Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 3 (18.1.1871)
- Date
- 1871-01-18
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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28 Jerusalem. Ni« da» .Ausland' berichtet» hat sich tu Nordamerika et» Verein zu Zwecke« der Erforschung Palästina» gebildet. Seine Zielpunkt« find ganz dieselben wie die Palestine Exploration Fund, mit dem er zusammenwirke« und die Arbeit thellea will. Borfitzender ist der wohlbekannte Aegyptologe Rev. Dr. Thompson in New-Bork. — Ueber Ermittelungen der eng» lisch«« Fal. Explor. Fund hat »Jew. (Ree.4 letzthin Mittheilungen gebricht» welche jedoch nicht» besonder» Wichtige» enthalten. Auf dem Lempelberge ist jüngst eine Cisterne entdeckt worden, welch« die eoloffale Größe von 1800 Mette» Länge und Brette bet 25 Metre» Tiefe hat. 63 Stufen führen hinab. Die Annahme, daß sie von König Salomo erbaut sei, ist wohl nur Dermuthung. (Wir machen auf den Palästina betteffenden Aufruf im Jnseratentheil aufmerksam.) Unsere in Nr. 2 gebrachte Notiz über die Decoration de» de» vr. Land»berg in Görlitz wird un» au» guter Quelle dahin berichtigt, daß derselbe nicht da» eiserne Kreuz, sondern da» »bayerische Ritterkreuz4 erhalten hat. Der Orden, blau «mailltrt mit Gold, im preußischen Keldlazareth bi» jetzt die erste derartige Auszeichnung, trägt al» Devise die Worte: »Ludwig IL dem Stabsarzt Dr. Land-berg g. fr. Erinnerung4 und wurde dem Dr. 8and»berg mit einem huldvollen Begleitschreiben de» König» von Bayern am 5. d. M. in sehr feierlicher Weise überreicht. Literaturberichl. W»kf, Dr. Die Geschichte 3»rael» für die i-rael. Jugend. Tftitte, vermehrte und verbesserte Auslage. Wim 1871. Di» zweite >»fleg« iß 19M erschiene», die dritte ist in zwei Punkten weseiMich erweitert und verbessert. E» stad an»ge»ähltr Kapitel an» de» proschete» »ad Hagiographe» an geeigneter Stelle eingeschaltet, nn» di« 9k> schichte ist in kurze» Zügen (S. 2vl—SSV) twn der zweite» Zersiörnng Jerusalem« di« ans die Gegenwart fortgefthrt. Seid« Erweiterungen sind höchst zwe<!mäßig. Di« biblische Geschichte schließt sich ziemlich gma» an den Wortlaut de« Dezte» an, jchach mit Auslassung, Kürzung »nd eiageschobeaer dt« lännrnng. Zwischen den Gegensätzen: dürftigem, wörtliche» klulzug» und srrier» rein »ach tndividneller Anfiaffnug gefärbter, verwaschener Erzählung schein mW hier di« völlig« Witte gehalten. I» de« christlichen Schulbüchern ist diese Methode der biblische» Gefchich«»-Erzählung schm, früher dt« «blichst« gewse» und wird auch von Juden neuerding« zumeist befolgt. (Bücher, welche, wie z. B. Ella»'«Leitfaden, nicht zu« Lesen bestimmt stad, befolgt» and,« Methoden mit Hecht.) Daß et» Abriß der biblische« Geographie eia. geslcchtr» ist, ist zweckmäßig, dagegen halte» wir die Erläutern»- de, zehn Gebot« sür entbehrlich in diese» Bnche. lieber viel« Edelheiten fers «an wobl mit de« Verfasser rechte». Warum ist z. B. ans S. 27 da» TNom auf dem doch der moralisch« Kern der Erzählung beruht, ausgelassen? Wie komm: der Verfasser zu de» 13 Eigenschaft«», dft er S. V7 «tzählt? Doch ist e« uu« um eine Specialkritik hier nicht zu ihn». Die Au«i»ahl de« an» der Geschichte der Inden »ach der Zerstörung Jerusalem« Gegebene» beschrinft sich ans »ie änßere Stellung «nd biographische Angabe». Di« Entwickelnng der Literatur kan» de« Kindern allerdttz« nicht vorgetragea werde». Di« Auswahl ist durchweg, wie uni Matt, verfändig. I» der Geschichte »er aenestn, Zeit, resp. »er Gegenwart, ist der Karrpf der Parteien in Bewacht gezogen. Man kau» mit »er Objectwitli, mit der die« geschehen ist, i« Allgemein«» znsriede» sei». Aaüaß, ch., Deutsch«» Lesebuch für Oberklaffen i»rael. Volk»- schulen. Erste Abtheüuug. Schleswig 1870. Wo e« jüdische Bolk«schule» gftbt, ist rin besonder« für st« au«gearbritete» Lesebuch Bedtrfnlß. Es war vor 20-30 Jahre» nicht der Fall, seiüiem aber sind di« für össentlich« Schule» bestimmte« so coufefstonell gewoide», »aß t» unmöglich, unsinnig ist, stein jüdischen Schale» zu benutzen, «nt traurig, st« jüdische» Kinder» ^be» z» müsse». Daher eutstau» die