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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-04 · 1 (4.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
1 (4.1.1871)
Date
1871-01-04
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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s die ec im Militärrocke all Vettheidtger des Baterlandel gestanden. El gab viele Verdrießlichkeiten in R. »ach dem preußischösterreichischen Friedenlschlusse, und erst da, all der Lehrer mit der Kündigung ernstlich verging, bequemte sich die Gemeind« zur Zahlung. — Herr Lehrer Bilstein ist vor einige« Wochen vom Krteglfchauplatze in seine Gemeinde Olfen wieder zurückgekehrt; di« Gemeinde macht ihm für die Zeit seiner Abwesenheit den ihm empfindlichen Abzug am Gehalte. Da alle Vorstellungen fruchtlol, hat Herr Bilstein den Weg del Rechtl betreten. Anderl die Gemeinde Rheda. All deren Lehrer Steinweg im Jahre 1880 den Militärrock mit dem Schulrock wieder vertauschen konut«, überraschte ihn seine Gemeinde nicht mit einer Kürzung del Salatrl, wohl aber mit einer Ehrengabe von 25 Thlr. All der Lehrer bei der jetzige« Affair« wieder einberufen »ich später entlass«« wurde, glaubte di« Gemeinde ihn wiederum mit einer Entschädigung für di« aulzestandeaen Sttapatze« erfreue« zu müssen. (gsr. Lehrer.) Leipzig, im December. tvrtg.-Corresp.) Wie sich draußen tm Fetndellanbe Lausend« unserer Glaubenlgrnoffen mit ihre« anderl gläubigen Waffenbrüdern scharre« zu gemeinsamem Kampf« gegen de« Erbfeind deutschen Getstel, ihn zwingen, vor den hohen Zielen «nserel fittiichen Ringenl und StrebenI di« Waffen zu strecke«, so hat sich auch — wenn el gestattet ist Kleinel mit Großem zu vergleichen — der intelligentere Lheil unserer G^ «etnde an dt« Seit« der einfichtigen, gerechten christlichen M:- dürger zur Bekämpfung del inneren Fetndel gestellt, der J immer noch nicht über fich gewinne» kann, dem Juden ned» seinen Pflichten für Staat und Stadt auch di« gebührende« Recht« in denselben etuzuräume», auch die vefugntß mitzurathen und mitzuthaten zuzugestehen, verettl hat diese Vereinigung «ine« nicht gering anzuschlagenden Steg zu verzeichnen. Während in den letzten Jahren in Folg« der Machinationen einer fich vorzuglwetse patriotisch nennende« pattet dal Stadtverordnete«-Collegium nur zwei oder drei jüdisch« Mitglieder zählte, find aal der Wahlurne bet der jüngst stattgehabte» Wahl die Namen von siebe« unserer Gemeinde-Mitglieder hervorgeganzen, Namen von gutem K'.ange, dm« Träger durch geisttge Befähigung, durch geachtete Stellung tm bürgerliche« Leben unzweifelhaft die Zuverficht rechtferttgen werde«, daß fie die Interessen der Stadtgemeinde und, wo el gllt, auch unserer Reitgtoulgrmetnde (find doch fünf von ihnen auch mit deren höchsten Ehrenämtern bettaut) zu wahren und zu vertreten wissen werden. El find diel die Herren Moritz Kohner, Jacob Nachod, Gustav Plaut, Ludwig Gumpei, Felix List, Gustav Meyer und Aron Cronheim. Möge« fie in ihrem gar mannigfache Opfer an Zeit und Kraft erfordernde« Amte die rechte Befriedigung und wohlverdient« Anerkennung finden! — Auch unsere kürzlich neu vollzogenen Gemeindewahlen haben d dargethan, wie wahrel Verdienst fast immer seine Würdigung .findet. Sämmtliche Mitglieder beider Gemeinde-Körperschaften, del Gemeinde-vorstandd und der Gemeinde -Berordntten, wurden mit entschiedener Majorität wtedergewihlt. Et« Blick in den Ansangl diesel Sommerl veröffentlichte» Geschäftlbertcht auf dal Jahr 186V gtebt Zeugntß von der regen Thätigkett beider Körperschaften. Ist doch von dem Gemeinde-Vorsteher dt« Idee del Gemetndetagel aulgegangen, der sicher die Gründung del Gemetndebundel berettl gefolgt wäre, hätte» nicht di« kriegerischen Ereignisse dem Frtedealwerke Hindernisse entgegengesetzt. Daher konnte auch der so anregenden gemeinsamen Besprechung der Aulschußmttglteder del Gemetndetagel mit de» zur letzte« Ostermesse hier anfhältttch