Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 7 (15.2.1871)
- Date
- 1871-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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54 stört zu lasse», und «an ml gleichsam zur» Hohne de» Apostel der Reform dahin sendet, rat uni anunser« »finstern Lahn zu erlös«*, müssen wir auch dann schweigend dulden, damit daalte Judenthum hier ganz au-gerottet werde? Daß die Phüippson'sche Zeitung oder vielmehr deren Eovrespondeot Stelle» der Petition au» dem Zusammenhang« reißt, ihnen falschen Sinn unterlegt, die ehreawerthen Unterzeichner, von denen zwei zum bessern Leb« übergegangen, begeifert, wohl nicht absichtslos mit gleichnamig« Personen verwechselt, über» Haupt eine ganz falsch« Darstellung giebt, wollm vir ihm weiter nicht übel nehn«, e» gehört wohl zu seinem Geschäfte. UebrigenS Hab« die Petent« nicht ohne Rücksprache und Zustimmung einsicht-voller Gesinnungsgenossen in der Provinz gehandelt. S> e Hab« dm Schritt nicht ohne allfettige Erwägung gethan und könnm getrost die Verantworttichkeft übernehmen, wenn ihr Petitum durchgeht. Wo der jüdische Glaube lebmdig ist, wird die Gemeinde nicht untergehm; wenn abgestorbene Glieder au-schetd«, so ist dieein Gewinn, höher zu schätz«, alder Verlust de» Beitrage-. Freilich werdm die Vorstände dann nicht mft automatischer Willkür verfahr« dürfm; orthodoxe Verwaltung« werdm berechtigte Reform« ebmsowohl zu berück» sichtig« Hab«, wie neologe Vorstände dm gerecht« Ansprüchm glaubm-trmer Mitglieder werdm Rechnung trag« müffm, wmn sie im wahr« Interesse der Gefammtgemeinde handeln wollen. Wo dienicht geschieht, wo eine Partei die andere gewaltsam umerdrückt, ihre Ansicht« despotisch zur alleinigen Geltung bringt, da ist gesetzliche Trennung die einzige Gewähr d«S Frie» dm». Wir find von dem praftifchm und verständig« Sinne der meist« unserer Glaubm-gmoffm überzmgt, daß, wmn die Möglichkeit der Trennung gegebm, sie am wenigsten eintretm wird. Mau wird sich dann »«ei Mal besinn«, ehe man zu extrem« Schritt« sich «tfchließt und dm Spmch unserer Weis« beherzigen: »Wer die Zeft drängt, wird von ihr verdrängt/' .mprm;wn -ijwn rw prrnn to (Dir Hab« die fragliche Pettti« im Entwürfe gesehm. Daß nachher «och Wesentlichegeändert, bezweifeln wir; der Wortlau" ist uanicht mehr genau erinnerlich, wir wissm aber, daß die Znterziichner keine-weggewillt war« ein Ehao» herbei» zuführm, Trmaung und Spaltung in dm Gemeind« zu fördern. Sie Hab« mft möglichster Vorsicht und die JMereff« der Provinz» gemeind«, besonderder klein«, wohl bedmkmd, ihr Petitum wohl nur dahin gerichtet, daß ein einmal gewählter Vorstand nicht nach Belieb« mft dem Cultnu. s. w. tabula rasa mach« könne. Red.) 0. Breslau, im Januar. (Orig.-Corresp.) Die iSraelttische Volksküche, von der« Begründung und Thätigkett diese» Blatt schon zu öfter« Mal« Berichte gebracht, ttat mft Beginn diese» Monatin das zweüe Jahr ihre- Besteh«-, und der Vorstand konnte dm StiftuugStag, 4. Januar, nicht würdiger begeh«, al» durch eine VorsiandSfitzung, in welcher über die gefammte Wirk» samkeft diese- Instituteine statistische Uebersicht gebot« wurde. Da» Ergebniß ist ein ebmso erfreuliches, weil der Zweck, welcher dm Gründe« vorschwebte» aus'- Vorzüglichste verwirklicht ist» al» auch ein staunen-wetthe-, da trotz der billigst normirtm Preise für die Porttonm die Selbfterhaltung der Volksküche ver» bärgt ist. 72,176 Person« mtnahmm im Laute de» Jahre» 1870 au» der i-raelittfchm Volksküche ihr Mittagbrot, und eist eine besonderyervorzuhebmde Wahmehmung, daß die Fre» qumz sich von Monat zu Monat steigerte. Ihr« Höhepunkt erreichte sie währmd der Monate August und September, also zur Zeit der Truppmdnrchzüge durch unsere Stadt. Bei dieser Gelegmheft ttat der Segm gerade diese» Institutso recht klar hervor, daß Jedermann ohne Unterschied der Eoafesfion hier gesund« und schmackhafte Beköstigung erhielt, und somit für