Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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m lchtMkK heizuttag«, Mn^]j4 Wts tDhsk' dipRstchrichtm yow, Kriog«scha>Vlatz« pssammepftelle». -r -r- D»> dfcnie Kreuz habm «t^tea: 3»ltu« Auerbach wl Dauzig« Unteroffizier im 45. Regt, bl der Schlacht bei Noisse» Me peruuudet, im Lazareth zu Saga» und dann in der Heimat Verpflegt, kehrt« er zum Regiment« zurück «ud erhielt dort d« Dtta). Ferner Dr. Moritz Philippson aus Berlin, Stab«» «rzt iu de» Krttgm von 18-4 und 186-, jetzt Regimeutßarzt; der Dragoner Nathan Jakob au« pirsche«. Tin bayerischer Soldat, Her«. Rose,seid an« Schopfloch, hat für Rettnag mehrerer verwundeter an« einem brennenden, mit Granaten be« W«rf»»«> Haus« dir silberne Tapfrrkeitö-Medaille und da« eifern» Kreuz erhalten. «u» Nürnberg wirb berichtet: »Unter den laut Lu«wei» der baytwischm Armeebefehl« derorirten Militärpersonen befinden sich folgend« Jude«: Regt.-Arzt Dr. Dauer und Dr. Ullman«, vat^Arzt Dr. Stein und Dr. Karpele«, Landwehr«vffizirr» •fpfrani: Rosenzveig. — Dieser Lage erlag zu vrlean« seiiter im Kaulpf« um vrlean« erhaltenen Wunde nach bereit« über» standen« Amputation de« rechten Arme« d« Landwehr-Lirutenant Bayer von Nürnberg, ein Enkel de» Rabbiner« Dr. Aub in München.* Alt zweit« Jude au« Pommern ist Litten au« Neustettin, früh« Her al« (Stimm« beschäftigt, Lieutenant im 2. Feld-Art.« Regimert geworden. » Wir schließen hi«an di« «ste» vericht« «ns«« »Feld- Seelsorger* vom Kriegsschauplätze. Die Henen DDr. Blumenstein urd Lewin ivaren nach kurzem Aufenthalt i« Straßburg am 18. von da ab und b« Epernay zusammen gereist, dort hatten ste sich getrennt, jen« nach Rheim«, dies« nach Lagny. Erster« schreibt un« nun: Amten«, de« 24. Januar. Ruh einer sehr anstrengenden und theilweise gefahrvollen Reis« kam ich Freitag Mittag um 12 Uhr hi« an. Durch den Etapper-Eommandanteu «hielt ich «in Ouartt«billet, wonach mir durch die Mairie Ouarti« und Verpflegung al<> Offizi« ver» 4ß - abreicht «erdey mußt«. Die Stadtbehärd« wie« mich au da« Hotel Univer«, wo ich auch fett mein« Ankunft ein gute« Untnkommen gefunden habe. Meine ursprünglich« Absicht war, nur üb« Sonnabend (n Amieri» zu bleiben, um alsdann da« Ober- Eommando aufzusochen, da» flch grgenwättig auf d« v«folgung de« Feinde« befindet; ich mußte jedoch in Anbettacht der vielen jüdischen verwundeten, die ich in Lazarethen anttaf, meinen Aufenthalt bi« heute au«dehnen. Wenige Stunden nach mein« Ankunft stellte ich mich dem präfeeten Grafen Lrhndorf-Steinort vor, d« mich sehr freundlich empfing und mir ein Schreiben üb«gab, in welchem « mich den Aerztm und Lazarethvorständm empfahl und diese «suchte, mir bei d« Ermittelung d« v«» mundeten mosaischen Glauben« behilflich zu sein. Hi« befinden fich in sieben Häusern drei große Feld-Lazareth«, die für di« Kranke« und verwundeten de« 1. und 8. Arm«eorp« elng«ichtet wurden; um Amien« sollen noch weit«« neun Lazartthe für die beiden Eorps etablirt sein. Die Listen, die mir üb«all bereitwilligst au«gehändigt wurden, waren, wa» die Eonfession betraf, höchst mangelhaft; zuweilen war solche unter d« Rubrik »allgemeine Bemerkungen* angegeben, meistevtheil« ab« fehlte die Angabe d« Eonfession, ein Umstand, den ich im sonstigen bürg«» lichen Leben gewiß nicht beklagen würde, d« ab« für meinen Zweck sehr erschw««nd war. Die Freud« d« verwundeten, die ich besuchte, war eine unbeschreiblich», einig« weinten vor Freude. Die Armen fteuten flch nach so vielen Tagen de« Kampfe« und d« Anstrengung wird« ein freundliche«, liebevolle« Wort zu vernehmen; alle wurden auf da« fteudigste berührt, al« ich di« Mit» theilung machte, daß noch zwei jüdische Feldgeistliche auß« mir fich bei d« Armee