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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-03-29 · 13 (29.3.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
13 (29.3.1871)
Date
1871-03-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ifei.M» Thätigkett der jüdisch«, frßyWti*«, nicht« «mm tzqt, awOc» »tr bonm mpügt Jaffa* well nun da« M Herr, Dr. Ph. geweht ist. Nruerdtng» fordert er nun i*i Snbscrstttio« ans ein von ihm herau»zuqeb«de» »Gedenkbuch an den deutschfrang-fis«hm Krieg für den deutschen Israeliten' auf. Dasselbe soll euchc'teu: 1) Kurze Geschichte de» Kriege» (ein dringende» Bedürfnis an dessen Befriedigung »och kein Literat, kein Spekulant gedacht hat!); 2) Religiös« Betrachtungen zur Erinnerung an den Krieg (d. h. sicherlich: Wiederabdruck seiner »Gebete »ährend de» Krieg«»', richtiger: der Gott vorgettageur» politischen Zettung«-LeÜarttktl); 8) Beobachtungen (?) über den Antheil der deutsche» JSraeitteu au diesem Kriege; 4) Namen» - Berzrichuiß aller jüdischen Soldaten tu s. w. Also eine einfache Buchmacherrt, zu der di« Gemeinden Material und Kosten liefern sollen. Wenn indeffe» der Zweck erreicht würde, so möchte da» Alle» hingehen. Dieser aber »ürde verfehlt und da» Bessere verettelt «erden. Da» Wesentlich« ist ohne Zweifel, genau zu ermitteln: 1) wie viele Juden in Schlachte» oder Gefechten gefallen, 2) wie viele i» dm Lazarethen in unmittelbarer Folge de» Kriege» gestorben, 3) ivie viel« schwer verwuudet oder invalide geworden und 4) urelch« sich besonder» hervorgethaa haben. In letzterer Beziehung soll freilich keine jüdische Spezial-KriegSgeschichte geschrieben werden; e» genügt «ad ist nöthig, vollständig zu «iffen, welche Juden decortrt oder sonst ausgezeichnet wordm find. Ob diese Decoratioaeu überall gerecht auSgetheitt worden sind, ob keine zu viel und keine zu wentg verliehen wordm, kümmert un» nicht. Daß Juden, «ögm sie Gemeine oder Uaterosfiziere gewesen, oder zu Offizkerm ernannt sein, die eisernm Kreuze u. s. w. ohne wirkliche» Verdienst erhaltm haben sollten, werdm unsere bttterstm Feind« nicht behaupt« könnm, e» auch nicht wag«, well darin eia Vergeh« geg» die Ehrfurcht vor dem Könige und vor den hohe» Margen läge. Dies« vier Rubrik« könu« auch jetzt »och nicht vollständig auSgefüllt werde». Nur di« erste ist m. G. H. abgeschlossen, aber di« »fficielle» Lerlustlist« find e« »oä, nicht einmal vollständig; die zweite und dritte leider noch nicht ganz; die Anerkennung« und die AuSthellung von Orden x. werden aber in der nächst« Zest in größer«! Maßstabe erst erfolg«. ES ist demnach augenblicklich noch zu früh zur Ausführung, Zeit aber zur nochmalig« Snregrng und Orgaaisiruug de» Plane» für die Sammlung der Statistik im angegeb«« Umfange. Wie diese durch eia Individuum bewerkstelligt werd« könne, ist gar nicht abzusehm; e» müßte, wie in der »Wochenschrift' bereit» im August v. I. (S. 340) betont wurde, in den einzelnen Provinzen, Ländern u. f. w. gescheh« und nachher an einer Ceatralstelle gesammelt werdm. Unser Herr K.-Correspondent au» Berlin (im vor. Blatte) schlägt, wie wir jetzt nachrrag«, vor, daß da« Eomtt« der Alliance in Berlin die Sache in die Hand nehmm möge. Wir billig« dies« Vorschlag und ersuchen da» verehrl. Somit» vorzugehen. Unserer Rathschläge bedarf e» nicht, di« Sach« ist einfach. Dagegen ist die von Her« Dr. Philippson betriebene Zusammenstellung aller jüdisch« ^Soldaten, die am Kriege Theil gmommm, ganz überflüssig und für un» unmöglich. Ueberflüssig, weil die Behörden die Zahl« gmau kmum und s. Z. auch veröffentlich« werdm.