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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-12-14 · 50 (14.12.1870) · p. Seite 409

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
50 (14.12.1870)
Date
1870-12-14
Page
Seite 409 (sequence 3)
Language
German
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409 pgiH daß die politische ülttuatio» da» gaumte» Pta« nienull günstig« gpwes«, all «de» Ab« «b«» dar»« rase ich da» Baf. des Eingangi gammln tuffo^d feine eigenen Worte pt: Noblaaae obligat Je stolz« wir uni jetzt in «»- serem deutschen Bewußtsein gehoben fühl« und se anerkannt« die Macht und Größe unseres Latalandel geworden, desto wenig« haben vir H nöthig und ist el schicklich, nnl zu beeil« «it d« Auflündigung unser« Theilaahme an ein« Jnstttmion, auf die wir in dm Tag« unser« gering«« Bedeutung mtt so vielek Freude und Dankbarkeit geblickt, desto mehr find wir verpflichtet, uns«« augmblicklich politisch h«abgekomm«m Fnundm Treue und Anhänglichkeit zu bewahr« so lange all sie selbst ihr schöuel Werk trotz d« schlimm« flterhältniffe, in die ste g«ath« find, ungeschwächt fortzusetz« get>«km und vermögen, ganz abgesehm davon, daß dieselba» gewisse Verpflichtung« rechtlich eiugegangm sind» ro« den« wir all bilhertge Theilnehm« uni nicht einseitig lolsagm können. Einstweil« jedoch will ich Ihn« dm weit«« Nachweil führ«, daß weder die bisherige Alliance Jlraeiite Universelle aufgelöst ist od« zu w«den droht, noch daß uns« deutschel Bat« und schon jetzt dm Bcden zu ihr« Neubildung darbietet. Als) auf Wiedersehen! (Wir bittm den geehrt« Herrn Lerf., wie die Les«, um Entschuldigung, wmn wdnicht vameidm können, auch vorstehendem Artikel eine Anmerkung hiuzuzufügm. El gilt dm Hem» Dorf, bei „Noble« e adlige" gegen einige hi« gemachte Uutastelluugm zu verwahr« Derselbe hat gewiß nicht daran gedacht, uns« bisherige» »Bahältniß zur Alliance »aufzukünbigen* od« sie für un» zu »mmectir«'» seine Absicht war klärlich nur dal Streben, Irie deutsch« Iudm an ihre Pflicht, besonders ihr« Regierung« n gegenüb«, eindringlich zu mahn«. Ganz besonder» könum wir, aul persönlich« Bekanntschaft, v«- ficherri, daß derselbe mtt l« hi« richtig skizzirtm Bestrebung« geg« die Alliance tretet nach sein« Abficht« und Anficht« noch nach fein« bilherigen Thätigkeit auch nur dal Mindeste gemein hat. Red.) /__ mnfte, «griff « schnell ihr« Arm und trat mit ihr au dm Tssch. Juantta wurde furchtbar bleich, alle! Blut drängte sich ihr nach dem Herz«; ihr Athem war beklemmt. Indessen warm All« Augm auf dm Graf« und dal junge Mädchm gerichtet; plötzlich trat eine tiefe Stille ein, ein unwillkürlich« Schaub« durchrieselte die ganze Gesellschaft; man ahnte, daß etwal Auß«g«wöhnUcheS vor sich gehen werde. D« Graf ging «il fest« und entschied«« Miene vorwärt!, ab« seine Haltung war mürrisch und v«drießlich. Inanita war bald toteibleich, bald glühmdroth, sie hielt fich nur «it all« Anstrengung aufrecht und drohte jeden Augmblick zusammenzufink« Endlich befand fie fich, ohne zu wtssm wie, an d« Sette Alonzo'l. Da erinnerte sie fich, daß « eine! Tagei Mitleid für fie an dm Tag gelegt hatte. '»Erbarm«!' murmelte fie, zu de« jung« Manne gewendet, »Erbarm«!