Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 2 (11.1.1871)
- Date
- 1871-01-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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13 gesteh«: fftc »ich, deffm Pflicht erfordert» zwischen dem »• glücklich« 9na»bc und Feinde bis« Nsterschied zu mach«, trägt et« solch« Betrachtung eher dazu bei, dm Schmerz zu vergrößem über die »»gebührliche, noch immer unabsehbare Verlängerung ei»«< grauenhaften Ringkampft, 1» de« zwet gebildete und ge» stttete Nation« gleich wild« Thier« sich zerfleische». Ich will Ihn« gegenüber» verehrter Freund, aumein« tune« Empfindung« hierbei kein Geheinmiß machen» well ich weiß, daß gerade Sie a» -ehest« dieselbe», wenn auch vielleicht nicht theilm, doch lebhaft nachzufühl« vermögen.-Ich habe mich einer gewiss« Lheilnahme nicht erwehr« könum für da- Unglück einer Nation» die» bet all« Schwäch« und Fehlern, doch auch Bor» zöge besitzt und »ebm dem Unheil, dasie Käst der Eroberung-» Politik ihrer Herrscher und da eigen« Ruhmbegier über die Well gebracht, zugleich für di« Eivilisatioa, für dm intellektuell« und sittlich« Fortschritt de- Menschengeschlecht» uumdlich viel geleistet hat. Unsere Dmk» und Anschauung-weise in erwachs««» Leben-alter wurzelt oft tiefer, c.lwir undeffm selbst immer bewußt werden, in d« in früher Jugend empfangenen tief« Eindrücke», und' eist wohl möglich, daß von solch« auch mein gegenwärtigellrtheü in der vorliegend« Frage beeinflußt wird; audm Erzählung« meiner Elte« und Großeltern über die harte Napoleonisch« KriezSzett hat sich stet» die von ihn« lei» hast hervorgehobme Thatfache unauslöschlich meiner Erinnerung eingeprägt, daß die Franzos« mit der Fackel de- Kriege» zugleich auch da- Licht der Aufklärung und Humanität, die Grundsätze der Freiheit aller Mmschm in di« erobert« Länder getragm und nammlllch auch unseren verachtetrn und geknechtet« Glauben-» genoss« gegenüber zuerst zur Geltung gebracht haben. 8ist gewiß anzuerkennen, daß Franbeich inmitt« seine» wechselnd« Geschickedies« Grundsätzen stet» tr« geblieben, daß keine Reaction die gegeb«« Rechte wieder verkümmert hat, und deshalb die polttifche und sociale Stellung unserer Glauben-brüder dort unvergleichlich besser ist alin dm meist« Lände« Europa», unser eigme» Vaterland nicht auügeschloff« Ich hoffe und wünsche, zu d« Ermngmschaft« de» blutig« Kriege» wird auch die gehör«, daß die in der preußisch« Berfaffuag auSgesprochme Gleichberechtigung der Confesfionea eine Wahrhett wird, nachdem wir in diesem Kampfe unserer Pflicht gegm da» Vaterland im vollstm Maße gmügt und in hiugebmder Lieb« und Aufopferungsfähigkeit nirgend» zurückgebliebm sind. Die hierfür zmgendm Thassachm find sicherlich Ihn« tu weiterem Umfange almir selbst bekannt; doch weiß ich au» dem nächsten Kreise meiner Bekanntschaft, daß eine ganze Reihe unserer Glaub«-genossm ihre Liebe und Treue für da» Vaterland mit dem Tode besiegelt haben. Doch breche ich von diesem Thema ab, worüber sich noch Vielesag« ließe, um einige Sie vielleicht interesfirmde Personalia anzufügm. Wir lieg« fett mehreren Tag« (fett dem 22. December) wieder mehr zurückgezogm vom uamittelbarm Krieg-terraiu, auf dem wir un» zuvor befand«, in einem klein« freundlich« Landstädtchm, zu dem nur gedämpft der Donner der Kanon« herübertönt» während die Kugel» selbst nicht zu fürchtm find, wie tagtäglich tu unsem früher« Quartiere» dicht an der Seine bei Argmt«ll. Ich logtre, nachdem ich meine frühere geräumige, aber kalte Wohnung in einem Schlosse verlass«, bei de« katholisch« Pfarrer de- Ort», deffm alte Hau-Hälteri« mich wie ein Kind pflegt und für meine Bequemlichkeit und, wa» in diesem kalt« Winter, geg« dm die hiesig« Heizvorrichtungm sich aläußerst «ngmügmd erweis«, von besonderer Wichttgkett ist, für eine leidlich gute Temperatur in dem klein« Zimmer, sowie für ei» reinüch