*) Die Annce-Verwaltung treibt die Statistik mit vorzüglichem Eifer, veröffentlicht auch die Resultate. Wir werd« sie erfahr«, und dies« officiellm Angaben Hab« d«n doch ganz andere üäo» al» private. Auch ist von vornherein sicher, daß die Zahl der Judm weder erheblich über noch unter dem Procmtsatze steh« kann. Die Dienstpflicht ist ja flar alle gleich, und kleine örtliche Ungleichheit« verschwind« im Groß«. Di« Zahl der »Freiwillig«', d. h. »Einjährig«', ist höchst wahrscheinlich unter dm Jöraelit« pro rot« groß; da» kommt aber *) Sin vrkauuirr hat uni erzähl, daß er etwa i« Mai v. I. in einer geitfchrist die Zifseru »der di« Stäkt» des preußischen (»der norddeutschen?) Heere«, unter ander« auch nach der tteligio» geordnet, gefunden habe. Da es vor dem Krieg« war, hat er nur flüchtig gelesen, und konnte flch weder ans Ort noch auf stahl genau beflimen. Bier Wochen darauf fuhr Belle mtt ihrem Kind», in Legleittmg der riesig« AuSstattungSkiste», ohne von trgmd Jemandem Abschied gmommm zu habm, au» der Gaste fort. Die Leut«' ging« gerade zum Morgm-GotteSdtrnste. Da mußt« Veile krampfhaft nach der Haud ihrer Tochter greif«, da» Weh unsaglxrer Bitterkeit quoll ihr vom Herz« herauf. Aber al» sie i» dt» glückbelmchtete Antlitz ihre» Kinde» blickte, da verzog e» sich rasch. Sir selbst entführte ja Dorette, dem Glücke mtgegm. La« wollt« sie noch mehr? Später hörte man, daß di« Trauung Dorettm» mll ihrem Heinrich in einer Dorfkirche hart a» der Grenze Böhmm» und Oesterreich» stattgefund«. In derselb« Kirche war e« auch, wo Veile Bamberger'» Tochter ihr alte» Glaubentbekenntniß ab» schwor, um nun in Allem «nd Jedem Ein» zu sei« und zu fühl« «Ü ihre« Gatt«. von dort ging Dorette, ohne Mutter, mit ihrer« Manne i» die »me Heimat, eine ansehnliche Stadt Oesterreich», wo Heiwtch von nun an al» Rath eine» LandeSgerichtes »amtir«' sollte, veile Bamberger kehrte tu di« Gemtschtwaarmhandluog ihrer »Gaste' zurück, allein, «utterseelmallei«! Durch voll« sieb« Tage blieb der Lad« der Wittwe verschlossen. Wundert« sich di« Leute darüber? Ei« errieth« gar bald die Ursache. Leit« Bamberger saß «ährmd dieser ganz« Zett »uf einem niedrig« Schemel und hielt die üblich« Todtrntrauer um ihr dem alt« Glaub« abgefallme» Kindl Kam« L«te zu ihr auf Besuch, und setzt« sich, einsilbig, »nd selbst da» ILmige, wa» sie sprach«, zur Lautlofigkett herabdämpfmd, so war es in der That, al» wehte etwa» wie di« Erinnerung an ei» Heimgegangene« durch die Stube. Aber da« ganz« Wes« Veile» war ober schim unverändert. Ihr Antlitz glänzte wieder im Schimmer rosiger Röthe, und ihre Augm «arm seitdem auch nicht glanzlo» gcwordm. Hie uod da siet ein mitleidige« Trostwort, leise hingeworf«, al» fürchtete man, die Wunde, die ihr da» lebende Kind geschlagm, könne zu schmerzen anfang«. Sie aber, fast heiter lächelnd, konnte solch« 8«tm sag«: ,Wa» hältst Du mit Deimr Sprach« zurück? Red' Dich nur au», wie e» Dir um'» Herz ist. Du wunderst Dich, daß Belle Bamberger da sitzt . . und ihr Kind ist gleichsam todt. Nicht wahr, da» geht in Dir herum und läßt Dir keine Ruhe? Aber da» Eine muß sein und da» Andere auch. Ich fitz« hier und thue, wa» oorgeschrieben ist, und sie sitzt dort drüben in ihrem Glücke, weil ihr da» auch vorgeschriebm wordm ist. Kaan da Gott etwa» dawider habm? Kann ich und mein Kind etwa« für unsere BemüthSart? Und wenn Du nur wüßtest, wie er sie auf dm Händm herumträgt! Sie tauscht mit keiner Kaiserin!' Der Eindruck, d« da» Benehmen der Wittwe auf dir Leute «achte, war rin eigmthümlicher. War da» ihre starre Frstigkell? Die Leute sollt« sie nicht bemitleiden, nicht verurtjeilm, sie wollte nicht für eine unglückliche Mutter gelt«, ihr Stolz sollte nach wie vor ihre Dorette bleibin. Mancher dacht«! auf de« Heimweg vom Trostbesuch: »Diese Veile Bamberger ist doch ein merkwürdig Weit, wie e» noch seltm vorgekommen. Verstellt sie sich nur, oder ist da» ihre alte Schwärmerei?' Aorifetznug fottf.) 395471

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