Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 49 (7.12.1870)
- Date
- 1870-12-07
- Page
- Seite 400 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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400 nullt 150—200 fei Sc'rty zersprengt« ®»ftaten «nd »arf sich f«fect in Mt Vogesen. Unter denen, die den Guerillakrieg begonnen, war er einer der Irsien. Zn den Soldaten kamen bald mehrere Franctircur» nnd so besehligte er Inrfo», Znaven, andere Liniensoldaten und Freischützen. Bei den Tnrko« stand er sogleich in große« Ansehen, da er sehr gut Arabisch sprach, an» alter Zeit pi einem sehr geachteten Marabnt in sehr frenndschastlichem Berhältniffe stand nnd tic -srikanische Lampsweift sehr gnt verstand. Sein Plan war, dir Deutscher, fortwährend zu feunruhgen und ihnen allen möglichen Abbruch zu thmi. — und in der Thal kam er gleich in des ersten Lagen mehrmals mit ihnen in blutige Berührung. Di« Elsässer Juden lieben es, ihre feiste, di? sie loben wollen, als fromm und an den jüdischen Leremonieu treu sestha teud darzustelleu. Und so erzählen sie auch, daß Feiwisch Lion selbst in den Vogesen allen religiösen vrrpflichtungeu streng nachgekommen sei. Eur» Morgen» wurde er von preußischen Husaren überfallen, eben al« er im Sebete begriffen war. Trotzdem er n«h die Gefetriemrn um lkopf und Ar« geschlungen hatte, warf er sich auf» Pferd, sammelte seine Leute und stürzte sich in diesem sür einen Soldaten sonderbaren Anzüge in den Feind, den er auch in di« Flucht schlug. Immer noch in den Gebetriemen und den Degen in der Hand, verfolgte er ihn bi» gegen Zobern. Aber Feiwisch Lion'» Wirksamkeit in den Vogesen dauerte nicht lange; da er von dem Zuge Mac Mahon'» hörte, schlug er sich mit seinen Leuten zu ihm durch, blieb fei der Armee und marschirte mit ihr nach Sedan. Dort blieb er gleich am ersten Schlachttage, und seine« Heldenherzen wurden Schmach und Schmerz der Kapitulation erspart." i Berichte und Correspondenzen. j Deutschland. j -eftönigüßerg i. ffx., 24. November. (Orig.-Corresp.)! (situ Notiz in Sachen deü Haupt-Grenzer mit*« wird wohl zeit» gemäß sein, damit die Angelegenheit nicht ganz der Vergeffenheit anheimfalle. Da« H mpt-Grenzcomitö fetzt trotz deö Krieges feine! Thätigkeit, wenn auch in bescheidenem Maaße, fort. Seit der > großen Expedition im Juli d. I., über deren Ausführung sich , unsere überseeischen Glaubensgenossen, wie auch Ihr Blatt feiner | Zeit mitgetheilt, äufierst günstig auSfprachen, während zahlreiche , seitdem hier einzetrcffene Privatschreiben der Auswanderer selbst die erfreulichsten Mittheilungen über ihr dortiges LooS enthalten! durch in unverantwortlicher Weife die Jnteresien ihrer Familie i schädige. Juanita ließ er in ihr Gefängniß zurückbringen und , verbot der Superiorin, Alonzo fernerhin den Zutritt in daS Kloster > zu gestatten und ihn von der neuen Aenderung der Sachlage in | Kenntniß zu setzen. So befand fick nun Juanita nach einigen Tagen de: Erholung wiederum im Kerker, und die so wohlwollende Einsprache deS jungen Mannet hatte für sie weiter keinen Erfolg, als daß man sie nach einer uwmentanen Freiheit die Schmerzen und Entbehrungen der Gefo agenschaft, zu denen sie veruttheilt war, nur noch schwerer empfirdeu ließ. Bald fühlte Juanita ihre Kräfte abnehmen; einen Augenblick dachte sie daran, sich selbst den Tod zu geben, aber der Gedanke an Fernardo, den sie vielleicht noch Wiedersehen durste, flößte ihr neue Lust am Leben ein. Al>er ihre Lage war unerträglich, und ttitz ihre» Mulhes verhehlte sie sich nicht, daß ihr krampfhafter Widerstand nicht ewig dauern könne. Vor Allem war eS ihr klar, daß sie auf keinen Fall länger im Kerker beiden dürfe. Vielleicht begegnete ihr draußen auf ihrem Wege ein edleS Herz, dm» sie ihr Unglück enrdecken konnte, ein Beschützer, der sie gezm die Familie und Freunde deS Grafen vertheidigtr. Auf Al: nzo rechnete sie dabei nicht, obwohl er so