gehaltene» gute- Bett die größte Sorge trägt. Der alte Herr setzt mir täglich in salbungsvollem Französisch au»einander, daganze Unglück seine» Vaterlandes komme von der nammtlich in Part- und Umgegend herrschend« Jrrrlt» giofität, de« »angelnd« Autorität-»Glaub«, de« schbchtm Kircheubeftche, der schlecht«, die Sttt« vergifteud« Presse her, uud stimm: tu dieser Beziehung auffallmd mit eine« Amt-bruder m öfterretch. Mähr«, bei dem ich währmd de- Kriege« 1866 quartierte, überein, der, in ähnlicher Wesse, jedoch mtt dem Unterschiede räsonuirte, daß er für die schlechte Haltung der Presse und die um sich gressmde Stttenverderbniß einzig uud allein — die Juden verantwortlich machte. -w- Auder Pro». Houuover, im Januar. <Orig.»Eorr.) Im Anschlüsse an die detd« Leitartikel »Chanucka und Weihnacht«' will ich im Folgmdm die Feier de- »Lichterfeste»' sktz» zirm, durch welche ein zwar nicht im gewöhnlich« Sinne frommer Man», der aber mtt all« Fibem seine» Herzen» am Judmthum tr« und innig hält, die (soufliete für sein Hau» zu lös« versucht hat, welche auch in fromm« Häufe« den Weihuacht-baum eingeschmuggelt haben. Dma in Wahrheit ist efür da» lindliche Gemüth etwaungemein Niederdrückende-, wmn in der Schule All/» um e» her von Geschenken ttänmt, Alle sich aus die Uebecraschung ft««, die sie selbst dm Elte« durch eine .kleine Arbeit bereitet Hab«, — während e» allein kein« Thell, ja kein Berständniß für diese allgemeine Bewegung Hab« kann, ja nach dem Sinne mancher Elte« Hab« soll. — Deshalb hat mein Freund dm erst« Chanucka-Abend zu einem Familimfeste ««gestaltet, an welchem auch die gegmseitigm Ueberraschungm und Geschmke nicht fehl«. Schon mehrere Doch« vorher wird von dm Kinde« in der Schule und daheim versteckt fleißig gearbeitet, werd« dem Schlafe viele Stuntmen entzog«, auf daß nur ja die Arbeit« zum »Lichterfest' fertig werden. Wenn nun die Zeit zum Lichtzünd« gekommen, werd« die Kinder in ein andere» Zimmer geschickt; und die Mama schmückt die muo (welche auf einem hohm, säulenartigm Holze angebracht ist) mtt Guirland«, vergoldet« Aepfeln und Nuss«, darunter aber find« die Geschmke für die Klein« Platz. Freunde der Famllie find zur Feier geladen. Wenn Alle» versammelt, werd« die Kinder hereingeruf« und dann — macht der Papa die «212 und zündet ein Licht an. Hierauf wird zuerst itt TOD, dann ein denssche» Ehanuckalied im Ehor gesungen. Dann überreich« die Kinder ihre Geschmke. Und wie ein solche» Fest wirkt — da» zeigte diese» Jahr da» Geschenk de» ältest« Mädchen». Sie hatte LewandowSky'» TU» TOD auf dem Clavier geübt, e» für dm Papa mtt lateinisch« Buchstab« abgeschrieb« und trug e» mm vor. Diese glücklich«, ftöhlichen Kindergesichter au diesem Abmde find eine Gewähr dafür, daß die Chanuckafeier uud damit Anhänglichkett an die Religion dem jungen Geschlechte nie wird verlor« geh«. Aber nicht die Kinder allein — auch die Lehrerin und sogar die Dimstbot« find« ihr .Weihnachtsgeschenk' unter dem Chanuckalichtel Eine solche Ueberttagung einer 1L1 npn dürfte wohl auch Wetter« Kreis« empfohlm werd«. Oesterreich. Bon der «Uterr» Don»», 20. Decbr. (Orig.-Corresp.) Sie soll« ihn Hab« — natürlich nicht dm ftei« deutschm Rhein, denn da hütet die trme Wacht am Rhein — sondern den lange entbehrt« unterm Donaustrom. Er war in» Stock« gerath«, wett — er gar kein« Zufluß hatte. Gemeinde-Ängelegmheitm, die mehr al» locale» Interesse hätten, Augelegmheit«, die d« innerst« Kem der Parteirichtung in unserem Vaterland« zur Anschauung brächten» gab und giebt e» nicht. E» sieht etwa» windig au» mtt der Repräsmtauz der Progresfistm in Ungarn. Taug« die Führer oder die Truppe nichts Ich will daü heute nicht näher untersuchen. Aber, daß wir trotz all' der geschriebmm und gedruckt« löschpapierm« Trophäen, die wir so stege-trunk« au« dem Eongresse heimbrachtm, nicht Emm honett« Sieg aufzuweis« Hab« — daist wahr, so