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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-18 · 3 (18.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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20 Diese <Sd»uIe wird aber meist nur von freiwillige« Zuwendungen erhalte» und v>rwieg«d von Kindern armer Elter» besucht. Umstände, wttche bei allem Eifer der Lehrer die Schule immer auf de« Niveru de: »Armcnschule* — auch in ästhetischer Beziehung — festbaime» vird. — Da Sie in einer der letzten Nummern d. Bl. Mosen.hal'» gedachten, so erfahre« Sie auch wohl mit Theilnahrie. dcß demselben nächstenein 25jähr. Dichterjubiläum bereitet «iro, wozu ihm auch die eiserne Krone, d. i. der Ritterstand, zukedacht sei« soll. 6. 30. Decbr. (Oriz-Corr.) Von einer größeren Steife zurrckgekehtt, lese ich erst heute die jüngsten Nummern der »Israel. lVocheffchrift*, u. «. auch die Artikel: »Zur Verständigung* »oa Lerrn vr. Rülf, sowie den der »N. Fr. Pr.* entnommenen: »Die französischen Juden', durch. Gestatten Sie mir nun, diesen beiden, einander widersprechende, Ai «laffungen eine, WOO nr%l 2TTO, dritte ausgleichende anzureihen refp. gegmüberzuftellen. Vor all« Dinge« muß ich nun bemerken, daß es eigentlich gegen meine Gewohnheit ist, in der Oeffentlichkeit zu potitisiren, geschweige denk, in politioi» zu polemifiren. Wenn aber, wie im gegemoärttgm deutsch-französischen Kriege, von unseren polnischen urd französischen Glaubensgenoffe« eine parttcularistische, ich möchte sagen jüdisch, deutsche Polittk wachgerufm werden soll, um den bewäb.-teu Bieder- und tteuen Bürzerfinn der deutschen JSraeltten in seiner patriotische« Hingebung zu schwächen, dann ist'- wohl eine heüige, nationale wie religiöse Pflicht, der gleiß» nerische»!8erführ»ng (?) mit lauter Tttmme zu antwotten und die durch die wundersamsten Mittel a«-gestreuten Tendenzlügen vor der L>«fferi:lichkeit zu entlarven, um sie also für alle Zeiten unschädlich zu mache». Sie scher nun schon, daß ich auf der Seite meineverehrte» Colleger vr. Rülf stehe. Kein Wunder aber, daß wie dieser, so auch ich um die politische Ansicht oft befragt werde. »Auch ich bin in Arkadien* — geboren? nein! aber ich wohne an der polnisch« Gr«z« und da hat enamentlich fett dm Tag« von Dörth und Sedan mancheinteressante Colloquium gegebm zroischm ruhig dmkendm, geistig überlezenm Deutsch« und sangtinischm Polm, die örtlich und geistig gern überall und darum nirgendwirklich zu Hause sind. Letztere ver» schanz« ihre deutsch-feindliche Gesinnung in ähnlicher Weise wie die elsäffer*) J-raelitm hinter de» so oft gehört« Satze: »Die Judm in Preuße« habm keine Rechte.* Lass« Sie «ich daher auf diesebeliebt«, mtt beliebig« Variation« vorgetrazene Thema etwa» näher eingehml Ich verspreche Ihn« auch hier nur solche Punkte zu berühr«, welche Herr vr. Rülf in seinem anziehend« Aufsatz« unerwähnt gelaffen. Zunächst meine ich conftatirm zu müffm, daß der Haß der polnisch« Judm gezm Deutschland älter al- Napoleon HI., älter alunser greiser Heldmkönig Wilhelm I. ist. Dafür bürgt schon da» allbekannte: »Wateiffch!