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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-05 · 14 (5.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
14 (5.4.1871)
Date
1871-04-05
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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wahr, hi hättest fast «echt. 3«, »»sere Prophet» Hab« »ertftsb<t, daß Lage Imukr »erd«, da »a» «lcht «ehr red« »trd von Ixm fluide a»I Egypte»; da», wem m» nicht» «ehr wissm wird. von llnteedrückern »»d Unterdräckt», von Stege« «chBefiegt», ««u einer dm andern nicht lehr» »trd, sprechend, lwkenue dm Her«, sonde« alle Voll «rkimum »erd« von Groß bi» Klein» wem Lieb« nnd Fried« regier« »erd« ans Erde». Aber stehe, wir trän« der Liebe und trau« dem Fried« nicht. Und da» sag« wir nicht etwa heut, »ach allem, . Pa» wir soeben erlebt habm; so habe» wir vor Jahr« auch gesprochen. So lauge die Völker noch täglich durch d« Muud ihrer Lmkiw versichern, daß sie sich nicht aufeinander stürz«, nicht einander beraub« und zerfleisch« woll«, so lange solche Lmficherungm noch täglich uöthig schein«, immer wiederholt und nicht geglaubt «erd«, so lauge auf jede» Sllberstück, welch«» fü: Volksbildung auSgegebm wird, hunderttausend versendet »erd« auf Werkzmge und Anstalt« der Zerstörung, so lang« ttaum wir dem Lölkerfried« nicht. Und so lange »och um Menschenrechte gekämpft wttd, und Priestermacht sich bereit hält Geistiw zu knecht«, so lange ttaum wir dem 'Seisterfrteden nicht. Darum halt« wir auftecht da» Bedächtniß an Gott, der Pharaoum zerschmettett, Geknechtete erlöst, Gösen stürzt und ihre Priester entlarvt. Darum bleib« wir dabei: die bessere Zukunft muß erst noch komm«, der Meffia» ist noch nicht da, die Erlösung und ein Erlöser noch nicht erstanden. Und nun stehe hin ruf di, Leichmhügel, auf die Verkrüppelt« und VerstianmeUe», die Wittw« «ad »Saism, gedmke defs«, wa» fett de» vorig« Osterfest« über «n» gekommm ist, und dann — spotte I €Mnb dir di« Zähne stumpf? Der Einfältige vemehme kurz unser Wort. »Mit starker Hand hat un» Gott au» Egyptm gefühtt; * da» Hecht, e» ist ei» Gott, der frei und »eise, mächtig und gerecht wallet. W«n du «f die Stimm« vieler Weis« dieser Zeit hörst, die al» «niste Entdeckung dm Jrrthmn verkünd«, in den schon da« dritte Geschlecht der Mensch« verfall« ist, so giebt es keinen »alteudm Gott, keine leitend« Vorsehung; dann giebt e» nur Raturkräfte und geschichttich» Rothwendigkettm, da» find Götter, taub und blind» die nicht hör« und nicht sehe», zu den« d» nicht bet«, auf die du nicht verttaum kannst, well sie ««der Recht und Frechett, «och Mitleid und Erbarm« kenn«. So glaube du mtt ou» an ein« Gott, der un« au» Egyptm» Gewatt «löst hat, der d« Schwachen beisteht, dm Unterdrückt« Hilst, die Demüthigm erhebt und die Stolz« beugt und der Leidend« Fleh« erhött. Die Matzah, die wir genieß«, berichtet un» und dir, daß die Unterdrückt«, dm« Mmschmhilfe längst nicht mehr nütz« konnte, so schnell erlöst wurd«, daß ihr Teig nicht mehr Zell hatte zu sauer». Vierhundert Jahre Sklaven — im Ru befreit. »Die Hilfe Gotte» kommt im Augenblick' — ist diese beseligmde Hoffnung nicht eine» Feste» werth? Kon dem Central-ComilS -er Alliance A»r. Zlniv. ist nachstehende Circular an die Local»Comitö» ergänz«: Pari«, 23. März 1871. Sie kmnm die schmerzlich« Ereignisse der jüngstverfloffm« sechs Monate. Die Verbindung« zwifchm dem Cmtral-Eomitö und dm Provinzial- und Local-Comitö» ist unterbrochm gewesen. ES ist un» «dlich möglich, sie