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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-12-07 · 49 (7.12.1870) · p. Seite 398

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
49 (7.12.1870)
Date
1870-12-07
Page
Seite 398 (sequence 2)
Language
German
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-8*6) V , i) phtthah' de« Japhet in bea Zelte« Sem» zu wohnen. Kür de» Juden ist es jedeqet: am natürlichstm und aottheilhasteßwu — natüttkch unbeschadet d» Lieb« uto Treue» »elche er bm ton Gott ihm angewiesm-n Heiamthland« schulbet — «de sei» Sympathien dem deutschen Volke und deutsche» Lande znzuwenden. Und diese richtige-Einficht bekunden vor allen «nsere amerikanischen Glaubensgenossen. So weit meine Erfahrung reicht, ist der EnthnfiaSmu« über Glück und Geschick der deutschen Waffen in diesem Kriege dort ei« unzetheilter.') Ein Schwager von mir» der au« Amerika nach Deutschland gekommen ist, um fich zur Fahne zu stellen, schreibt: »Ich habe dem allgemeinen Zug und Druck der Begeisterung für die deutsch« Sach« nicht widerstehen können und al« waffenfähig und «pflichtig meiner Pflicht genügen wollen.' — Der kluge amerikanische Glaubensgenosse ficht und brurtheilt >1 vielleicht noch viel schärfer al« der Deutsche selbst, daß nicht nur Freiheit, Frieden und Humanität im Allgemeinen, sondern auch unsere speeiftsch jüdische Sache in den Händen de« deutschen Volke« am fichersten und gedeihlichsten angelegt sind. Da« französische Volk ist viel zu leichtfertig und wankelmüthig, viel zu sehr klerikalen und andern «achthetlige» Einflüsse« unterworfen; ich glaube, wenn di« Franzosen von dem eben Ausgesprochener Kenntniß hätten, sie würden trotz Crömieux deeretiren: Alle Juden haben binnen drei Tagen alverdächtige Deutsche da« Land zu verlassen. De« Franzosen Gemüth erfasset leicht und mit Begeisterung da« Wesen der Ctvilisation; aber morgen kann man vielleicht schon von ihm sagen: »Wie empfangen, so vergingm.' Der Fortschritt ist zwar b«i den Deutschen ein viel langsamerer, aber auch ein viel stettgerer und sichrerer, und wa« ee hat, da« hält er fest. Ich gesteh« Ihn« zu: e« mag vielleicht »och lange dauern, bi« Bi«marck einen jüdischen College« hat; aller» habm wir so lange gewattet, so können wir auch noch etwas länger warten. Memel, im November. vr. Rülf. >) Wir nehmen diese» «nva» «ehr p»ütisib«a Artikel auf, weil wir di« in demselben bekämpfte Luficht in manchen auMLndifche» jtldischea Blättern ' rr - sId Am. Sa fchtttb« ».«. »da« tra»it.Ja»^: .Di« Sitz« Deutsch. (aaM, M» tiaoa cheaviaMchea Das«! ergrifft», dfca verderbe», i» de» lad Maria, am «ftrbp Beraichtaag 0} «im* ffMdchbaite» «MOto chaamS ft» «Weuza :M4«it*.UaM|fe|| döst «iS«»« Freiheit herbeizafätzWe. wa« stich Mm« M» dWfen die HeaOhe» tzaa »er Lyra- »»» «.lntMtit» erwart»? Da« Ideal «t»e» geeiaigtr» Deaffchlaad«? Raa, <» wird elae straffe TentMfaAo» wähl Pietz greife», dt» alr Taue Deatschlaad« gleichsam mit eferne» Händen amarme» »ad -jede frei« Regaag »ad vemegmU amaöglich aeachea wird.-. Uad ferner aaläßlich «iaer vesprechae« der HUdeätzeüaer'fch« Predigt: (J. fbc. ii k. 0<4l) «ir dtckot aichp d«. hehlen, daß wir-an« religiösem Geßchtäpaakt« jede politisch« Ceritralisatioa and Orvßg aatrnbildnng aa» volle« Herzen perhorreseirea.« Wa« rm» betri-st, so sehe» wir di« Sach« »icht gaaz so optimistisch ca wie Herr vr. stir f; wir könaea z. S. den in de» letz« eitirtea Satze de» «tgarische» Blatte» artgesprochmea Gedankea aichi ganz abweisea; iadeffea liegt der Zag der Nitional.Liaheilsstaatl.Bildaag etaauil ia der Zeit» »ad so «ollen wir die Entwickelung getrost der Borsehung überlaffen. Da» sür »eisen wir jidvch, nach unserer persönliche» Ansicht, dt« Be» »rtheilaag de« Streite« a»a eiaem speeiftsch jüdische» Staad» paakte überhaupt ganz und gar zurück, wir kenne» ia allgemet»?» RAH» bton WfMbtsn Wf fo weaig wie wir etwa eine speeiell jüdisch« Aesthetik a. dergl. kennen. So weaig