Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 48 (30.11.1870)
- Date
- 1870-11-30
- Page
- Seite 391 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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891 rSfacI* <ml de» kronprinzttch« Hauptqxnltzr tu versatlle» wm 1c onfaüaibn. Er schreibt: »Ach möchte »och thu» ttw* stmck immertm, der mir von Sette der (toafiim Am so ««liberal all albern erscheint. I»d«» könne» wohl Regiment»« und Stab»« seldLrzte werden, aber der Post« eine» Ober-Stob «arzte», der nngesähr dem eine» engl. Seneral-Jnspector» der Spitäler gleich» kommt, ist ihn« versagt, vet voran»gesrtzt«r Tüchtigkeit der U«»g«schlossmm beraubt fich der Staat solcher Kräfte, der« er oft am dringendst« bedürfte.* von dm Klag« über dt« Ungastlichkeit mancher od«r vieler französischer J»raelitm gegm ihre dmtschm Glauben-gmoffm nimmt auch »Jew. Ree.' Notiz, glaubt dieseibm jedoch darum in Schutz nehmm zu müffm, «eil siewohl fürchtm mögm, durch Aufnahme und Bewtrihung der Feinde sich Verfolgung« zuzuziehen oder gar dem Staadrecht, der Exemtion durch Pulver und Blei zu verfallen. Bei dem grmlichm Fanatiömu», der sich nmerdtng» in amtlich« Verfügung« französischer Behördm kund gtebt, ist diese Entschuldigung allerdiag» annehmbar, sonst sollte man freilich glaub«, e» sei mehr al» unsinnig, die Verabfolgung von 8ebm»mitteln (koscher oder nicht koscher macht doch kein« Unterschied) an feindliche Soldat« zu bestrafen, da diese doch Lebmömittel nehmm «erd« und müffm, wenn man sie ihn« weder gebm noch verkauf« will. Go wird e» denn auch begreiflich, daß Bazain« sech» in Metz gefangm gehaltmen dmtschm Soldat« jüd. Religion kotz der Verwendung de» Ober «Rabbiner» nicht gestatt« wollte, dm GottrSdienst an dm hohm Fetettagm zu besuchen. So hat einer von jmm Soldat« dem Her« Dr. Lehmann in Mainz erzählt. Di« Judm in der belagert« Arme« Hab«, wie un» hier jetzt Dettnkte erzähl«, dm GotteSdimst besuch« dürfm, e» hätte also a» E»corte für di« sech» Besang«« nicht gefrhlt, und wir Hab« «» «tt purer Rohheit und fanattschem Haff« zu thun. Da» ist doch bet «n» ander»! Hier z. v. sagte mk, all ich mich für dt« französisch« jüd. Besang«« mit dem platzmajor besprach. der gerade hinzutretendr Stadt-Eommandantr »Ich «erde Ihn« mtt Vergnüg« die Befangen« zum Botte»dienst smdm, schick« Sie mnr, so oft Sie die Lmte zu diesem Behuf« bmrlaubt zu seb« wünsch«, einfach ein« Zettel mit der betreffend« Anzeige hierher.' Di« »Köln. Ztg.' fährt tu ihrer bekannt« Besinnung fort, den Jude» Erömimx anzufelnd«, zu verdächtig« und zu verspott«. Der .Franks. Beobachter' brachte dem gegmüber jüngst nachstehend« Artikel: »So manch« dmffche Zettungöschreiber und damater — wie sich die» vorauösetzen lieh — die brave (!) Kölnertu, fall« über d« vierundstebenzigjähriz«, von Freund und Feind geachtet« Brei» Crämteux her, weil er — ei» Jude (sie!> — unter den gegenwärtig« revubltkanifchen RegteruugSperfon« Frankreich» fungttt. E» ist wohl allmthalbm bekannt, daß, al» Napoleon und der von ihm emannte chauvinistische Minister Grammont für dm Krieg mit Preußen agittrt«, Crömtmx, Favre, Thier« und Eousottm iw gesetzgebenden Körper geg« ein solche« willkürltche» Bebahrm aufkatm und emsttich davor wamtm! Aber «mtger bekannt dürfte e» sein, daß tu jüngster Zeit unter dm ftanzösischm Regier»ng»mänaern Crümimr und GlaiS-Bizoin für dm Abschluß de« Fried«» mtt Dmtschland gestimmt und de«halb schleunige Wahl« zur Constituante verlangt Hab«, jedoch von der Mehrzahl ihrer College» überstimmt wordm find! C» läßt fich nun vo« uufem