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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-02-15 · 7 (15.2.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
7 (15.2.1871)
Date
1871-02-15
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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55 Mau »ußte allerding», daß fe Königsberg ein jüd. Waisenhaus bestand; dieses aber bttchräukte pttuttpiell feine Wirksamkeit auf jme Stadt, und dal Comitö konnte nicht präsumken» daß man dort gmeigt sein »erbe, gegen Zuwendung der 5000 Thkr. die Waisen der Provinz anfzuaehmm, auch hat da» KönigSberger Institut officiell kein« entgegenkommenden Schritt geihaa; aber auch dann hätte da» Eomttö zu erwägen gehabt» ob eine Vereinigung beider Institute, refp. »da» Aufgehen der Provinzial» Anstalt iu die städtische« zweckmäßig sei.) In einer auf den 4. August 1868 berufenen Versammlung der jüdisch« Gemeinde« Ostpreußen» trat da» Eomit» mit seinem Beschluss«, ein jüdische» Provinzial-Waisenhau» au» dem lieber» schaffe der NothstaudSgttder zu gründen, an die Oeffentlichkeit, und erbat sich gleichzeitig den Rath der Anwesenden über den Umfang de» Wirkungskreise» der Anstalt und die zu deren Eonstttuirung erforderlichen Schritte. Die Versammlung konnte einen Beschluß, die 5000 Thlr. zur Gründung eine» Waisenhause» zu verwende», gar nicht faffe«, weil fie dazu nicht kompetent war. Der Alttrag, die Gelder dem KönigSberger Waisenhause zu über» weisen, ist in derselben nicht gestellt, und über da» Projekt, mit dem Waisenhaus« et» Lehrerseminar zu verbinden, keine Einigung erzielt worden. (Zwischen einem Seminar und dem Nothstande ist ein direkter Zusammenhang auch gar nichr abzusehen! Red.) Da» einzige Resultat der Versammlung bestand vielmehr tu der Wahl einer Eommissioa von 11 Mitgliedern, welche dem Central» Uuterstütznng»-Comtt4 in Schippenbeil mit dem erbetenen Rathe an die Hand gehe» sollte. Diese Commission tagte am 12. Ort. 1868 in Battmstein» und gab ihr Votum dahin ab, daß mit dem Waisenhause ein Lehrerseminar nicht zu verbinden, und nur eia iSraelittsche» Provinzial »Waffeahau» zu gründen fei. In« zwischen ist in llebereinstimmung mit den Commisfion»mitgltedem am Rosch haschana 1868 ein provisorische» iSraelittsche» Waisenhaus iu Schippenbeil mtt 4 Waisen eröffnet worden und dient gegenwärttg 16 Waisen zum Asyle; die Grundserfassung aber ist Sr. Mas. de« Könige in einem Immediatgesuch im November 1868 überreicht worden und darin die Bitte au»gesprocheu, da» Protektorat über da» Institut zu übernehmen und demselben dm Ramm »König!. WllhttmS-Sttst« zu verleihm, und e» ist auch «ach dm neulich etngegaagmm Mittheilungm der Herren Minister de» Innern und de» Eultu» derm Bestätigung zu erwarte«. Ja dieser Gruudverfaffnng ist Schippeubeil al» der Sitz de» Waisenhause» bezeichnet. Gegm dies« Sitz, zu deffm Bestimmung da» Eomttö allein da» Recht hatte, wurdm iu einer im August 1869 z« Schippenbeil abgehaltenen Versammlung jüdischer Gemetndm mehrere Stimm« laut, welche einer ander« Stadt dm Vorzug gab«, und wandt« sich der« Organ an da» Königl. Ober- Präsidium zu Königsberg mit der Bitte, an Stelle Schipp«bell» jm« Ort al» dm Sitz de» Waismhause» festzusetz«. Daß diese» Gesuch ohne Erfolg sein mußte und würde, war voraus» zuseh«. — Dem Eomitt find tnzwischm einige LiebeSgab« nicht nur von Privat«, sondern auch von dem Ausschuß de» HülfS- Vereiu» für Ostprmß« unter Protektorat S. St Hoheit de» Kronprinzen von Prmß« att Beihülfe 8000 Thlr. zur Gründung eine» i»r. Provtnziat-Waismhanse» in Schippmbttl, ebmso durch Her« A. H. Heymaua iu Lerli» nicht 800 Thlr^ sondern 400 Thlr. zugewendet worden, so daß e» hofft, iu nicht ferner Zeit mit einem Grnudeapttal von 8000 Thlr. da» jüdische Provinzial »Waismhant für Ostprmß« »nter de« Ramm »Königl. Wilhelm». Stift« definitiv begründ« und eröffn« zu köanm. De« letzter« aber möge auch für die Zukunft der