viel zu ihren Gunsten versucht hatte; konnte ja sein Bettagen ebensowohl auS wahrer Großmuth, wie auS schlauer Berechnung her« vorgegaugen sein. Nur ein Mittel gab eS noch für sie, daß sie zum Ziele führen konnte: sie mußte zum zweitt« Male scheinbar dem Willen ihre« Vormunde« aachgeb««. — hat da« Haupt-Grenzeomit* uuunterbrochen einzelne Personen und Famllie», die sich tu de» «eisten Fälle« zu ihre» ttf gehörigen in daS Ausland begaben, befördert; dt« erste größere Ejchedition hat am 15. November stattgefunde» und wurde» ei» Berlin-Hambmg 13 Famllien und 8 Einzelne, im Ganzen 51 Personen nach New-Pork befördert und dem dortig« (Somit* überwiesen. Für eia repräseatableS und der JahreSzett äugemesieneS Aeußere wurde Seitens de« EomitS'S ausreichend gesorgt, während zu hoffen ist, daß die diesmalig« Auswanderer etnm noch weit vortheilhafteren Eindruck mach« werden, als die letztbefördertea. Auch die der AuSblldung und Pflege der untergebrachtou Schüler und Handwerker gewidmete Thätigkeit nimmt eine» wagestörten Fortgang und hoffentttch ist die Zeü nicht mehr fern, in welcher daffelbe durch thatfächliche Erfolge wttd darthun können, wie eS auch auf diesem Gebiete nicht nur segen-reich, sondem auch in jeglicher Beziehung gewissenhaft gewirkt hat. Rur die Waisen-Adoption ist fett AuSbruch deS KriegeauS begreiflichen Gründen in« Stocken gerathea; hoffen wtt» daß die ersehet« baldige Wiederkehr de« Frieden« auch diesem edlen Werke eine« Aufschwung verleihe. Sie haben in ebrer Ihrer letzten Nummern ans die Leichtferttgkeit hingewiese«, mtt welcher der »Hebrew* und nach ihm mehrere andere Blätter au« dem mehr oder minder jüdischen Klange de» Namen« eine »Liste der im Felde gefallenen oder verwundeten Glaubensgenossen* zusammenstellea und derselben durch ihre äußere Form ein qu»»i officielle« Gepräge verleihen. Ein willkürlicherenowou et omen läßt sich kau« denke«, sowohl hinsichtlich derer, die ohne wetteren Nachweis in diesen Listen zu Juden gestempelt werden, al« in Rücksicht auf diejenigen, die in dies« Listen fehlen, «eil ihr Borname germanisirt und ihr Zuname unter Juden zufällig und selten gebräuchlich ist. So wird beispielsweise au« unserer Stadt ein Eduard Gutzeit al« Jude aufgeführt, obgleich in dieser hier sehr a«Sgebreiteten Famllie auch nicht «in Tropfen jüdischen Blute« fließt, ein Hermann Rosenbaum, der gleichfalls ein Sohn christl. Sie ließ ihren neuen Entschluß der Superiorin melden; diese gab Herrn von Tueno davon Nachricht und letzterer begab sich sofort in JuanttaS Kerker. Unter Belobigung ihre» Entschlusie» beklagte er, daß ihr frühere» Verhalten ihn zu so strengen Mitteln gegen sie habe greifen lassen, und daß er deswegen ihr auch jetzt noch nicht fein ganze« Vcrttanm schenken könne. AlS Beweis der Aufrichttgkett ihrer Sinnesänderung müsse sie sich demnach ungesäumt in die Famllie ihre» zukünftigen Gatten begeben, wo schließlich ihre Verlobung mtt Alonzo gefeiert werden solle. Juanita hütete sich wohl, sich dieser Bedingung zu widersetzen; nichtsdestoweniger war ttotz der Ungeduld des Vormünderin Aufschub von einigen Tagen erforderlich, bevor sich da« junge Mädchen einigermaßen von den Leiden und Entbehrungen aller Art erholt hatte, denen sie im Gefängnisse auSgesetzt gewese» war. Da« junge Mädchen wurde von der Gräfin sehr herzlich und liebevoll ausgenommen; der Graf legte eine große Hochachtung für sie an den Tag; und Alonzo — suchte sich ihr auf jede Weise aufmerksam zu zeigen und ihr in jeder seiner Handlungen seine tiefe Unterwürfigkett darzulegen. Kurz, Jedermann im Hause schien nur darauf bedacht zu sein, ihr zu gefallen und ihren Wünschen zuvorzukommen. Juanita «erkt« wohl, daß alle diese Thellnahme nur a»S der Absicht hervorging, ihr Zuttawm zu gewinnen und besonder« sie auf Schritt und Tritt zu bewachen, damtt ihr jeder Verkehr mtt ander» Personen vollständig abg,;» schnitten werde. (Fortsetzung felgt.)