Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-02-01 · 5 (1.2.1871) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
5 (1.2.1871)
Date
1871-02-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/5369809-5934989-5935437--0600-5370295
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

39 Unrecht. Die jüdischen Inhaber von TabakSlädm hatten nämlich bither die Gewohnheit, ihre Magazine Sonnabendz» schließen. Lamarmora verfügte, daß die Läden auch EonnabmdS geöffnet sein müßten, und als die Rabbiner protestirten, wurden sie mit dem Hinweise auf die christlichen Tadak-händler abgefertigt, die gleichfalls v,^pflichtet find ihre Luden an Sonn« und Festtagen offen zu halten. Die J-raelttm werde» also gehorchen oder ihren Patenten entsagen müffen. »Den«', so lautete der Bescheid de- Statthalter-, »vor dem Staat-gesetze giebt es weder Christen noch Juden, noch Mohamedaner, sondern nur Bürger.' (Magd. Ztg.) Kopenhagen. Der Prediger der hiesigm jüdifchm Gemeinde, Ober-Rabbiner vr. A. A. Wolfs, hat die Predigt, welche er am 31. Juli in Deranlassung der Vermählung des Kronprinzen in der Synagoge gehalten hat, herauSzegeben. .Dagbladet' «acht auf diese Predigt aufmerksam» nicht nur weil st« von warmem und wahrem Gefühl durchdrungen ist. sondem zugleich und hauptsächlich weil sie ein wiederholte- Zeugniß davon ablegt, wie sehr stch die Jude» in Dänemark von der isolirten Stellung, welche st« an andereu Orten noch einnehmen, losgesagt haben und wie ganz sie stch mit der Nation, womit, und dem Laude, worin sie leben, verschmolzen fühlen. (Hamb, Nachr.) Spanit». Bei Gelegenheit der Ermordung Primmuß dankbar daran erinnert werden, daß er gleich nach der Revolution von 1869 nicht nur für Religionsfreiheit überhaupt, sondern auch specieü für die Aufhebung der Edicte von 1492, welch« die Juden au- Spant m verbannten, etngettete» ist. Der T hronbesteigung deneuen Königwidmet .Jew. Chr.' einen Artikel, welcher von diesem einer echt conftitutionell und liberal gefilmten Dynastie entstammenden Prinzen eine neue glücklich« Aera für Spant« und für uns durch die Einwanderung von Juden erhofft. — Wir wollen weder dies» Hoffnungen etwa« «utgegmhaltm, noch die Verdienste Victor Emanuelschmälern, aber wir'liebe«'keim Uebertteibungen auf Kost« historischer Wahrheit; der Constitutionali-mu- und Liberalismus de- Hause« Savoym ist noch sehr jung, und »och Karl Albert stand einst durch«»- nicht im Geruch« dieser Lugenden. Petei:sd»kß. Russische Blätter sprechm davon, daß die Gesetz«, welche d« Juden, die nicht Kaufl«te erster Gilde, Studirt« oder Handwerker find, dm Aufenthalt im Jnnem Rußlandverbiet«, demnächst aufgehob« werdm soll«, da sie bei der Erweiterung de» Eisenbahnnetze« und dem gesteigert« Verkehr ohmhta unhallbar sei«. Jerusalem. .Habezeket' berichtet, daß am 19. Ki-lew »ach vorau»gegang«e« allgemeinen Fast« und Bet« der langersehnte Reg«, wenn auch nur in geringem Maße,', einzettetm sei. Privatbrirfe bestätigen dadort Berichtete, füg« jedoch, um die Zion-freund« nicht in zu große Illusion« zu wiegen, wie auch t>a» gmannte Journal, hinzu: »Leider steigt aber die Thmerung von Lag zu Lag.' Prtvatbriefe meld« ferner von Hunger-nrth der ärmer« Klaffe. Auch von Zefat erhalt« wir ganz gleiche Nachricht«. Zieh« wir gewiffmhaft da- Factt über dadurch göttliche Hllfe Erreicht« und über die Hilfe, die noch ferner nöchtg ist» so besteht diein folgendem: der Reg« hat da- Resultat gehabt, daß der Bodm für künftige Befruchtung vorbereitet Word«. Wir find hierdmch zu der Hoffnung berechttgt, daß die grgenwärttge Roth nur eine diesjährige bleiben wird und nicht, nach menschlicher Berechnung, durch Unmöglichkett der Bearbeitwig auch für danächste Jahr nachhalttg bleib« mußte. Aber für dm gegmwärtigm Zustand, überhaupt für diese- Jahr, ist dieser! liegen ohne Nutz«. Die Zeit de- Wach-thumist so gut wie vorüber, di« Saat« sind verlor«; und wir ««den »nwiederholt an unsere Brüder, mit der innig« Bitte, durch außerordentliche, thätkge Sympathie und reiche Spmdm dieser »tagtäglich wachsmd« Thmerung' Rechnung zu ttagen. (Iw. Pr.) Panama. Auch von diesem Punkte erhalt« wir jetzt natürlich »verspätet' durch dorttge Zeitung«, »Panama Mall' und »Panama Star and Herald', Nachricht« über die jüdisch« Herbstfeste. Letztere Zeitung vom ü. Oktober sagt: »Geste« wurde von dm jüdisch« Kaufleutm und Einwohnem ein großer religiöser