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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-18 · 3 (18.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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19 Der Redact eur de« »Jlraeltt' war bet de« Sommandantm der Hessisch« Divifioa, de« Prinz« Ludwig von Hess«, wegen Llnstellung eine« jüdischen Feldgeistliche« vorstellig geworden, -lach lange« Warte» ist diese Litte dahin genehmigt, daß der von Herr» vr. Lehmann vorgefchlagen« RabbinatS-Eaudtdat Herz Ehrmann, welcher sich gegenwärtig alt einjährig Freiwilliger bet de» Ersatztruppen in Darmstadt befindet, zu der mobilen Arme« versetzt werde, damit derselbe seinen Dienst alt Feldrabbiner au»- i«ben könne. — Dat betreffende Schreiben ist von Orleans, 23. December, dattrt. Frau vr. Hildesheimer tu Berlin und Fräul. Picard in Mainz haben «egen ihrer Thättgkeit tu den Lazarethen von der Königin August« die golden« Medaille »für Arbeit für da» Vaterland' erhalte«. ,3ew. Record.' vom 6. Januar läßt stch aut Berlin eine rührende romantische Geschichte von einem französtschen Gefangenen erzählen. Da wir nur Nachrichten, keine Kriegt-Novellen, sammeln wolle«, so halten wir die Mittheilung vorläufig zurück uud mach« unsere College» von der »Jüd. Preffe' aufmerksam. Sie werden leicht erfahren können, ob Dichtung ob Wahrheit. Der »Cape Argut' thellt mit, daß der Rabbiner in der Cap stabt, Herr Rabbinowitz, dort eine Collect« für die Berwundeteu, deutsche uud französische, veranstaltet hat. Dieselbe brachte gegen 60V Thlr. (J».ehr.) Berichte und Correspondenzen. Deutschland. D Karltrnhe, 29. December. (Original. Corresp.) Am letztverfloffeneu Sabbat verbreitete fich hier, einem Lauffeuer gttich, die Nachricht, der Sohn einer hiesige« sehr geachtet« jüdischen Familie sei ü« der Schlacht bei Nuttt (18. December) gealle». Die offictelle Verlustliste war zwar uoch nicht erschienen, zwei Soldaten aut hiesiger Stadt aber, so sagte man, hätten die Hiobspost brieflich mttgetheilt. Au» gwßer Theilnahme für die Familie wollten Diele nicht daran glaub«, und vertröstet« fich auf die in d« nächst« Tax« zu erwartende officielle Verlustliste; die Hoffnung war aber leider eine vergebliche! Die Mädch« außer Stande vorwärts zu kommen» und uur auf Enriquez gestützt vermochte sie stch mühselig weiter zu schleppen. Dazu kam »och, daß in der Schlucht, die sie jetzt durchschritten, eine eisige Kälte herrschte, daß sie oft bi» an die Kuiee durch bcn Schnee waten mußten, der hier niemals schmolz. Endlich nahte die Schlucht ihrem Eude und führte sanft «steigend zu dem von d« Reisend« verlass«« Wege. Warm sie erst ob«, so befand« sie fich i« Lande der Freiheit. E» galt nur noch eine letzte Anstrengung, dann warm sie gerettet. Durch die Hoffnung auf baldige Freihett raffte sich da» todmüde junge Mädch« noch einmal auf. Sie nahm alle Kraft, allen Muth zusannn«, und halb von de« naermüdlichm Mönch getragm erreichte sie da» langersehnte Land. Der Mönch war ganz und gar mit dem jnngm Mädche beschäftigt, da» eb« ohnmächttg «eb« ihm zusammmgefunkm war, und hatte de»weg« ein« Mann nicht bemerkt, der einige hundert Schritte vor ihn« am Fnße de» Berge» stand und mit außerordentlicher Aufmerksamkeit alle ihre Bewegung« verfolgte. Jnantta aber hatte ihn in demselbm Augenblicke, als sie auf der Höhe der Straße angekommm warm, erblickt, und der plötzlich« Schreck über diese Erscheinung hatte ihre Ohnmacht verursacht. Mit Müh« gelang e» Enriquez durch dm Rest de» Weine», den er »och bei fich hatte, die LebeuSzeister des jung« Mädchens wieder wach zu rufen. Al» sie die Augm aufschlug, war