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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-12-21 · 51 (21.12.1870) · p. Seite 417

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
51 (21.12.1870)
Date
1870-12-21
Page
Seite 417 (sequence 3)
Language
German
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417 Religio« wird «h» Dichtung mb Wahrheit (nach ihre« Glauben) zusammengesetzt — muß dann nicht später der reiferen Zugend die Religio» überhaupt zum Märchen werden? — Die Nicht» Christ« »gläubig« aber reden vom „heiligen Christabend" und vom „Weihnachtsmann" durcheinander, mischen bewußt und die eigene Religio» tronistrend Christliche» und Heidnische« unten» einander; so wird dieReligion zu einer gemüthlich verschwommen» Kinderei, nur bestimmt für Kinder an Jahren und Kinder al Verstand —. Wir brauchen trotzdem wohl kaum zu sagen, daß wir nicht gegen dir Weihnachtlfeier christlicher Häuser polemisirm — umginge die un» an? — aber Juden!! Wie ganz andersteht doch da- Chanuckafest da! (Schluß folgt.) Kriegs -Nachrichten. Da« eiserne Kreuz hat erhalten der Ssfistenz - Arzt beim SS. (thürtng.) Regiment 0r. Kränke! au» Bleicherode. Der» selb« wurde bei Beaumont schwer verwundet, zu Hause verpflegt und ist, nachdem er glücklich hergestellt worden, auf seinen Posten znrückgekehrt. Der von un» unlängst al» decorirt genannte Soldat Rußbaum au« Salzkotten hat sogar später „da« eisern« Kreuz 1. Klasse" erhalt«, weil er eine vom Feinde eroberte pr«ßische Fahne mit unvergleichlicher Bravour und Todesverachtung einzig und allein zurückerobert hat. So berichtet der „J«r. Lehrer." ' Unter denjenigen Jude», welche sich al» freiwillige Kranken» Pfleger au»zetchnm, nennen wir nach brieflicher Mittheilung Hermann Schiff au« Detmold. Derselbe ist der einzige männlich^ Kvaukenpffeger dort gewesen und hat so treffltche Dienste geleistet, daß da« lande-fürstltche Paar ihm wiederholt Beweise der Anerkennung gegebm und e« veranlaßt hat, daß er mit best« Empfehlung« versehen sich »ach Frankreich begebm hat, um dort im größer« Kreise sich dem Liebe-Werke zu widmen. Die „9>eß" enthält nachstehende Nachricht: Im „reformirtm" israelitisch« Tempel vou Nizza wird eine Subskription zum Zwecke der Anschaffung einer — MitrM«se eröffnet werden. Diese im „resormirt«" Tempel „zusammmgeschnorrte Kartätscherin" wird „die Reformirte" b«anut werden. Wir Hab« von einem reformirtm i»rael. Tempel in Nizza, oder in Frankreich und Jtali« überhaupt, nie etwa» gehört, da« Ganze sieht einem Berliner Witz ähnlich. Zn einer Synagoge für eine Mitrailleufe zu sammeln, dazu mög« freilich Judm dort und anderSwe närrisch gmog sein. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. II. Zterll«, 13. December. (Orig.»Corresp.) Wie verlautet, will der Vorsitzende de« Gcmeinde-Dorstande« sich von allen sein« zahlreichen Ehrmämtem und also auch vom VorstandSamte der Gemeinde zorückziehm. Wir voll« nicht da« Urtheil der unbefangmm Geschichte vorher verkünd«, doch da« wird sie nicht verschweig« können, daß unter dem jetzigen feine Re^ormideen gewaltthätig einführend« Gemeinde-Vorstände die Achtung vor d« jüdisch« Institution« und der« Wachte«, dm Rabbin«, ganz geschwunden, daß die sonst einig gewesme Gemeind«: in zwei Lager getheilt und von den Kanzeln statt de« Fried«» Zwiespalt, ja Haß gesäet wird. Wie sehr der Vorstand jede unparteiische Würdigung der Verhältnisse bei Seite setzt, mag Ihn« folgend« Thatsache zeig«. Im nächst« Jahre wird die Feier de« 2<X) jährig« Besteh«» der hiesig« Gemeinde stattfind«, und läßt der Vorstand dazu eine Geschichte der jüdisch« Gemeinde Berlin schreib«; und durch wm? Durch den Sohn de« Her« Rabbiner» vr. Geiger. E« fehlt hier wahrlich nicht an Männe«, welche sich al« gelehrte und al« tüchtige Geschicht«- Forscher und -Schreiber bewährt und dabei die nmere Geschichte der Gemeinde mit durchlebt, und welche die bedeutend«^ oder »Wer ist Dein Later?' »Mein Later!' rief Juanita, und diese thmre und grausame Erinnerung ließ sie ein« Augmblick die Frage vergessen. ,O «ein Later» wa«m Hab« sie dich getödtet?' »Sein Name?' wiederholte der Inquisitor. »Diego d'Almora.' »Der Tod hat ihn der Strafe entzog«, die seine verbrechm verdient«.' »Seine Verbrechm!' rief Juanita unwillig. »Ruh«!' gebot der Inquisitor. »Du wirst gmug zu thuu Hab«, wenn Du Dich selbst vertheidig« willst. Du hast erklärt eine Maranna zu sein, Du hast judatfirt.' »Mein Later sagte mir einst, ich sei ein« Maranna, aber jnbaistrt Hab« ich niemal«»' antwortete Juanita. Da« arme Kind hatte in der Frage de« Inquisitor« eium schwach« Rettung»anker zu erblick« geglaubt. »Sprich die reine Wahrhett vor dem heilig« Officium; er hat anderufall« die Mittel, Dich dazu zu zwing«. Hast Du kein« «»dem verwandt« in Saragossa oder in einer andem Stadt Dpani««?' »Nein.' »Du hast aber mit Deinem Later nicht allein gelebt. Ein junger Mann hielt sich in Eurem Hause auf. Wie heißt er?' »Femando.' »War er «in Mamnne?' »Ich kann mich ans kein« seiner Handlung« erinne«, die mich zu dieser Annahme berechtigte.' »Versuche nicht die Inquisition zu täusch«; sie ist über alle« auf da» Genaueste unterrichtet.' »Ich kann nur sagen, wa« ich weiß.' »Ader Du solltest doch dm jung« Mann heirathm; er war also, wie Du, ein Jude.' »Ich gehorchte ohne zu frag« meinem Later.' »Wo ist er jetzt?' »Ich weiß nicht.' »Aber Du hast ihn vor einig« Tag« im Ursulinerin nenkloster geseh«. Du mußt «iss«, wo er steckt. Du hast ihn ja selber in da« Kloster rufen lassen.' »Ich wollte ihm rathm Spanim zu verlass«.' »Warum?' »Ich wollte ihn dem Haß seiner Feinde «tzieh«.' »Geschah e« nicht de«halb, weil Du fürchtetest, er könne der Inquisition anhetmfallm? Du wußtest doch, daß er ein Maranne ist?' , »Nein, seine Feinde find der Graf von Ramira und sein Sohn.' »Du lügst in Dein« Hai«; Du mußt wiss«, wo er ist» denn er hat Span!« nicht »erlass« .... Man hat ihn noch vor einig« Tag« geseh«.' Jnanita antwortete nicht; ein neuer Schreck« ertüllte sie. Sagte der Inquisitor die Wahrhett? Oder warm feiue Worte nur eine Schling«? ' »Wo ist er?' begann der Inquisitor wi^er. »Ich schwöre Euch, daß ich «< nicht weiß; auf meine Litte hat er mir versprach« Spam« zu verlass«.'

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