wir voa Goethe al» Dichter, von Fichte al» Philosoph«» »eaiger halte», «eil sie gadeahaffer gewest», so wenig kau» bet dem Urtheil über da« stiecht der deutsck«, and ftaazöstschea Sach« die Frage t» Betrach« komme,, welch»» Laad -iak Volk bk Jaden mehr M verdaakea habe». *) Die» ist «n »mH bet der älter«» Oeueratio» der Siageboreaea eaglischer und sraazöstscher Jude» — vom Sil saß abgesehen — der Fall, (stieb.) *) Aber doch tat aa» -aropa Aagewaadertrl (stied.) *) Die» h« st«h ia neuester Zeit, Fit dem Sturze Rajwkw« aa» be» < sonder« seit dem »öatg»b«rg«r Mißgriff, ttzeilweis« bedeutend »eäadett l _ (stieb.) Kriegs-Nachrichten. Tin Correspondrnt deß ,J»r. Lehr.' benennt folgend« Inden auß Destphalen, welche mit dem eisernen Kreuz« decortrt wort«« sind: Ursel*) au» Soest, Rofmthal au» Gcfecke, und Nußbamu aus Salzkotten; gefallen find 1« verschiedenen Schlachten: Jul. Stern au» Hovestadt, Ruhstadt au» Alme, Gumpel au» Hardt *) Dem «ater meiaea «lltckwnaschl Dreaeasel». Feuilleton. I u a n i t a. (Fortsetzung.) 14. Juanita hatte nun ihr vorläufige» Ziel erreicht; sie hatte ihrm Fernando gesprochen und gewarnt. Der Bormund täuschte fich aber sehr, wenn er glaubte, daß nun für immer da» Band zwischen den jungen Leuten gelöst sei. Im Gegentheil, da» junge Mädchen d.-chte gar nicht daran, sich dem Willen de» Herrn von Tucno zu fügen, und al» ihr eine» Tage» die Dupe» riorin mit heuchlerischer Miene die Nachricht brachte, Fernando sei plötzlich verschwunden und deshalb für jetzt die Eifersucht zwischen diesem und ihrem Neffen nicht mehr zu fürchten, erklätte sie geradezu, daß sie niemal» Alonzo die Hand reichen würde. Uebrigenö lag in der Nachricht vom Verschwinden Fernando» ein wenig Wahrheit. Durch die Warnungen de« Mönche» und der Geliebten glaubte Fernando wenigsten» insofern der Vorsicht Rechnung ttagen zu müsse», al» er fich bei Tage nicht mehr in Saragossa sehen ließ. Nur Abend» zeigte er fich hie und da in einem obscure« Local der Vorstadt, während er den ganzen Tag hindurch die wilden GebttgSpattten in der Nähe der Stadt durchstreifte. Abend» um zehn Uhr war er dann regelmäßig an der Thür der Aljaferia, um da« Zetchm de» Mönche» zu erwarten. Fünf Mal mußte fei» Fenster hell und bald darauf wieder dunkel werden; dann wußte er, daß di« Zeit zur Flucht gekommen fei. — Alle Bitten und Beschwörungen von Setten der Supertortn, alle Drohungen blieben der Eatschlossenhett de» jungen Mädchen» gegenüber durchau» fruchtlos. Uad wenn ihr die Supertortn versicherte, daß sie ganz außer Stand« sei» würde ttgead eine Erleichterung zu ihren Gunsten von dem strengen Vormund zu erfleh«,, so fetzte Juantta allen diesen Einreden mir di« kalte Bemerkung entgegm: »So mag e» den» hneinbrechen, ich dt» auf Alle» gefaßt.' Mit dieser neuen Verzögerung begann für da» jung« Mädchen eine Reih« langsamer und wohlüberlegter Verfolgungen, die alle darauf berechnet warm, ihrm mergischm Charakter um jrdm Prei« zn brechen. Von allm Mitfchwestern de« Kloster» entfernt und in eine einsame, abgelegene Zelle verbannt, wurde sie bald ganz wie eine Grfangme behandelt. Mtt jedem Besuche de» Herrn von Tueno, d. h. mtt jeder nmm Weigerung, dt« ste dm Befehlen ihre» Vormunde» entgegmfetztt, mehttm fich die Lridm ihrer Gefangenschaft. Bald versagte man ihr die rwthwendizstm LebenSbedürfntsse; man brachte sie au« der Zelle, d, der sie sich bisher befundm hatte, in einm feuchte«, dunkln Kerker, und Herr von Tueno verfichette ihr auf da» Bestimmteste, daß sie hier so lange bet Wasser und Brot etngespertt bletbm werde, bi» ste seinem unabänderlichen Entschluß, dm er nur in ihrem Interesse gefaßt habe, Folge geleistet hätte. Me Superiortu sah fi« voa Zeit zu Zeit nur auf Augenblicke, »ad auch dann, wie jme verfichette, gegm da» ausdrücklich« Verbot de» Herrn voa Tueno. Da» sei «dm Alle», »aß fi« wag« dürfe, denn Herr von Tueno stt ebm so umfichtig '

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