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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-18 · 3 (18.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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m 8. -1871 L. Jahrgang -- g*?**litt**fc* - Wochen-Schnft für die religiöse« u«d soeiale« Interessen des Judenthums. «rscheiut itben Mittwoch. VttU «ierteljLhrlich 20 Stlbergroschen. (ki M brcifpaltigc Petitteila^der bntti Raum IV. «flt- Berauttoortticher RfbaÜrot und Herausgeber Rabbiner Dr. A. Pra-enfetü in Stettin. Breslau. 18. Januar 1871. Zu bezieh«» durch alle Buchhaadluageo und Postaustalteiu )user»te»-A»»a-«« t> der Schietter'schea Buchhandlung (H. Skull ch) in Breslau. Inhalt. Leite»der Artikel: >u dt« Ort»- »ud BezirkS-vorfttlude der Alliance Israeli»« Uuiversell«. Krieg--ltachrichteu. Feuilleton: Juauita. (Fons.) Lin« moderue biblische Seschichte. Berichte »ad Aorrespoudenzm: Deutschland: Narl«. ruh«. Oesterreich: Wteu. vielitz. Baja. Lmerika: Nordamerika. Beraetschte und neueste Nachrichten: Berlin. Eiraßburg. Metz. Amsterdam. Rom. Florenz. Ungarn. Jerusalem. Literatardertcht. Briefkastr». Berichtigung. Aufruf. Vaea»ze»-Listr. Inserate. An dir 0rt9- und Aefirlu-PorstLnde der . Alliance Arraeltte Universelle. Die Sammlungen für die Alliance find seit AuSbruch des Kriege» auleicht begreiflichen Gründen fistirt worden. Um jedem Mißverständnisse, zu welchem schon der französische tzlame de- Verein- Veranlaffung gegebm hätte, au»zuweichm, hat man — wohl mit Reckt — alle Verein-»Angelegenheiten bislang ruhen lassen. Die Verbindung mit dem Emtral-Comitö ist unterbrochen. Die jährliche Generalversammlung, die sonst tu den ersten Wochen des Jahres stattfaad, wird wohl vor der Hand nicht stattfindm können. Die »Berichte', die von der großartigen, über daganze Erdenrund fich erstreckenden segensreiche« Thätigkeit de- Verein» so glänzende Zeugaisie ablegten, »md die mit den darin enthaltenen begeisterten und zündenden Reden die Herzen nicht bloher Hörer, sondern auch der Leser raitfortrifieu und einen mächtigen Sporn für die Aulbreituug des Verein- und die rührige Thätigkeit der Eub-Comitö» bildeten, werden wohl noch lange au-bleiben. Sollen wir aber bi» dahin müßig warten und jede Thätigkeit für den Verein, diese großartigste Schöpfung der Judmheit in der Neuzeit, einstellen? .pp 1**21 '21 Iran DOT» UT0K1 »Warten und in Unthätigkeit verharren wäre Versündigung' gegm diese« Institut, das in Deutschland eben erst Wurzel zu fassen anfing; und dies umsomehr, als man von gewisser Sette her in dieser unterbrochenen Thätigkeit eine willkommene Veranlaffung erblickt, . um den Längst gehegten Plan einer ,Lo»reißu«g' oder gar »Erbschaft--Antretung' zu realistren. Darum halten wir fest an der Einheit des Verein«, und laffm wir seine jungen Wurzeln in Deutschland nicht durch den eisigen Krieg»- hauch ersterben. Thun wir Otts- und Bezirk»»Vorstände unsere Pflicht, gehen wir rüstig an'« Einsammeln der Jahresbeitrüge, damit die Mitglieder sehen, daß der Verein fortlebt, daß der Krieg-sturm ihn nicht in seiner Kraft gebrochen, seine «rsprteßliche Thätigkeit nicht verfirgt ist. Allerdtnghaben wir «nauf dm Einwand vieler Mitglieder gefaßt zu machm: Wozu die Beiträge zahl«, da sie ja doch nicht an ihrm Bestimmungsort abgeführt werdm könnm; da der Verein seine Zwecke nicht erfüllm kann, weil da- Central» Comitö jetzt wichtigere Dinge zu berathm hat? Es ist wahr: die großen, allgemeine», weithin fich erstrecken» I dm Ziel« des Vereins laffm ohne Cmtral-Comtt» fich nicht gut j praktisch verfolgen; allein e» giebt Zwecke, für welche im Geiste de» Verein» thätig zu sein der g 18 der Verein»-Statutm unS berechtigt. Dieser lautet: »Die Ort»- und Bezirks-Vorstände handeln in Fragen, welche sich lediglich auf ihrm Ort oder Bezirk beziehm, selbstständig, aber unter eigener Verantwortlichkeit.' (Dieser Paragraph ist selbstverständlich cnm gmno ealis und nur im mgstm Zusammenhänge mit Artikel 1 zu verstehen, I da er sonst da» Universelle de« Vereinaushebm würde.) i Ein dringlicher Fall, auf welch« der Z 18 unbedingte Anwen-! düng finden könnte, wäre meine- Erachten» die Erleichterung :‘bet Lage der jüdischen Krieg-gefangenen. Diefrlbm; befinden fich in größerer Anzahl in einzelnm deutsch« Festung»- j städten. Ihre Lage ist anerkanntermaßen •) eine traurige; doch | sie leiden nicht in ihrer Eigmschaft als Juden, sondern al» Gefangene. Wenn jedoch Viele oder die Meisten von ihnm I dm Wunsch ausgesprochen, koscher gespeist zu werdm, und die I Gemeinden, in deren Mitte sie fich befindm, dieauf längere 1 Zeit auS eigen« Mitteln nicht bestreiten können, so wäre da» sicherlich ein Fall, für welchen die Hülfe der Alliance in Anspruch i zu nehmen wäre. Diese Armm, doppelt Beklagm-wenhm, leid« somit auch in ihrer Eigmschaft al- Juden, und für sie hat da- Alinea 2 de» Art>kel» 1 in Kraft zu treten: »Denjenigen, welche in ihrer Eigmschaft al» Judm leidm, eine wirksame Hilfe angedeihm zu laffen.' Denken vir un», irgendwo au» dem ferum Osten oder Norden wäre der Ruf an das Ohr der Alliance gedrungen, daß fich daselbst viele Hunderte jüdischer KriegSgefangmm befänden, dmm koschere Speisen zu verabfolg« die betteffmdm Gemeinden nicht im Stande sei«, würde da» Central »Comitö nicht sofort bedeutmde Summm zur Abhilfe hingesandt haben? Man dmke nur a« die Unterstützungen, die die Alliance dm russisch« Judm zu Theil werdm ließ. Oder haben diese Krieg-gefangmen, weil sie in dm Reih« der Feinde unsere» Vaterlandes gekämpft, deshalb keinm Anspruch auf unsere Unterstützung? Tritt nicht vielmehr in gewiffem Sinne 0"rap pTB m*2 inu hinzu? Ich würde keinm Anstand nehmen, einm Theil der Beiträge der Mitglieder für dies« Zweck zu verwm den. Zeig« wir 3»raelitm *) 8o sagte mir der hiesige Gruverueur, durch deffeu Feuudlichkeit «- mir gelang, einige jüdisch« Uriegtgesaageu e vom Barackenlager zu befreien uud ihn,« ei« lluterkommeu bei Lnueiiid «-Mitgliedern zu »erschaffen: Sollten diese Leite dm Instructionen nicht »acht»« me», da»» drohen Sie ilmeu »ur mit „bcn Baracken"!

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