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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-18 · 3 (18.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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I 18 wie wir nicht bl>» durch eingeschaltete Gedetformel«, sondern durch Lhaten ur» auch de« Feind« gegenüber all liebevolle Menschen bewetser! Währerd ich diese» niederschreib«, dringt auch der Nothruf unserer Brüder tr Palästina wieder zu un» herüber; sie sind durch Rezemnanzel und Heuschreckenplage schwer heimgesucht und dem Hungertod« nuSgesrtzt. Der Borstanv de» Verein» für Palästina in Berlin hat einen .Aufruf* erllffm, in welchem mit Recht hervorgehobm wird, daß au« Frankreich, au» welchem den Palästinensern sonst die größte Hilfe kam, diesmal keine Unterstützung zu erwarten steht. Ich üge hinzu: Auch die Alliance Israelit« hat den Roth» ständen unserer Brüder in Palästina stet» besondere Aufmerksamkeil geschenkt und war immer auf wirksame Abhilfe bedacht, wir handeln im Geist? der Alliance, wenn wir auch zu diesem heiligen Zwecke die f ir sie bestimmten Beiträge verwenden yitt ”30 y~tö ran ronp. Wohlan dam, geehrte OrtS» und Bezirk»»Vorstände der Alliance! Zehen wir »ästig an die Sammlungen der Beiträge pro 187t -mb verwenden wir sie getrost zu den beiden obengenannten dringlichen Zwecken. Die nächste Generalversammlung wird, wenr wir mit unserem Rechenschaftsbericht vor sie hin» treten, mit den Worten: Seht! Wir haben, da Ihr nicht helfen konntet, mit den Geldern Euren eigenen Landesbrüdern in der Gefangenschaft, unseren GlaubeuSbrüdern, in höchster BedrSngniß und LebenSiwth Hilfe und Linderung gebracht!* — un» dankend Indemnität ertheilen. Gebe Gott, daß die Generalversammlung bald stattfinde« könne!*) ivh abv tot nvE i*» M. R. Kriegs-Nachrichtm. Der Stabsarzt Dr. Joseph Rawitz au» Glogau hat am 25. Decbr. da» eiserne Kreuz erhallen; er ist jetzt stellvertreten- *) Ich ersuche die löbl. Redactionen jüdischer Blätter um den Abdruck diese« Ausru««. D e Beiträge für di« Rothleidcude» io Palästina wäre» am aeeiauerfte» ja Hä»? eu de« Borstande« de« paläftin. Lerriu« io Berti», »der au dä»L««tr.-Ci»auö iaAmfterdam (Firma: Holländer ch Lehre»)zu sende», für die jüdishea lkr ea«gesaogeae» au die L)rr«Vorstände der Alliance in de» Städte», in welcher, sich eine größere Anzahl von Kneg«gesa»ge»eu befindet. der Oberstabsarzt, wie schon Im Kriege von 1866, in welche« er den rothea' Adler-Orden mit Schwerter» erhielt. Sr Ist bei» Offietercorp« sehr beliebt, und e» ist wohl nur der Umstand, daß er Jude ist, seinem Avancement hinderlich, da er schon «ehrmal übergangen ist. Hoffentlich wird die» nach diesem Kriege anderl. — So schreibt un» ei« naher Verwandter de» Herr« Or. R. Rach einer Correspondenz im »Hamagid* hat verthold vodek au» Leipzig, im sächsische» 108. Regiment, für auSgezeichnete Tapferkeit in dem Kampfe bet Brie (2. December) da» eiserne Kreuz erhalten. Au» Steinbach bet Gieße» schreibt man un»: »Der hiesige Bürger Sam. Katz hatte einen Sohn al» Soldat bei dem 2. Hess. Jnf.-Reg. Derselbe ist im Lazareth zu Pont k Moussoa am Typhu» gestorben. Der dortige Krankenwärter zeigte die» aU» ball den Ellern mit dem Bemerken an, daß der Verstorbene von der israelisch« Gemeind« beerdigt Word« sei. Wenige Tage daraus kam auch ein jüdisch-d«tsch geschriebener Brief an, welcher dies bestättgte und d« ich in getreuer Abschrift beilege. Da in Ihrem Blatte und mrhreren ander« mitunter über da» ungeziemende und inhumane Bmehmm der dorttgen GlaubmSbrüter Klage geführt ist, so werd« Sie gewiß ge« davon Notiz geben, daß die» nicht bei All« der Fall ist.