Chauvinist« leicht frag«, warum denn Crümimx jetzt feiner Stellung al» Justizminister nicht entsage? Die Philister bedenk« nicht, welche Gefahr« eine solche Entsagung bei d« gegenwärtig« revolutionären Zustäudm Frankreich» nicht nur für die eigm« Person de» ehrwürdigen Greise«, sondem auch für dt« sociale Rechtspflege diese» durch Napoleou» Creaturm demoralisittm Lande» zur Folge hätte! — Die» zur Steuer der Wahrheit." Ueberlaffm wir übrig«» dt« Kölnische nebst Jhre»gleichm ihrem — Berger; (e» ist ja recht angenehm!) hat dafür doch Li»marck in einem officiellm Rundschreiben anerkannt, daß vor» zugSwetse Crömimx für die Wahl«, für Verhandlung«, d. h. für Ftted« sei; mtt ander« Wort« und au» dem Diplomatisch« übersetzt, daß Crömteux ein vemünstiger Mann sei, mtt dem sich verhandeln laffm würbe, daß er jedoch leider durch Gambetta und sein« Anhänger in dm Hintergmnd geschoben sei. vedrohung de» Leben» ihre» Geliebt«. Die ihr« Vater ermordet hattm in der einzig« Absicht, fich ihrer und ihre» Der» mögm» zu bemächttgm, «ürdm vor einem am« Berbrechm nicht zurückbebm, und e» gab Elende genug, der« Dolch man durch einige Goldstücke erkauf« komtte. Juanita war bet dm Wort« der Supertortn erbleicht. Diese hatte fich von dem Erfolg überzmgt, dm ihre vorgeblich« Enthüllung« hervorgemfm hattm; sie that nun auch ihr Möglichste», dem jung« Mädch« alle Rebenumstände, alle nur dmkbarm Eventualität« mit dm lebhaftest« Färb« au»zumalm. Dies« Jntrigum gelang« vollständig; Juanita vergaß ganz an ihre eigene Person, um nur an Fernando zu deukm und ihn dm Gefahrm, die ihn umgab«, zu entreißen. Aber wodurch koaute e» ihr gelingm, ihn zu 'ehm oder zu sprech«, oder auch nur ihm eine Nachricht zukommm zu laffm, da sie fich ring» von Feind« und Berräthem umfang« sah? Juautta konnk also nur in ihre« Jnnem Rath und Hülfe finden. Sie entschloß fich deshalb Hinterlist mtt Hinterlist zu vergett«. Indem sie allmählich dm Red« der Superiorin gmeigtere» Ohr lieh, gab sie sich dm Anschein, al» ob sie fich nach und »ach an die Idee, Alouzo zu hekathm, gewöhnt habe; und endlich gestand sie ihr off», daß sie die Rothweadtgkeit, sich dem Will« ihre» Bormuad» zu füg», vollständig einsehe. Sie knüpfte jedoch ihr« Gehorsam an eine Bedingung, .rämlich an die Erlaubntß, fofort Fernando sprech« zu dürfm. Di« Superiorin war viel zu sehr mtt ihr« eigm« Mandlern beschäftigt, um eine Heuchelet von Seit« Juanita» auch nur zu ahn«. Hocherfreut über da» schwer erkämpfte Resultat ließ sie sofort Her« von Tumo davon in Kmntntß setzen. Dieser wollte an ein« so plötzlichen Umschlag nicht glaubm; er machte auch einige Cinwmdungen gegm di« geroünschte Zusammmkunst, und gab erst dann seine Einwilligung dazu, al» Juanita ihm selber in Gegmwatt von Zeug« die Erllämng abgegeben hatte, daß sie bereit sei ihm zu gehorch«. Fernando» Erstaunen war natürlich nicht gering, al» man ihm eine« Abmd» bei der Rückkehr in seine MiethSwohnung den Auftrag de» Her« von Tumo, der. ihn r ach dem Urfulinerinnen- Kloster berief, auSrichtete. Lag hierin ein Fallstrick, war e« eine nme Schlinge, die ihm oder Juanita gelegt wurde? Man hatte ihn niemals in da» Kloster htneinlaffm wo Um, wmn er Eintritt begehtt hatte; jetzt bestellte man ihn hin. Woher kam d'efe Veränderung? Er hatte wohl Grund, sich in Bermutbungm darüber zu ergeh«. Nichtsdestoweniger verfchmchte der Gedanke an da» Wiedersehm mtt Juanita alle seine Bedmkea, und er er» wartete mit großer Ungeduld dm folgmdm Tag, an dem er fich zu ihr begebm konnte. E» war et» kaurrger, ergreifender Augenblick, al« fich Fer-