sich eher für eonfesfionSlo« erklär«» che er zu dieser Gemeinde etwa« zahle.") Al« nun die gerichtlich« Exekution über ihn »erhängt ward, erklärte er sein« AuStrttt au« dem Verbände der israelitisch« Religion!-Genoffenschaft. Da « im Art. IV. de« mterconfesfiouellm Gesetz« heißt! »Jedermann hat die ftete Wahl d« Religionsbekenntnisse« nach feiner eigenen Ueberzeugung," — aber keinesfalls nach dm Eingebung« sein« Geiz« oder seiner Feindschaft gegm Andere — so lag « auf Hand, daß Mes« Vorgehen «in bedauerlicher Mißbrauch de« freiheitlichen Principe« im Gesetz« der GlauienSfteihett sei. Dennoch hatte « dm Anschein, al« ob die Lorbeer« d« ConfesfionStos« auch andere, ihm nahestehende Gemeinde- Mitglieder nicht schlaf« ließ»! Da ergriff der Prediger vr. I. H. Oppenheim die Juttiativ« zu einer Lerwahrnng, in der die öffentliche Meinung ihrer Anschauung über diese Handlungsweise, al« einer Verletzung der Würde d« Gesetz« wie der Religion, wirksam« Ausdruck verlieh. Er forderte nämlich am letzt« Sonnabend, dm 4. d. Mt«., von der Kürzel di« ganze Gemeinde zu einer Versammlung auf» die auch Abend« im »^Söhmtschm Saal" stattfand. Nach einer einleitenden, an Beweisgründen reich« Rede forderte er die von einig« 80 Person« besucht« Versammlung zur Annahme einer gedruckt vorgelegt« Resolution auf, die in zwei Absätz« zuerst die volle lltereinbarlichkett d« Judmthum« mtt dem Princip der Ptatten«. »iw GewtffmSfteihett und dt« Ueberzmguug auSsprach, daß in der allsettigm gesetzlich« An««dung dieser hie sicherste Gewähr der Zukunft d« eigen« Glauben« liege, hingegm im zwettm Ablatz im Allgemein« jedm ReligtonSauStritt, der nicht an« «er 4 ' f-, geistig« Anregung, sondern an« rein äußerlichen -..«« entspringt, als ein« bedauerlich« Mißbrauch ntä: ton Buchstabm d« Gesetz« erklärt. Nachdem die .Resolution« mtt all« gegm zwei Stimm« an lioe angenomm« war, erklärte der Antragsteller, die Versammlung «olle nicht mtt diese« ihre« Urtheü für da« Vergangene richten,"^ sondem wünsche, daß die Zukunft sich damach richte. — (Die sehr ausführliche Resolution liegt m« in ihrem lSortkante vor. Sie ist schärfer al« in vorstehende» augegeb« i. sie •) Derfttb, ist »ä»lich ei» perstuüch« «tgaa M «eißaUto. D. «oeusp. «Mr w« iß «u der «es-lMt» dom doch Wchchml <**) „