* — Der erwähnte Brief beginnt mll d« Sorten: »Unser Parneü von hier hat mich chargirt al» wie Schamme» soll ich Ihn« z» wifsm thun*, und erzählt treuherzig, wie die dortig« Juden sich pOpHD gewesen und dem Verstarb«« seine Ehre aagethan, die Kost« bezahll haben, und daß Schreiber tmp nachgesagt. Auf Erstattung der Auslage» wird nicht angespielt. Wir theilm die Adresse mit, da e» leller wohl möglich ist, daß irgend einem Leser mll der» selb« gedient sei« könnte: Lalowon L4vy, Desaervant an temple iarallite, rne Blqnille 48, k Pont-Ä-Mouseon. Ein Glaubensgenosse an» der Nähe erzählte un» dieser Tage: Kürzlich kam« gefangene ftanzösische Offiziere mll der Eisenbahn bei un» durch, mußt« über Rächt bleib« und wur» dm im Städtchm einquartiert. Ich erhielt zwei, der «ine von ihnen, ei» Kapitän, war Jude. Ich sah, wie derselbe am Morgm nicht nur betete und Tefilli« legte, sonder« wie ihm auch sei» christlicher Kamerad die Requisit« reichte und mit dm Gebräuch« vollständig verttaut war. Feuilleton. I u a n i t a. (Fortsetzung.) Juartta hielt sich die Hand vor die Augm, um sich zu überzeug«, daß sie nicht von einer Vision umstrickt sei, von thörichtm Veiblmdungm in Folge ihre» TodeSschreckm»! Ihr Blick fiel auf taS fatale Fläschchen, daS sie in der Hand hielt: «S war voll. Jetzt verstund sie Alle». Der Mönch hatte selber da» Fläsch» chm noch nicht geöffnet. Seine Bewegung war nur eine schlaue Finte gmes«, um feinem Gegner jedes Mißtrau« zu nehmen und ihn befto sicherer zu treffen. Der Hausmann war todt; der Mönch wälzte dm Leichnam an dm FelSabbang und stürzte ihn in d« Abgrund hinab. Die zurückgeblieben« Scherz« hattm nicht die einzeln« Handlung« mll dm Blick« verfolg« könne», der scharfe Fel»» vorsprung hinderte sie daran, und al» sie ein« Leichnam heruntrrrollm sah«, glaubt« sie, e» sei der Mönch. Aber sie sah« ball ihren Irr hum ein, und Enriquez und Juauita konnten leicht da» Wutt- ««:> Rachegeschrei unterscheid«, da» die Band« gegm sie auSftieß. Der Mönch ging vorsichtig vorwärt», um ihre Wetter« Maßregeln zu beobachten. Sie berteth« sich einige Zett, der abergläubssche Schreck«, dm ihn« der Mönch etngefiößt hatte, wurde durch dm Anblick de» bluttgm und verunstaltetm Leichnams «och vermehrt. DeShall dacht« sie kein« Augenblick daran, om Versuch, der ihrem Anführer da« Leb« gekostet hatte, zu ernmem, und beschloss« nach der früher« Ansicht de» Ein« von ihn«, dm Paß an einem der Grenze näher gelegen« Punkte zu beobacht«. Roch war also nicht alle Gefahr überstanden. Au» der Richtung, die die Scherz« nahm«, schloß Enriquez mtt Nicht, daß sie ihn« dicht an der Grmze auflauern wollt«. Dieser Punkt mußte also Umgang« werd«, mll in der Thal wußte Enriquez einen halSbrechendm Dez durch eine fünfhwllett Fuß tiefe Schlucht, die man verfolg« mußte, um in einem ungehemm Bog« dm gangbarm Pfad, aber bereits auf ftanzösifchem Bob«, wieder zu erreichen. Da» war unter d« jetzig« Verhältnisse» da» einzige AuSkunftSmittel. Vorläufig aber war e» nöthig, dm Weg am Rande de» Abhanges, auf welchem sie sich nun befanden, eine Sttecke zu verfolg«, und zwar in derfelbm Richtung, wie soeben die Dimer de» heilig« Officium». Rach zweistündiger Raft, al» er die Feind« mtfernt gmug glaubte und sich Juantta «inigermaßm von dem auSgestandmm furchtbar« Schreck« erholl hatte, setzt« sie unter unsäglich« Beschwerden mtt der äußerst« Vorsicht die Resse fort. Ball war da» junge

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