Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 47 (23.11.1870)
- Date
- 1870-11-23
- Page
- Seite 386 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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886 hie verschieb«« TXSctptt»« die «-glichst tüchtige» Lehrkräfte zu gewinn«, nimmt Geldmittel i» Anspruch, «eiche die de« Beth Hamidrasch bither zugeflossmm Eimahme» übersteige«. So wenden wir un« au» an die stell bewährte Opferwilligkeit unserer Glauben-trüber mit der Bitte: durch Zuwendung von Geschenken »nd Zeichnung jährlicher Beiträge unti den Stand zu setzen, die gedachte Erweiterung de- Lehrplan» I hatsächlich in» Werk zu setzen. Wo «» di« Erhaltung und Förderung der religiösen Güter gilt ist in der jüdischen Glauben-gemeinde kein Opfer zu groß erschienen» und auch unser Ruf wird — dev sind wir überzeugt — ein willige- Gehör und eine hülfreiche Hand finden. Die Beiträge werden angenommen von dem Vorstande de» Beth Hamidrasch: A. H. Heymanu, Friedrich-straß« 152, M. G. Lewy, Frcmzöstschestr. 47, Ed. M ende, Spandauerstr. 7.* X -»» Sü »de»tschr«»d, 11. November. (Orig.-Corresp.) Gegenüber den Auslassungen der Redactioo de- .Israelit' in Nr. 44, S. 813, die ich heute erst zu lesen Gelegenheü gehabt, hält e- Ihr Corrsspondent für eine Ehrensache, den Lesern der »Wochenschrift^ zu bemerken, daß ich meine in der Doppel- Nummer 41—42 und der ihr zunächst folgenden Nr. 43 gemachten Mitthcilangm in allen Einzelnhetten aufrecht erhalte und kein Jota davon zurücknehme! Ich gab meinen Bericht au» einer 3DK ifPC, aus einer Quelle, die der Redactton des »Israelit' ebenfalls lauter genug erschienen wäre, um daraus zu schöpfen. Auch ich habe hier fast täglich Gelegenheit, »Combattantm, Lieferanten» Geschäftsleute re., die vom Kriegsschauplatz« zurückkehren', zu sprechen: noch kein Einziger von viesßn aber hat Anderes von den jüdischen Gastwirthen und Privaten deS Elsasses erzählt, als was in der ersten Hälfte meiner letzten Correspondenz mirgetheilt worden! Dagegen darf jeder Wahrheitsliebende mit Bestimmtheit erwarten: Latz die Redaction de» »Israelit', nach dem nun der jüdischen Presse übergebenen Bericht deS Dr. Bl immstein in Mannheim, Alles widerrufen und al» MSTU (Uebertt eibung), theilweise aber als vollständig von den polittfcheu Blättern und deren Correspondentm erfundene «nd aoS der Luft gegriffene, in die Blätter deS »JSraelit' vielfach übergegaugme »Nachricht« vom Kriegsschauplatz«', den »Feld- Gottesdienst uM>n dem fteim Gotteshimmel, unmittelbar vor den Mauern der Festung Metz' u. dergl. mehr betteffend, be» zeichnen werde. Wie schlecht unterrichtet der »JSraelit' in Hinsicht der »Kriegsnachricht«' ist, bewie» mir die Mittheiluug eine» tb rrco, eines im hiesigen Lazareth befindlich« jüdisch« Soldaten, der an dm beid« Tag« de» Neujahrsfeste» nicht »im offen« Kampfe mgagirt' gewesm, und doch, mtt d« drei aoderm Israelit« seiner Compagnie (5. BrandmburgijcheS Rezimmt Sir. 4L), weder dieselben feiern konnte, noch überhaupt von der« Eiugettetmseia wußte! Ihr Bivouac war hart vor Metz, in welchem, nach dem »Extrablatt' zu Nr. 39 de» »JSraelit', am 23. September bereilS der Allerhöchste Armeebefehl publicirt Word« sein soll! Erst zum VersöhnuugStage wurde ihn« im Namm-deS Corps-GmeralS v. AlvenSleben mttgetheilt: dal; sie .morgm kein« Dimst zu thun braucht«'; von einem gemeinsam« GotteSdimst aber wußte er Nichts und erfuhr das darlM Wahre erst durch mich. — Während ich diese Zeit« niederschrieb, kam mir der neueste »JSraelit' (Rr. 45) zu, in welchem Ihrem Korrespondent«. ,t». dem auS Lamelle. St. Cloud» d« 19. November (scll^DSWHßkhe»- Oetober^*da» trrt« Briefe, sowie in der Bemerkung der RedaMAmL. 