Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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46 Wir noch Mn Sepher, hoffen ater bald ein« an» zuschaff«» da schon freiwillige Beiträge z» diese« Zweck ge» spendet find. i ®! giebt hier im Ganzen «ngefähr fünfzig Inden, die größtentheil» an« der Moldau und Walachei stamme»; jedoch ist bet den allgemeinen Interessen de- Judenthum» die Verschieden» heit der Nationalität durchaus nicht hinderlich. In der obig« »ngefährra Zahkenangabe find auch diejenige« einbegriffen, die von fpeciell jüdischen Angelegenheiten nichts wiffen »ollen, aber wir werden auch sehr gut ohne fle fertig. Die hervrrragendsten unserer Glauben tgenessm find: Herr Geligmann, der Geschäftsführer deS Comptoir DeScript in Paris, Herr L. Strauß, der belgische Eonsul in peddo, und Herr Levy, der Herausgeber des »Echo du Japan'. ' Eben deswegen bedarf Ihre im »Messenger' gebrachte, dm europäischen Kirchhof betreffende Notiz lvgl. Nr. 85 der Wochen» schrtst v. I.), nach welcher Herr Strauß Eomitö» Mitglied ge» wesen sein soll, der Berichtigung. Die Ursache jener Bersamm» lung war folgen»«: Bisher lag die Verwaltung des Kirchhof! den verschiedener, in Bokohama accredttlrten Eonsuln ob. Herr Strauß wohnt zwar hier, ist aber in dem 20 englische Meilen von hier entfernten peddo Eonsul. Gegenstand der Berathung war die Uebertragung der Kirchhofs-Verwaltung von den Eonsuln auf eia au! den hier Ansässigen zu wählende! Eomitö. Da hierzu kein Conful gewählt werden sollte, wurde Herr Henry Mark» zum Vertreter der Juden vorgeschlage» und gewählt. — Unser Anthetl am Begräbnißplatz ist durch einen zierlichen BambuSzaun von den übrigen getrennt und bald werden alle rituellen Erfordernisse hergestellt fei». Ich besuchte den Platz vor einiger Zeit und fand die Gräber von sechs unserer Glaubensgenossen. Sie haben jimmtlich Leichen» steine mit hebräischen Lettern, und ihre Angehörigen dürften einen großen Trost darin finden, daß die Ihrigen in diesem abgelegenen und halb barbarischen Lande ein rituell«! Begräbniß gefunden haben. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin, 20. Jan. Ueber den Anttag de! Vorstände! der jüd. Gemeinde in Stegburg, um Stempelfteihett und Rückerstattung de! von einem Legat bezahlten ErbschaftSstempel! wird vom Abgeord« neteahause zur Tagesordnung übergegangen, nachdem Abg. Kofch die bestehende Ge'etzgebuag, welche nur dt« Stempelftethett für die vom Staate cufgenommenen Kirchen kennt, nicht die der Synagogen, als ene der zahlreichen verwitterten Ruinen bezeichnet hat, welche dir Gegenwart entstellen. Denn wie weit man den Begriff »Ktrck«' auch auSdehne« mag, ein GotteShau» ist die Synagoge doch jedenfalls, und fie finanziell schlechter zu behandeln al! daß GotteShau! einer christlichen Eonfesfion, ist de! modernen Stcate! nicht würdig. Allehae. Hier ist kürzlich der in der Näh« und Ferne wohlbekannte gelehtt« R. Sal. Mich. Struck, 75 Jahre att, im Kreise setwrr Famiri« gestorben. Derselbe war vormai» Rabbiner in Obmfitzko nnd hatte sich dann in! Privatleben zurückgezogen. Im Trnnerhauf», imBeth-hamtdrasch und am Grab« wurde» Red« gehalten von eine« Sohne de« Verstorbenen, von de» Schwieg,»sohne; Dr. A. Berliner, Rabb. Gabr. Herzberg, Rabb. Snack c, Nachfolger He» verstorben« in Oberfitzko, Rabb. Wäldler auch Schörüanke «nd von dem Rabb. Dr. Kreimqnn hterstttst. Etftphitz, 25- Januar. Borgest«« hat sich -in der «ediziut- 'fih« Facültät amferer Hlniverfltüt vr. waä. LtviuS Fürst, praktischer Arzt und Dirigent der pädinAfch« Poltltintk hck, al! privatdorent