* Mühsam entwand« fich ihre Worte d« keuchend« Brust. »Ruhig!' murmelte Alonzo seinerseits, bet dem ter Gedanke an eine öffentliche Zurückweisung dm ganz« Ahnmstolz wach rief. »Um Gottei Will« habt Erbarm« mit mit!' erwiderte Juantta händeringend mit l^s« Stimme. Alonzo antwortete nicht. Alle Anwesend« trarm näh« h«an und folgt« mtt ängstlich« und gespannt« Aufmerksamkeit d« Ereignissen. Juantta wich tief aufseuszeud und ein« Ohnmacht nahe einige Schritte zurück. In diesem Augmblick wandte fich d« Graf um, um wiederum die Hand tel jung« Mädchen! zu «greif«. Me frmqößsche» Jtefen. (Ca! ter »N Fr. Pr.») Wir gebm aul dem im vor. Blatte bereit» erwähnten Attikel, welch« dem Briefe »eiuel gebildet« Dmtschm, d« sich seit viel« Doch« in dm östlichen Provinz« Frankreich! al» Beobacht« und Geschäftsmann aufhält', nachstehend ein« wörtlich« Auszug. »Seit Anfang dcS Krieges, d« 'mit dem Anfang d« franzöfischm Nieder logen zusammmfällt, bieten die Iudm deS Elsaß und Lothringm» eine eigmthümliche Erscheinung dar. Man spricht in Dmtschland viel und mit Recht vom ftanzöfisch-patriottschen Fanatismus d« gcrmanifchen Einwohner dies« Provinz« von ihr« Feindseligkett geg« die Sieg«, von ihr« titfen 2 rau« über die «litt«« Nieterlagm. Nun wohl: mir scheint, und ich täusche mich gewiß nicht, daß diese Germanen, diese n«en Ubier, in all dies« Gefühl« von d« unt« ihn« wohnmdm semitisch« Franzos« wett übertroffm w«dm. Und zwar suchen fich diese Gefühle, so viel al» unt« dm obwaltmden Umstand« möglich, durch die That zu bewähr«. Diese! handeltteibmde Volk, da» man imm« für so friedferttg hält und da» alle Ursache hat eS zu sein, ist für dm Widerstand auf» Aeußerfte und b«eit, zu diesem Zwecke jede» Opfer an Geld und Leb« zu bring«. Auf allen dies« auSdmckSvollrn Gesichtem, von Thionville bis Basel, ist nebm tief« Verbissenheit ebenso tiefe Niedergeschlagen» heit zu les«. ES ist gewiß, daß, wie in Metz d« Bürg« überhaupt von d« Capitulation schmerzlicher berührt war al» d« Soldat, so auch d« jüd. Bürg« da» Unglück tief« empfund« hat als d« christliche. & ist wahr, daß fich an» dem Ober-Elsaß viele Juden nach d« Schweiz geflüchtet Hab«, aber das find meist Weiter, Kind« und Greise; Jünglinge und Männer von Rüstigkett bleib« daheim, um daS Ihre zu thun. Leute, die vor h«te drei Monat« um an ihr« Vieh- und Hopfmhandel, an die klein« Märkte im südlich« Deutschland dacht« und eS sich nie einfallen ließen, daß sie je zum Waffenhandw«k berufen sein könnt«, steh« h«te als Mobilgard« od« find al» Francttr«r» üb« daS nordwestliche Frankreich z«str«t. Bei ihrer Er suchte rergeblich sein« Heftigkeit H«r zu w«d«; eS sollte nicht da» Ansehen haben, al» ob « die Zusttmmmig de» jung« Mädchen» «zwinge; trotzdem war seine letzte Bergung d«b und satt brutal. Aber Juantta ttat noch einmal zurück. »Ich kann nicht,' sagte fie. Nun drängte sich Herr von Tueno, die Stime in sinst«e Fall« gelegt, durch die dicht« Reih« ter Gäste und stellte fich htut« da» junge Mädchen. »Geh,' sagte « in dem trockmen, kalt« und befehlmden Ton, dm « für unwiderstehlich htett. Diese Sttmme rief in Juantta die ganze V«gangenheit wach; fie smfzte unwillig, und d« Zom gab ihr ihre Kräfte wied«; ihre bleichen Dang« belebt« fich mtt ein« ttefm Röthe. »Niemals!' sagte fie leise, ab« mtschiedm. »Geh,' wttd«holte d« Vormund.... »Ich kam» nicht,' entgegnete Juantta. Herr von Tumc rettet ein« solch« Hartnäckigkeit gegmüter alle Kaltblüttgkett und Besonnenhett. »Du kannst nicht,' erwiderte « zomig. »Gut, dann mußt Du uns sag«, warum, verstehst Du? od« sofort gehorch«!' »Ich kam» nicht,' wiederholte Juantta. »Du sollst sag«, wamm,' schrie He« von Tumo, bebmd vor Duth. Juanita blieb ein« Augmblick mhig und unbeweglich, no einmal durchlief« ihre Blicke prüfend die glänzmde Versammlung, die sich um fie drängte, ater fie begegnete nur zomig« und mißbilligmdm Geb«dm. Sie sah ein, daß jed« Wid«-

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