Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 8 (22.2.1871)
- Date
- 1871-02-22
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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58 preußischen CbgeMbndra flammt*; obtt )» S»»ße» ixt Inbe» »ah« et nie d»» ®*rt Sit »He« gerat »»gehe». W| e! uu| is Dentfih. la»d sehr Viele IUbe» zieh«, beten Hetz war» für »lle ihre Glaube»!, drüber schlägt; «her leihet gehe» sie i» bet graßen Nässe bet Jnbiffe* traten ans." Wir (affen diese Amßemngm hier anher Acht; da» Blatt fähtt fort: „Sie ander! in Frankreich! Die Gleichstellung her Inden ist dort eine greifbare Dharsache, an welcher anch die reaktienärste Wegienmg nicht »n rütteln wagt. Fast alle «reise der ftan»«stschen «esell chaft. Hcgierang, «lern! und vott, erkennen i» dem Inden den ebenbürtige» Stqawbürger an. Die franzSstsche» Inden werde» immer eine feste Stütze a» ihrer Regierung finden, wen» »n chne» der Rathschrei der unterdrückte» (Knaben!« brüder bringen wird." Doch wo» geh«« uns eigentlich die Stimme« de« Au»land» an? Haben doch di« deutsche» Juden mit der Macht und der Bedeutung de« Vaterland«» au Bedeutung und Einfluß gewonnen! Aber «er kann leider in Abrede stellen, daß di« auöländi» scheu Jude« Recht habe», wenn sie über ua« »di« Lippe aufwerfen und das Haupt schütteln'! Nein, hier geht e« nicht an, von »Neid' zu reden, der in allzemein-pclttifcher Beziehung wohl an der Mißgunst Schuld hat, mit der die Neutralen feit Sedan auf Deutschland sehen; nrin, wahrlich wir find nicht zu beneiden, und »Neider wären befler al« Mitleid«'. Wir würdm unfern Lesern eine gar zu geringe Kenntniß jüdischer Zustärde zutrauen, wenn wir ein Won darüber verlierm wollten, wie viel besser, würdiger, freier und berechttgter die Juden in England, Frankreich, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden und Amerika gestellt find, al« wir. Aber über zwei Länder wollen wir sprechen: Oesterreich-Ungarn und Italien. Warum habe« diese, deren Juden bi» vor Kurzem so «eit hinter un« zurückstandm, un« überflügelt? Wie lange ist c» her, daß in Oesterreich noch schmachvolle Au»«ahmegesetze und Zurücksetzungen jeder Att auf den Juden lastete«? Und jetzt, wohin wir unfern Blick wendea, in allen Richtungen de« staatlichen Leben» und Werken« find unsere Glaubenlgenosse« in Oesterreich und Ungar« besser gestellt, al« «Ir, und einzelne in Böhm» oder Galizien zeitweise vorkommeud« Pöbelexeeffe äuder» dar« nicht«, zeig« vielmehr daß die «eschged»», — wie et immer fein sollte, der Volk»«!Wickelung um eine» Schritt vorautgeht, nicht ihr loh« noch hinkt. Und um erst Italien! vor eine« Jahrzehent «nd setzt! V, die italiensschen Juden, selbst die jüngst« Männer «üssm täglich sprechm: ,cmbro u*n e« ist un», al« ob wir ttänmtm!' Bi« 1859 Knechte — jetzt und schon fett mehrer« Jahren, wohin «Ir blick«, an d« Universität« und Häher« Schul«, ia d« Stadt» «nd Provinzialbehörd«, in Civilmd Mtlttärstell«, Ehr«- «nd vettraum»- post« jeder Art, im Ministerium — Juden, vrmch« «Ir »och speziell an Rom zu eriunem? Im September »och die Elendest« in Europa, heut ein Jude zum ert« Magistrat»beamtm — ob gewählt oder vorgeschlag«, gilt hier gleich! Und wir kämpf« seit fast hundett Jahr« und haben »och nicht erreicht, wa« jeum in kürzester Frist, im Schlafe, zu Theil geword« ist! Wodurch Hab« wir deutschen Judm e« verdient, daß wir nach Rumänien oder Rußland dlick« oder an da« Mittelalter dmkm müssen, um Gott für unser Loo« dank« zu könn«? vir richt« diese Frag« nicht etwa vermess« an die Borsehmg; wir frag«, wie e« un« zosteht, nach Gmnd «nd Ursache. Sind wir etwa in Wissenschaft und Kunst, in Handel und Gewerbe, in Leistungen aus jedem un« zugänglichen Gebiete, i« Streben nach Bildung und in Aneignung derseldm