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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-02-15 · 7 (15.2.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
7 (15.2.1871)
Date
1871-02-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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unterricht-. Abhilfe aber thnt dringend Roth. Da- »Wies', soll weiterer Gegenstand nuferer Besprechung 1« nächsten Briefe sein. — Nachrichten vom Kriegsschauplätze. Don den Herren Feldgeistlichen find un» weitere Briefe zu« gegangen, welche wir abzüglich mittheilen. Herr vr. Lewi« schreibt auS Versailles vom 28. Januar: »Heute (Tonrabend) zu Mincha habe ich den ersten Gottesdienst abzehalten, ncchdem ich in der Woche die Garnisonen zu Palaiseau und Loajumeau besucht, aber wegen eben stattgefundenen Wechsel« nur eine schwache Garnison (63. Regt.) mit wenig Juden dort gefunden hatte. Dom Ober-Ouartiermeister der m. Armee, Oberst v. Gottberg, ist mir zu den Reisen folgeudr Legitimation ausgestellt worren: »Dem vr. Lewin, autorifirt durch da- Krieg«. Ministerium zur Wahrnehmung der Seelsorge bei den jüdischen Soldaten der III. Armee, ist von den Commandobehörde» und Truppenthrilen zum genannten Zweck der möglichste Borschub zu leisten und freie Fahrt auf Posten und anderen Fuhrwerken zu gewähren.' »Auf heute war nun durch Divisionsbefehl der S. Division (Pofen'sche- ArmeecorpS) Gottesdienst anzeordnet und die Syoa» zöge auf 3'/, Uhr requirirt. Ich .war natürlich auch gestern Abend und heute Morgen in der von keiner Kugel erreich Ub#), in einem gemietheten Locale befindlichen kleinen Synagoge, in der daknappe Minjan auch zrößtmtheil« von deutschen Soldaten gebildet war. NachmtttazS aber fanden sich einige 40, den Regimeniem 58, 59, 47 und dem Lazarethperfonal de- 5. und II. ArmeecorpS Angehörige zusammen. Ich tmg Mincha vor, laiente und sprach über 2 Mos. 18, 22. Ich be» merke noch, daß ich hier von dm Müitäröehörden viel früher erwartet worden bin, da daS Kriegs-Ministerium die Meldung sehr früh hierher gelangm liefr.' (Der Geschäftsgang beim Militär ist freilich etu viel rascherer al« bei Eivilbehördm, aber die Verschleppung um fast drei Wochen durch Herrn von Mühlert Reffort ist recht bedauerlich, vr. Lewin ist so schnell, wie eS nur möglich war, abgereist und in Thätigkeit gettetm.) Ja einem wetterm Briefe von Versailles, 31. Januar, ist über Besuche bei der 21. und 16. Division und WochmtazS- GotteSdimst (lRontag und Donnerstag) berichtet. »Lei meiner Rückkuntt (heißt eS weiter) fand ich auf einem Notizblatt folgmde« Schreib», welche« ich Jhnm abschriftlich mittheile: Herm vr. Lewtu. 31. Januar 1871. Hochgeehrter Herr! Eine große Frmde umfing mich, al« ich heute iu meinem Cantonnement Bougival erfahr«, daß Sie, der schon längst heißersehnte, hier angelangt wären. Rasch nahm ich Urlaub, machte mich au' dm Weg, um Jhnm im Namen so vieler Brüder unfern tiefgefübltm Dank abzustatten. Hier augekommea, wurde mir leider die Znttäufchuaz zu Theil, Sie nicht zu treffm. — Nehmen Sie nun hier schriftlich meinm Dank entgegen, mein« Dank, daß Sie von so vielen Tausenden allein dm Ml th hatten, hierher zu komm«, sich dm vielfach« Gefahr« audzusttzm. Zugleich spreche ich auch im Ramm meiner Brüder die Erwartung -) Ra» eriimere sich der ErzLhloug vo» dem furchtbare» Sampft i» der Versailler Synagoge. Wir hatte» diese Geschichte mitge» heilt, aber bald nachher »ach Beraimhaag Misere Zweisel a» der Wahrheit derselbe» aalgesprochen. Auch die« ist als» rriaer Rylhal. Ei» «eiterrr vewei», wie vargchtig Schauergeschichte» vom lkriegtschauplatz« a»sgeaouttoeu werde» mllffeu. Dagegen wird an«, beiläufig gesagt, versichert, daß di« jüngst erzählt« Rettung eine! jüdisch«» Marketender» auf Wahrheit beruh«. Der Mau» hat so, wie angegeben, a» sei»« Fra» berichtet. Di« Geschichte war «uh f, in der „Time»" zu lese». (Red.) 52 - au«, daß un« bald auch da« Glückzu Theil «erd« «ick. au dem Gottesdienste Theil ,, nehmen. Rohm« Sie die Versichrung hin, daß Sie lernlnstige, Gott vertrauend« Schüler finde» werdm. Mtt der größt« Hochachtung zeichne Herzfeld, Gefreiter, 7. Com.». 