Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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88 Zahn alt, in Ungar« geboren, zog als Knabe mtt seiner Familie uach Linerika, studirtr auf der Vniverfittt i» Rochester und begab sich!xm, «ach Deutschland, besucht» auch einige Zeit da> Breslauer iLemkaar. 1860 trat er die Stelle an, ia der er verstorben ist. - Notiz. „Achtel «ms die MaMH!" Di» Rita tyrAttagltftai nahe» tu Gestell Mn — wazzoth» Rnnonein. O« sollt» st» nicht freudig begrüße»? Und doch «rege» st« in mir «tu wehmltthig Arsühl. (Btt mmu da» srühm doch ganz ander«! Da »st««erte sich j«d»r FamUimvatrr persönlich darum, recht koschere MW»th ^e habe». welch«' Cfagfitt Mi« Ichon ans M» Mehl verwandt! Wan snchl« der besten wchea an», achtet« »arans, dast keine »»«gewachsen» Köram stih darmner befanden. Wan säubert» nnd reinigt« di« wühlftein«, nrne Bewol, Ehlitdn nnd Säcke mußt» der Müller anschasten, jüd. Wächter wurden angestellt, di« daraus >n achte» hatten, dast da» Getreide nicht g«. sprengt »erd« und da» Wehl »ich« auf ftncht« Stolle» zn liege» komm» ».dgt.«. Beror da» Wahlen begann, »nrd« der Rabbiner »es nächsten Orte» herbei» geholt, n» sich d»»on zu überzeuge», daß >lle« nach Gesetz nnd Vorschrift hergingt. Diesel »« Sorgsalt wnrd« beini.vackrn der Mazzoth angewendet, w» hält, man a ich zu backen begonnen, ohne daß der Rabbiner alle« vor. her bestckttgt Halle, ob der Ofen anch ordeuütch gesttscher» und in näthiger Gntsernnog von »er valkstnb« wäre, die Knetrri» ihren Platz nicht am Fenster oder einer sonn gen Stell« erhielt« n. dgl. Rur gewiffenhafte und streng religiös« Männe: waren mit de« wazzorh. Backen betraut. Jetzt — di« rein« Gwerbesr-'ihett! Irgend «in sherukntiver Kops entrirt da» gewinnbringende Gesihlisl, erläßt Zeitung«. »uoeuceu, 8—12 Pfund sitr l Lhlr., Fracht und Embillage grati», di« Bestellungen von nah und srrn lause» ein, es wird >lle» beftnr» besorgt und prompt gegen baare Bezahlung geliefert. Dressen di« Mo^zoth nur »nr rechte» Zeit — einen,Lag vor Peffach — «tu, so ist «Ile« g«Nj gut. — wer kümmert sich darum^ ob diese» ^erm« Brod" auch wiiklich »ah Gesetz und Vorschrift augesertigt worden? Ob e» wirstich „nngesünrrtM" >sh M nicht N-o im« daran haste»? Wan triistet sich damit, das «an e» von einem „Juden" bezogen, der dafür verantwortlich sei. Wan w!iß nicht, daß da» Gebot: „Achtet aus di» Mazzoth!" nicht an dt« Liesirantr», sondern an jeden einzelne» J»ra«lit«» sich richtet. Uu« ist eine illazzothFabrik bekannt, die großartig« Geschäfte mit diese« „Artikel" macht, lü« aber nicht der »tudesteu zuverlässige» rekigionsgeletzliche» veaufstchtignnz nntmsieht. Der Unterm hm er und der Gemeind«-Prediger speise» z»»a««l» öffeulich tresa» (Der Ort ist durch setm Leinwand nnd nabeschnittenk Rabbinerenkel bekannt.) So viel steht fest, der Unternehmer findet an de« „arm selige» Brod" sei» reiche» Brod, da»vm» de» „Elend»" nnd der „Freiheit" ist zu eine« Brod» der G»»»ert«fr»th«tt geworden, br» dem H wb kn Religions-Vorschriften am „elendesten" ergeht. Dr.lLR. A«r CrOmUnx' AdvocatrAlrden. I» J-Hre 1828 sei«»«« llrömienz «ine» Drinmph, der ihn in de» erst» Rang dir östmltche» verthrtdtger stellt«. Er wurde »ämlich von Amt«wegen mr der» Schwurgericht mit der Sertheidigung «tue» gewtssen Polg» beanstvogt, »er angicklagt war, «ine» Kohlenhändler ans einer ^metnsanw» Fußreise in eine« Gehölz ermordet und ihm «im Summ« Geld«», de» Erlös sei»«« slandel» germckt pn habe». Obgleich keim directen Bewets» Vorlagen, so war demwö» di« Bercheidtgnng et« höchst schwierige nnd dt« Folg« davon wer denn anch, daß dteJnrtz da» Schuldig ansspmch nnd der G«öiche»> hos de, AngeArgte» M» Lode vernrtheilt«. La« Dodesnrtheil wnrd« jedoch eines ssormfehler» weg«, casstrt und di» Sach» wurde Mr di« Asstse» von wontpllter verwiese». Ans Bitten de« Angeklagtz» wtlligle Arömteux in »im» anta K««ps. Da» Interest« an dem Prozesse zog »im groß» wrnschenwenge in de» SchwnrgmtchSsiwl. Heber «0 Zeuge» nmßte» vmnmnme» werde», drei Dag» währte» di» Verhandlungen. Da» Plaid »per de» öffentliche» ikuAägeii» war «in überwältigende«, Jedermann hielt de» AngeAagte» sür nnniderrusstch verloren. lkletchnxhi trug di« Brredtsamkrit des jungen, damals stmal 27 Jahre' «w» jldische» Advocnte» «ine» glänzende» Drünnph davon. Bei einige» mit stsckischr» Wendungen nnd Bergletchr» ansgeffattilei Stelle» seiner Be»> lheidiglmgM«»« ^igw sich chm gemaltig» Anfrpgnng unter dm Zuhömr» nnd den Gesäworem». rmge Zcht wnDe dt« blndie», n»tubrwh«ch »MN sah fcu »W «affortz, desten Rns im Sild» ei» so.grnßer war^ ans kdämiens zneil» nnd ihn nmarmn». Di« Geschworen» zieh» sich znrstcks mit «7 7 »s» 5 «tznmw» erklär» st« sich gegen d» Angeklagte». Da» Verdi«» ist als, »och nicht entschieden. Der »fsentlich« Ankläger fmdmt vom Gericht». Hose, «r «lg« der wchorttä« der Irr, beitretm und dm »»«schlag für da» „Schnatz" geben. Da, erhebt sich Erömienr ms» Rem, nnd mittm unter tiefem, religiösem Schwetzon, ««Hobe» durch dm spannmdm »ad feimlichm Emst de« Angmblick«, übnlteß er sich oh« Rückhalt einer jener Jmpmvtsatione», welch« da« Her, begeistern, hinreißen und nie ohne Erfolg sind. Dm "lmichtthos, übeqenG durch »ich war«.' Schntzmd«, schlicht sich mit Stimmenrinheil dm Minorität dm Jur, m; Polg« wird frrigesproche^ Dm vertheibigm mußt« durch eine «ibenthür einer Ovation, eine« Drtumphzng« zu entgehe» suche». Am nächste» Morge», al« dm jung« «dvoeat, Mn setum Familie umgebe», tu seiam Schreibstube sch, um ihr dir aufregende» See»«» de« »mstoffene» Lage« zu schildm», da Ihn! stch mit eine« Wale di« Dhürr aas und Herrin stürzt ei» Mensch, dm stch mr Erömieux auf dt» Knie wirft. Dhräm», Schluchzen ersticke» sei« Stimme. „wein Errettmi" schreit er» „pein Errettmi" — „Steh' aus!" sagt« Erömienz zu dem für sei« Freisprecht»»- dankenden Polg« mit ernster, sch drohend« Stimm«. «Stch' aasl B« Gott allein sollst du knie«», vmgiß niemals dt« sch:«cklich« Agonie die ich ebenso sehr wie du gelitten. Sei olle Zeit ein ehrlich«, gntm wensch; denn wenn deine Hand stch je «ft eine« wenschenmord« besudeln sollt«, so würde da« dm Dod deine« Advoeate» sei», dm dir diesmal da» Leben gmettet hat." B. Literaturbericht. M. Schlesinger» Darbeabünde. 