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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-18 · 3 (18.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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22 formen, verschied«« und niemals entschiedene Richtung verfolgte. Arer der jüdische »Ueberall' mußte auch auf dieser Eonfereuz erschein«. Nachdem er fich vergewiffett, daß mau ihn nicht »ach Hause schick« würde, erklärte er, seine Synode stände nicht i« »Sidesspruch mit der Rabbiner-Conferenz, er würde fich vielmehr auch an der letzter« betheiligrn. Die bisherig« Todfeinde Eirhorn und Wife faß« friedlich bei einander; Herr Wise beantragt, die nächstjährige Sitzung in Eiaciaaatt abzuhalt«; der Antrag wird zum Beschluß erhob« und Wise und Liltenthal mit der Ausführung beauftragt. Kaum ist jedoch Herr Wise wieder in Cincinnati angelangt und überzeugt fich, daß der Radikalismus kein« Beifall finde, so macht er /Lhrt, sucht erst die Beschlüsse zu beschönig« und wendet fich schließlich gegm dirselbm und namentlich persönlich gegm der« Urheber. Wellhe Drähte iazwischm zezog« wurdm, weiß ich nicht. Genug, plötzlich erläßt Herr Wise, ach nein» der »JSraelüe' und die »Deborab' erlass« ein« von Niemandem unterzeichnet« Aufmf z» eiier Versammlung behuf» Revifion deS Wsse'sch« »Minhag An erika'-Gebetbuches. Natürlich leistet Herr Wise dem Aufmfe von unbekannter Hand Folge. Herr Di. Hübsch in New-Pork, dm kurz vorher Herr Wise in seiner SZeise angegriffm, d. h. mit Koth beworfm hatte, findet «i; durch eine Offmbarung die Keime der Einigung deS amerikanisch« Judmthum» im Minhag Amerika, wenn er revidirt würde. Natürlich könnt« diefelb« Keime wohl in der alt« Tephillal gesund« werdm, doch waS versteh«, vir außerhalb der Diplomat« stehend« Sterblich« von solchen Dinge». Gerade al» draußm bet Ihn« dt« blutigst« Schlacht« geschlag« wvrdm, bildete fich hier zwischm dreizehn Rabbttrm (?) die enteut« eoräinl« geg« di« »östliche Aristokratie', wie Herr Wise dt« ParÄ Etnhom nennt, von dm Phüadelphte« war« in Cleve und zugegm Herr Wsse (natürlich!), Herr Liltenthal, welcher zwar der Philadelphier Coufermz nicht leiblich hatte beiwohn« "öna'«, aber telegraphssch fich mit all« ihr« Beschlüssen i» vor«»» Unverstand« erklärte, «nd Herr Smmenscheti', der, wie Sie richtig bemerk«, fich ja über die Gerecht« wie über die Sünder verbreitet. Zwar hatte Herr Sonnenschein Her« Hübsch tr de.- »Jevish Time«' dm Vorwurf gemacht, daß er Sabbat.'vormittags feiner Gemeinde orthodox« Dunst vormache und Nachmittags fich vom Präsident« seiner Gemeinde da» Gtreichholz in Cigarre reich» lass«, worauf Herr Hübsch plötzich sein« im »Hebre« Leader' geführte Polemik gegm die Philadelphier Confermz einstellte — so hatte dm» daS Cigarrmfeuer dm Kawmendonuer zum Schweig« gebracht — aber eine Kleinigkeit, wi« der Borwurf verworfenster Heuchelei, kan» fich ja zwtschm znei so schöne Nam« wie Hübsch »nd Sonnenschein nicht stell«. Mc« fkßt Humanttätrbeschlüff« k I» Leipziger Synode, obgleich ucan nur zur Revision d«S Minhag Amerika zusammengetretm war; «an erklärt fich im Gegensatz« zu eine« Stnhom'schcn Anttag auf der Phlladelphier Coufermz geg« Sonnt«;;« - Gottesdienste und für feierliche Freitag - Abend- Gottesdienste zu Gunst« Derer, die am Sabbat ihr Geschäft off« halt«, obgleich man nur mtt der Revision de« Minhag Amerika fich beschäftig« wollte. Mit einem Worte: der diplomatische Sckachzug war gelungen, Clevelaud hatte Philadelphia au« den, Feide geschlag«, Preußen hatte Oesterreich au» dem dentscheir L md« gedrängt, «nd «an vertagte fich bi» Oktober nach in