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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-30 · 48 (30.11.1870) · p. Seite 390

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
48 (30.11.1870)
Date
1870-11-30
Page
Seite 390 (sequence 2)
Language
German
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890 derber unb Zerstö rer gehe« ms Dir selbst au».' Di« Liberale», 3»de» und Ehrist«, strebe» »ach der konfessionslose» Schul«. Daß wir mit dtsser, ««»» ihr Prtneip konsequent dnrchgeführt würde, wohl zufrieden wärt-«, habe» wir oft gemrg «»»gefterochen. Diese» Strebe» bi aber für jetzt aussichtslos! 8a» wird ««» von jüdischer Seite geschehe«? Ei» großer Theil der da» große Wort Führend« wird sprechen: ,8a» kümmert e» uns» Laßt Mühler in seiaen Schulen walten, wir schicke» unsere Kinder tu gar keinen ReligioaS-Unterrtcht, lasten ihnen höchsten» einige Privat-Religion» stunden geben und habe» somit, wa» wir begehren.' — Fordern wir dagegen für die confesfionell« Schule Gleichberechtigt«; der jüdischen Religion und de» jüdische» Religion» »Unterricht», fordern wir Berücksichtigung der jüdische» Schüler io Bezug auf Sabbat und Feiertage u. dgl. m.: so stoße» wir auf 8tderstand in unserer Mitte, e» erhebt sich da» Geschrei über »hierarchische Bestrebungen' und andere für «nsere Berhältniffe gonj. sinnlose Stichworte. Daß die ganz christlich, streng kirchlich »imrchfäorrte' Schule die Herzen und Köpfe der jüdischen Schüler doch am Ende verwirrt und da» Judenthum schädigt, da» seh,m jene klugen Leute nicht, oder e» macht ihnen auch keine Sorg». Aber dieselben Männer, denen da» Judenthum nicht», dasür aber die äußere Ehre und Stellung der Inden alle» gilt, sehen auch nicht einmal ein, daß diese äußere sociale Gleichstellung der Juden nie erreicht werden kann, so lange die christlichen Kinder in derSchule sehen, daß da» Judeathum nicht» gilt, nicht» bedeutet, überall ignortrt wird. Und find d<nn alle Juden im Stande, für ihre Kinder die Schule zu wählen? 8a» wird au» den Tausende», die aus die Elementarschule angewiesen find, welch« außer christliche« EatechtSmu» u. s. w. fast gar nicht» lehre» soll? Da» kümmert freilich unsere »Groß«' und 8ortführer nicht! Und diejenigen wieder, welch« sich vielleicht pessimistisch darüber freue», daß die jüdischen Kinder bald moralisch au» den öffentlichen Schule« hinau»geschobe« werden würden, weil man dadurch gezwungen sein werde jüdisch« Schulen zu gründen, die vergeffen, daß letztere« nm an vechältnißmäßig wenigen Ortm möglich ist! — Wir sind wahrlih auf eine klein« Zahl solcher angewiesen, di« da» recht« Berstiindniß und de« rechten Willen in dieser hochwichtigen Sache besitzen. Wir richten an Rabbiner, Lehrer »nd.Sachi!»»-^ dtg« überhaupt die dringend« Vitt«, «»'durch selbstständig« luffftK oder brieflich« Notizen Ähülfllch.zu sein, »nt die Anliegen «d Anforder»»-«« der preußisch«« Inden in Bezieh«»- ans der, Unterrtchtßgesetz-Entwnrf znsammenzutrage». Der Dünkel de» Alle»wissen- und Allelversteheu-Wollär» liegt na» fern, wir spreche« daher offen au», daß wir bi»h«r wenig Gelegenhett gehabt habe», die »öthtgen Erfahrungen'und »bachkenntnisse zu erwerbe«. Kriegs-Nachrichlm. Da» eiserne Kreuz habe« weiter erhalte» die Militärärzte: Dr. Skutfch au» Reiffe und Dr. Genfs au» Schievelbetn, letzterer mit der llu»zei<hnung für Combattant«. Die Veranlassung zu der dem L-tzteren verliehene» Dekoration ist, wie wir an» einem an seine Eltern gerichtete« Schreibe» erfahre«, folgend« gewesen, vr. Genff ritt mit drei Begleiter« durch et» Dorf, al» au» mehrere» Häuser» Schüsse auf sie abgegeben, »nd sie al»bald von Franktireur» angegriffen wurde». 