wieder anzuknüpfm; wir find Ihn« einige Andmtungm über den Zustand unserer Gesellschaft schuldig. Die Institute, welche sie in dm verschied«« Erdtheiler. gegründet hatte, sind fortwährmd Gegenstand unserer Sorge gewesen. Unsere Schul« in Algier und im Orimt find geöffnet gebliebm. Der Unterricht an unserer BorbereitungSschule in Pari» ist selbst während der Belagerung nicht ein« Augmblick unterb roch« worden. Die Gebäude der Ackerbauschule in Jaffa Ser je dabei stand, wie sich um Liebe» die Ringe einer venueinttichm oder wirklich« Gefahr immer mger schloss« ... Du kannst ntchf/ sag«, wa» und warum Du fürchtest, aber wie «tt kalt» Schauem steht Dir da» Namenlose einer unfichtbarm Raturgewall gegenüber, vor der all' Dein Klügeln und Verstiudigsetr, gleich einem Federchm tu sich zusammmkaickt, der »trd erfass«, wie «» in der Seele der all« Wittve auSsah! Sine» Morgen» kam fie von ihrer Andacht zurück. An der Ecke der Gaffe begegnete ihr der Postbote und händigte ihr «in« Brief eia; fie griff hastig damach» und verbarg ihn in dizn dicken Gebetbuch, welche» fie unt» dem Arme trug. Aber in der Nihe ihre» Hause» mochte fie di« Ungeduld übermaont Hab«, st« öffnet« da» Schreib« und la» ... Wenige Augenblicke darauf tmg «an die ohnmächtig am Bod» lügend« Fm» in ihre Löhnung. Sie hielt dm offmen Brief in der krampfhaft geballt« Hand. Dadurch erfuhr man alsbald, rxr» geschehe» war. Donckte hatte einem Kind« da» Leb« gegrbea, schrieb in verzweiseltm Wort« der Schwiegersohn; aber die Natur hatte 1» grausamer Lau« wieder zerstört, wa» fie geschaffen. Stamm »nd Blut he, Mutter und Kind «arm erleg« ... e» gab keine Dl»r«tte mehr!, .. Fast konnte man die Kraukhett «ohlthätig n«»m, die sich seitdem Bell«'» bemächtigt hatte. Sie deckte üb« die Besinnungslose die Schleier de» Vergessen». Loch« war« vergangm, und »och war kein« Abnahme zu bemerk«. Leb« und Tod rang« in täglichem Streit« um ihr Dasein. Endlich ttat «in günstiger Wendepunkt «in; die Aerzte erklärt«» die »starke Rttur' Beile'« habe «in »»erhörte» Lunder vsrrtchtet. Der Frühling »ar in'» Land gekommen, al» Beile Lambeiger sich zum erst« Male wieder vom Krankmlager erhob. Zum Erstaun« Aller zeigte e» sich, daß fie nicht» vergessen hatte, und darin ebm bestand ihre Gmesungl Man h^te sich tausenderlei Dinge aukgeklügelt, wie man die Schreckensbotschaft ihr allmälig beizubringm habe, aber die erste Frage, die fie an ihre Umgebung richtete, bewie» sogleich, daß jeder Versuch, ihre Gedächtnißschwäche zu benützen, ein vergeblicher sei. (Fortsetzung folgt.) Sin weiblicher Shasan. Die Bemerkung auf S. 95 -in Nr. 12 bafirt ohne Zweifel auf der Angabe in dm von vr. Lewysohn mügetheiltm Epllaphi« von Grabsteinen de» Friedhofe» zu Worm». Unter dies« befindet sich nämlich auch (s. dort Rr. 50) die Inschrift auf dem Leichmstein der 1275 verstarb«« Vorsängerin Urania. Der Herausgeber bemerk hierbei, daß noch vor 30 Jahr« in Worm» zwischen der Männer- und der Frau« 7 Synagoge, die! auf gleichem Bod« fich befind«, «ine 4»/, Fuß dicke Mauer «ar, i« welcher nur einige schmale Lulm fich befand«, die außerdem noch mit einem Vorhang verhängt warm. E» ist demnach natürlich, daß die mtfernt stehmdm Frau« d« Vorbeter in der Männer-Synagoge wenig oder gar nicht hör« könnt«; in Folge deffm mußte eine unterrichtet^ Fra» dm Borfäugerdteast in der Frau«-Synagoge versehe«,' wa» auch von Seiten der erwähnt« Urania, Tochter de» Vorsänger» Rabbi Abraham, geschah. 8.

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