Sadowa'schem Wonnegefühl. («chlotz stlsr.) Vermischte und neueste Nachrichtm. Berlin. Am hiefigm Beth-hamidrasch ist der durch mehrere talmudische Werke rühmltchst bekannte B. Zomber alS Lehrer augestellt wordm. Er tritt an die Stelle de» sei. M. Landsberger und neben d« Rabbiner Dr. Hildesheimer. Straß» »rg. Der CultuSminister v. Mühler beauftragte kürzlich dm Sttoßburger Präfectm, eine Commtsfioa für die nmm Schul-Ordnung« im Elsaß auSzuwähl«. Dieser kam darin dem Aufträge nach, daß er katholisch« und protestanttsche Geistliche in die Commission wählte, die jüdischen aber ganz außer Acht ließ. (Kein Wunder! Der prmßisch« Beamte kennt officiell keine Juden. Mit dem s. Z. (S. 842 d. Doch. v. I.) erlass«« Bcirsprech« de» Präfidmtm von Kühlwetter vetträgt sich die» Bei-fahr« jedoch schlecht. Hoffentlich hat Herr Aron oder da» israelitische Confistortum mergisch protestitt, sonst möge eS alsbald geschehen, kriuoipü» odat»! Die Herr« müffm zeig«, daß sie nicht gesoanm find, ihre und ihrer Glauben»- genoss« gute Rechte ohne Wettere» »wegmühlern' zu lassen.) Metz. Wie die »Zukunft' schreibt, wurdm au» Metz alle polnsschm Judm vertrieb«, trotzdem sie uaturalifitte Franzos« find, angeblich, weil fie Umtriebe gegm Dmsschland machte». Der dortige Oberrabbiner wandte sich an Her« Lletchröder in Berlin, welcher berett» mit dem Minister Delbrück in Verhandlung gettetm ist. (Alldem Bericht« zufolge ist die Maßregel geg« »Pol«', nicht polussche Jude», gerichtet, uud die» klingt wahrscheinlicher, da nicht die Auwesmhett polnischer Handel Sjudm, soudem dir polnischer polttischer Flüchttinge dm OceupattonStruppm bedenklich scheinen kan». Faftssch werdm ftetttch di« »Pol«' in Metz «eist Jud« sein.) Amsterdam. Au Stelle de» vor Kurzem verstocbmm RabbinatSafseffor Hirsch wurde R. Joseph Lynkoop zum Rab» binatSassessor gewählt. (Je». Ree.) No«. »Tadlet', da» bekannte englisch-irisch-ulttamTUtane Blatt, erhebt tu einer Correspoudenz au» Rom ein Kbigelied über die al» bevorstehend resp. drohend bezetchnete Wahl eine» Inden zum' Syndtco der »ewig« Stadt'. E» handett fich um Samuele Alatri, der jüugst (f. Nr. 52 der Woch.) in d« Stadt- «nd Proviuztalrath gewählt Word« ist. Wir dürfm uusem Leser» die Jeremiade nicht vorenthalten. »Wir Hab« in dm letzt« 10 Jahr« so viel Unglaubliche» gesehm, daß «u» nicht» mehr wunde« darf. Aber daß die erste Magistrat»- Person der Hauptstadt der Chrtsteuhett au» dem Ghetto gewählt «erd« sollte, wttd, wenn e» dazu kommt, die befremdmdste und schmachvollste Phase der römisch« Schande sein. Samuele ist eia reicher Bankier, ein römischer Rothschild, und ich halte ihn persönlich für ein« ehrenwettherm Mann als die elend« Renegat«, welch« 1« Begriffe stad ihn zu wähl«.' »Jew. Ree.', dem «tt dies« Auszug mtnchmm, glaubt nach gut« Nachrichtm, daß Alatri wirklich gewählt «erd« wird. Aloreuz. Nach de« Zahlverhältntß käme auf die italienisch« JSraelttm et» Deputtrter; um jo «ehr ist e» hervorznheb«, daß nicht wmtger al» zehn JSraelttm im Parlament ihr« Sitz einnehmen. Diefelb« wurdm meist in der Lombardei, Lenetieu, ToSkaua und in dm früher« Provinz« de» Ktrchmstaate» gewähv. (*.&».) Ungar». Währmd da« »Tradtt. Jud.' eine große Lifte von Gemeinden, welche fich auf Grund de» otthodoxm OrganifattouSstatvt» gebildet Hab«, veröffeuüicht, battchtet die erste Nummer der nmm »Ung. Jüd. vochmfchrift' von zwei Fäll«, in welch« da» in dm Coogreßstatutm vorgesehene Schiedsgericht zusammengrttet« ist «nd Strettigkeitm iuuerhalb zweier Gemeind« auf höchst befriedigende »Lesse geschlichtet hat.

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