*, dafür bürgt ihre!3er» biffenheit gegm da» deutsche Judmthum. Wie jme polnffchm Rabbinm dm unsterblich« Mose» Mendelssohn, so begeifert noch heutig« Tagejeder polnische Melammed unsere dmffchm GlaubmSbrüder auf Kanzel und Katheder. Allerdings lebt und handelt der polnische Jude wohl auch nach dem Dichterwcrte: »Man kann nicht stet» da- Fremde meid«, da» Gute liegt un» ost fo fern* — aber wenn er und ganze Schaar« mtt ihm da» Gute — dagute preußische Geld — au» der Feme geholt, dann fängt er etft recht an auf Dmtschland zu räsonnttm, und andermacht e» auch der Pole nicht, der Etwa», eine kleine Dosis etwa von deutscher Bildung gekostet, von deutschem Wiffm genoffm. Jetzt aber — im gegenwärtigen Kriege — hat sich jmer fanatische Haß der polnisch« Juden denn doch verrannt! Sie find französisch gesinnt, »weil die prmßischm Juden keine Rechte habm*. Lächerlich! Wie dürft ihr, Galizianer, euch untersteh« über die bürgerliche Stellung der Judm zu spreche«, wmn bei mch die Glaser hi« und wieder vollauf beschäftigt sind, für die «ch eingeworfmm Fensterscheibm neue einzusetze«, wen« in «rm größeren und kleiner« Landstädt« zu «rem Schutze vor dm gleichgestellt« Mitbürgem Militär requtrtrt werdm muß! Nein! Ihr müßt ein andere» Motto für «rm Dmffchm- *) vir müffm dies» Zusammmstellmal« «mgerecht mb »u-egrlludet »«rückwetsm. S>tT tonn dm -lsäkser» au» ihrm Spmpathim »tum Borwurf «achm?l U wäre ja niederträchtig, wmn st« ihre« bisherig« viter» laude, »elch»» ste mit vohlthat» überhäuft hat, dm «ückm wmdm wollt«! »Mein Later!* rief sie und sank von Nmem ohnmächtig zurück. Gleichzeitig fiel ihr da» Barett vom Haupte und ihr schwarze» Haar wallte in lang« prächtig« Flechtm zu Bod«. Ein vieffacher Frmdenfchrei antwortete dem ihrige». »Jucntta* rief der Mönch, welcher glaubte, ste wolle fterb«. »Mene Tochter!' rief der unglückliche Vater und schloß da» ohnmächtige K nd in seine Arme. »Diego!* sagte der Mönch, außer sich vor Staun«. »Und Ennquez!* rief der Vater wieder, die Hand de» Mönide» ^greifend. Ehe man an die gegmseittge Erzählung der erlebt« Ab«» teuer dm!« konnte, mußte Juanita in» Leb« zurückgemfm werden. Der glückliche Vater und Enriquez ttugm sie sanft in da» nahe Dorf Larran, in dem Diego schon fett einer Woche lebte, und bald hattm sie die Frmde, da» junge Mädchm sich erhol« zu seh-n. (Schluß folgt.) „Sine moderne biblische Geschichte." Untei diesem Titel berichtet der »Hon* folgende» Histörch« au» Mihalyfalva in Sieb«bürg«: Hier wohnt ein J-raeltt, der zwei Enkeiinnel hat, zwei ZwillingSmädchm. Da» eine Mädchm hatte eine Bekanntschaft mit einem christlich« Sifmbahnbeamtm, der von dem Großvater auch die Hand de« Mädchm» verlangte. Der atte Herr wollte indeß durchaus nicht etnwilltgen und kam auf d« Gedank«, er «erd« dem Kinde schon ein« Bräuttgam herbeischaffen, wmn e» ihm nur darum zu thu« ist. Er schasst« auch ein« herbei und zwar natürlich ein« solch«, bet dem da» obige Ehehinterniß nicht obwaltete. Di« Verlobung ging vor sich, der Contract wurde unterzeichnet, der Handschlag gegeben, ganz wie Gesetz und Sitte e» verlangten. Allein im groß« Vergnüg« vergas,«» sie ganz, daß bei einer Verlobung auch ein« Braut da sein müsse. Die aber war nttgmd» zu find«, denn sie war mit ihrem Geliebt« nach Debreczt« entflohen. Darauf große Verwirrung. Einleitung der Verfolgung — Alle» nutzlos. Nun aber bestand der Bräuttgam auf dem Bettrag: er forderte die Mitgift n»d da« Mädchm Der Alte wußte sich nicht z« helfen; die Mitgift wäre schon zu Hab« gewff«, allein woher ein Mädchm nehme«? Al« sie rathlo» dastaudm, öffnete sich die Thüre, und herein trat di« ZwAiogSschwester de» entfloh«»« Mädchen». Ein Gedank« fähtt dem Großvater durch dm Kopf; er steht auf dm Bräuttgam, dieser versteht dm Blick, ergreift dt« Hand de» Mädchen», da» «rröthmd die Augm «iederschlägt, und Jakob erhält Lea statt Rahel zur Frau. (B. «•»$,).)

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