so mannigfache Entbehrung« in der Fremde Entschädigung fand, daß aber ganz besonderdmjenigm jüdisch« Mannschaft«, die an der Beobachtung der religiös« Spessegesetze hange», hier Gelegmheft gebot« wurde, ohne jedevedmk« speis« zn könu« und ohne ihr« knapp zugemeffmm Etat de» Tractammt» über» schrettm zu dürf«. Aber auch abgeiehm von dies« abnorm» Zeitverhältniffea, hat sich die i-rarlttische Volksküche bereft» eine ständige Zahl von täglich« Besuche« gesichert, die immer ge« ihre Mahlzeit« hier einnehm«, und nicht gmug de» Lobehab« für alle» hier Dargebotme sowohl hinsichtlich der Schmack» Hastigkeit, alauch der Mannigfalttgkeit der Speisen. Die Durchschnittszahl der täglich« Gäste fiel niemals unter 250, oft aber stieg sie bi» über 500, »nd dies« reg« Frequ«, verdankt da» Institut auch seine Lebm-fähtgkeft in doppelter Beziehung, daß e» sich al» ein Bedürsniß für Gemeind« und Stadt bewährt, und daß seine Selbsterhaltung gesichert ist. Ave bei seiner Begründung daran geknüpft« Erwartung« sind durch die Thatsache wett überttoff«, und der Vorstand glaubte sicher im Sinne der dem Judmthum eigmthümlichm Humanität zu handeln, wmn er, nachdem durch dm Betrieb selbst alle Verwaltung--Au-gabm gedeckt find, d« Zin-erttag seineau- Spmdm gesammelt« Gründung-fondwohlthättgm Zweck« widmet. So find seit Beginn de- Kriegetäglich 30 Portton« an die Frau« der in» Feld gerückt« Landwehr» mävner Bre-laugespmdet Word«, und fett Mitte November werdm währmd der Winter» Monate wöchmtlich an bedürftige Familim in hiesiger Gemeinde unentgeltlich Epeisemarkm ver» absolgt. So wirft auch nach dieser Richtung hin die i-raelittsche Volksküche, würdig ihre- Berufe-, Wohlsein in die Kreise zu ttagm, der« leibliche» Gedeihen durch gute «nd gesunde Rah» «ng gefördert werdm muß, weil sie sich nicht in der Lage be» find«, regelmäßige Mahlzeit« sich selbst zu bereiten. Solche Erfolge zu erziel«, ist auch nur einer Verwaltung beschtedm, die mit so innigem und hingebmdem Eifer ihre Obliegenheiten erfüllt, wie gerade der Vorstand diese- Institut», und nicht hoch gmug find die Opfer an Zeit «nd Mühe anzuschlag«, die die Damm de- Vorstandihrem Ehrmamte bring«. Ihn« zu» nächst gebührt die Anerkennung, die Bolk-küch« in so kurzer Zeft zu solchem Aufschwung gebracht zu Hab«, «ad daftohe Be» wußtsrin, Bre-lau um ein heilbringmde» Institut bereichert zu Hab«, bietet dem Emttal» Vorstand dm schönst« Loh« und die erquicklichste Genugthuung! Schippenbeil (in Ostprmßm), 31. Jan. (Orig.»Eorresp/) In Nr. 50 und 51 der ,J»r. Noch.* v. I. befindet sich eine Correspoudmz au» Königsberg über da» hiesige Provinzial» WaifmhauS, der gegmüber wir d« wahr« Sachverhalt darzn» stell« unk veranlaßt sehen. (Im NothstandSjahre 1867 ttat hier eia jüdssche» Eomttö zur Unterstützung der arm« Glaubm-gmoffm 1» der Provinz zusammen. Die Gab« floss« so reichlich, daß ein Ueberschuß von fünftausend Thalem blieb. Da« Somft» mußte über die Berwmdung im Sinne der Geber beschließ«. Seine Be» fugaiß hierzu konnte rechtlich nicht bezweifelt «erd« Da» Eomitö glaubte der Absicht der Wohlthäter am best« zu entsprechen, wenn die 5000 Thlr. zum Grundeapttal für ein jüdische» Pro» vinzial»WaifmhauS bestimmt würdm, um in dasselbe Kinder, der« Eltern am Hungertyphus gestorb« waren, aufzuaehm« •) Obenstrhender »rtilel ist no» von dem «arstmde de» iSmelitische» «aisen-anse» p, Sch. mit dem «rfoche», ihn als Inserat kostenfrei «tz» nehme», jugesendet morden. Sachlich« Lntgeganagea geben mir Pflicht» mLßig im redactionelleu Lheil» unsere» SlatteS. «ir ihn»die»hier, lasten aber »»gerechtfertigte Jnnective» g«gt» nnfere Lorrefponde», wtf »nd gebe», da da» Schriftstück sehr nmsLnglich isy »ou der lange» «nieitnng an de, Inhalt — i» dem «ingMammerte» — da di« betreffend» s>,h«,i»,NW, wohl von «iemand bestritte» »erde», eesp. in jener Lmrrfpond», zngestanden find, l daher «uh einer «ortrriche» Darßestnn, »ich« bedtirfe». k«w.)