Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 13 (29.3.1871)
- Date
- 1871-03-29
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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101 mtfben mir für SO Lage 100 GM Offizier»-Eigarr» verabfolgt, dir ich al» Rtchmmcher in de» Laharethm vertheilte. I» dies« befinden fich gegenwärtig noch 2SV krank and verwnndet, Soldatee. darnater 6 Juden, über deren Zustand ich Ihnen die beifolgotde Liste übersende. Ja einem spätere» Briefe bemerkt vr. vlumeasteia, daß e« erhebend sei, die Andacht zn beobachten, mit der die jüdischen Soldat«» beten. »Die Mehrzahl lebt dnrch den Laut der hebräischen Gebete neu auf und ist dem UTOt an» treu ergebe«.* (St wollte beim General-Eommaudo für die Soldaten ans Pesach etwa» zn erwirke» suche«. Berichte und Eorrespondenzen. -eutschla»-. Stettin, 22. März. Ich hatte mich s. Z. an die Vorstände der größeren Gemeinden gewendet, am für die Sustentation der jüdische« .Feldseelsorger* und zur Unterstützung jüdischer verwundeter durch sie Betträge au» dm Gemeindekassen zn erlangen. Einige habm geantwortet, daß sie keine Etatspofitioa für dergleichm hättm, andere, daß e» jetzt, etwa Ende December, wohl nicht mehr erforderlich sei. vielseitig wurde Dank und Frmde in unnöthig schmeichelhafter Weise au»gedrückt. Dagegm hat der Vorstand der Berliner Gemeinde schon unter dem 26. Jan., da ich mich dorthin zuerst gewandt hatte, eine Antwort ertheilt, welche ich nicht — für mich behalten möchte. Sie lautet, nach dm Eingang-formalim: ,Wa» jedoch den an diese Mitthetlung geknüpftm Antrag betrifft, so befindm wir uns schon de-halb nicht in der Lage, demfelbm Folge gedm zu könnm, west wtt pnin Angelegenheiten, welche unserer Berathung und Beschluß» «ahme nicht unterlegm habm, sondern nur — von Einzelpersonen betriebe» — al» vollendete Lhatsachm zu unserer Keautniß gebracht werdm, zu Geldbewilligungen nicht ermächttgt halt«.' Da» heißt auf gut Dmtsch: Du hättest diese Sache nicht auf «igme Hand betreib« und un» vorher ftagm soll«. In der That wäre e» ganz angezeigt, daß die Berliner ,Gemeinde in all« ähnlich« Diagm die Jitttiative ergreifen müßte, und daß Private, Provtnzialgemeind« oder derm Rabbiner der hauptstädtisch« Gemeinde vorzugreifen gar kein« Anlaß hättm. Aber wa» hat die Berliner Gemeinde, d. h. ihr Borstard, seit 8V Jahren für allgemeine Angelegmheitm der preußischen Judm gethan, wo und wann ist fie an die Spitz« getretm, wo und wann ist fie dm Provinz« voraufgegangen s Der jimgst erlaffme Protest gegm dm Öber-Kirchmrath ist da» erst« und einzige derartige Beispiel! Man nmne «n» ttgend eine Maßregel, eine Institution, eine Petition, eine Demonstration oder Opposition, welche von dem Berliner Vorstände au»- gegang« wäre! Anspruchsvoll austretm ohne etwa» gethan zu habm, nmnt man — der Leser suche die mtsprechende Bezeichnung; unsere Altm nanntm e» »Reich ohne Krone*. Cöl», 7. März. (Orig^Corresp. Schluß.) Die Remedur «mß in anderer Weise gelingm, und fie wird geling«, wmn wir edlen feierlich« Mittag» «Gottesdienst etnrtchtm, der um 12 Uhr beginnt und längsten» eine Stunde in Anspruch nimmt. Dieser Andacht könntm und müßt« die Schüler beiwohnen» zumal i« Sommer-Semester der Unterricht schon um 11 Uhr geschloflm wttd uich auch im Winter-Semester die letzte Bormtttag»- ftund« von Gettm der Herr« Direktor« für dm christlich« Religion»-Unterricht reservirt werdm kan», und wen» letztere» unthunltch, so «ürdm gewiß keine Schwiertgkettm tu dm Leg gelegt «erd«, fall» die jüdisch« Schüler um 11*/« Uhr di« Lehranftattm verlaflm wollten. Für da» allgemeine verständutß diese» Gott«»dtenste» kann aber auch durch Abhaltung mehrerer deutsch« Gebete und <Sefänge, durch Schrifterklärung und Predigt hinreichend Scrg« gettagm werdm, und sowohl Zeit*) wie Doner der Andacht dürfte vollkommm opportun erschedim. Im Speciellm wäre nun folgende» Programm aufzustellm: 1) Ha tobn mit Chorgesanz, asehre recttirt vom Eantor der Gemeinde, ndo lorjjon stille Andacht. 