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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-12-21 · 51 (21.12.1870) · p. Seite 419

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
51 (21.12.1870)
Date
1870-12-21
Page
Seite 419 (sequence 5)
Language
German
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419 schwerer Entbindung erkrankt und entschlief nach siebentägig« Schmerz« am Freitag Abend. Sie war 27 Jahr alt, 4 Jahr »erhetrathet. Um ihr Andenken zu ehren, hatte der Borstaad der Gemeinde Herrn Kabb. Wtllstätter in EarlSruhe, der die Verewigte persönlich gekannt hatte, telegraphisch nm Abhaltung der Leichenrede ersucht, derselbe mußte jedoch weg« Unwohlsein» ablehn«, «ad so hatte Herr Rabb. vr. Stein aut Worm« die Güte die Rede zu halten. Die trefflichen, ebenso ergreifenden wie tröstende» Worte diese« Redner« habm auf die zahlreiche Trauer^Zersammluag au« all« Eonfesstoam tief« «ad zugleich feierlich« Eindruck gemacht. E« würde den Raum wett überschreiten, wenn ein Mehrere« au« sein« treffend« Gleichnissen und geistvoll« Schrtstaawmdongm mitgethellt werdm sollte. Nur «in« Vergleich will ich anführm: »eine Perle war die Berstorb««; eine Perle bleibt Perle, mag sie in oder über der Erd« sein, nur der Besitzer wird sie vermissen/ Wir hier wiff«, daß die Verstorbene durch Gute, Bescheidmheit und aufopfernde Lieb« jede« Lobe« würdig ist, und wenn Schilderung ihre« häuslich« Wirk«» nicht in die Oeff«tttchkett gehört, so darf doch, der Stellung ihre« Gatt« weg«, wohl darauf htugedeutet werdm, daß fie diesem in dieser Stellung Unersetzliche« geleistet hat. Da« au« 38 Gemeind« bestehmde Rabdinat, bei dess« Besetzung schon sehr lebhaft gestritt« wurde, bereitet seinem Inhaber schwere Kämpfe, und auch manche bittere Kränkung von gegnerischer Seite hatte Herr vr. S. zu erduld«. Seine Gattin hat ihm tteu über viele« Herbe hinweggeholf« — möge fie in Fried« ruh« und der Gatte Ergebung finden. M. Knmtzurg, 29. November. (Orig.-Eorrefp.) Da die erste 3jährige Sitzungsperiode unsere« Repräsentanteu-Collegium« mit Ende diese« Jahre« abläuft, sind von Seit« de« Vorstände« Neuwahl« auf dm Monat December ausgeschrieben. Die Wahl geschieht auf zwiefach« Weise: 1. Jeder Wähler giebt einem Eandidatm seine Stimme; e« ist Jeder gewählt, welcher auf diese Weise dm 15. Theil der Stimm« aller wahlberechttgtm Gemeiudemttglieder auf sich vereinigt. (E« ist die« da« sogmaunte Hare'sche System, wie man e« hier bezeichnet, und soll e« auch in Dänemark bei Wahl« angewandt werdm.) 2. Wenn auf diese Weise weniger al« 15 Repräsentant« erwählt wurdm, so werdm die noch Fehlenden geneiuschaftlich von all« Wahlberechttgtm, auch dm«, di« an der erster« Wahl sich betheiligt haben, in der Weise gewählt, daß hierbei jeder Wähler so viel« Eandidatm seine Stimme zu geben hat, al« Repräsentanten und Ersatzmänner noch zu wähl« sind, und ent» scheidet hier die relative Majorität der Stimmmdm. Da die erster« Wahlart wohl wmig bekannt sein wird, so werd« Sie mir gestatten, Ihn« di« bezüglich« Paragraph« de« Reglemmt« hierher zu setz«: „f 5. Die nach schließlich« Feststellung der Wählerliste ermittelte Zahl der für die Wahl eine« Repräsentanten genügend« Wähler wird vom Gemeinde-Vorstand öffentlich bekannt gemacht. Die an dieser Wahl sich betheiltgmd« Wähler haben mit dem Ramm de« betteffmdm Eandidatm versehme Wahlboz« (welche im Bur«« de« Gemeinde-Vorstände« zu habm find) zu uurerzeichnm, welche spätest«« bi» zum 8. December, 8 Uhr Abmd«, einzureichm find. — Die Wähler habm mit ihrem voll« Bor- und Famlliennamm zu unterzeichn«, unter Angabe ihrer Wohnung. — Der erste Unterzeichner gilt behuf« Entzezmnahme etwaiger Mitthetlung« und Anftag« al« Vattreter sämmtlicher Unterzeichner. — t 6. Gewählt ist Derjenige, der bionm obiger Frist durch Einreichung eine« oder mehrerer Wahlbogea mit der gmüzmden Zahl von Unterschrift« berechtigter Wähler dem Gemeinde - Vorstand al« Repräsentant bezeichnet