e» ihr Erste», dm Mönch auf die unbekannte Gestalt aufmerksam zu mach«. traurige Wirklichkeit ist seitdem evidmt gewordm und die Familie, die dm Verlust erfahren, um so mehr zu beNagm, al» da Ge» fall««, Levi mit Ramm, erst IS Jahr alt war. Er hatte fich beim 'AuSbmch de« Kriege» al« einjährig Freiwillig» gemeldet, war «hü al» nicht kräftig gmug zurückgewiesen wordm. Bor etwa sech» Wochen hatte er fich mtt dm andern zurückgestelltm 20 jährigen Badmsem da Ober-Revision»-Commission gestellt, war nun angmommm «ordm und hat so rasch da» Ende seina Laufbahn gefundm. — Oesterreich. -rz. Wie», 5. Januar. (Orig.-Corresp.) Mit dem »mm Jahre scheint mdlich die ciSletthanische Seminar-Angelegenheit in da» Stadium wmigsten» da Borbaeitung rücken zu sollen. Wie ich au» fichaa Quelle höre, will die Regiaung eine Com- Mission auS »Geistlichen und Laim' anmnm, welche auf Grund der früha geforderte« Gutachtm ein mdgültigeS Programm mtwerfm soll. Die Commission soll je nach Bahältniß da jüdischen Bevölkerung Mitglieder au» Böhmen, Mähren, Schlefim und Nieda-Oeftareich mthaltm. Don hier auS sillen die beidm Prediga und die vvr. Engel und Kompat da Commission zugetheilt wadm; üba zwei weitae hiesige Thellnehmn soll noch kein pofittva Beschluß gefaßt sein. — Mit dem »mm Schulgesetze find auch die Jnstitutionm der Land- und BczirkS-Schulräthe in» Leben zetteten. In beidm fitzm Dertreta da jüdisch« Gemeind« neben dmen da übrigm Glauben»-Genossenschaften. Die hiesige Gemeinde hat ihr Borschlagsrecht zu Gunsten de» Harm vr. Engel für den Lande»- und de» Ham vr. Kompat für dm BezirkS-Schulrath geltend gemacht. E» hat in da Gemeinde Aufsehm «regt, daß diese Aemta nicht vielmehr uasau »geistlich« Würdenträgern' oda Religion»lehran übertrag« worden find. Andere Gemeindm Hab« die» gethan. So ist io. Linz da ReitgionSlehra Stan und in Sech»hau» vr. Schmiedel in dm Schulrath gewählt wordm. Vielleicht glaubt man hia, nachdem da» Hebräisch« in dm ReligionSschulm auf ein Minimum reducitt wordm ist, daß Laim ebmso gut die Aufsicht übm könnm, wie ReligionSlehrn und Manna von Fach. Di: einzige Schule, in welcha de» hebräisch« Unterrichte noch eiw: größere Sorgfalt geschmkt wttd, ist jetzt nur die Talmus-Thora Enriquez war ebenso erschreckt al» übarascht, al» a dm gehekmnißvollm Fremd« «blickte. Er sah fich prüfend nach alle» Seiten um. Da» stand fest, a war in Frankreich, uud «» wäre eine Laletzuug de» Bölkarechte» gewesen, hättm die Agenten da Jnquisttion ihn hia festnehmm wollm; ab« diese Erwägung konnte die Inquisition unmöglich aufhaltm, wenn e» fich daruni haadette, zwei Ketzer zum Scheitahausm zu führ« Der Manir war allein, ab« konnte nicht irgendwo eia Hintahalt verborgen sei»? — Indessen sah Enriquez dm Unbekanntm nach einignn Schwaukm näh« kommm. Je mehr a fich nähette, desto gering« wurden die Befürchtungm de» Mönche»; in da That da Mann hatte dm uasicham Gang eine» Greise»; war a ein Feind, so konnte a nicht gefährlich wadm. Da Mann schim übrigen» geahnt zu habe«, wa» im Innen» Enriquez' vorging; dmn kaum hatte n sich dm Beiden genähert» al» a mit zitternd« Stimme sagte: »Fürchtet nicht», auch ich bin ein Unglücklich«.... ArmrS- Kind,' fügte a hinzu und wollte dm zartgebautm jungm Mann, da sich ganz auf fcinm ältaen Begleiter gestützt hatte, näher in'» Auge fassen. Zn diesem Augmblicke wendete Juanita leicht da» Haupt und ihr Blick fiel aus dm Unbekanntm. Sie sah ihn einm Angmblick starr an, wie angedonnert vor Erstaun«. Bar e» «in Phantom, war eü ein Phantasiegedllde ihr« Ohnmacht? Sie stieß einm furchtbarm Schrei au».

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