Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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45 Stiert K«ns 18,680 Mk. Ert. 15 Sch. belegt tn* 18)05Rt«rt flr llnt»stützung«,«orunt» eine lebenslängliche mit 6 00 Mk. Ert. verastgabt» während an Unkosten, Porto, Dmcksachen, Bote re. MN 00 Mk. Ert. 3 Sch. verausgabt war«. Kür 1871 war« 88 Untnstützung-gesuche ringeganzen, von den« 28 berücksichtigt werden könnt«, zu» Gesammtbettage von 2100 Mk. Ert., wo» von 800 Mk. Ert. leben-länglich. (Rtfooa.) M. Hamburg» 80. Januar. (Orig.-Eo»esp.) Au» der ,9L 3d. 3.' ersehe ich, dah Herr vr. Philippson sich Mühe giebt, Statistische» üb» die Bnhältniffe und Schicksale d» im deutsch« Heere dimmd« Soldat« jütisch« Glaub«» zu ermitteln und hat et sich, wie ich höre, auch zu dem Zweck nach Hamburg an den hiesig« Gemeinde-Dorstand gewandt. Allein derselbe wird schwerlich im Staude sein die nöthige Aufklärung zu geb«, da ihm die HülfSmittel dazu fehl«; die gegeben: Auskunft würde keine» Fall» erschöpf«d sein. Seitdem d» Geiueiudezwang aufgehört hat, gehört ein freiwillig» Anschluß «n die Gemeinde, ungeachtet d» Preis ein gering» ist, zu dm Seltmheitm; nun ab» gar von jungen Leuten, die hi» nur zciweilig in Geschäft« placirt finl>, die doch zum grobem Thell da» Contingmt zum Mllitär bildm, solche» zu »wart«, ist wohl unglaublich. Au» solch« Gründen und au» dem Umstand, »aß ein Bekenn« d« Religion t» Militärbehörde gegrnüb» unnöthig ist, man also von letzt»», d« e» unt» dm jetzig« B»hältniffm schon schw» wird da» zu bewältigen, wa» zu dm augmblicklich nothweudigm Arbett« gehört, kein Entgegenkommen zu erwart« hat, ist »sichtlich, daß für Hamburg die Sache wohl einstweilen, di» normale Zeit« wird» einzetreten, auf sich bemhm bleib« muß. — Mit End« Januar d. I. ist d» Termin abgelauf«, bi» zu dem es d» Altona» Gemeinde gestattet war ihr« in der König»- straße, in d» Mitte d» Stadt, belegen« Friedhof zu b«utzm. Derselbe ist von großem Umfang und war seit 1600 im Gebrauch; » wurde bi» 1834 auch von den in Hamburg ansässigen, zur Altona» Gemeinde gehörig« Joden bmutzt; die Hamburg» hattm daselbst seit 1811, mit Unt»brrchung der Zeit» wo Hamburg von Frankreich occupirt war und die Leich« in der Stadt selbst be»dizt wurdm, eine besondne Abtheilung zu ihrer Benutzung. Unmittelbar an dies« Begräbnißplatz und nur durch eine hölzerne Planke getrmnt, grmzt d» der portugiesischjüdischen Gemeinde; derselbe ist nur klein und nimmt die Leichen d» sowohl in Hamburg wie in Altona befindlich« Gemeinde, glied» auf. (Die von dem Hemi Correspondmtm hi» eingeschaltet« historisch« Notiz« üb» dies« Friedhof w»d« wir nächst«» im Feuilleton mittheilöa. Red.) Da man noch kein« neu« Platz zu b»egtcm Zweck erworb« hat, so werdm die Leich« einstweil« nach Ottmsen, in nächst» Nähe Altona», befördert werden. Daselbst wurden bi»- h» Leinde Jnd«, die tn Altona starb«, und auch seit' viel« Jahi« Einheimische, die sich erst neuerding» ankaustm, bestattet. A. Schnetdemühl, 29. Januar. (Orig.-Eo»esp.) Die hiesige ' Schal - Angelegmheit ist in ei« n«e» Stadium getreten. D« EulAsminist» hat, wie zu erwart« stand, die Bitte d» Dät» d» jüdisch« Gymnasiast« um fern»« obligatorisch« Religion»- 'Untorricht in gewohnt» Weise mit dem Bemerken abgewiesm, daß « nicht wisse, «nt» welchem Titel » die Besoldung für d« jüdisch« ReligionSlehr» auf d« Etat bring« solle. Auf 'die »«selb« Zweck verfolgmde Eingabe de» hiesig« Eorporation»- Loiftande» antwortete Herr von Mühl», daß nach einem bekannten Paragraph« de» Allg. L-R. jüdische Kint«r nicht gezwimg« w»d« dürfen, am christlich« R«ligio»»-U«terricht Thell zu «hm« m»d daß »ach Paragraph so und so viel, de» Judengesktze» vom Jahre 1847 die Eorporation« sckbftstindig