Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 2 (11.1.1871)
- Date
- 1871-01-11
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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11 die Bcm, den Phrasenton der französisch« Redner sich ga «ig« gemacht hat. •' ' _____ ... - i 1 ' Kriegs-Nachrichten. jl Zwei Brüder Krohu, au» Wollt» t« Pommern gebürtig, waren von Berlin au» in» Feld gezogen und dienten in einer Compagnie; in einer der Schlachten im August war der jüngere tödtttch verwundet gefunken, der ältere hatte nur noch Zeit sich über chn zu beugen und feine« letzten Seufzer zu vernehmen. Jetzt find vor pari» auch dem tltern beide Beine zerfchoffen, er befindet sich im Lazareth zu (oder bei) Versailles, er wird hoffentlich genesen, aber er wird verkrüppelt -bleiben. Er hat das eiserne Kreuz erhalten. Dasselb« ist ertheilt worden dem vr. Lttthauer, Militärarzt au« Grätz (pesen), wegen Lapferkett bet dem Ausfall au» Metz am 7. Oktober, «nd dem Unteroffizier Ad. Rosenthal ans Hechlugm <8. Ostpreuß. Regmt.), weicher bei Gravelotte seinen Hauptmann aus dem Kugelregen getragen hatte. Ebenso haben da» eiserne Kreuz erhalten der vr. Landsberg aus Görlitz, z. Z. Militärarzt im großen Lazareth in Versailles, «nd der vice-Feldwebei im 11. Regmt. 8. Cohnstädt aus Oel» «egen persönlicher Lapferkett in de» Kämpfen gegen die Loire-Armee. Au» der ,A.Z. d. 3.* ersehe» wir, daß der mythische Gottesdienst der 1174 Juden vor Metz auch gemalt refp. lithographirt worden Ist. Nun bleibt nur noch übrig, daß da» darüber verfaßte Gedicht in Musik gesetzt werde. Einstweilen sind aus den Uebertteibungen und Fabeleien bevelts di« 100,000 des Herrn Albert Eohn hervorgegange». Enriquez hielt ebenfalls an. Der Scherge begann weiter zu klettern. Juantta, die einige Schritte hinter Enriquez saß» verfolgte mtt tiefem Schrecken die Bewegungen der beide» Männer, plötzlich sah sie Enriquez das Fläschchen mtt Gift unter seinen Kleidern hervorztehen und es an de» Mund setzen. Alles war demnach verloren! Ein eonvulfivisches Zittern erfaßte sie; sie wankte «nd mußte sich an den Felsen lehnen, um nicht umzufinken. Der Scherge hatte auch die Bewegung Enriquez' gesehen. »Bei allm Teufeln der Hölle!' schrie er, »jetzt find sieben« taufend fünfhundert Realen verloren. Der Elende vergiftet sich! Glücklicherweile bleibt uns noch die Jüdin! Da» find noch immer drtttehalbtaufend Realen!' Und er ging wieder vorwärts. Enriquez war zu dem jungen Mädchen zmückgekommen. »Juantta,' sagte er schnell zu ihr, »Du mußt auf alles gefaßt sein. Wundere Dich über nichts; nimm,' «nd er reichte Ihr das Gefäß. »Steige auf diesen Felsblock, aber trinke erst 1« letzten Augenblick, versteh «ich wohl! wen» dieser Elende über meine Leich« hinweggefchrtttm sein wird, um Dir zu nahen! Nicht früher!' Juantta besaß nicht die Kraft zu antworte»; fie ergriff die Flasch« «ad that zitternd »ach dem Gebote des Mönchs. »Beim heilige»Domini«»!' brüllte derHauptmann ^üthend, der das Fläschchen in Juantta» Hand gesehen hatte. »Zoll ich alles verlieren? Verdammt!' Aber schon trat Enriquez wieder aus ihn zu. Der Mönch wollte ohne Zweifel seine letzten Augenblicke dazu benutzen, um de» Feind von der Höh« des