Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 49 (7.12.1870)
- Date
- 1870-12-07
- Page
- Seite 401 (sequence 5)
- Language
- German
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401 » tttoa Ist.»Wem, fern« «inFoh« anl Paffntge all Glauben»- geaffte stgurttt, f> köaum freilich «eder ,Hebr.' »och ,J»r^' H. »iffen, .ba| in unserer Proviaz,fauch mitunter tu Pommau) zahlreich« christlich germaatsche Famüttn dm Namen ,Koh«' (nicht Coha) führe», wie tarn tu der Lhat vor einiger Zeit der stall sich ereignete, daß der Vorsitzende eine« hiesigen Gerichtshofes in einer Anklagesache wider ,Koh«' es für nöthig hielt, d» jüdisch« Zeug« — eiueu polnisch» Judm — zu ermahnen, sich nicht durch die bekannte Stammesltebe in seiner Aussage bestimm« zu lass«, wobei sich denn herausstellte, daß der Angeklagte eiuer rein littauischm Familie angehörte. (Noch ereignete es sich übrigens hierbei, daß auf die entrüstete Gegmantwort de» Zeug«: er sei eia Jude und ein Jude schwöre nie falsch — da Vorsitzende zugestand, daß das statistisch« Bahältniß da Meiueide dm Judm allerdings zm Ehre gereiche) Jedmfall« ab« sollt« solche Vorkommnisse, die gewiß auch noch von ander« Provinz« 'ha zu Reclamationm führ« werde«, jedm jüdisch« Redactem zm Borficht mahn«, statt hierbei so leichtfertig, wie bet prüfungslosa Aufnahme von Schmäh- Arttkeln» wmn sie nur recht pikant find» zu verfahr«. Di« Bekenn« und Battet« ein« Religion, die dem ran 'X pbon O'aro d« Antheil am ewig« 8ebm abspricht, dürf« nicht dem Grundsätze folg«: calumniare audacter, sempor aliqnid haeret. .Verleumde nur imma darauf los, Etwas bleibt imm« häng«.' N. S. Dmch die Uebagabe von Metz hat sich auch die Zahl uns«« jüdisch-französisch« Jntanirtm vermehrt, mit« dies« befind« sich zwei jüdische Sageants-Fourtas, Eli Levy und Samuel Michel, von d«m da letztae, ei» blutjunge» Kalch« au» Bordeaux, für seine Tapferkeit in da Schlacht von Gravelotte von Bazatne daorirt wurde. Beide waden von «n» unterstützt. I« da Schlacht von Le Bomget fiel da freiwillige Füsilier Heinrich Pollak von hia, Enkel da Debora Pollak; er war SchtffSbaumeister und eilte beim Au»b«che de» Kriege» zu dm stöhnen. 1L L. Uiuur, 27. Novemba. (Orig.-Coa.) »Sturm in einem Glase Wasser', und doch wad« die Zetchm da Zeit, die Ursach« da weltaschüttandstm Ereigniffe leicht« in diesem, al» in groß« Meeresfluth akannt. Kann e» z. B. an einem größem Orte so leicht akannt wad«, wie schädlich Taktlosigkeit« eine» Individuum» da von ihm verttetmm Sache sind, al» in da klein« Stadt? Daha kann folgende» Factum dm Lesan dies« Zeitung manch schätzbaren Wink atheilm. Da Bat« eine» unsaer gefallen« Krieg«, ein alter, arm« Mann, wollte dm ihm so früh enttifsmen Emähra in die Chewra Kedischa einkaufen, auf daß ihm ein ständiger Jiskaur gesichert sei. 20 Thlr waden dafür gefordert. Eine solche Summe kan» da Bat« nicht erschwing« und sucht daha die Vermittelung de» OrtSrabbinm nach. Doch — wahrscheinlich eingedenk de» TOTTI npTS vorn — der fromme Mann hat nur die Ant- «ott: »Da» Einkauf« kostet für ein Mitglied 12, für eir. Nichtmitglied 20 Thlr.', oda wie e» seine Gattin übersetzt: »Wa kein Geld hat, darf nicht einfau?