Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 47 (23.11.1870)
- Date
- 1870-11-23
- Page
- Seite 385 (sequence 5)
- Language
- German
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»ü»sche»s»«rth bezsichaet« fli *t auf, bat fk «a eintn bffUmmtm Ort mb an ettua btfUmmtn Öommaabtmbea gef«tat »tatan, von dem st« weiter« Ordre z, «hall« hätte», «olle» die« jedoch sachkundigem Ermesse» der Behörde über» kaffe». Die nachdrücklich« verwahr»»- de« Minister» gegen jede dem MUttärfisms durch ihr« Amtsführung enoachseude Lusgab« »ach« fie in ihren Voraussetzung« irre, und es gewinne sehr de» Luschein, daß man überhaupt der Seelsorge sür die jüdischen Soldatm höchstens ein« gewiffe Duldung zu gewährm beabsichtige. Wir habm in diesem Ginn« und wesmtlich in diesem Wortlaut« ein« Vorstellung und Bitte um weiter« — schleunige — Auskunft an das Tultus-Ministerium gerichtet und find des Bescheides gewärtig. IL Hserkla, 16. November. (Orig-Eorresp.) Der hiesige Vorstand hat durch Lnfchlaz an der Synagoge dm Attentäter als an Geisteskrankheit leidmd bezeichnet und dies als Motiv für Unterlassung der Lnklaze gegen ihn angegebm. In der Thal ist jener nicht geisteskrank, aber der Vorstand hat dm vr. Geiger wohl nicht dm Bloßstellung« ausfetz« wollen, die ihm bet Erhebung der Lnklag« nicht erspart wordm wärm. Hserki», 15. November. Hier ist dieser Tage der nachstehende Aufruf ausgegebm worden, dm Sie in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache gewiß gern verbrett« helfm. Ls ist dm Männem, die ihn erlassen, et« ehrendes Zeugntß trmm Gtrebms für die Lehre des Iudmthums, daß fie nicht anstehen, in dieser Zett sich sür die Förderung der Thora a» ihre Brüder zu wende«. »Der fromm« Sinn unserer Vorfahren, ihre Verehrung und Liebe für die Lehr« unserer Religion und ihr Streben, die Kmntniß der heiligm Urkundm «ad der Schriften unserer Wetsm zu verbreite«, hat innerhalb unserer Gemeind« ei» ehrwürdiges emspwch«»«» fegitfaMÜM verletze»« sollt»». «tz wie »eit die comwautztre». de» Geueral« dt« Legüi»atjo» de« z» ttz»e» t» §u taut veitetz»»- ßehe». de» »tabtziner« |> Vtetti» rrspeertre» svtüe», iß nl, uak gewttz auch uuser» keser», vvlle»d« »utzegretptch geveft». Inquisition sei«; ich werde sie rette» .... oder wtt «erdm beide sterben .... Thue also, wie ich Dich heiße, «et» Sohn, Du weißt, daß ich Recht Hab«/ »Ich werde Dir gehorch«, «et» Vater/ sagte Fernando; aber kennt Juantta di« Gefahr«, die sie umgeben?' »Ich habe nicht mtt ihr sprechm köanm; ich wollt« es übrigens auch nicht, wie Du leicht begreif« wirft; ich Hab« ihr nur von Wette« ein Zeichen gegebm, das sie bemerkt hat, denn fie hat darauf geantwortet. Aber Du kennst fie, ihr verstand ist klar und scharf. Sie hat sicherlich dm Zufammmhang der Er» «tgntfl« zu find« gewußt, und di« Forderung«, die man an fie stellt, werdm st« vollmds aufklären. Aber daran liegt wenig, der Graf «ttd keine Zett Hab«, zu dem Ziele» welches er verfolgt, zu gelange», und ich — halte getreu Wacht. Ich verlasse Dich jetzt, mein Sohn, warte hier so lange, bis ich Deiner Berechnung nach wieder in der Aljaferta sei» kann. Set »mfichttg und kaltblütig, und aammtlich vertraue auf Gott, dm Hort Israels.' Nach dies« Wort« entfernte fich der Mönch und überließ Fernaudo fein« traurig« und peinigend« Betrachtung«, föfftttng folgt) Ver gute ton. . Es ist Donnerstag Morgens. 