87. Siegt. Ich frme mich, schon Schritte gethan zu Hab«, um diese« Wun'che zu entsprechen. Auch an di« beidm bayerisch« Divi» fionm habe ich wegm GotteSdimstabhaltung geschrieben.' Sin dritter Brief vom S. Februar lautet: »Ich habe durch den Stabsarzt, Herm vr. Landsberg, da» augekündigte Dutzend kleiner Siddurim erhalten.' (Dteselbm find eia Geschenk de« Herm Rabbiner« in Liegnitz, welcher fie an die Adresse de« Stabsarzte«, seine« Bmder», gesandt hatte.) »Er erzählte mir von einer Sammlung, die er für »in« 1» St. Cyr im Lazareth liegmdm jüdisch« Soldatm gemacht hatte und die bereit« 18 Thlr. betmg; ich bethellige mich nun auch dabet und erwähne, daß ich gestem ein« Beitrag vo» «ine« Unicum erhallen habe, von einem Bayem, Mayer au« Würzburg, der dm ganz« Feldzug mitgemacht und noch nicht trefa gegeffm hat.') Freilich kam ihm der Umstand zu Stattm, daß er Quartier» meister ist, also nicht in der Compagnie dimt — er hat btt» wegm die ihm in Aussicht gestellte Beförderung zum Osfizter abgelehnt — und daß et vermögend ist. Aber immerhin gehört bedmtende Charakterstärke und auch ein gesunder Körper dazu, um et so lange durchzuführm. Sine lebhafte Freud« rief e« bet ihm hemor, al« ich ihm sagte, ich gedächte auch zu dm Bayem zu komm«; da« Wann hängt von der noch auSstehmdm Antwort der beidm Division« ab. Gestem war ich zu« erst« Male in der hiesig« Koscher »Restauration — bisher habe ich von dem mttgmommenm Fleisch und lögnme« gelebt, außer am Sabbath, wo ich Gast de« Rabbiner« war — ich zahlte für ei» Diner (ohne Wein) 4 Franc«. 4 Da« ist nicht durchzuführ«, ich muß mich mtt Düjeuner und wie bisher behelfen.' »Die verschied«« Berichte über da« Beuehmm der hiesig« Judm, welche die »Wochmschrtft' gebracht hat. erklär« sich daran», daß der Herr Rabbiner sich nach einstimmiger Aussage sehr fteundlich und thellnehmmd gezeigt hat, währmd der Vorsteher sich am Jom Kippur derart gegm die Prmßm betrag« hat, daß, wie unser Bayer mtt sagte, nur dtt Heüigkett de« Tage« ihn und sein« Cameradm zurückhtelt, den Herm Parneß hinau«zuwerfm. Zu effm wollte in der erst« Zett dm jüdisch« Soldat« Niemand gebm — au« Angst. Dagegm nimmt unser »theurer' Restaurateur öfter von Soldat« durch««» keine Bezahlung an.' »Soeben erhalte ich von der 16. Division folgmd« Zuschrift: Veauregard, 2. Febmar 1871. Ew. Wohlgeborm bmachrichtige ich auf da» gef. Schreib« vom 36. v. M., daß dieffeit« Anordnung« gettoffm Word« find, daß für die jüdischen Soldat« aller Truppentheile der Division am 6. d. M., Vormittag» 16 Uhr, im Cantonnemmt Ruetl GotteSdimst abgehall« werdm kann. Sw. Wohlgeborm werdm ersucht, sich wegm de« Setter« mit dem Gweral-Major Walther v. Manberg in Verbindung zu setz«, der für ei« geeignete« Local daselbst Sorge ttag» wttd. Der Division«-Commandmr v. Schmidt. Die Stunde, 16 Uhr Morgen«, ist ftellich dem christlich« Gebrauche angemeffm, aber da die Trupp« au« verschieden« Ort« zusammmkommm müssen, so ist bei jetziger Jahre«zeit eine frühere oder spätere Stunde auch nicht geeignet. 8» bleibt mtt daher nicht» übrig, al« einige Psalmen vor und nach de« Lorttaze recitttm zu lasse«.' ■) Im »cüve» Frlddieust iß da« allerdiug» wohl kaum vo» viele» t» erwarte», sonst «iffe» a»ch wtt »»» nicht «migeu, die H durchaessthrt habe». (Red.)

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