Festtag begangen. Da alle ihre Geschäft-lokale ge» schloffm warm, so bot die Stadt d« Anblick eine- Sabbattagr» in einer schottisch« Stadt. I« jedem Falle gebe» sie unein gute- Beispiel u. s. «.' Literaturbericht. Z>er jüdische -engrrtz 1» Ilnzar«, historisch -ekmchtet. Bei. ttag zur Recht-., Religion»- und Culturgeschichte von Leopold 8ü«. Pest 1871. Verlag von L. Aigner. Nicht von theologische«, auch nicht von rechtliche«, sonder» von historischkritische« Standpunkte au« will der versaffer die «erquickliche», derrits zu «tue« «urntwirrban, «uäuel gewordenen ZnsUlnd« der ongarisch«» Inden, heü beleuchte». U« den historischen «»den, au« welchem da» Longreßproject hervorging» uachzuweisen, geht Lö» bi« ans da« Jahr 17VÜ zurilch au« welcher Zeit die ersten -maactvatioa«-Regungen und Organisation»-Bestrebuugen in Ungarn daiireu. Eine Reih« au» Petiüone», Gesetz-Eutwürseu, behördlichen Urtheilen und Privat - Lorrespaudenzen bestehender Schriftstück» läßt er in genetischer Reih« an einander folge», um a» der Hand der historische» Loutinuität die Behauptung zu erhärte», daß auch dem neuen versuch», den ungarisch, jüdischen Gemeinde» eia« kirchlich« Verfassung zu gebe», die alten Schwäche« ««haften. Wal da» gefichtete Geschichte material betrifft, l»ßt stch nicht lengaen, da- Löw de« Historiker brdeuieude Borarbeit« geliefert; aber so reichhaltig an Stoff da» un« vorliegende Buch auch tst an» so viel de« Interessanten e« bietet, kaua mau stch dennoch nicht während der ganz« Lectür» eine« beengenden Gefühl« erwehren. Da« so hart an «u-arischen Pilpul streifend« Raisonnemeat, die >rl und Weif«, wie der 8ersaffer sei» liebe« Ich zu wiederholten Malen in de» Vordergrund drängt, «ud da« all« a» llougreß betheiligtea Faktoren mehr »der weniger verdarnmeod« llrthetl laffeu e« bald «rrathe», daß ber deM'ganzen Werke zu Grnnd« liegend« Gedanke ,wisch-a den Zeile» zu finden sei. tim hätte seiue» jüngsten Werk« da» talmudifche Sprichwort: „Reden gilt »st sehr, dach Schweige» gilt noch nüfef' als Motto voran setze» können; den» wen» er wirklich nicht mehr verschweigt al» er sagt, so läuft doch seine ganze Rede daranf hi«u», daß er z» lange geschwiegen, daß stch sein passtve« verhalte», da« ihm die vertrauen«män»er de« Minister Götvö« gewissermaßen auserlegt, furchtbar gerächt habe. Die Orthodoxe». s^tLöw, waren auf ihrem Standpunkte vollkommen berechtigt» di« Durchführung der Longre-ftamtea zu perhorreskireu; denn den ehrlichen und kundigen Orthodoxen sind diese veschwff« wirklich eia Greuel, «eil sie ihrer Hand da»Th»nersi« und Heiligste entwinden wollen: da» Studium, den Linfluß, die Shre der Thora. Da« Mißtrauen der Schon««»hadach«Männer findet Aw von seinem Standpunkte an« ganz gerechtfertigt und begründet. Die Fonschritt» Partei allein trifft di« ganz« Schuld; warum hat sie e« auch gewagt, sich veu ihrem einzigen auf der Höhr der Zeit stehenden Führer lolzusagra, wanim habe» t* bi* Urheber de« Loagreffe» verschmäht aus die Jntentioueu de» pseudonyme» versaffer« der zu Lud« 1808 unter dem Namen „Jüdisch« Wirre, in Ungarn" erschienenen vroschürr eiazo gehen?! Sine der Zukunft vorbeholteue objektive Darstellung der jüngsten Ereignisse in Ungarn — zu welcher Söw sich schon au« dem einfachen Grund« nicht erheben kau», weil er sie vorbereile» (als, — wird auch über seine Organisation». Bestrebungen zu Gericht fitzen, uud auch, fei» 1851 ««gearbeitete» Statut al« rin die Ge«ifft,»freih«it beschränkende« in di» Reihe der von ihm vernrtheilten setzen; eine unparteiisch gehaltene Spczialgeschichte der Jude» Ungarn» wird nicht nur de» Znsammenhaag der miß. glückte» Organisation «-Bestrebungen Nachweisen, sonder» auch über jene Männer zu Gericht fitze», welch« nicht Parteien leiten, sondern kopflose «uhäager gängeln wollten. —md— vriefkastm dar Medactto». vr. «. in U. Für die Arbeit, sowie sür di« Offerte danke. Sie sehr«, daß e« an Raum noch gebricht. «» müssen immer Artikel, welche nicht an Zeit gebunden find, zurückgelegt werden. vr. L. in L. Arme Enuplimeute. Sie werden, glaube oder fürchte ich, praktischeren Rach gegeben habe», aber .D "ODV rts «abb. 9. ranbar in verlad (Rum.) Ja H. Sulzbech'» Buchdrnck-rei in vreölau stad silmmtl.' hebr. Schristsorteu vorh. Prei« de« vo^ewl, bet 500 «zpl., 0-11 Thlr.. bei 1000 «ppl. 13—15 Thlr. llorrector ist da.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.