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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-03-08 · 10 (8.3.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
10 (8.3.1871)
Date
1871-03-08
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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int Lazarckh aukam. So sehr mich auch dir Nachricht betrübte und ich!>adnrch «eine Disposition«» äntern mußten so erfreute «ich doch die Aufmerksamkeit de« Beamten. lieber den wettern Verlauf de« Zustande» de« Kranke» habe ich Ihnen in der Lerwuudeten» liste beruhtet. (Er ist ganz auf dem Wege der Besserung.) Bon Ronen au« besuchte ich die Regimenter und Ambulauceu in Darnötal, Döville, Malamiy, Kvetot, Pcix und Dieppe. Diese Tour war bei dem anhaltenden Regen und Sturm sehr anstrengend, die Quartiere — wenn mau sie so nennen darf — waren schlecht» und zu effeu gab e« grade auch nicht viel. Ich machte mit dem au« Ronen mitgenommenen Fleisch« schwache Versuch« meiner Kochkunst, die jedoch größteutheil« mst dem Verbrennen der Kingir endigten. Freitag den 10. war ich wieder in Rouen und lieh durch die Eommaudautur Gottesdienst auf rrr> t anordnen. Derselbe wurde von den Mecklenburgern, Holsteinern und etnifen Soldaten an« dem 76. hanseatischen Rezimeute besucht. Die folgenden Tage (12.—16.) war ich in und um Annen«. Ich schloz mich einer SamtätScoloane au, um bei der Evacuiruug der Kranken, die während de« Waffenstillstandes viele Kräfte erforderte, thätig zu fein. In Annen« erfuhr ich am 15. Febr., daß sämintliche Offiziere und diejenigen Civilbeamteu, die Offizierdrang haben, durch Allerhöchste Eabi'netSordre, vom 20. Jan. 1870, 4 Thlr. für jeden Tag de« Waffenstillstände« al« Portion«« zuschußgelder erhalten. Da diese Gelder nicht au« der preußischen StaatSka fe, sondern au« den eingetriebeneu EoutributiouSgelderu bezahlt aerden mußten, so wollte ich doch einmal versuchen au« dem Zust ande eine« diätenloseu Seelsorger« herauSzukommeu, zumal meine Kaffe der Complettiruug bedurfte. Ich reichte kurz und zugeknöpft — denn die« ist immer da« Beste der Militärbehörde i^genüber — meine Forderung in Form einer Liquidation ein. (Liquidation über die durch Allerhöchste EabmetSordxe vom 30. Januar 1870 genehmigten PortionSzuschußgelder von 4 Thlr. pro Tag für die Zett vom 29. Januar bi« 19. Februar.) Sowohl die Intendanturen de« 1. und 8. Eorp« al« auch die Armee.Intrndantnr und Lmunandemtnr verweigerten dl» Anw zahlnng. Ich ging mm prr letzt« Instmq, in da» ttan» M Oberkommando«, und erklärte dem Offizier dn Jo« fmvie dem Major vumke vom Generalstab« «ff meiner Forderung beharr» zu müffen, da ja auch meine christlich« Eollege» diese Zulage zur Mnudportiou erhielt» und ich in dieser Hinficht d» Geistlich« anderer Coufesfion« vollkommen gleichgestellt sei. Der Major versprach mir, in der an demselb« Abend ftattfindend» Sitzung de« Ober-Eommaado« «eine Forderung zur Sprache zu bring«, er könne mir jedoch nur eine sehr schwache Hoffnung auf Erfolg versprech«. Am andern Tage erhielt ich »eine Liquidation mst folgende« Schreib« zurück: »Daß der israelitische Feldseelsorger Dr. Blumenstein in. der Zett vom 29. Januar bi« 19. Februar 1871 in diesseitigem Reffort zu dienstlichen Zweck« anwesend gewes» P, wirb hiermtt bescheinigt. H.