0r. Senff setzte sich jedoch zm Wehre, bediente sich seine» Revolver» mit Erfolg, die Angreifer riiche»; er nottrte darauf kaltblütig di« Häuser, au» welchen geschossen war, und machte dann bet dem nächsten Tommando Anzeige. Er führte selbst ei» Detachement an jenen Ort zurück, durch ivelche» mehrere der Angreifer gefangen genommen wmden. Die »Dresdener Nachrichten' schreiben: Die Religion hat auf die Kriegittüchtigkett der Menschen keinen Einfluß und da» Borurtheil, welche» man in dieser Beziehung früher gegen die J»raeltten hegte, habe» die deutsch« Juden bereit» tu de» Freiheitskriegen 1818—1818 gründlich widerlegt, wie sie auch in dem jetzigen Feldzuze andern nicht nach stehen; so hat tmamjarm sächsischen ArmeecoiP» der Unteroffizier Hermann kt chtenstei« vom Jnfanterie-Reziment Rr. 106 nicht nm die silbern« Tapferkeit»- Medaille erhalte«, sondem ist auch mit dem eiserne» Kreuze decorirt Word««. Sind nun, wie unsere Leser ohne Zweifel bemerkt habe» werden, schon sehr viele Militärärzte jüd. Religion decorirt worden, so ist folgende Bemerkung de» Speetal-Eorrefpondeaten der Feuilleton. - u a n i t a. (Fortsetzung.) 18. Indessen wurde Juanita» Lage von Tag zu Tag bedenklicher. So lange ihr Vormund nm andeutungsweise von der HeirathSangelezinheit gesprochen hatte, hatte sie auf seine Vor. schläze nicht geantwortet. Aber eine» Tage» ließ ihr Herr von Tueno mit grosier Selbstbefriedigung die Anzeige machen, daß er endlich eine annehmbme und standesgemäße Partie für fi< gefunden habe; ft solle sich deshalb, setzte er hinzu, darauf vorbereiten, Alonzo dem Sohne deS Graf« von Ramira, ihre Hand zu reichen. Aber Juanita erklärte ihrem Vormund rund heran-, daß sie um dev von ihrem selig« Vater für sie auSerlesmm Man« herrathev werde, daß sie nie einem andern al» Fernando aagehör« wolli. »Wir wervm Mittel sind«, Deine Ansicht zu äudem,' antwortete der Vormund kalt, »indeff« hast Du Zeit, Dir die Sache reiflich za überleg«.' Und er gir g fort, ohne der Angeleg«h«tt weiter mit eine« Worte Erwähnung zu thuu. Dieser nocken« und schneidende Ton erschreckte da» arme Mädchen «ehr, al» e» heftige Drohung« vermocht hält«; trotzdem beunruhigte sie dieser Umstand nicht so sehr, denn sie konnte und wollte n emal» nachgeb«. Aber die Supertorin de» Kloster», die ganz unti.r der Leitung ihre» Bruder» stand, flößte ihr ern» stere Befürchtungen einer ganz andern Art ein. Ja der That emhüllte ihr die Superiorin eine» Tage» bet ihr« Unterhaltung«, in welch« sie eine so zärtlich« Lteb^ für Juanita an :>« Tag legte, eine ihrer Meinung nach durchs«» ebmso übern,schmde al» unerwartete Thatsach«. I« dem Interesse, welche» ihr Neffe für da» junge Mädchen im Herz« trug, lag zugleich ein Umstand verborg«, der zu d« «astest« Beunruhigungen Anlaß bot. Für sie selbst, setzte die Superioria hinzu, wäre e» ein Punkt, der ihr nur Freude bereit« könne. Sie konnte jicht hoffen, daß ihr Schützling, der ihr schon so th««r war» eine» L^age» ihrer Familie angehör« würde. 8a» sie aber zugleich mit tiefem Schmerze empfand, war die «tabweisbare Eifersucht d«r beid« Neb«buhler und da» Uebermaß der Rach«, der Fernand» und Alonzo zum Opfer fall« könnt« durch den tief« Haß, der seit dem unglückselig« Duell in der Herberge zm »la buer Ventura' zwssch« ihn« bestand, und der durch diese Nebeul uhlerschaft «m «och geschürt werdm mußte. Juanita blieb sich über de« Sinn dieser Worte durchan» nicht im Unklar«; sie erblickte darin eine ziemlich unverhohlene

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