3m Tempel find die fto mmen Beter zum Morgmgottesdimst versammelt; es find nicht viel über die erforderliche Zehnzahl erschien«, meist — wie gewöhnlich beim Woch«taggottesdlenste — dm mittleren und letzt« Dmkmal gestiftet. E» ist das Institut de« Beth Hamtdrasch. Entsproff» aus der Saat der Ueberzeugungttreue, gepflegt u»d gehoben durch die vemÜhungm edler Männer für die Erhalt»»- der überliefert« Reltgionswahrheite», ist et sett lang« 3ahrm eine Pflanzstätte jüdisch« Wtffms und jüdischer GottesÄrkenntniß gewesen. In dm Annalm des veth Hamidrasch find di« gefeiertest« und berühmtest« Namen sett Entstehung des hiesig« jüdischen Gemeimvesm» als Förderer des Instituts eingetragm, und aus der unscheinbar« Klause find — von stillen, aber emsigen, fich ganz ihrem Beruf hingebmdm Lehre« gebildet — Männe», hervorgegangm, welche als Leucht« in der Gelehrtmwelt des Judmthums glänz« und hochberühmte Führer israelittscher Gemeind« gewordm sind. Doch wettergehmde Aufordemngm stellt die hmttge Zett an die geistig« Leiter der Gemeind«. Dies« zu gmügm, nach dem Geiste seiner Institution, auf de« Bodm der jüdisch« Wiffmschaft, soll fortan die Aufgabe des veth Hamidrasch fein und damit dem Mangel einer jüdisch« Famltät Abhülfe geschaff« werd«. Dmn währmd diese Residenz, wie vielleicht kein anderer Ott Dmtschlands, dm von Wissensdurst getttebm« jung« Männe«, welche sich hier zu Rabbiner, ausbild« wollm, die Quell« der allgemein« wiffenschaftlichm Ausbildung bietet, beabsichtig« wir d« Lehrplan des Btth Hamidrasch dahin zu erweitern, daß er dasjenige Maaß aus dem Gebttte der jüdischen Wissenschaft umfaßt, welche» dm Studtrmdm befähigt, das Amt eines Rabbin« gedeihlich «ad erfolgreich zu bekleiden. Es wird dem alt« Institute, mit der unabweislichm Rücksicht auf die Veränderung, welch« tu dH sottal« und wissenschaftlichen Zoständm der Jud« vorzegang«, «ine segmsretche Wirksamkett ge'chaff« »erd«, ohne die ftatutattsch« vesttmmungm, oder auch di« von demselb« ibernommmm Verpflichtung« für di« Gedächtutßfeier der verstorbm« Mitglieder zu altettr«. Aber dies« Erwetterung des Lehrplans und der Wunsch, für Reih« der vewlätze angehörig. Doch siehe da! Hmte ist auch in d« vorderreih« eia Platz besetzt. Wer von dm Bomehmm erweist de« Getteshaufe dt« feiten« Ehre feine» hohen Besuche»? Es ist der vanquier £., der heute zur Feier der »Jahrzett' im Tempel erschimeu. Er wtnft dem Küster und bestellt sogar eine nbf. Die Thoravorlesung beginnt; da kein sN2 im Tempel, wird der Herr Banquier als »Erster' ausgerufm. Im schmucken, bet seltenem Gebrauch hübsch rein«, sorgfältig umgelegtm seiden« Lallt» begiebt fich H-.rr X. hutttg auf's Almemor, um d« Gegm über die Thora zu sprechen. Alle« horcht gespannt, ob's auch noch mit der Broch« geh« wird. Sr beginnt und zu Aller Erstaun« sogar mit lauter Sttmme, er «acht kein« Fehler» kommt nicht in di« zweit, Broche hinein, kurz der T«tt war ganz ttchtig — aber warum dmn doch diese» schwer zu unterdrückende Lach« auf dm Gesichte« der Zuhörer? Der Text war richtig, aber welcher Ton? welche Melodie? Sie ist keinem Israeliten «nbekaunt, es ist jme weiche, »ehmüthig klingende Melodie, die sonst nur an d« hoh« Fest«, Neujahr uud versöhnungstag, vernommm wird. Wollte Herr Banquier X, vielleicht durch diese Melodie andeut«, daß er dm Jahrzetttag als Buß- und versöhnungstag begeh«? Nein! das Räthsel löst fich wejj^tnfacher. Herr JL der außer an dm hoh« Festtag« das Gotteshaus nicht beftM und demnach jme Segmsspruche über die ThMDWch nie in anderer Melodie vernommm hat, war der fest« tRnrnig, daß dies die »ste^de Melodie' für die Broches sei. —- SoM falsch^ Töne gehM, in unser« Tag« zu» »guten T«M ▼ B*