Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 5 (1.2.1871)
- Date
- 1871-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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38 verlegt werben müßte, so soll für den Fondeine neue Synagoge errichtet weide», iu welcher Gottesdienst nach orthodoxem Ritu» gehalten we:dm muß. Die neue Synagoge soll nur für 85 Personen Platz habm und neben ihr wenn möglich eine Wohnung für einen rnverheirathetm, dem Talmud-Studium obliegenden Mann eingerichtet werden. Die Zinsen von 5000 Mark Banco, welche zu 4 pCt. zu belegen find, sollen zwei redliche, fromme Familienväter halbjährlich zur Miethezeit erhalten, dafür jedoch verpflichtet sein, alltäglich in der Oppenheimer« schen Synazige daS Morgen- und Abendgebet zu verrichten/ 3m Einklang hiermit stehen auch die den Erben (Enkeln) gegebenen Ermahnungen und Verpflichtungen. »Sie sollen nicht vom jüdischen Glauben abweichen und keine Mischehen eingehend sie, beziehungSwe se die Töchter, deren Mütter, werdm ermahnt »stetem fromme» Äbm zu führen und ihre Kinder derart zu erziehen, daß diese stets die Güte de» einzigen, großen, allmächtigen Gotte» vor Augen und im Herzen haben'. Die übrigen wohlthätigm Legate sowohl de- Herrn Oppenheimer al» de» Herrn Jakob Meyer sind folgende —. (ES ist un» nicht möglich sie hier aufzuzählen, e» ist wohl schon genug gesagt, wenn »ir bemerken, daß sie ziemlich eineSpalted. Bl. füllen würden. ES geht namentlich au» den Meyer'schen Legaten wieder die große Zahl wohlthätizer Stiftungen, Vereine u.s.w. u. s. w. in der Hamburger jüd. Gemeinde hervor, welche dart« von keiner and-.rn übertroffm werden kann. Genug, Oppenheimer hat 43,000 Mark Legate vermacht, Meyer 68,500 Mark und zwar an 26 verschiedene Institute. Red.) Außerdem fällt der von Hrn. Meyer gegründeten Pension»- stiftung für Lehrer der iSraelttischen Freischule noch im Laufe der Zeit eine namhafte Summe zu, deren Zinsen inzwischen zu anderen Zwecken benutzt werden. Die ganze Bibliothek de» Verstorbenen ist ab) Geschenk der DolkSbibltethek de» Schiller» verein» vermacht. 8. JL Hannover, 22. Januar. (Orig.-Corresp.) Von einem meiner Freunde, der fett einiger Zett in Italien verweilt und zu den respektabelsten jüdischen Familien Deutschland» gehört, erhielt ich kürzlich dm Auftrag, mich für die von Ueberschwemmung heimzesuchtm Iudm de» Ghetto in R o m zu interesstrm. Wenngleich ich weiß, daß wohl jetzt kein geeigneter Zeitpunkt ist, Sammlungm zu diesem Zwecke zu veranstaltm. so glaube ich doch dm Wunsch meine» verehrtm Freunde» nicht ganz unberücksichtigt zu lasten. Ich wmde mich daher an Sie mit der Bitte, einm Auftuf in Ihr g-schätzte» Blatt aufnehmm zu laffm. Zur fichem Uebermachung etwa eingehender Gelder, welche Sie gefälligst in Empfang nehmen wollm, bin ich gem bereit. Ich füge noch eine Stelle au» dem erwähatm Briese hinzu: »Entsetzlich ist da» Elmd de» Ghetto in Rom, da» in gewöhnlichen Zcitm schon haarsträub stb ist, und welche» von allm Stadttheileri, well am tiefsten liezmd, am fürchterlichstm heimgesucht wurde. Bi» über dm zweiten Stock stieg dort da» Master in dm Hö usern, und alle Habe, reiche im Erdgeschoß und im erstm Stock sich befand, ward vern chtet. Die Lmte mußtm noch ftoh sein, sich mit dm Ihrigm in di« oberm Etagm ba meist sehr hohen Häuser retten zu können.' (Indem wir diesm Brief de» un» befreundeten und jede wün'chmrwerthe Garantie bietmdm Herrn Correfpondmtm zum Abdruck bringen, glaubm wir unsererseits nur »och hinzu^ügm zu fcllm, daß wi: auch schon in auSwärtigm Blättern Aufforderungm zu diesem Zwecke und Verzeichnisse von Gabm gefunden habm. Zur Entgegennahme und Veröffentlichung find wir sehr gem bereit. R-d) Kvmüaken. L. T. Lerlt d, 22. Januar. (Orig.