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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-12-07 · 49 (7.12.1870) · p. Seite 402

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
49 (7.12.1870)
Date
1870-12-07
Page
Seite 402 (sequence 6)
Language
German
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402 am 15. d. M staiigehabten großen Versammlung zur Besprechung über die Candidailirm zur ^lktn-vorstandSwahl. Der einschlägige Lheil de« Berich>ü lautet »ach dem Referat fa Wiener Blätter»: »Hofrach w« Weil richtete an Semeinderath Frankl eine Znterpeüatu» irr Betreff de« Central»Friedhöfe«. Nachdem Herr Krankl im Gemeinderathe in dieser Angelegenheit jüngst gesprochen, fragt der Interpellant, ob die allgemein verbreitete Auffassung de« GrmeinderathS-Beschluffe» richtig sei, daß nach demselben Juden und Christen untereinander auf dem Central» Friedhofe sollen begraben werden. Der Interpellant macht dagegeu rituelle Bedenke» geltend und hofft, der Vorstand der EultuSgemeinde «erde Sorge tragen, daß in dieser Hinsicht nicht» den jüdischen Glaub« Verletzende» präjudtcirt werde. Der Vorsitzende erwidert, daß der Vorstand dieser Augelegmheit bereits seine Ansmerksamkeit zuzewendet Hab«, und Herr Frankl erklärt, daß schon vor zwei Ähr« der Gemetnderath dm prin» cipievm Beschlus gefaßt habe, daß e» jeder Religion»genoffenschast freistehm solle, gesonderte Abtheilung« auf dem Emtral» Friedhofe zu verlangen. Die liberale Majorität de» Gemeinde» rathe» habe mit ihrem Beschluß keinerlei Zwang trgmd einer Confesfion auferlegm wollen, fie verwarf nur dm Programmpunkt, der schon im Voran» anordnet, bet der Anlage de» Central-Friedhofes auf nach Confesfion« geordnete Abtheilung« Rücksicht zu nehmen, «eil fie dem Central-Kriedhofe kein« confesfionellm Charakter aufdrückm, und dm ReligionSgmoffmschaften nicht prüjudicirm wollte. In diesem Sinne Hab« auch er gesprochm, und betont, man solle e« dm ReligionSgmoffm» schaftm überlisten, gesonderte KriedhofS-Abtheiluug« zu verlangm. Diese Erklärung wird mit Befriedigung mtgegmgmommm. ' Amerika. -i- Hlew-Hcrt, 6. November. (Oriz.»Eorr. Schluß.) Die Conferenz bestand Anfang» au» nur neun Mitgliedern, doch kämm die dreizehn wieder zum Vorschein, welche merkwürdiger» weise auch in Philadelphia und Cleveland getagt halt«; e» find jedoch nicht nur nicht dieselbm 18 Person«, sondem von dm Philadelphiem warm nur drei diesmal auwesmd. Wie fie nach und nach gekommm, so verlor« fie fich auch allmählig wieder» bi» am Ende nur noch fünf anwesmd warm, woraus man dmn Vertagung beschloß. Di« Confermz faßte Resolutionen wegen des EhescheidungSzesetzeS in Indiana und weg« Gründung einer Rabbiuerschule, befaßte fich aber hauptsächlich mit Abfaffung eineS nmm Gebetbuches. Lange und heftig wurde auch über dm Titel, dm diese» führm solle, gestrittm, ein Mitglied verlangte »einm Ramm, dm noch kein existirmdeS Gebetbuch trage', während vr. Wise durchaus fein« »Minhag America' durch» fetzm wollte, indem er behauptete, daß die Versammlung »zum Zwecke der Revision de» Minhag America' berufm und zu» sammmgetretm sei. Die» wurde von dm Gegnern mtschiedm in Abrede gestel't, und vr. Wise ist, wie ich schon gesagt habe, durchgefallev. Ein »mer Name ist aber auch nicht vereinbart, und so Hai das Kind noch kein«, eS ist aber auch noch nicht geboren. Obgleich eS daher mir dem sttamm keine Eile bat, so hat doch «in anonymer Witzling dm Namm »Minhag Bowel' vorgeschlagm, ki schom bolal, »dmn dort ist vermischt nach deS »Herrn' Rathschluß alle» unter einander.' Nun wünschen Ihre Leser eine Probe de» nmm Mtnhag, oder ehrlich gesagt: ich wünsche eine solch« zu gebm, denn jme find vielleicht nicht verleg« darauf. Um nun nicht in Verdacht z» kommm, daß ich beliebig oder mißliebig das Chokanteste heraußgreife, wil! ich ein« klemm Therl ganz gebm und zwar gleich dm zuerst vorgmommmm, das Abmdgebet. Dasselbe soll besteh« an« ») -i>f- 184, b) Lor'chu, e) dm GegmSsprüchm vor Hchma. Hier wurde BHIM ITO gestirchen. Der Himmel hat keine Thor«. »Die Crde aber hat der Thor« gar zu viele' — würde Sarlchm Mießnlk sag«. Jedenfalls find fürAmeeika Thore de» Himmel» zu poetisch»!