habüitirt. vk. Fürst ist dev erste JSraeiit. dy al« wirklicher akademischer Lehr», die unai» bpsdl ecknßd Sein Vater, der verdiente Orientalist, ist nur sog«a«ckr Leetvr an der Universität, wen» er avch «merdtug» dm Titel al» Professor erhalt«. kv.A-L>> Wien. Der 17jährige Praktikant Ewil Fischer, der hier bedtmstet war, fuhr verfloss«« Woche mit seinem Eoufin Joseph -sicher zu der Hochzett einer «ahm Vmvandtm nach Stampfm in Ungarn. In Neudorf, der letztm Station, sttegm fle an» und setzt« z« Fuß dm Weg nach ihrem HetmathSorte fort. Durch Schneefelder, wo weit und brett kein mmschlichk! Wes« fich zeigte, eilt« fie, um so bald al» «»glich in ein Dorf z» komm«, wo fie, da sie fich verirrt hattm, übemachtm könnt«. Nach mehrstündiger Wanderung sahen fie «blich von Wette« Lichter schimmern. All« Kräfte znsammmraffmd beschlmnigtm fie ihre Schritte «nd befandm sich bald vor dm erstm Häusem de! Dorfe». Bei einem klopft« fie an nnd bat« um ein Nacht» qnartter. »Bei uni darf keinJud übernachten, gehen» zwei Stunden wetter,' war die Antwort «nd in rührender llebereinstimmung wurde ihn« überall, wo fie anftugm, dieselbe Antwort zu The«. Emil Fischer war ermattet «nd konnte kan« mehr die Füße reg«, doch Auörastm wäre der sichere Tod für Beide gewes«, darum macht« fie fich auf dm Weg. Mit dem erst« Morgmzrau« erreicht« sie Stampfm und begab« fich zu der Wohnung der hochbetagtm Mutter de» Praktikant« Fischer. Al» der letztere endlich am ersehnt« Ziel angelangt war, hatt« ihn seine Kräfte oerlass«, bewußtlo» stürzte er zusammen, ärzt» liche Hilfe war vergeben», er starb noch in derselb« Stunde!! Prag. Am 14. Januar feierte Prof. vr. Kämpf sein 25 jährige» Jubiläum al» Prediger im Tempel. Hohe wohlverdiente Ehre wurde demselben durch Adressen, Deputation« und Glückwünsche von «ah« und fern zu Thell. — Die »Gegenwart', welche mit Anfang d. I. in »er» gröhettem Format erfchtm« war, sit, nachdem zwei Nummern anSgegebm war«, etagegangen. Ungar». Der »Ungarisch« jüd. Wochmschrift' wird au» Marczalt geschrtebm: Mir liegt «in von der veßprtmer bttchöflich« Kirchenbehörd« gefällte» Urtheil vor, »elche» einem zum Katholizismus übergetretenen jüdisch« Ehemauue nicht nur ge» stattet, mit einem katholisch« Weibe ei« neue! Shebüadniß zu schließ«, sondem ihm «och ausdrücklich verbietet, feiner jüdisch« Gattin dm Echeidebrief zu geben. Diese» Urtheil wird mit der Weigerung der Frau motivirt, mtt dem getauft« Gatten in ehelicher Gemeinschaft zu leb«. — Die Volkszählung von 1859, der« Resultat jetzt vorliegt, ergtebt für Ungar« 18,219,850 Stuvohner, darunter 541,500 Juden. Aa». »Jew. Ree.' veröffentlicht et» Schreib« de» Sir George vowyer (kathol. parlam»tSmttglted), wetcher fich -her Samuel« Alatri, d« Eandtdat« zur SyndtcuSwürd« t» Rom, also äußert: »Ich würde dies« «hrmwerth« Judm lieber zu« Lord Mayor in Rom «rwählt sehen, al» ein« abtrünnig« römisch« Katholiken. Ich halt« ihn für ein« Maua, auf d« jede Kirche stolz sein kan«. Ich ftme «ich, «in Beispiel seiner oblfft und liberal« Gefiuuung anführm zu köuum: all Mttglted her republlkanisch« Junta in Rom hat er vorgeschlage», baß bst üblich« Beiträge für die Corporation« der verschied«»« Kirchen nicht abgestrtchm »erd« dürften.' I« Uebrtgm protestirt vopchpr geg» die Behauptung, daß dt« Judm t« Ghetto übel behandelt vord» sei«, uud erzählt, daß der Papst, welcher für di« lieber» chwemmt« 200,000 Frone« gespendet, tiat besondere Gaß», dem Ghetto überwies« habe. »N«».»»«r1k». «m.80. Deemtber starb,1a wemphi» zTeam) -Piütziich *a bärtige OwdPrr fftaJItffa. Gv,«ar