erprobte WohlthättgkettSfinu der GlaubenSgenoffm nicht fern bleib«, damit da» schwer errungene Werk blühe zu« Wohle der Mensch» und zur Shr« Gotte«. Vermischte und neueste Nachrichtm. Köln. Der »J»r. Lehrer« enthält ausführlich« Auszüge au» dem »Bericht über Verwaltung rc. der Stadt Kölu«. Wir theilm al» Wichtigste« darau» mit, daß die Stadtgemeinde die i»ratttttfche Elrmmtarfchule vollständig auf ihren Etat übernommen hat. Dieser ist in Einnahme, Schulgeld, auf 785 Thlr., in An»zabe: Gehälter, Pmfion, HauSmiethe, Heizung rc. auf 8210Thlr. veranschlagt, den Zuschuß übernimmt die Stadt mit 2425 Thlr. und hat dazu noch d« Bau eine» Schulhause» mtt 15,000 Thlr. al» Verpstichtung anerkannt, nur für jetzt noch verschob«. So Köln! In Berlin hat der Magistrat im Jahre 1868 jedm Beitrag zu dem jüdisch« Schulwes« abgelehnt! Räuche«. sCuriosum.j Bet der Debatte über die dmtschen Verträge sagte der Abgeordnete vr. Schleich u. A.: Gefall« könne dem Redner die neue deutsche Retch-vcrfaffung sittlich auch nicht. W«n tta frommer Ottmtale (Jude) ein« Buckttigm sieht, so spricht er ein kürze» Gebtt: »Gott stt gelobt, der die Geschöpfe verändern kann l« So btte auch Redner, w«n er die RttchSverfaffung anffchlage. Wien, 20. Januar. Gegen die Reformbeschlüffe hat eine große Versammlung von Gemttndemitgltederu eine .Erklärung refp. Verwahrung beschloss« und unterzttchatt. Esse-- (Ungarn). Der Ober-Rabbiner Samutt Spitzer hier hat d« Franz»Jofeph-ordm, der Ober-Rabbiner Abraham Aschkenafi zu Jerusalem den Nifchan-Ordm zwetter Klaffe erhalten. Jerusalem. Ende December ist hier einmal wieder eine »Ofterblutgeschtchte« aufgttaucht. Auf Aussage zwtter türkischer Knaben von 8—10 Jahren wurde ein JSraelit verhafttt, wttl er dm Bruder de» ein« bitter Knabe» geraubt und gttchlachttt Hab« sollte. Da der mglische Consul weg« de» früher erzählt« lächerlich-armselig« Ettkettmstrttte» mit den Juden von Jerusalem brouillitt ist, so Hab« bitte sich an d« norddeutsch« Gmeral-Consul, Her« von Alt«, gewandt, wttcher alsbald thättge und wirksame Adhllfe gttchafft hat. Wir werdm auf die hierauf bezüglich«, iu der »Jüd. Pr.« abgedrockl« Eorrttpondenz zwischm dm jüdisch« Berttttem und Her« von Alt« noch zurückkommm. Litevaturbericht. ch. Hperkitz, Vottchrift« zur Erlemoug der hebräisch« Curfivschrift. Zum Gebrauche für Schul« und zum Selbstunterricht. BreSlau 1871. Sch lettische Buchhandlung. I» stuf vorlegeblLtteru giebt Herr P. Val Ganze de» Lehrstoffe« von Ve» «iafachea vocaleu bi» zu deu zusammengesetzte» Loasoaautea i» leicht faßlicher und stnfeamLßigrr Aufeinaalerfolge. Di, vnchftabea selbst stab gat «nrvrt uud mit gehSrigerLorrectheit aulgrführt. Z» bebaaeru ist nur, daß Herr P. nicht reichlichere« Uebnngsmatrrinl bietet. V«-u er ferner vorallofe« k für gelten läßt, so hatten wir die« nicht sttr praktisch. Der Safllager wirb verwirrt, wenn er vocallose« h in Silrtera, die mit eine« vo» cale beginne» oder schließen, in der Lulsprache ganz iguorire» soll, wLhrenb ihm «drrrrseit» zngemuthet wird, vocallose» M stet« wie z» lese». Man gießt daher ma Vesten durch tzk wieder. Für K „*e“ HLtte» wir lieber K gesehen, wttl ispezifisch hebrllffch, währeub — sprcifisch deutsch ist --- Lublich hitte der v»llst«»bigleit wegen noch bemerkt werden solle», bas die hebrsisch« Lnrsirfcheist die Diphtong« „oe“, „na“, „au“ »ad „non" nu dnrch die Sktk juT, „i“ nnd „ei“ wiederzn-ebe» vermag. Gieichwvhl halt» wir diese vorlegeblätter sstr ganz poeckmllßlg »ab ist der« «nssthrang in jüdische Schale» angclegenNichst z» empfehle». —ac— lv rtefkafirn der N ebaettva. M. L. in Gch. Sie UctrasUcke birl: p senden, gleich ich «bdrnck bersttbe» nicht »oeber znsügen kann. G. I. G. in I/Ä,« Hebersendete ist geistreich nnd — wahr! »brr McClA; an welche <• «Mllpfh »nicht UtdrrU i» «iaem pw»0>n» BW« »weaUich. swii süh >t»i»inii|Hini» h«ww,,,. aas >a» str»Bchc.

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