Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 48 (30.11.1870)
- Date
- 1870-11-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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NS 48. —1870. »i:uv*-.t l'. 'X HßpOeWsrkr 1-Jahrgsmg. ZWschen-Schrift stk Är rettstöfn» und sociale» Isteresse» des Jadenlhums. i.t.— tnifi ll^fCUU JC9CTI VUUIVWy. Prrt» »tttt«Mchrlich 20 SUbergrolchen. ij ■ fftr Mt drtittzt>«ti^PrM»kU« tket btm Rom .. ,y>,!>/, Sgr. irr, ‘ v«ra»t»örtlicher ütkUiw avk H««?zo8«, Rabbiner Är. A. Pre«e«fst» in Stettin. 'Breßlau. 30. November 1870. ch —-F-^- Zo brzie har durch aJU B«hh«»dl»»-e, anb Poftauftalteu fmlmttr* Jimnsfme tu In vchteuer'lch« Buchhandlung (H. Slutlch) i» vretla». Inhalt. Leitender Arttltt: „Vieh nach dein«» Haus», I»rn«U" Kttetzs-Nachttcht«. GeMLeton: Juautta. (Forts.) vertcht» uu» U»tls»,u»,,>, Dtntschland: BreiUa». «rrliu. Berlin, «rsurt. »us »Addrurschlaud. Italien; Fkornq. Amerika: Rew-v-rk. vermischte «ntz ueu^KeNachricht»»: Kttrth. »«plitz. Harowttz. Ose». Ljeruowitz. varschau. Tour«, tzio». Lautrrbury. Japan. Nero-Nork. Literaturdericht. tztutipau.. vrmstaß«» »er Uedaeti»». Vaeaupeu-Ltskr- Inserat». ^Kietz «uh deine« Hanfe, Israel!" Der Au-fall der Wahlen zum preußischen Lbgrrrdnetenhaufe ist unser» Lesern bekannt, er hat wohl kau« Jemand überrascht, er nimmt M. den Augenblick noch wenig di« Aufmerksamkeit de« grohea püblstum« in Anspruch. Aber der Krieg wird ein Ende nehmen, -M parlamentarische Kampffeld wird wieder eröffnet wttde», uud^dal Abgeordueteahau» — ist auf drei Jahre ge» wählt! 9S liegt uu« stet« fern, Gegenständ« der inuereu oder wapui jmumi uu» srei« fern, megensrano« oer murren over bchwecheu-zn «oiktn, Nofernlkr-nichtEf^rn v. Mül jüdischem Gesichtspunkt« au« beleuchtet sein wolle», oder fpeetell jüdische Interessen berühren. Letztere« ist hier aber höchst wahr» schetnlich der Fall. Wir setzen da« Zahlverhiltutß der Pattelen al« bekannt vorau«. Die konservative hat, wenn auch nicht die voll« Mehr» heit der Stimmen gewonnen, doch große Aulficht tu ihrer großen Zahl, im v»nd« mit Freieonservativen «. a., viele wichtige Fragen 1» ihrem Sinne entscheide» zu könne». Wa« kan» fie veretat uud tu gegenseitiger Unterstützung mit dem Ministerium Eulen» bürg »PÄ hl er in drei Jahren auf dem Felde der Gesetzgebung zu Wege bringen! Sollen wir un« etwa auf ihren guten Willen in unser» Sinne) »der auf ihren Mangel an gutem Willen-<,^ut" in ihrem Sinne) verlast« f Nun soll der Israelit btt allen Schickungen und Erttgniffea sprechen: „auch die« ist zum Guten!" (gam s« l'tvbah). Wir wockm dieser Vorschrift Nachkomme» und unsere Ansicht über da» „Auch gut" btt dem Ausfall der Wahlen au«sprechm. Er mag daz» diene», dem specifischen borusfische» Hochmuth eine hatte, wohlverdient« und wohlappliettte Lehre zu geben, d. h. wenigstm« de« liberalen Männem der altpreußischen Provinzen, btt denen sonst jener Dünkel ebenso statt ist, wie btt den Juukem—; und so mag