Hechtlch« Bearbeitung de«Häster'sch«» Buche» und da» von Adler heran«« gegeben«. E« will «1 bedäule», daß da« neue Vach von Jakob bester sei» al« sein« Borgänger. Es enthält viel positiv Jüdische», Stücke von Sach«, Zniz tc, wir würde» ,» jedoch für sehr zweckmäßig halte», wen» amh et», gelue Erzählungen an« der nachbibllsche» Geschichte ausgenommen wäre», d» dürft» i» eine« solche» Leftbnche dt« Stück« an« de» denrsche» Klassiker», »eiche GemetnPU de» Bolle« sind «nd sei» solle», nicht fehlen, und «» ist drranf zur Genüg« hier Bedach« genommen; auch ist der Erzählung» Parabel u. s. w. an» de« Midrasch» in prosaischer Form wie in poettscher Bearbeitung, ihr Siecht gewordea, aber statt maacher gleichgültigen Geschichte, dft weder klastisch ist, noch »Lehr« »der Wet»h«U« enthält, hätte etwa« Jüdisch- GeschichUtch«« fteheu könne», da di« Schüler der volttfchule ohuehtu wenig genug vou d» Geschtchtt ihrer «orfahreu höre». Darum wäre da« Buch doch nicht eia durch,»« specistsch. jüdische«, wa« c«, wie schon augedrntet, auch nicht sei» soll. Immerhin bietet e« mehr al« dft Vorgänger, welche lediglich christlich« Lehrstücke -«striche» und etat-e jüdisch« — Läppchen, ander« läßt e« sich nicht be^tchuen — «mgestickt hatte». Wir erwarten dft »weit« Abtheüuug, welch« angekündigt ist. Briefkasten der Nrdaett««. Unsere Herren Eerrrspoudeu.ru werde» in Folge vieler Reclnmatioueu gebet««, hebräische, bezw. talmudisch« Eitat« möglichst z» meide», jedenfall» aber Uebersetzuug beizusltge» (auch vuadratschrift zu gebrauchen!) Dft »Wochenschrift« ist nicht allein für Gelehrte bestimmt. Ed. Jew. «esse»,er. Ihre Bemerkung «ege» Thora ist richtig, dft uusrige war nicht bös gemeiut! Sft werden einräumeu, daß wir den Leser» ia Deutschlcmd wohl eiumal ei» Lächeln bfttru möge», »um Lache» komme» wir jetzt leider doch nicht. 0. Ich habe geändert. Wohl thelle ich dft von Ihnen gegebene Aufsastuug, und »ü uu» Beide» sehr vftft, aber Tvm ater. I. C. in B. vft kann eia klar denkender Kopf den gewaltigen Unterschftd zwischen "T3n und andern Büchern, wie sie auch heißen möge«, übersehe»? oder handelt e» sich hier «a W»OTi?! — Ser hat ihnen ferner gefagt, daß MV um jene Zeit versaßt sei? Uud wenn, wo blieb« dft Bernuaftmäßigkeit de« Judenthum«, wenn »ft in dessen »amen gedrängt werde» sollten, alle« zu glauben, wa« al« „von «ugen^ugen beglaubigt" erzählt wird? wft kämen wir dazu, über dft S«adersacht uu» de« Wunderglaube» anderer Leute zu reden?! cm -r*e .*rrb mrinyi Ihre vemerknnz wege» mn ist falsch, sehe» Sft uur z. B. tM NW^NV zur betr. Stell«. Jos. Eoh« jnu. B. Abonncment»b«tmg f. d. Halde Jahr 3 fl.». W. dftect an dft Ezpeditio» zu senden. Berichtigung. Nr. I, S. 4d, g. 17 ». u. l Weihnacht»sertea st. weihnacht»seftr. Attstka«, 13. Januar. Bon den zu jüdischen Feldseelsorgern ernannten Herren ist Herr vr. Lewin gestern Abend von hier abgereist und wird im Laufe nächster Woche wohl seinen Bestimmungsort Versailles erreichen. Herr vr. Blumenstein gedenkt Anfang nächster Woche seine Reise anzutreten, während Herr vr. Rippner augenblicklich noch nicht in der Lage ist, den Termin seiner Abreise genau fixiren zu könnm. Die nicht unbedeutenden Geldmittel, welche die Erfüllung der mühevollen von jenen Herren übernommenen Pflichten erfordert, werden hoffentlich schnellstens durch freiwillige Besteuerung der jüdisch«: Gemeinden aufgebracht «erden. Es find in dieser Beziehung schon einleitende Schritte bei einigen bedeutenden Gemeinden Deutschlands unternommen worden, denen beistimmend« Zusagen gefolgt find. ES werden jedoch auch alle anderen Gemeinden nicht verabsäumen, ein«! Ehrenpflicht gegen ihre Brüder im Felde nachzukomatm und zum Unterhalt der jüdischen Feldseelsorger und zur Unterstützung der jüdische« Soldaten im Felde ihr Scherflein beizutragen. Der Herausgeber d. Bl., Herrr vr. Treuenfels in Stettin, wird zur Entgegennahme von Geldbeiträgen gern bereit sein uud seiner Zeit über dieselben Rechenschaft ablegea. Die verehrl. Redactionen der jüdischen Zeitschriften »erde» ergebenst um Aufnahme dieser Zeilen oder eine« geeigneten Auf« ruft in ihren Blätter« ersucht.