hinter d« Glauben»zmoffm irgendwo aus Erd« zurückgeblieben? Bestreitet jemand» daß wir vielmehr vorangegangm find, und daß die neue Entfaltung der Judmheit von Deutschland au«gegang« ist? Und ist nicht selbst da» Streben nach besserer bürgerlicher Stellung der Juden sowohl seit«» dieser selbst, wie von Sestm erl«chteter Christ«, Gelehrter md Staatdmäuuer, zuerst 1» Deutschland erwacht? W« hat da« Au«land mierm Mendel«- sohn, «m Lesfing und Dohm an dt« Sette zu stell«, und wie stand« die Juden im übrig« Europa lvon dem kletn« Holland Feuilleton. (fin Auto-da-ft in -resiau. von vr. Hermann Latz». »Wa« ist der letzte Grund j«e» Hasse«, den wir in Europa zwischen t.n Anhängern der mosaisch« Gesetze und der Lehre Christi di« aus dm hmttgm Tag gewahrm? Ist e« der ursprüngliche Brtidrrhaß, dm wir schon gleich nach Erschaffung der Welt ob der llÜerschiedmheit de« Gotteidienste« zwischm Kain «nd Abr> mtlodem sehm? Oder ist die Religion überhaupt nur Bonrand und die Mmschm Haffen sich, um sich zu Haffen, wie sie sich lie'im, um sich zu liebm?' — »Da« gemeine Volk haßte in dm Judm immer nur die Geldbesitzer; o« war immer da« anfzehäuste Metall, welche» die Blitze seine« Zome» aus die Juden herabzcg. Der jede«weüige Zeitgeist lieh nur immer jenem Hasse seine Parole. Im Mittelalter trug dicse Parole die düstere Fände der katholsschm Kirche, und man schlug di« Juden todt und plünderte ihre Häuser, weil fie »Ehristu« gekreuzigt', ganz mit derselbm Logik, wie aus St. Domingo einige schwarze Christen zur Zeit der Maffacre mit einem Bilde de« gekreuziztm Heilande« herumliesen und fanatisch schriee«: „Lea. blnnca l’ont Io«, taoni nou» Iva blnnoo!“') — Wer sich nicht begnügt, die große Leidm«ge!chichte J»rael« bloß dm äußeren Umrissen nach zu kmnm, sondern auch aus die Urquelle« zurückgeht, au« den« jener uuversöhrllich« Haß rat» sprang, nach ix» letzten Ursache» jener Todetseindschaft forscht, di« zwischm dm Bekenne« der christlich« und jüdisch« Religion herrschte, wird die Wahrhett der augefühtt« Worte Heine'« zumeist bestättgt finden. Seitdem da« «ächttge Glaubm«smer, da« zwei Weltm 1« Brand gesteckt hatte, durch Ströme Blute« erstickt war; nachdem dt« Völker Europa'« sich mtnüchtert hatt» von dem religiös« Taumel, der fie im 11., 12. bi« zum 18. Jahr» hundert besangen gehalten, find« «tt, daß nicht mehr dtt Ungläubigkeit der Judm, vielmehr die unersättlich« Habsucht der Großen, der gemeine Neid der Masse» stet» die eist« und eigentlichen Motorm bildeten, welch« die blutigst« Verfolgungen über die Bekenner de« Judmthum» herausbeschworen. Die Ungeheuern Reichthümer, die fie, die fast einzig« Träger de« von And«« verachtet« Handel», bet der allgemein« Verarmung ausgehänst hatt«, waren ihn« verderblicher al« der. Glaubm«unterschied, der meist nur dm zündend« Funke« hergab, welcher dm angesammelten Brennstoff de« Hasse« zur hellauflodemdm Flamme ansachre, der nur zum Vorwand« dimm mußte, wmn sich die Fürst« oder der Pöbel jmer Schätze bemächtig« wollt«. Au Beleg« hierfür ist da» vielhundertjährige Martyrium der Jnd« nur allzureich. So schlachtete die Bolttwuth im Jahre 1891 in dm spanischen Städten mehr al» sünstauseud Juden, nicht weil fie an dtt Lehre Mofi« glaubt«, sondem »weil fie im Besitze der Reichthümer der Halbinsel, die Gläubtger der Christ« «arm, dtt mit ihn« in der Erwerbsamkeit nicht wettetsem konnten'.«) — So wurdm am 28. Mat 1849 in Bretla» viele Judm ermordet, nicht an« religiösem Fanatt»mo«, sondem »weg« allgemeiner H»nger«noth', dt« da« Volk mtt dem Gelde der Judm zu Mm wähnte.') So wurdm zu wiederholt« Malm au« Frankreich, England und Dmtschland dtt Vekmner de» Mosai»- mo« uettrtebm «nd verfolgt, well ihre chriftttchm Schuld«« fie um ihre rechtiichm Fordmmgm prell« oder »me Summ« von