«.' Daß Christ und Jude von eina solch« Roheit sich angewidat fühlt, ist leicht begreiflich. — Dergleichen Fälle dürft« sich wohl an manchem klein« Otte wiederhol« — und da wäi e es wohl angebracht, wmn die Gemeindeoorstände darauf hing mies« würdm, wie e» passend erscheint, zugleich mtt dem Errichten ein« Gedmktafel »für «usae Held«' in da Synagoge anzuorlm«, daß da Gemetndecantor bei jeda Todtmfeia dieselbm nem t. (Es bedarf diese Anregung wohl kaum noch ein« «etter« -öegründung und Empfehlung. Da »Preis' von 20 Thlr. ist jd« überhaupt, »ammtlich für «tue kleine Gemeinde, ein ganz «vernünftig«. Hia in Stettin wad» drei Thal« bezahlt. R«».) Oesterreich.! ** Wie», 28. November. (Origiual-Eorresp.) I» Nr. 47 Are» geehrt« Journal» befindet sich ei» sehr wohlwollend« Bericht üba d« hi« bestehend« Bann zur llntastützung mittellos« isr. Studttmd«. E» wird jedoch bemängelt, daß sämmt» liche Betträge, mtt Ausnahme da von unserem berühmt« Land»- manne Albat Cohn in Pari», nur von Wienau herrührm. Da Har Berichterstatt« meint, die Wim« mög« doch nicht stolz sein und sich auch nach au»wärt» wenden, um andae ro» zu sein «. s. w. Gönn« Sie mtt eimge Worte zur Aufklämng diese» Sachverhalte». E» ist Thatsache, daß dtt Cultur» und WohlthätigkeitS-Anstaltm da httfigm iSrael. Gemeinde mehr dm Fremd« al» dm Einheimisch« zu Gute kommen. D« größte Theil de» Publikum», welch« an gewöhnlich« Sabbat« di« Gotteshaus« besucht, find Fremd«. Die RelizionSschule wird vahältnißmäßig nur von sehr wenig Wim« Kindan besucht. Im i»r. Spttale sind kaum 5 pCt. d« Krank« au» Wim u. s. w. Wi« «ttd al» eine unerschöpfliche Fundgmbe bettachtet. Nun wurde aüadiug» da Bersuch wiednholt gemacht, auch Nicht- Wim« in dm Kreis der hiesig« Wohlthäter heremzuzieh«. Bor einig« Jahr« wendete sich da HandwerkSvaei» an inehrae Borstände da Provinz-Gemeind«, sich mit Beittägen zu betheiltgen. Go viel mtt bekannt wurde, Hab« sich in Folge dies« Einladung zwei Gemeind«, Brody und Trebitsch, zu Beittägm baett aklätt. Bor einig« Zett lud auch da» Curaro» torium da Predig« Mannheim« «Stiftung mehr«« Gemeinde- Borstände ein, dies« Sttftung Beittäge zukommm zu lass«. Er glaubte dies« Schritt um so eh« thun zu können, da dtt Stiftung ausschließlich Nicht-Wiman zu Gute kommt. Nach dm Statut« «halt« nämlich Rabbiner, Predig« rc. notorisch groß« Gemeind« keine Unterstützung. Ab« auch dies« Lpvell hatte bei weite«« nicht dm gehofft« und gewünscht« Erfolg. Unter dies« Berhältniffm wad« Sie e» wohl begreif«, daß man sich nicht umsonst bloSstellm (troo sein lass«) will. Wttn genießt übrigen» nicht umsonst dm Ruf, daß es wohtthätig sei. ES ist nur zu bedauern, daß in Folge diese» Rufe» alle» wa» »kreucht und fleucht' nach Wien kommt; und all« kann man nicht helf«. Ai«, im November. Am 15. d. M. feiatm die Katholik« da Leopoldstadt da» Fest de» niedaösterreichischen Lande»- Patron», dessen Nam« da zweite Wien« Bezttk trägt, d« früh« .der untae Wörth' hieß, ab« nach der Austreibung d« Judm und Benvandlung ihr« Synagoge in die Leopoldskirche 1670 dtt gegmwättige Bezeichnung erhiett. Bei dem am 15. d. stattgrfundmcn Bankette nahm d« hochwürdize Pfarrer Pappmbager da» Wort und berichtigte in der Einleitung zu feinem Toast« auf dtt Gemeinde Wim dm dmch die Zeitung« hervorgaufen« Jrrrhum» al» ob mtt dem hmtigm Feste da» Jubiläum da Bertteibung da Judm au» da Leopoldstadt gefeiert würde, « betheuerte, daß diese Auffassung da Geistlichkeit f«n liege. LandeSauSschuß Sue» wie» in seinem Toaste auf die «» freuliche Thassache hin, daß e» hmte nicht wie vor 200 Jahr« da Bertteibung da Juden bedürfe, um die Leopoldstadt wird« aufblül« zu mach«, sondan daß hmte Christ « und Judm in voll« Einigkett bemüht find dm Fcrtschrttt zu fördern. (Lg.) Die Wim« Stadtbehörd« Hab«, wie in all« Journalen brrichtet wordm, die Anlage eines Cmtralftiedhofes für Angehörige all« Confessio»« beschloss« und «ach lang« Debatte dm Antrag, getrennte Abthetlunzm für dtt verschiedene« Eonfesstonm auf dem gemeinsam« Todtmfelde einzurichtm. abgetthnt Für dttse Abtthuung hatte auch 8. 8. Frankl al» Gemeiadaath gesprochen. Daß dtt Sache in jüdisch« Kreis« (and zwar auch solch«, dtt sich nicht t« Entferntest« zur Orthodoxie bekenn«) nicht jo leicht gen»««« wird, tthrtt ein Zwischenfall bet ein«