-wir find rin pnckttsche» Volk, weg mit dm FloÄelu. iDau» wurde 7PM rrrrpfo) bmnstmdrt; die« fei nicht wahr.. Dageg« bemerkte Son «schein: wir sag» auch »vir rühm und freu« uns am Sabbat' und dns tst auch nicht wahr! ä) Schma beibehaltm bi» ran pch, die beid» letzt« Verse g-strichm. Ob, well die Herr« nicht »heilig' sein «oll», oder «eil de» Auszug» aus Egyptm nicht «ehr gedacht werdm soll, wie man später bemerk« wird — weiß ich nicht. sWtr »ermuthm, daß der Herr Eorr. fich irrt, und daß von OK rrrn bi» an die letzt« zwei Vers« gestrichm werdm soll. Red.s «) Am roK wurde viel gemäkelt, so viel, daß ich nicht alle» auch nur berühr« kann: es sei zu viel Klage über alte Verfolgung darin und vom AuSznge au» Egyptm soll« nicht geredet werden. Der Vers POOS D wurde bemängelt, well er mythologisch von »Götte«' spreche, statt Soff1 Äv wird von Wise CK9 vorgeschlagm. (Wahrscheinlich betrachtet W. die Völker alle als durch ihn erlöst.) 3n der WO wird .der Gott Abraham», Isaak» und Jakobs' gestrichen, bt< und onon 0010 bemängelt. Doch nun gmug. Nur »och zwei auf da» Abmdgebet an Festtag« bezügliche Punkte. Wise will dm Vers Wpn am rn durch einm andern ersetzt wissen, denn es soll nicht auf einem Schofar geblasm werdm, sondem » rogplnr orodoatr» of wiuä matnuuont»; die» wird acceptirt, über einm andem Vers kam aber keine Einigung zu Stande. Sodann wurde vorgeschlagm, zu mehrerer Feierlichkest AbmdS Kedufcha zu fingm. Höchst ominös, mehr noch al» die 13, war der Schluß der Versammlung. Man war in dm Gebetm für W bian dm Satz 0SK0O3 trsn ‘t« »gehe nicht mit uns ins Gericht' ge» kommm. Hier erhob sich eine Debatte über das »Gericht', darüber gingm von sieb«, di« gebliebm, noch zwei fort und di« Convmtion löste sich, wie ob« gesagt, auf, oh »in Wohtgesallm'» wie man bei Jhnm sagt — daS weiß Ihr Correspondmt nicht. Und nun, waS f-zm dmn die Gemeindm, die mtt dem noch ungebormm und unbmanntm Buche beglückt werdm follm, dazu? Sie fagm gar nichts. Diejmigm, welche am alt« Gebetbuch im Allgemein« festhalt«, lach« — die Andem kümmern sich nicht um die Confermz und die Conferirendm. Da wäre e« dmn Schade um diesm Bogm Schreib» und gar erst um Jhrm Bogm Dmckpapier für diesm Bericht?! Aber wenn die Lmte nichts sagen, so denken doch manche nebmher — und diese Gedanken könnm leider nur dahin geh«, daß ein Gebetbuch und daS Beim überhaupt eine recht einfältige, aichtSnntzige Sache sein muffe, wmn es jeder so ganz nach fein« barockm Einfällen zustutzen könne. Wenn so vieles als untauglich gestrichen, was wäre dann der Rest werth? Gut, daß es auch hierzulande noch in Tausmdm von Herzm fest« Wurzeln besitzt, die Doctorm werdm es nicht todt »doctem'! Vermischte und neueste Nachrichtm. fSittt. Dem auch m der „Wochenschrift" schon «iederholt anpttntctcn Uebelstand«, datz Wim, da« an Wohlthätigkeiw-Snstaltm jeder Sr« s» rciche, kein jüdische» Waismhan» besitzt, scheint endlich abgeHolsen werdm zu sollen. Herr Gast. ». Spstein, Ritter, hat zur Gründung eine» solchm 40,000 fl. gespendet und damit vorau»sichtlich dm Anstoß zur Sammlung eine» an», reichenden «apiml» gegeben. Msltza«. Da» in Polttschm liegmde Milttär hat mit Einstimmung feine» Major» beschloss«, dt« dorttge Synagoge zu unterminirm und fie am Sonnabmde, wen» alle Jndm in derselbm zur Abhaltung ihres Gotte»di«st«s versammelt sei» werdm, t« die Lust zu sprmgm. Ein jüdischer Soldat hat das ganz« Complott der jüdisch« Gemeind« verrath«. Man sich nach und fand in der Thal auf all« vier Seit« da» Bethaus

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