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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-25 · 4 (25.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
4 (25.1.1871)
Date
1871-01-25
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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29 rwrm 16 p* mh. San der Verein »Mekh« Ntrdamt«' »sch mit den ersten Bedingung« de« Dasein« zu kämpf« hat, so liegen die Ursache» hiervon nicht bloß in de« Mangel an Lhetlnahme überhaupt, sondern — um ganz aufrichtig zu sein — in der Art und Sets«, »1« derselbe organtfirt und geleitet »trd. Namen «te Ett Mose« Montefiore «ad Albert Cohn wer« den 1» der jüdische» Seit mit Ehrfurcht und Dankbarkeit ge» nanat, aber bet der Auswahl der heraulgegebenen Serke bethetltge» sie sich sicher nicht, auch wohl nicht vr. Löwe in vroad« statt«. Während die Metropolen England« und Frankreich« (welche am wenigsten dt« StP« jüdischer Wtffenschast find! Red.) durch solch« Namen vertreten find, wundert man sich nicht mit Unrecht, daß große jüdisch« Gemeinden Deutschland«: Berlin, Wien, Frankfurt a. M., Hamburg «. s. w. ,keinerlei Vertretung gefunden haben, «ad der Mittelpunkt eine« solche« Verein« in eine« an der russisch« Grenze belegen« Städtchen Ostpreußen« fich befindet. Abgesehen davon ist doch auch nicht zu leugnen, daß die Resultate der Sirksamkett de« verein« auch nicht sonderlich befriedigt habe«. Eine wesentlich« Bereicherung hat dt« jüdische Literatur nur durch die »pefikta' von Buber und deu »Diwan' de- Juda Halevt bekommen; aber von letzterem ist bi« jetzt nur ein Hest erschiene» und vergeblich harre» die Besitzer desselben auf Nachricht über die Fortsetzung. Der »pachad Jtzchak' ist doch eigentlich uur de« darauf verwendeten Fleißes wegen bewundernswerth, entspricht aber gar nicht den Anforderungen an eine talmudifch« Encyelopädtt, und fast ebenso «eaig der weitschweifige »Jmre Schefer' de« hochgeachteten Wessely den wiffeaschastlichen Anforderungen der Gegenwart. Ich schweige von ganz «erthlosen oder doch mißlungenen Publtcattone» und möchte — so zu sagen — tm Namen der kleinen Zahl der Thetlaehmer Herr» Stlbermau«, deffe» Thättgkeit für de» Verein sonst gern anerkannt wird, darauf aufmerksam machen, daß sein Name allein keine Garantie dafür ist, daß wirklich Gute« in der rechten Seife geleistet «erde. Eine Reorganisation de« Verein« mit Hinzuziehung tüchtiger Kräfte, dt« Bethetltgnng sachverständiger Männer an der Auswahl und an der Bearbeitung der Publikationen dürfte eine beffere Zuknast der »Mektze Rttdamim' verbürg«. E« gilt auch hier einigermaßen da» Sprichwort: »So wir nicht «ttrathen, wollen wir auch nicht mttthat«.' IL Berlin, 17. Januar. (Orig.-Corr.) Gestern zweiter Getger'scher Vorttag. Die politische» Blätter hatte» für de» ersten Reelame gemacht, ein Anschlag am schwarz« Brett hatte Studtrenden den Eintritt zu ermäßigtem preise gestattet. Doch blieb der Saal schwach besetzt. Der Vorttag war diesmal von , geringerer Dauer, vou de« angekündigten Thema »Der Kampf va Maimonide« Schriften, Mystik', ist nicht da» Geringste gehört worden. Der Redner sprach nur über da« Sruacken der Wissenschaft in den mnhammedantfcheu Landern, über Exeget«, Grammattker, Dichter, über Nord-Frankreich und die Provence, und kam darm ans Eharifi. Sr ergötzte nun feine Zuhörer und Zuhörerinnen durch Uebersetzung einigerStrophen vr«Eharifi« Scherzlied über de» Floh, und der Herr Rabbiner erschütterte da» Zwerchfell de« Publikum« durch die Mittheilung, daß der Talmud darüber discutirt, ob e« am Sabbat erlaubt sei den Floh zu tödtm. Diese« kräftig« Jnsectmpnlver geg« Langeweile trug de« Redner zum Schluffe ein, jedoch nicht ganz so kräftige«, Beffallklaffchen ein. Der Rest wird «einerseits Schweigen sein. Hauuover, 1. Januar. E» ist eine alle Klage, daß di« pecuntäre Stellung der Lehrer eine -wenig beneidmSwerthe sei. Schon beginnt fich au manchen-Orten «in fühlbarer Mangel an tüchttgen Lehren gellend zu machen, dem nur dadurch abzu« helfm ist, wen» «an «nsern geistigen Erziehern ein« günstigere Lebensstellung sichert,'und auf dies« Weise die Neigung junger Leute zu diesem edelste» Berufe «eckt »nd stärkt. Doch ich will da« neue Jahr nicht mtt Jeremtadm beginnen, besonder« da ich Ihren Leser» hente Kund« gebe» kan» von einer neue» dankenswert-« Stiftung in Hannover, die um so «ehr der Nachahmung empfohlen zu werden verdient, al» fie au« der rtchttge» Einsicht von den oben erwähnte« üebelständen hervorgegangeu ist. Ein einziger vanquter, Herr Albert Cohen'), hat unter angesehenen Mttgltedern der Gemeinde, nachdem er selbst eine namhafte Somme gezeichnet, eine Sammlung veranstaltet, die ein so günstige» Resultat ergeben, daß er sofort zur prakttschea Ausführung feine« llnternehmm» schreit« konnte. Zweck der Sammlung ist, einen Fond« zu bilden, au« welchem tu erster Linie den Lehrern de« hiesige» jüdische« Seminar» in Krankheitsfällen Unterstützungen, bei Emerttirung penfionen, oder auch sonst, wo die Nothwmdigkett vorltegt, extraordinäre Zuschüsse zu ihre« Gehalte gewähtt werden solle«. Ferner liegt es 1« der Absicht de« Stifter«, für die Hinterbliebenen Sittwen »nd andere Angehörige, insowett möglich, zu sorgen. Die Verwaltung«-Commtsstou de« Seminar« ist gegeuwärttg mit dem Entwürfe der Statuten beschäftigt, über di« ich Ihnen, sobald als dieselben bekannt geworden, Näheres mtttheilm werde. Di« anderswo bestehende» Krankenkassen für Lehckr werden meisten« von den Detheiligten selbst unterhalten, denen e« natürlich unmöglich ist Gummen zusammen zu bringen, durch die in dringende» Fäll« eine wirkliche Aushülfe geletster werden kann. So begrüßen wir den» diese Stiftung, als eine sehr zeitgemäße und nützliche, mit fteudigem Danke gegen die Cründer, und wünschen ihr von Herzen ein gutes Gedeihen. (Aid. Pr.) Magdeburg. (Aus einem Briefe vom 10. Januar.) .Die hiesigen jüdischen Krtegsgefaugenen, «ehr als 80 an Zahl, habe» durch ««tue Verwendung vom Gouverneur die Srlaubniß erhalten, allsabbatlich von S—11 Uhr de« Gottesdienst s» der Synagoge ohue mllttärtsche Ueberwachuug beiwohnen zu dürfe». Es kommen ttotz der Kälte Biele von ihnen; ich Hab« ihnen auch hebräisch« Psalmenexemplare, dir «Ir dt« britische Bibelgesellschaft auf mein Ausucheu in größerer Anzahl zu Gebote stellte, zugestellt. Es ist mir auch gelungen, einig« von Ihne» gegen meine persönlich« Bürgschaft aus dm Barack« zu beftetm «ud in der Stadt bet Gemetndrmttgliedern unterzubriugm. Einzelne werdm durch vefträge mehrerer Gemeiudemttglteder» sowie ganz besonder« durch die Muntficenz eine« durch sein« Sohlthättgkeittstuu berühmt« Glaubensgenossen au« der Nachbarstadt (Halberstadt) täglich koscher gespeist, andere nur jedm Sabbat, soweit die Mütel reichen. Die obengenannte britische Bibelgesellschaft läßt durch die Geistlich« dm Sitte« und Eltern der tu diesem Kriege Gefall«« ein Pracht-Exemplar de« ueum Testament« zum »Aadenkm' überreichen. Ich habe mich, da ich Kund« davon erhielt, an dm Direktor der Gesellschaft mtt dem Ansnch« gewandt, dm Angehörig« der gefallen« jüdischm Soldat« eia hebräisches Exemplar de« alt« Testament« zukomm« zu lassen. Dersttb« hat bereitwilligst mtt dauu auch drei solche Exemplare für Wittw« und Eltern gefallmer jüdischer Soldat« in meinem Sprmgel übersandt. Ich theilr mein« Cpllegm dtt Adresse de« Dttector« der brtttschm und ausländisch« Bibelgesellschaft mtt: Rev. Palmer Davie«, Berlin, Sllhelmstraße 33, und bemerke zugleich, daß bet Bestellung« Namen, Wohnort, Ott und Tag de» Tode« de« Gefall««, sowie nähere Bezeichnung der Hinterblttb««, ob Etter», Witte« u. a., anzugebm ist. vr. M. B. Nachschrift. Bei dieser Gelegmhett gestatt« Sie mtt E) Da der Name hier doch einmal genannt ist, so wollen wir hinzusetze«, da« Herr A. C. auch de» tzandrabbiuer vr. Meyer, als dieser bei seine« Jubiläum deu Zehnten" zu eiarr Stistnug (nicht der hier tu Rede stehende») bestimmte, attbat» 100 Dhlr. zur verzrögernng der Ctanate offerirte. (tzttd.d.J»r.«och.)

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