2) Au»hebm der Thora, me^jobi dineaoa, vedoma )i»r»el, «oback olodenn, gaälu mit Eforgesang. 3) vorlesm au» der Thora, Aufruf« dreier Person«, deutsche» Gebet für Vaterland und Genunnde vom Rabbiner. 4) Einhebm der. Thora, jehallela, nbenacfao mit Chorgesang, Schrtfterklänmg oder Predigt. 8) Die Tephillah in stiller Andacht, Wiederholung derselbm vom Cantor, Keduschah mtt Chorgescmg, 2iätra»'oba und Katisch vom Eantor. 6) Im Winter-Semester Recitiruiig de» boraobi nalsebi und dreier Pfalmm vom Cantor und der Gemeinde, im Sommer werdm drei Mischnajcth au» dm Eprüchm der Väter vom Rabbiner vorgetrazm. 7) Alena in dmtscher Sprache vom Rabbiner, Schluhzesang: web^ja b^jow babu vom Chir. Der gegm diese Institution zu erhebende Einwand, al» würde durch sie der Morgm-Gotte»di«st in dm Hintergrund gestellt, scheint ungerechtfertigt, da e»?"'.m zu erwartm, al» könnte fich der Thell der Gemeinde, der ihn bisher besucht, mm veranlaßt fühl« zurückzubleibm. Wir glaub« vielmehr, daß er fich vielleicht nicht entschließ« wird, stet» zum zwettm Male die Synagoge aufzusuchen, zweifeln aber ebm,o wmig, daß der 12 Uhr-Gottesdienst auch ohne iljn Theilnehmer zur Genüge find« wird unter dmjmigen unserer Glaubm»geuossm, welche angeblich nur auf eine solche Nmerung gewartet habm, um auch ihrersett« ihr lebhafte» Jnteresie am jüdisch« Culto» bekmidm zu könnm. Dazu kommt noch der Umstand, daß die studirmde Jugend und die ober« Klaff« unserer Gemeindeschule schon ein Contingent von weit über 300 Köpf« liefe« werdm. Andererseit» mag die Einrichtung zugleich eine sichere Gewähr sein für die volle Gewissensfreiheit, da in Folge alle Versuche, Kürzung« und sonstige Mutation« im Gebetbuche vorzunehmm, ebmso überflüssig al» zwecklos erscheinen. Indem ich nun schließlich darauf aufmerksam mache, daß mehrere unwefmtlichere Punkte der mündlich« Erörterung und Beschlußnahme anheimfallm, al» -um Beispiel: die Verlegung de» Morgen-Gottesdienste» während de» Winter» aus 8, währmd de» Sommer» auf 7 Uhr, die Jnhibimng de» Chorgesange» bei demselben, oder defim zu beschränkende Assistenz beim Cia- und Au-Heben der Thora und der Keduschah zu Mussaf; die Reservirung der nöthigm Plätze für die Jugend unter dm Arigm der Lehrer und Aufieher; die Einlsändiguag ^er zu benützerrdm Gebetbücher, welche zugleich die vorzulesenden Thora-Abschnitte enthalt«, endlich die Bestimmung, ob die 12 Uhr-Andacht nicht auch auf die Hauptfesttage mit Ausnahme de» Neujahr» und Freudenfeste» der Thora sich erstreikm soll, übergebe ich diese» Memorandum «. s. w. Vesterriich. -n. Wie» (Orig.-Eorresp.) Die »Presse* schreibt; »Der Ober-Commerzrath Simon hat anläßlich seiner am 15. d. Mt», stattfindmdm filbemm Hochzeit dem Prediger vr. Güdmian« *) Di« Rittagestnnd« Mächte doch t« Pommer nicht sehr geeignet ftta; warn» den,, nicht, wie diHher, da« Minchagebet »» 5-« Uhr «bheüenk Anch «tre e« sttr d» Pmdtger allzu anftreagmd, an eine« vormtnage »meünol M predige». Qm «gemeine» halte» mir jedoch di« Id« de« Herr« vr. Vchmaq fiir sehr bmchtenimerth. leder di» «inricht»», eine« Irgend» Aatteldterstis in Baja mar »alLngfi in »« JL J. *9." »«richtet. (Ibb.)