gewesenen Glanbenlbrüdera eine .zwette zur dteljährige» Michaeiilmeff« nicht folgen. So Gott will, wird diel in nächster Neujahrl- oder Ostermesse dem rastlol für Gemetndewoht wirkenden Vorsteher Herrn Moritz Kohner gelingen. Bil jetzt haben 84 Gemeinde«, darunter die größten Deutschlandl, ihr« Beitritt zum Gemeindebund erklärt. Hoffen wir, daß mit de« einttetenden Frieden die Gründung del Bündel selbst nicht lange mehr wird auf sich watten lassen! — Auch unser« Gemeind« hat berettl der Krieglfurte ei« Opfer darbrtngen müssen. Im Kampf« bet Brie sur Marne am 2. Dec. fiel der hochbegabte, seetenlzute Stuck. )ur. Felix Oppenheimer aul Leipzig tm Alter von 21 Jahren. Mit ihm ging seinen edeln, allverehrten Elter» wie unserer Gemeinde eine gar schöne Hoffnung zu Grabe, (vergl. Krteglnachrtchten S. 4. Red.) Dem gerechten Schmerze über diesen Verlust gab Herr Rabbiner vr. Goldschmidt in seiner zur Chanuckafeter am vergangenen Sonntag gehaltenen trefflichen predigt in ergreifenden Worten den angemessensten Auldruck. Diese Chanuckafeter war in ihrer Etnsachhett — neben der predigt erfüllten fie Chorgesänge mit Orgelbeglettung, deren einem die unvergeßliche Tonweise del .Moolzur' zu Grunde lag und die üblichen Gebete — ganz dazu geeignet, die von vielen leider nicht mehr genug beachtete Bedeutung del Chanucka wieder wach zu rufea. vr. E. 3itz. L. Stuttgart, 24. December. (Ortgtnal-Corresp.) Dal „Lonafttoir« iernoi. ck« Lyon" hat unterm 18. d. Mtl. ei« Schreibe« an dal hiesig« Rabbtnat gerichtet, mit der Bitte, dem dortigen Comttö zur Unterstützung tlraelttifcher Krtezlgefangener auch unsererseitl, so «eit all nöthtg und möglich, betzustehen. Herr Ktrchenrath v. Maier setzte letzten Samstag von der Kanzel aul die Gemeinde davon in Kenntniß und forderte sie zu Gaben auf. Doch wird in unserm Lande nicht sehr viel geleistet werden können, da sich unter den Befangenen jedenfalll nicht so viele Jude« befinden, all dal Lyoner Confistortum auzunehmrn scheint. — Aengstlicht Gemüther sprechen bet uni zuweilen die vefürchtung aul, daß in Folge unserel Veitrittei zum deutschen Reiche unser verhältniß zum Staate zu unserem Nachtheil sich ändcm könnte. Indessen scheint mir diese Befürchtung, Angefichtl der oft bewährten Liberalität unserer Regierung in dies» Sache, ganz und gar unbegründet, zumal sich ja die inneren Verwaltung!- Angelegenheiten der Competenz del Reichel entziehen, vielleicht gar nimmt fich Preußen einmal «in Beispiel an uni Schwaben—f Oesterreich. di. (J. >«4 Ungar», 16. December. (Ocig.'Corresp.) In Nr. 45 und 46 Jhrel geschätzte« Blattel sprechen Die Jhro Ansichten über die ungarischen Wirren aul, die sich sowohl durch Deutltchkett und Klarheit all auch durch die vollste Richtigkeit aulzetchnen. Ich möchte aber noch etntgel Charakteristische der verschtedmen Parteien unserer ungarischen Glaubenlbrüder nachtragen, dal Ihren Lesern nicht unwillkommen sein dürfte. Wir haben in Ungarn tm große« Ganzen nur zwet parteten, di« fteiltch jede für sich noch verschiedene Lchatttrungen bilden — dt« pattet del Fortschritt! und die Orthodoxen. Nun liegt in dem Wotte .Fortschritt', wenn el richtig aufgefaßt wttd, et« Zauber, dem kein vernünftiger widerstehen kann. Leider aber wird oft unter dem Deckmantel del Fortschritt! vielel verübt, wal mit demselben in gar keiner Gemeinschaft steht. So auch bet einem große« Theile unserer Fortschrittlpattei. Dieser hat eben dal Wott .Fortschritt' nur aufgefangen, ohne deflm tieft Bedeutung, genau erwöge» zü haben; er ist für den Fottschritt nicht aul innerem religiöse« Bedürfnisse, sondern «eil «I dt« Mod« fordert^ Diel muß leider von der große» Majorttät dieser pattet gesagt werden. Daraul erkläre» fich dft vielen Mängel, welch« dieser patttt anhaften und welch« auch dem Schomr« hadath dft Angrtfflpunkt« lief««. Ei» jüdischer Fortschritte««« kann nnr auf dem Bodm

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