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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-11 · 2 (11.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
2 (11.1.1871)
Date
1871-01-11
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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12 bet Eavallerie Freiherr, von Manteuffel zugewiesm worbe, ist. Die genannten Oberbefehlshaber haben durch da» König!. Kriegs» Ministeri»« die erforderliche Mtttheilung erhallen. Der Minister der geistlichen, Unterrichts» ' nnb Medicinal-Augelegenheiteu. » «übler. >a de» Radbin« jxrr» vr. Lreuenfel» Wohlgedornt. Die beigele-tm Legitimationen find von dem Vertreter des Kriegsmivisters, v. Klotz, bereits nnter dem 1b. December aus» gefertigt <eS erklärt sich daran« zur Genüge, daß die »Nordd. Allg. Ztg.' bere tS vor 14 Tagen die Nachricht bringen konnte). Sie stimmen wesentlich mit dem Bortlante obigen Llescript« überein, »nr ist in denselben gesagt, daß »eine Mundportion gleich den christlichen 1 Feldgeistlichen' und daß freie Fahrt in der zweiten Bjaxmklaffe gewährt wird. Auch heißt eS darin: »Alle Militär- und Civilbehörden werden ersucht, dem ... zur Erreichung seiner Zweckes jede thunlichste Unterstützung» auch erforderlichen Fall.« den nöthigen Schutz und Beistand zu gewähren.' Damit wär: nun die Angelegenhest nach langem beharrlich« Dräng«, wozu noch Verwendung höher« OrteS, welche vir eintret« zu laffm in dm Stand gesetzt warm, gekommm ist, zu einem immerhin befriedigend« Resultate geführt. Wir glaub« zu der Annahme berechtigt zu sein, daß Graf BiSmarck, deff« Blick ein freierer, nicht auf das eonfefsionelle Gesichtsfeld beschränkter ist. ein w«ig nachgeholfm hat. Schwer genug mag die Entbindung von obigem Rescript vor sich gegangm sein, doch wenn man nur nnm gut« Geburtshelfer hat. Wir!)abm allerdings keine Telegramme erhalt« und fingirm auch keine solchen, aber wir fr«m uns deS Erfolges. Daß die jüdisch« Soldat« eS bitter empfind«, wmn ihre Kamerad« an jedem Sonntag zur Kirche geh«, währmd sie zur Bewachung der CantonnementS Zurückbleiben muff«, geht unter anderem aa» einem im »Israel.' in vor. Woche veröffentlicht« So idatenbriefe hervor, wir Hab« Sehnliches mündlich von Zurückge'ehttm gehört. Wmn aber von Test« der Redaction de« gmanittm Blattes darüber geklagt wird, daß die emannten Herr« nicht auf daS frühere Rescript, also ohne freie Fahtt, Quartter :md oh re Legitimation abgereist sei«, so erwidern wir darauf, daß wir dies wohl überlegt und nach Rücksprache mtt höher« Militärs als ganz unthunlich erkannt haben. Für Geld ist im Innern Frankreichs nichts zu erlang«, wer zum Ziele komm« will, muß requiriren, wenigstens für sich requirirm laffm können. Aber allerdings bedürfen die Herren, welche da« so mühevolle Amt lediglich im Interesse des Judenthum« unentgeltlich übernommen haben, erheblicher Geldmittel, sowohl für sich, wie auch alS beste Gelegenheit zu zweckmäßigster Unterstützung kranker x. jüdischer Soldaten, auch zur Anschaffung und Bettheilung von Gebetdüchem x. Wir bettachtm eS als Ehrenpflicht jüdischer Gemeind« und wohlhabender Pttvaten, hierzu beizutragen. Wir find vorläufig bereit, Beiträge mtgegmzunehmm, und werden hoffmtlich in nächster Woche weitere Schtttte, etwa zur Bildung eines Comttö, anzeigm können. Selbstverständlich könnm wir eine eigmliche Subscription nicht auf eigme Hand eröffnen. Schließlich noch die Bemerkung, daß der früher von un« nominitte Herr vr. Guttmanu zurückgetttt« ist, weil er seine Gesundheit für die Strapatzm eines Winterfeldzuges nicht für *) 8nf der Adresse lautet bei Titel »jüdische Feldseelforger» — als» d«ch nicht »Seifiüche». E« geht nicht» über Lonseqnenz, die stet» noch «in Pfirtchei, dnrü> welch«« sie die eigene Seel« rettet, ja finden weiß. Oder fofi «tgedeute: sein, daß man anch nur für di« Seele der Herren smgen wollt, da die »Mnndporttonder christlichen Geistlichen allerdings den Magen der jüdischen Seelsorger nicht füllen kann? geeignet erachtete, und daß für ihn die Herr« vr. vln»«- stein, welcher dm Gottesdienst vor Metz abgehaltm hat, und vr. Rippner fich gemeldet haben. Stellt», b. Januar. Das im vorig« Blatte «ttgetheilte Schreib« ans Lyon ist, wie vorausznsehm war» an viele Rab» biner DenffchlandS gefmdet worden. (Bergl. anch Stuttgott im vottgm Blatte.) Wir nehmm daher davon Abstand, nufere Autwort hier mitzntheilen. Nachdem wir über die hiesig« Gefan» gm« die nöthigm Angabm gemacht, Hab« wir dem Eonfist srium die heilige Versicherung gegeben, daß nicht nur die jütnschm Franzos«, sondem alle Kttegsgefangm« hier von Militär und Eivil auf daS beste und freundlichste behandell werden, daß alle« Mögliche für sie geschieht, daß fie nicht dm leisest« Insult« u. dergl. auSgesetzt find, daß aber anch spettell hier noch nicht« vorgefallm ist, was das gute Einvemehmm hätte stör« ki'nnen. 8. Berlin, 2. Januar. (Ottg.-Eorresp.) Am 1b. Oktober v. I. ist hier ein Verein unter dem Nam« Amicitia nrw von jüdisch« Studirendm, Handwerke« und Gewerbetteibende» ans Rußland und Pol« gegründtt worden, deff« Zwecke laut § 1 seiner Statut« folgmde find: n. Gegmseitige Belehrung, b. Bildung des Charakter«, c. Unterstützung der unbemittelt« Mitglieder, <L Theilnahme an dm Angelegenheüm der GlaubenSbrüder in Rußland und Polen. Derselbe hat seit dem 15. November seine Thätigkett be» gönn« und werdm fett dieser Zett bereits 20 Mitglieder — meisten- Handwerker, Zöglinge deS hiesig« Local-EomttiiS der Alliance JSr. — mit Erfolg in verschieden« Gegmftändm anlerttchttt. Das hiesige Local-ComüS der Alliance hat demselben nach Möglichkett ferne Unterstützung zu gewähr« versprochen. Wir ersuch« Sie» davon gitigst Notiz nehmm zu wollm und diesedurch Ihr Blatt zur allgemein« Kemttniß gelang« zu laffm. Gestatt« Sie unS auch gefälligst, Bettchte über dies« Verein wie über die Lage der Jud« in Rußland und Pol« Ihn« von Zett zu Zett zukommm zu kaffen. R. Magdeburg, 3. Januar. (Ottginal-Corresp.) Ich sende Ihn« ein an mich gerichtete- Schreiben eineim Felde stehmdm Mitgliedes der hiesig« Gemeinde. Wenn ich Flamen und Stand verschweige und einige Stell« au-laffe, so wird der Leser dm Grund unschwer errathm, obgleich ich dm vielleicht das Richttge tteffendm Conjecturm nicht vorbmgm kann. 3)ie in dem Bttefe erwähnte Predigt ist auf S. 272 und 339 de» v. I. der Wochenschrift besprochen. Francoville, den 3V. December 1870. Verehtter Freund! Wäre da« unsttte, unruhige Leb« eine--der Pflege einer geregelten Correspondmz nicht gar zu ungünstig, so würde ich sicherlich nicht bi» jetzt zum Schluffe de» Jahre» gewatttt Hab«, ehe ich dem längst gefühlt« vedürfniß nach einem direct« unvermittelt« Gedankenaustausch mtt Ihn« Nachkomme. R. wird Ihn« mitgetbeill Hab«, wie sehr Sie durch Uebersendung Ihrer gehaltvoll« und durch die wohlverdimte höhere 8nerfetmung aus» gezeichnet« Predigt mich zum Danke verpflichttt haben. Jeder, der in» Feld auSrückt, hat sicherlich die Gefühle ge» thcilt, dm« Sie in Ihrer Arbett ein« fo schön« kräftig« Ausdruck gegebm Hab«; wir Hab« im Kampfe für die gerechte, hettige Sache de» Vaterland» geg« ein« übermüthigm, uns frech herausfordemtm Feind glorreiche Siege errungen, auf welche jeder Deutsche stolz sein kann; aber fie find sehr theuer erkauft, und die Freute darüber wird getrübt durch die entsetzlich« Verluste an Mmschenleb«, durch dm Ruin von Glück und lLohlstand in taufend« von Familien unsere» Landes. Es gevähtt dabei wenig Trost, daß die Vettuste de« Feindes unendlich grifft, daß er tief gedemüthigt an Rande de« Abgrundes steht. Ich

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