823 Ende: daß die vom .Israelis früh«; gebracht« MittWungm vou 52 in Wülmberg inte^^ten i<r«Iel. KriegSM-anDpa«, «i»-' von einem am BersöhnunzD^e vor MeH von MM Glaubensgmoffm im Frei« abgehaltmm Gottesdienste, ^aofUebertteibung beruhe' und »nichts als eine Zeitungsmte' fei, -indirect die glänzendste Rechtferttgung zu Thess wird; e» kemmt hoffmtlich t«l^ «och bester. Die poetisch« Verherrlichung« diese» mysttsch« »GotteSdimst«-' find demnach vollständig werthlo»; dagegen darf Ihr Correfpvndmt di« hescheidae Hoffnung au-sprechm: hast fett» auf Wahrheit beruh«-« Mitthetlungm in der »Wochenschrift' nach Jahrzehnt« »och von gleiche« rulturhistoistchm Berthe sein werden. — Um d« Rau« dieser Blätter für «in» Correspondmz nicht zu sehr in Anspruch zu nehmm, behalte ich mir verschiedene Nachricht« auf nächst«- vor; für heute mt» nehme ich nur noch der »Franks. Ztg.' vom 29. v. M. folgendeinteressante Mitthellung: »Der Krieg in Europa in seiner Wirkung auf die orthodox« Judm in Amerika zeigte fich in einer-' ungmügmd« Einfuhr vou Paradie-äpfeln zum Laubhüttmfest» wodurch dieselbm bi» zu einem Preise von 20—50 TwllarE hinaufgetriebm wurdm, währmd dteselb« in ruhiger Zeit für 2—10 Dollar zu Hab« sind. (Ist schon in Nr. 44 nach dem »Hebr. Lead.' von un» erwähnt. Red.) Oesterreich. V Wie«, im November. (Orig.-Corresp.) Der neuntr JahreSbericht de» »Vereinzur Unterstützung mittelloser Israelit. Stodiermder' ist ebm auSgegebm worden. E» warm 197 Gesuche eingegaugm, von welch« 176 berücksichtigt werdm konnten. Unterstützt wurd« «nd zwar hauptsächlich durch Zahlung der Collegim« Rigoros«- und PromotionSgelder: 1 Rabb.-Caadidat, 4 Stud. der Phil., 142 der Medien», 19 der Rechte, 10 Tech» niker. Summa der Unterstützung« 3113Vi fl. Die Einnahmen, incl. 670 fl. Rest vom vorig« Jahre, 3623 fl. Dem Vaterland« nach warm die Permt«: 4 au- Wim» 99 auS Ungarn, 21 au» Böhmen, 17 an» Mähr«, 12 au» Galizien, 8 au» österr. Schlefim, 6 au» Siebmbürgm, 4 au»- der Bukowina, je 1 au» Slavonim, Dalmatim und Triest, und 1 au» Rußland. Die Betträge, sowohl die ständig« jährlich«» wie die besonder« Schenkung«, Zuwendwigm und BethauSspmden sind sämmtlich von Wienern (auSgenommm einer von vr. Alb- Cohn in Pan»), und dabei Hab« nur vier Wiener Unterstützung, verlangt. Gereicht die» jmm zu hoher Ehre, so ist der Umstand, daß die übrig« Oesterreicher, unter d«m doch auch nicht wmig Reiche, nicht» beittag«, eine —. Aber warum halt« e» die Wimer unter ihrer Würde, fich auch nach SuSwatt» zu wendm, damtt noch mehr Gute» gethan werd« könne? Da» will un» nicht gefall«. Zum Rachtheü HülfSbedürfttger soll man nicht stolz sei«. Schämt fich doch sonst der Wohlhabende nicht, bei sein« Bekannt« für ein« Arm« zu eollecttrml Der Alb. Cohn, die auch unaufgefordert (und da» ist hier gewiß der Fall) ihr« Bettrag darbringen, giebt e» unter Million« wenige- »Gute» veranlass« ist noch mehr al» Gute» thun,' sagt« bekanntlich unsere Alt«. Vermischte und neueste Nachrichten. Berit». Di« »Jüd. Preffe» berichtet aber eine Unterredung, «elche der al« unermüdlicher Agitator fttr die Lolouisatio» Palästina« bekannt, würdige Gelehrt«, R. Nach. Friedlaud, in Begleitung zweier Herren de» Berliner Lomit« für diese Angelegenheit, mit de« in der Hauptstadt anwesenden BnudeBconsul zu Jerusalem, gepflogen hat. El galt vorzüglich, über die Bodenverhältnisse, die klimatischen and di« politischen Zustände im heil. Laude Auskunft zu erhalten. Der Eonsul, Herr v. Alte«, sprach sich über erste« äußerst günstig au«, indem er ans da« Urcheil aller Reisenden himvie«, «elche sowohl da« Klima al« eia säst durchweg sehr geftmde« al« auch die Bodenbeschaffeuheit il« eine zu» Dheil für den Atterbau überaus gituäige darstellleu. Zum Schluffe besprach er auch die Frage der Sicherheit im heil. Laude, und äußerte sich, daß er die Laudstrecke vou Jaffa bi« Jerusalem fttr so vollständig sicher Halte, daß er für etwaig« Loloaiste» säst eine Barnntie übernehme» «jchte.