befinden, um die religiösen Interessen uns«« Glaubrnlbrüder «ahrzunehmen. Al« ich mich an dn Lagerstätte eine« H. Danzig« au« Neustadt (Posen)' befand und mich mit diesem üb« seinen Zustand unt«hielt, kam d« Stabsarzt de« Lazareth«, H«r Dr. Kronert (ein Ehrist) hinzu, d« sein« Freud« üb« meine Anwesenhett in den Worten au«drÜckte: »Nun sehen Sie, lieb« Danzig«, da« ist doch hübsch, daß auch einmal für Sie etwa« geschieht I* Die Soldaten, die ich besuchte, warm größtmtheil« leicht verwundet» fie datirtm ihre Lerwundungm lang erhoffte jüdisch« Weltreich zu begründ« a«»gezogm warm, würdig zu empfaug« und iu jed« Weise durch Proviant, Waffm, Spionendimste zu »»»«stützen. Zu diesem Zwecke kaustm die Judm heimlich so viel al« möglich Schwert«, Dolche, paoz« zusammen und verpackt» alle« sorgfältig tu riesige Weinfäfl«. Dm. christlich» Fürst» gab» sie ab« an, die Tartarm hätten fi« «flicht, ihn« von Judm gekeltert» Wein zukommm zu lassen, da fie leinen Chriftmweiu ttänkm; fie (die Judm) ab« erkmnm dies« Llarbarm keineswegs al« Brüd« an und habm de«wegm d« Wein »«giftet, um solch« räuberische» uummschltche Feinde .schuell «ad sich« zu vemichtm. — Dm Fürst» gefiel die List, und di» Judm zog« «tt ihr» Fässern, für welch« ihn» sogar Zollftelhett gewährt war, unbeanstandet bi« an die Grenze Deutschland«. Httr ab« wollt« eint Brückenwache dm Sein ohne Zoll »icht passtrm lass», e« entstand» Händel, die Soldatm stachm -in die Fässer, e« kam keine Flüsstgkett zu« Vorschein «ud — der Betrug ward entdeckt. Solch« Lrrrätherei ries die allgemeinste Entrüstung hervor, die zunächst betheüigt« Judm wurdm sogleich .hingerichtet, und allerwärt« (brach eine blutige Bersoigung gegm chie vtrräth« las.*) Klau« abgefchev vo« dam Mährchmhaftm da« erst» TheilS «dieser fikrMlung, hat a»ch kr zweite Theil so viel Unwahrschein- ■HAH .an fich, daß wir wohl nicht erst hinzuznfügm brauch», .daß cht« iGmqe Me,schlechterftmdme Fabelwen«.«« pn« eutth^ai»,sanft Hla»h»ürdig«,<Hchlcht«schr«iber.erMt. Nicht«, .deftnwmiger.aber,war.die damalige Jndegvenfolgnng eine.pur 4» Lttlüsse Thatsach«, und s» wird jnm darauf «kömumr zu untersuchen, worauf die Judmfeinde von 1241 ihre sonderbare A.iklage, di« sie doch wohl nicht so au« der Luft gegrssfm habm dürften, eigmtlich stützten. Daß die Tartarm auf ihrm Raubzügm ihre angeblichen Glaubmßbrüder nicht begünstigten, vielmehr »Juden wie Christen ohne Unterschied und Erbarmen niedermetzelten', bezeugt un« ein Brief de« Landgrafen Heinrich von Thüringm au« jener Zeit, worin dieser einem Herzoge von Bologna die Nähe de« »letztm Tage«' (die Ankunft der Tartarm) ankündigt.*) — Darau» ließ sich also gewiß auf keine Stammesverwauttschast zwischm beidm Völkern schließ». Auch die Annahme, daß jüdische Krieger, Reste der Zehnstämme (s), unter ihnm gewesen seim, oder daß einige kumanische oder tartarische Völker sich zum Judenthume bekannt hätten *), scheint un«, weil bi« jetzt ohne jede weitere authmtische Begründung, nur wmig Berechtigung zu haben. — Wir glaub» einen bessem Anhaltspunkt für die Entstehung jme« Mährchm« gefundm zu habm. («chlu» stlgt.) >) Dlugo« p. 1000 schreibt: Infiunatt snnt Jodel, qjod hojoi modi peetUentlain feearint... et cremati aanL Vergl. Grätz VIL x. Klos», 8« Vreslan IL 180. — *) Vchicks»«, Ne» vermehrt» schles. ikhma. 1. 210. Qfttrlgt ftr veschr. » Schief. IV. AS. - *) Da», «an» L 162. »ritz IX. 329. Kattbfii ParisU Hirt. naj. Angl 901, nach (tat sihqdt X. «SO. OM« m l 10. - *) tterü, «esch. der Jude» i» ««bies. kn dm schles. Prov.-vlätteru Jahrg. 1804. «.214. — *) Matth.’Pir.'lddit. p. '137 - mI W Athen,. #4C*rt* Sqtu at Moraw. ijfi, flro. Wl. „....non •elam ChrirtUno«, üno paganöe, Jnaaeoe aamiai f^roeotaa... rtaa niaaiiawA» fi- M. »so». 2.