-Q. Amim«, 16. Februar 1871. Bon Seiten de« Ober-Eommaudo« der I. Armee. Für dm Ober-Quartiermeister: Bumke, Major im General stabe. Auf diese» Schreib» hin erhielt ich durch Geh. Rach Sulz« eine Anweisung au die Intendantur de« 8. Eorp« zur Auszahlung von 88 Thlr. <330 Franc«)- die mir die KriegSkaffe noch au k«uselb« Tage zufchickte. ES steht zu hoffen, daß ich durch dies« Präcedcuzfall auch für die weiter« Tage de« Waffenstillstände« meine Diät« beziehe. De» Eolleg« Lewin habe ich die« mitgetheilt und ich wünsche, daß e« ihm nicht ergeht wie de» Dichter, der bei der Theiluug der Erde zu spät kam und mtt dem Himmel allem vorlieb nehm» maßte. Herr vr. Lewiu berichtet au« Lilleumve le Roi, 18. Febr. QshpD VTD): Gestern hier angelangt, wurde ich von dem Haupt» manu im Seneralstabe H. v. Altenstadt sehr freundlich empfang» — mein Brief war noch nicht angclaagt — und an die Eom- Deml ei» Jahrzeitltag ist hotte, wir wir selten ih» gefeiert. Wir, di« Greise der Beschicht«, dir wir ihre» Strom durchsteuert, Unser teste», schönste», stikkstru, kühnste» vrtder siele» heut, Opfci hiutergaugu» Treue, argbelohuter Si^lüdlrit. Wie l» Adler, le» sich reißend a»» de» Rehe» gier'ger Feind», Rief eiust Preuhrua edle Stimme feiner Jirarla-Gouriude: Söhne eine« Vaterland«», Dulder einer gleichen Roth, Kommt, erringt in »nsern Neiheu Ruhm uud Freiheit oder Tod. Vaterland und Freihritl Mächtig widerhallte» dies« Tin« Und pan ernste» Waffentange drängten schnell sich unsre Söhne; Und »er «eiche gab sein Silber und di« Jungfrau ihren Schmuck, Abprhun in eine« Kamps« Feinde«, acht und Freunde« Druck. Immer in den ersten Reihen, frendig im Gewühl der S-hl-chten Sah man unsre «ackern Söhn« Tod und Wnndenschmerz »erachten, voll und Herr und Führer staunten ob de» Mutg», der sie entbrannt, Und pi Obern wurden viele mitten i» Gefecht ernannt. Untei dessen war vom König allen Inden äugele bet. Weil er ihre heiß» Lebe zu dem Land« nun erprobet, Daß der Feffeln letzte Ringe, alter Knechtschaft letzte Pein Ihrem krastbewährten Arm« abgenomrneu soll« sein. Manchen schwer ockanften Sieg noch theilten sie in Prenßen« Heeren Untei: hohen Kriege«fürste», deren Thatrn wir verehren. Und bei velle-Alliance, m Schaare» frat de» Kriege« glammenzahn, Bütt-en ihrer fünsimdsüntzig Offiziere ans dem Plan. Tre» dem Land' und seinen Fürsten starben unsre tapfer» Brüder Und lein Stein nennt ihren Namen nnd lein Griffel schrieb sie nieder, Wmden zierten ihm» Bnsen, Spalten kränzten dort ihr Haupt, D«( im Friede» ward der Sold »n« ihre« vlnte» noch geranbt. Während der verräther sch,mit« im der Wollust vtumensaal Ihm die Krone seine» «eben», seiner Jugend Weib, ih» siahl. Den» e» keß sich »ach dem eie* gleißnerisch der Anüsprmch hören: «er von J«rael» Geschlechtern will * ander« «Kanten schwör», «hr» und Hchn ihm l Doch wer störrig a» dem allen Glauben hängt, von den «hren, von dr» Lohne sei von hent' an et verdrängt. Fort mit ihm von jchem Lehrstuhl, wir' er auch der hächste Var»«, wär' er auch der kühnste Ritter, fort an« seine» Künig» Garde, Wär' er aller «eidheit Meister, fort an« diese» Lande« Rath, Und kein Fremder diese» Glanben» trete je in nusern Stoa»; König! voll! Ihr Brüder, wißt ihr, wa« nn» dieser An«sprnch randet? Haben die gesalsnen Tapfer» nicht an gleiche» Recht geglanbet? Löthtt ihr, selbst kaum Befreite, alt» Ketten nn» ans« Ren? Bietet Loh, de» schnöden Meineid, nnd vom Abfall hofft ihr TrenL Doch der Sprnch blieb festgewnrzett wir ein Dm» iw Fe lf-ngrn ud», Der dr» «and'rer nnd di, Heerde heinttich ritzt mtt tiefer Wmck«; Der der Gegend Reiz bestecket und zur Furcht den vendmim zwingt, Ob die «kl» Bwtt nicht »nchernd bald d» ganze» Ban umschlingt. Ist vergeben» unsrer Helden treue» Blut dahin gesloffe»? «leibt de« «eichthnml »nd der Thatrn Onell dem Dnrstenden verfchkoffen? Hat da» Land der Knust und Weidhell für den Schwachen denn kein ödech^ Ist ein Fürstenwort ein Spirhenz M Ihr lachend t* Mrbmcht l? Wißt, nn» lebt ein strahlend Zengniß in de» Buche der Gchchichi«: jo» jiinmn niyj Kuu^ifii uns ins jjcumicnpvR Dieser Tag, der hoch gen Himmel chren bstrsgen Lorbeer hält; Meldet ihr» Tod, er meldet auch den Dank dafür der EMM Zafrai. Ach sie siele» wie Uria», den da« Schwert de« Feinde» fällte, Da den biedern Helden David schntzlw an die vmwacht stellt«,

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