wird. — J 7. Die Wahlboz« werden behuf« Auerkmnung einige Tage au«, gelegt. Werdm Uuterschriftm al« «ngülttg vom Gemeinde-Vorstand casstrt, so ist bi« zu einem später« Datum eine Ergänzung der Unterschrift« bi« auf die erforderliche Zahl gestattet." Diese Wahlakt wird nun vornehmlich von der Tempelpartei zum Durchbringm ihrer Eandidatm in Anwendung gebracht, da der Hauptvorthetl de» Hare'schm System« darin besteht, daß e« einer Minderheit, wie e« diese Partei hier ist, Mittel an die Hand giebt, auch der Vertretung ihrer Ansicht« Gehör zu verschaff«, währmd mit ziemlicher Sicherheit sich voraussehen läßt, daß bei der grmeinschafttichm Wahl fie FiaSco macht. — Da« im nächst« Jahre in Wirksamkeit ttetmde Gesetz, betteffmd da« UnterrichtSwesm, welche« am 13. Novbr. veröffentlicht wurde, trägt dm jüdisch-religiösen Verhältniffm vollkommm Rechnung und gibt § 35 deffelbm davon Zeugnis; derselbe lautet: Der ReligionS-Unterricht wird in der Regel nur uach der evangelisch-lutherisch« Eonfesfion ertheitt; AuSoahmm find« jedoch statt, wmn ein größerer Bruchtheil der Schüler einer aadem Eonfesfion angehört; in diesem Fall wttd auch für solche Schüler ReligionS-Unterricht gegeben. Die nach Art. 110 der Verfassung erforderlich« DiSpmsationm vom Religion»-Unterricht werdm durch die Schul »Commission« ertheitt. Kinder i«raelittscher Eltern werden auf Verlang« auch vom Schulbesuck am Sonnabmd mtbundm. — Die n« entstandenen ReligionSschul« für iSraelit. Mädchm habm ein« gut« Anfang gmommm; im Gegmsatz hierzu scheiut die schon mehrere Jahre bestehmde Religionsschule de« iSraelit. Tempel - Verbünde« nicht besonder« zu gedeih«, da im Winter- Semester 1870/1871 sie von nicht mehr al« 13 Knabm und 11 Mädchm besucht wird, währmd die VorbereitungSklasse nur 6 Kinder zählt. — Ueber dir israelitische SttstungSschule von 1815 unter dem Direktorat de« vr. R«e dürsten einige statistische Notiz« nmeftm Datum« wohl nicht ganz ohne Jmereffe sein. Die Anstalt hat bekanntlich in nmerer Zeit nur da« mü dem Judmthum gemein, daß Freistellm nur für Kinder hiesiger jüdischer Elte« vorhandm sind. Der ReligionS-Unterricht ist in da« Belieb« der Elte« gestellt und wird nur auf Verlang« resp. jüdisch oder chrisüich, je nach dem Glauben«-Bekenntnis derselben, ertheitt. Die Beschaffenheit deffelbm kann ich wohl unerörtert laffm. — Michaeli« 1870 zählte die Schule 521 Schüler, von den« 161 Freischüler sind, 360 ein jährliche« Schulgeld je uach dm Vermögm«-Verhältniffm der Elte« bezahl«. Die Zahl der christlich« Schüler belief sich Michaeli« 1870 auf 221. Die Schule hat für 8 UnterrtchrSstufm zur Zeit 12 Klaff«, sowie einschließlich de» Dttector« 13 Lehrer und für die beidm unterst« Stuf« 4 Lehrerin,«. Da« sehr bedeutmde Gründung«-Capital war von einem in London verstorbmm Hamburger Ramm« B. A. Goldschmidt für die hiesige Talmud-Tora-Schule bestimmt, gerieth aber durch verschied«« Machinationen damal« in die Hände der Verwaltung der Freischule, jetzt StistuogSschule. -«-A-»i«»derßi.Ffr., 5.D«. (Original-Eorresp. Schluß.) Selbstverständlich wurdm alle diese Vorgänge von dem Vorstände de» hiesig« Waismhause« mit Jnterrffe verfolgt, ja er setzte geradezu eine Commission ein, die Verhandlung« behuf« Ermöglichung de« Anschluffe« anknüpf« sollte. Auf weffen Sette die Lortheile eine« solch« Arrangemmt« -lieg« würdm, ist Jeglichem klar. Die hiesige Anstalt ist fest gegründet, genügt all« lokal« Ansprüchen im weitest« Maaße und hat noch stet» lleberschüfle gehabt, währmd leicht vorau«zuseh« ist, daß im Falle einer Bereinigung bei dem nicht sehr lebhaft« Opfersinne und der verhältnißmäßigen Armuth der Provinz die au« derseid« un« zufließendm Betträge in keinem Verhältnisse zu d« dadurch an »n« gesrelltm Anforderung« steh« werden. Nichtsdestoweniger glaubte der Vorstand die Hand zu einer Einigung btetm zu müssen, da e« nicht dmkbar ist, daß die kleinen Gemeind«

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