1. Lief. Berlin 1870. 06 S. (Lelbstverlag.) Dm Verfasser, früh« Redartetlr de» ,^süd. Wochenblattes", gtebt et« Sammlung verschiedenartiger Produkte sein« Feder, welch« zum Dhrtl in dem erwähnten Blatte und in eine« Heftchen „Halme" erschienen waren, zam Dheil auch noch nicht veröffentlicht stad. E» sind »och zwei Lieferungen und deren Inhalt aus dem Umschlag« angekündigt. Da» vorliegende Heft «nthält in — natürlicherweise — bunt« Mischung: «in dramatische« Gedicht (^d-s König» Rns," vatmläudische» Schauspiel), Rede», politisch, soeial« nnd ' religiös«, Fruillewnistische» und de» Anfang «tu« Novelle. Da wir da« Ei« zel« nicht bespreche» und ein EesaiamturtheU über so Diverse« nicht gebe» kl»«», so wellen wir wenlgsten» unsere »aerkennnng de» Daleute», dm rruftm Gesinnung und dm religiösen Wärme (wo diese am Platz« ist), mit welker dm versaffm zu schreibe» vtrsteht und geschriebe» hat, an»sprechen. Da wir zwar an jungen Literaten jüdische» Ursprung» keine» Raugel haben, «ohl ab« an solchen, welch« da, w, H geboten ist, auch jüdisch« Gestnnung bethittgeu, dm Ehr, ihr« Religion nicht« vmgeden und -für dies« eintrete», dabet auch Kenntnis de» Judentbum» brsttze», so wünsche» wir sehr, daß Herr Schlestngm »ns de« «ingeschlagene» Wege beharre» und di« »öthtg« Förderung sein« literarische» Dhäti gkett finde» möge. Z»ze1ffe ntutt Wtcher. Bernstein, A., Ursprung »m Lage» von Abraham, Isaak und Jakob. Kritisch« Untersuchung. Berlin. Franz Dnncker. watzer» vr. g»r., Rabbtum in Ptetsenhet». Red« am Grab«de» sel. Gust. {kwhrfit, |i|r HttiaUL fca 69. R»bbi»,»itz (»ms.k.DikdukeS.^rim) rrrtr rrm rwp (vertheldignn, grge» die Kritiken de» B. Z>«b« üb« sie« Vers. Aamerkmigen zu pst» VS) «ünche» 1871. 16 <& Stein, vr. Leopold, Rabbtum nnd Prediger. Dm Kamps de« Leben». Ei» Etzel»« von Fostpredigte» in Veztohnng «u.do« großen völkerlumpf« dm Gegenwart, gehaitm am Kenjah», Berllhnnngötig und Freudenfest (5631—1870) in ilrael. Betsaal« zu Fmnksnrt a. w. Zum Best« dm nothleidende» dentschen Krieg«. Wannheim. I. Schneid«. 1871. Betssstnstr» der Rrdarkto». st», in st». Ich Hab» dort Eorrespmtdente». — M. in H. Es w« »ergeste» wordeu, »Kd jetzt erfolg,». — vr. Hi. H. in H. Ihrem Wunsch« wird entsprochen werde». — Rabb, 8. in Och. 12 Sgr. sind an di« Eppeditim» (Schlettm'sch« Buchhandlung in vre»lau) «inznsende». WWk" Binr Stst« Weiler« Beitrtff« für die jüd. Feld» f«ff«H resp. für Serwuudt-te (aus Liegiütz, Solvmg, verltn rc) »Kd t« nächste» Ha*» abgodrncks w«d«n, da dk übersandte \ durch Zufall «»brauchbar geworden ist. Expedition.