die Niederlage, wttche fie erlitten haben, gut machen, wa« der kttegettsch« Erfolg in dieser Beziehung zu verderben, schlimmer zu macheu geetgutt ist. Man wird sich doch wohl sag«: wohin würd« wir gelang«, wenn wir auf Altpr«ßm angewtes« wärm? wie verschwindend, erdrückt von der Mehrheit der unter dem Einfluß von Landjuukeru, LandrLth« und Pastor« Gewählt«, würd« die wmigm Vertreter der Städte ». s. w. dasteh« ohne.die mächttge Hülfe der n«m und nmest« proviuzm? Würd« wir nicht demnächst flott zurtcksegelu in da« Fahrwasser Friedrich Wilhelm« de» Ersten, unter die Herrlichkeit de« Eorporalstock«? Wo blttbt, d. h. wo bliebe die Intelligenz derjmigm, welche fie al« Allodium zu befitz« wähn«? Jndefien Berechnung« pesfimisttscher Natur sind gerade jetzt imztttgemäß und iltusorisch. Wir Hab« nur dem „Auch gut" genüg« wolle«; jetzt gilt e« wa«« und auf BorstchtSmaßregttn Bedacht nehmen. Da« Sieflott der Miutstettm de« Jnne«, der Justiz, der Finanz« geht un« hier wenig oder gar nicht« an. Mit Anstellung «ine» Juden «ehr im Staatsdienste ist »n« ___ «n. Desto «ehr tnterejfitt uu« da« Restott de« Herrn v. Mühler, und hier liegt die Sache zugleich am aller» bedmkitchstml Die katholische Fraktton ttttt mit mehr al« 50 Stimm« in» neue Hau», und da die Rechte schon nahezu di« Hälfte der Stimm« (circa 200 unter 482) besitzt, so ist e« vollkomm« gewiß, daß die katholische Partei dm Autschlag geb«, uud ebmso gewiß, daß sie — abgesehen von etwa ganz fpettell katholisch« Frag« — Her« v. Mühler, ihrem gut«, ihrem best« Freund«, ein« entscheidende Majorität siche« wird. Die Annahme de« Unterrichttgesetze« ist jetzt in sehr nahe Perspective gerückt, wir könnm un« dmchau» nicht mehr gettöstm, daß e« auch ohne unser Zuthun oder Abwehr« zu Fall komm« wird. Daher »sieh nach deinem Haufe, Israel!' E» liegt heute noch nicht in unserer Absicht, die Gefahr«, mit den« diese« Gesetz unsere höchst« religiös« Interest« bedroht, zu befprechm; wir habm zuvor die traurige Aufgabe, unsere Schwäche darzulrgm, zum Bewußtsein zu bring«, um desto mehr zur Anspannung unserer gering« Kräfte anzuspomm. Wir habm kein Cmttal» oder auch nur Provtnztal-Organ (in Altprmßm), um unsere Beschwerd«, Anliegm, Anttäge zu formultrm. Der einzige off« stehmde Weg: der Entwurf einer pttitton durch ein« sich daz« beruf« Fühlmdm oder Glaubmd«, die Beröffmtlichung und Bersendung zum Behuf« der Unterschttst durch Gemttndevorstände u. s. w-, ist ein sehr umständlicher, mißlicher. Da e« Ludest« keinen andern giebt, so muß er bettet« werdm; auf die Zahl der Uuterschttstm kommt dabtt wenig an; die »Sutto'sche Petition' — die eine« Einzeln« also — hat ebmso gute Dimste gelttsttt, wie die gttegmtlich von vielen Gemeind« überreicht«. Da« Haupthindernis, liegt in dem Umstande, daß ein sehr großer Thttl unserer Gebildet« die Gefahr gar nicht kmnt, unterschätzt, oder von dem recht« Wege der Abhllfe gar nicht« wist« will, und so trifft da« alte böse Wott ttn: »Deine Der»