für d« N< ltgionsllntrrrtcht Sorge zrr 'trag« verpflichtet find. E» ist bnaa die »UeLaktiL Hjm Sache«, von de»» «um durch«»» nicht sprech« will, geht »a» durch dnartige Weadungm einfach zur Tagrtordanng üb»> Natürlich hat sich d« Eorporation»- Borstand bei diesem Bescheide nicht beruhigt, soudem bei Beginn d« diesjährig« Landt«g»session eia« Petitio« an da» Abgeord« uetmhau» «bgesandt» und «ns» hochv«di«ter Glaubm»g«offe Hr. vr. Ko sch hat auch für dies« Fall seine-varme Befürwortung zuzesazt. Ob sie übrig«» während dies» Sltzung»p»iode noch ,m B»handlung kommt, ist sehr zwetfelhaft. — Inzwischen besteht d» Religion»-Untenicht am Gymnasium al» obligatorischer Unterricht«.Gegenstand, wie e« scheint, sogar mit Bewilligung de« Provinzial-Schul-Collegium», ruhig sott, mit dem einzigen Unterschiede, daß er vom Staate nicht bezahlt wird. Umsomehr verdimt dah» da» humane Verfahr« d» hiesig« städtisch« Behördm eine ehrende An»k«nung. Sie Hab« nicht nur für da» zweite Halbjahr von 1870 dem Her« Rabbin» Lrann da» bish» bezog«e Honorar bewilligt, sondern auch dieselbe Position aus ihren Etat pro 1871 gesetzt. Und da» geschieht im Großherzogthum Pos«! Oesterreich. -rz. Wie«, 22. Januar. (Orig^-Ccrresp.) Heute fand endlich die Plenarsitzung de» Vorstände» statt, in welch» über »Reformen* verhandelt wnden sollte. Die pointirte »Oeffmtlichkeit' hatte sichtlich ihren Zweck »»fehlt, dmn e» warm nur sehr wmige Zuhörer zugczm. Diese gehört« noch dazu dem Publikum d» orthodox« Nebensynazogen an. Mau muß also hiemach ur» thell«, daß ein «»gische» Bedürfniß nach irgend welch» Aendemng im Gottesdienste gar nicht im Volke vorhaudm ist. Wie die He»en Vorsteh» über die Wirkung d» »Oeffmtlichkeit* mttäuscht wurden, so geschah es den Zuhörern in Bettest der Beschlüffe. Man schonte Näzelchen und z»brach Pfeil». Man behielt dm einjährigen Cyclu» bei, sowie überhaupt dm ganz« Siddur. — Da plötzlich richtete besonder» He» Kuranda seine Beredsamkeit gezm »die Bitte um Rückkehr nach J»usalem und die Wied»h»stellung de» Opferdienstes*. Die Stteichung dies» Stell« ging durch, al» wenn e» sich um Lappalien gehandelt hätte. Niemand hatte eine »nstliche Bedrohung dies» Dinge und am wenigst« von dies» Seite erwattet. Denn von dies» selb« Seite »folgte nachh» eine sehr entschiedene Ab- Weisung d» Orgel, welche auch nicht durchgegang« ist. Dagegen die betreffend« Bitte vorgebracht wurde, war nicht d» Religioo, soudem der Politik entnomm«. Hat ab» diese eine Berechtigung im B»eiche jmer? Mau wußte wohl eigmtlich nicht, wa» man that, dmn leider ist jüdische» Wiffen in uns»em Vorstand« viel w«ig» v»ttet« al» gut» Wille und achtbare Gesinnung. Auch steht zu erwart«, daß man sich noch besinn« wird, durch Berührung solcher principieller Grundlagen dem Gottesdienste ein« Charakter zu geben, dm er bi«h» hi« nicht hatte und d» mtschiedm die Mehrzahl, wenn auch nicht de» Publikum«, so doch d« Beter adstoßm würde. Vorläufig wttt die Bitte wahrscheinlich noch weit« auSgesprochm wnden. Es scheint nicht, daß sie den Patriotismus der dmtschm und frauzöfischm Soldaten abgeschwächt hätte. Japan. Aokohama, 24. Novemb». Ich lese i» Ihrem zuletzt hie: anzelangtm Blatte (dem ,3ew. Meff.*) Ihre Voraussage wegen ein« Synagoge in Japan. Dn Eorrespoudent konnte wohl kaum vermuthm, daß seine Idee sobald verwirklicht w»dm dürfte. Sie w«d« au» belliegmdem Cirrular ersehen, daß schon die «st« Schritte geschehm find. Wir Hab« dm Platz zu einer Synagoge und ungefähr ein Drittel d» Baukoft«; ich zweifle kein« Augmblick an der voll« Verwirklichung unser« ProjectlI. Während d» letzt« Feiertag« wurde im Hause eine» Glaub««, genest« Minjan gemacht, .wobei «in Freiwilliger* dm Dorbete» bimst ganz Mtt »ersah.