-Corr. llebersetzung au» dem Hebräifchm.) Von dem nevm Minister de» Jnnem, John Ghika, köunm wir un» nicht» Gute» versehen; er gehört zwar zur Aristokratie» aber er hält zu dm .Rothen', welche, alt Majorität der »bgeordnetm, ih» statt Spureano'» in'« Ministerium gebracht habm. Hier und in vielm Städtm haben die Stadt« ältestm (Primarie) böse Berordnungm erlaffen. Da» von ihnm gegebme Reglement für 1871 verbietet da» Schlachten der Thiere, e» soll nur da» Tödtm vermittelst eine» Sttche» in da» Gehim zugelaffm werdm. Die Spitze dieser Verordnung ist nur gegm die Iudm gerichtet, welche nun die Hinterviertel und da» Trefa» Fleisch nicht verkaufm könnm. Keinem Bäcker wird Concesston etthellt, wenn nicht hundert Christm seine Zuverlässigkeit bezeug«. Selbstverständlich wird ein jüdischer Bäcker solche» Zmgniß von hundert christlich« Kauflmtm nie erlangm. Verkäufer von Getränken müflm ein ebensolche» Zmgniß beibringm wie die Bäcker, andernfalls dürfm sie nur Ln groa verkaufm, aber nicht Gettänke auSschänkm. Christliche Dienstbotm männlichm oder weibltchm Geschlecht» dürfen nicht in jüdischm Häusem bienen, und «er einm jüdi» schm Knecht oder eine jüdische Magd hält, muß einm halbm Dukatm (? undeutlich) jährlich au die Primarie zahlm. Solche Einschräukungm und Berordnungm werdm au» Bosheit gegm un» erlaffm. Gott helfe un»! Vermischte und neueste Nachrichten. K. vr«»la«, 29. Januar. Hmte vormittag um 11 Uhr fand im hiefigm jüdisch -theologstchm Seminar im Anschluß an da» Stiftungsfest die feierlich« Entlastung der Kandidat« in üblicher Weife statt. Die Feierlichkeit wurde durch da» Abflügen eine» Pfalme» eröffnet. Darauf hielt Herr Direktor vr. Frankel, anknüpfmd an die Taze»«reig»iffe» eine Ansprache, die die wcism KriegSzesetze der Bibel und die Friedliebe de» Judmthvm» hervorhob. Derfelbm folgte «iu vorttag de» Herm Vr. Gronemann über die Pflicht« de» Rabbiner» in der Jetztzett, wobei der Redner da» Leben de» R. Elieser bm Hyrkauo» zu Gmride legte. Hierauf überreichte der Herr Direktor dm zu entlastentm Herren ihre Diplome, und da» Gebet für dm König bildete dm Schluß der Feier. Schließlich noch die Bemerkung, daß nur zwei der Candidatm, vvr. Ladt und Gronemann, der Entlastung beiwohnten. Von dm übrigm dretm befind« sich zwei breit» im Amte (vr. Dessauer in Köthm und vr. Maybäum in Aso-Kubia), währmd der dritte, vr. Lewtu, sich al» jüdischer Feldseelforger nach de« Hauptquartier de» Krönprinzm unterweg» befindet. Stuttgart. Eine Verfügung der könkgl. i-raeltt. Ober- Kttchm-Behörde vom 14. Nov. ». I. lautet: . Die königl. iSraeltt. Ober-Kirchm-Behörde an da» königl. Oberamt zu N. Um die ökonomische Lage derjmizm iSraelit. Lehrer, weiche zugleich Vorsänger find, zu verbessern, näherhin um ihnm für ihre — gezmüber dm schristltchmj Lehrer-Meßnern »mfäuzlichere — Mühewaltung in Folge gesetzlicher Verbindung de» Borsängerdimste» mtt dem Schuldimst eine auSgleichmde Entschädigung zu gewähr«, find mtt Genehmigung de« kgl. Ministerium» für da» Kttchm- und Schulwesm vom 9. d. M. nach, stehmde Bestimmung«, wirksam vom 1. Januar 1871 an, ge> troffm wordm. Diese Besoldungszuschläge bettagm 1» 1. Stufe 40 fl., in 2. Stufe 25 fl. > Weiter werdm die Modalitätm festgestellt, woran« wir nur * hervorhebm, daß die I. Stufe nach ffinf Dimstjahrm durch die zwettm Prüfung erreicht wird. Rom. Lamarmora hatte jüngst einm Coufliet mtt dm Bewohne« de« Ghetto — aber diesmal «arm die 3»raeiitm im