Berge» htnabzustürzen, in der Abficht, das junge Mädchm zu retten. So glaubte wenigsten» der Anführer der Scheeg«. Al» er Enriquez' Bewegung sah, bereitet« er fich wieder zum Kampfe vor. Aber plötzlich wanfte der Mönch, sein« Hände suchte« vergeblich nach einer Stütze; er Der Württemberg. »Staat s-Anz.' meldet: De« Leiter des technischen Betriebs des Württemberg. Sanität«.Verein«, Herrn Her«. Rothschild tu Stuttgart, wurde das Ritterkreuz I. Kl. des Frtedrichsordens verliehen. Berichte und «Korrespondenzen. Deutschland. Stettin, 5. Januar. Heute ist an den Herausgeber der »Wochenschrift' nachstehendes Rescript de» Cultusminister« ein» gegangen: Berlin, 81. December 1870. E«. Wohlgeboren benachrichtige ich auf die Eingabe vom 17. v. M.» daß mtt Genehmigung des Herrn Kriegs-Minister» den zur Wahrnehmung der Seelsorge bei den jüdischen Soldaten auf dem Kriegsschauplatz« zugelasienen Personen freie Eisenbahn» fahrt auf Kosten der Militär-Verwaltung, sowie freies Quartier und je eine Muodportion im feindlichen Lande gewährt werde» wird. Auch sind nach Ihrem Wunsche für diejenigen drei Personen, welche fich zur llebernahme der beregteu Functionen zur Zeit gemeldet haben, die beifolgenden Legitimationen ausgefettigt worden, deren Aushändigung Sie gefälligst bewirken und woraus Sie zugleich ersehen wollen, daß der vr. Lewin au» pinne der 3. Armee unter dem Oberbefehl Sr. König!. Hohett de« Kronprinzen von Preußen, der vr. Benjamin Rippner aus Liffa der 2. Armee unter dem Oberbefehl Sr. König!. Hoheit de« Prinzen Friedrich Earl von Preußen und der vr. Blumenstein au» Mannheim der 1. Armee unter dem Oberbefehl de« General» drehte sich im Kreise herum und stürzte zu Boden. Noch einige Miauten zuckte er, daun lag er still. »Vorwärts!' sagte der Scherge, »wir werden nur seine Gebeine zu verbrennen haben.' Juantta, die auf dm Felsblock geflüchtet war, sah dm Mönch fallm; fie sah dm Schergm oorwätt» gehm; sie ergriff bebend da« Fläschchen; als der Scherge die Bewegung de» jungm Mädchm» sah, beflügelte er sein« Schritt; er stieß dm Leichnam de» Mönche» bet Seite, um sich auf da» Mädchm zu stürzen; aber plötzlich hielt er an und streckte die Arme in die Lust; ein Blut, ström stLzre ihm au» dem Munde, er fiel hin, und hinter ihm erhob fich Enriquez, einm blutigm Dolch in der Hand schwingend. (Fortsetzung folgt.) Seltsame» A«fi»«en. Zu dem Rabbiner von M., der Tag» vorher durch eine Rede bet der Beerdigung eines seinm Wundm erlegmen Soldatm das zahlreiche, au» Mitgliedern aller Eonfesfionm beftehmde Trauergefolge wahrhaft electrtsirt hatte, kommt ein schlichter Landmann. Al» seinem trmherzigm Gruß« dt: Frage nach seinem Begehr« gefolgt war, sagt er: »Ach Herr Rabbiner, ich wollt' Sie halt gebet« haben, meiner verstorbmen Schwester auch die Leichenrede zu halt«!' »Aber, lieber Frmnd,' mtgeznete der Rabbiner, »das ist doch nicht so einfach, da sind ja auch gewiff, Eeremonlm uothwmdig. die ich nicht verrichtm kann.' ,3,' meint da der Bauersmann, »die werd' ich schon allein beforgm, wenn Sie man blos die Rede halt« wollt«!' Und ganz unttöstltch über die natürlich nubmgsame Weigerung de» Rabbtum ging er von dann«. - A.H» - iici IJjJI . ingigf .ui »s irj[,o,a: int