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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-23 · 47 (23.11.1870) · p. Seite 387

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
47 (23.11.1870)
Date
1870-11-23
Page
Seite 387 (sequence 7)
Language
German
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887 D«ßl>. I» Jahr» 1856 (rtabttr der m Danzig g«Mrtig4 ,b«wxU 1# tsakM, jetzt t» Bradford (Engloud) »»sässig« CrnftM»» <f atf««^ thal, tn§ diu« Orte M Storkower frrifrf, zu Jrn hiesige» Prediger, Semo» ht« t» feta« BtfcifNX «i» 10,000 Dhkr. bptaf Haas« dat Stift»»^ «dch« de» Zweck hat«« fsCttv verwaisten israelitischen Kinder» V«isia»d §» -ewühr»». Rachdrm wf Brsiinimung M Stiftrr« die Heere» ve. Theodor Cohn, tasfauaa Saat Morwitz, Dr. (Julia« Sem»», ttaHfaur Dr.A. Stei» nl tafMoa« Heer««« Weinberg tzi« -eit»»- der Orgauisatiou Hierselbst übernomnun »ad sich jor Bildung de« Curat »rtums Bereft erklärt hatte», «rfalgt» der Auftag a»s Sanctioniruog her Stiftnng Bei de» competemeu Staatsbehörde». Jndeß ergab »« sich vv» vornherein, daß da« »an Herrn Se»»a -«- sspendew Capital, de« allerding« t» Laufe der Zeit «ach ««de« wohlthLter «it Zuwendungen sich anschloffen, nicht dag» an«reichen würde, di« Hersteltznng und Unterhaltung de« Institut« in ei »er der Absicht de« Stifter« auch »nr eiuigermasien entsprechende» Weil« g» »envirklichr». So wurde denn wo» de« Stifter «nd de« Curntori» t» transitorischen vestiwmuuge» beschloss«»: daß da« bei der Königl. Regierung«-Haupt. Kaffe zu Laugig deponiere Capital dort verbleiben und durch Susauuulnug der Zinsen so lange Mrftfrft werde» soll«, bi« ei so weit Heraugewachsen sei, daß au« sei»«« Ertrage da« wohlthätig« Institut a»f fester Grundlage und ia würdiger, dem Zwecke entsprechender Weise hergestellt werden könnt«. Allerding» musste man sich dabei bewußt sei», daß sicherlich nicht die gegenwärtige, kaum noch die nächstfolgend» Generation a» den Früchten der Wohlthat würde Dheil habe» können. Di« Gründung«-Urkunde »ebsi de» Statuten, sowie die transitorischen Bestimmungen wurden unter dem 16. April 18>9 von Sr. König!. Hoheit De« Prinzen von Preuße» all Regem laude«h«rrlich genehmigt. — In dem zehnjährigen Zeiträume nun, iu welche« di« Ansammlung der Zinse» »um Capital erfolgte, machten sich Erwägunge» geltend, welch« sowohl Ben Stifter wie da» Curat»rium auf eine Umwandlung der gange» Stiftung Bezüglich der Zwecke derselbe» Bedacht nehme» ließe». Abgesehen von der lange» Frist, welch«, wie schon erwLhnt ist, »och Derftreichen mußte, eh« auf de» Jnslebentrrten der Saisenhautstistnng gerechnet werden konnte, fiel der Punkt besonder« in« Gewicht, daß di« Zahl Per i«r. Waisen hierselbft nicht bedeute»« ist, daß für dieselbe» ia der Regel «ntweder durch Lagehörige »der durch mildchätige Glaubeulgenoffe» i» au»- »eicheuder Weise gesorgt wird, uud daß daher für deren Unterbringung, lluterbaltung uud Erziehung i» einer besondere» Anstalt «enigsdew» ket» hee» Borragrnde« Bedürfuiß vmliege. — Um so «ehr «achte sich ei» solche« auf «tat« andere» Gebiet» geltend. I« Lause der Zeit, ganz besonder« aber im Zahre 1867 waren an Herr» Charles Sem»» privatim mehrfach« Untersstützungsgesuche gelangt. Sie hatte» zu der Einstcht geführt, daß dnrch den Drang der Zeiten wie durch specielle llngltckssälle mauche Familie, di« früher im Wohlstände oder wenigsten« »»«kömmlich gelebt hatte, i» harte Bedräng- »iß geratheu war. Eine fest gesichert« Unterstütz»»-, für die Dauer der ve- Bränzniß gewährt, konnte I» solche» Fälle» als wahrhafte« »ud wirksa»e< Rettuug»mitt«l augelehen «erde». Dies« Erwägung bewog de» Stifter und da» Curatoriu« eine Umwandlung der Stistnug in diese« Sinn« in« klug« zu fasse». Di« coufessioutlle Schrank, welch« de« arsprünglich projectirte» vaise»- chause »othweudig anfrrleg« werde» «nßte, konnte und sollte — wenigsten« zu« Dheil — bei dieser anwa Stiftung falle». Nachdem durch Vermittelung der König! Regierung «tue Verständigung über da« neu« Statut der Stiftnag herbeigeführ» war, erfolgte die laude«. Herrliche Genehmigung nnter dem 6. Amt >870. Sie heißt «» »Charle« Semonssche Stiftung» »ud hat zum Zweck: »di« Bertheilung der Revenne» de« Stiftnag». vermögen» für solche Perhone», di« früher ia besser» vermögen« - Verhältnisse» gewissen und durch Alter »der Krankheit «der sonst unverschuldet i» Bedrängniß gerathe» sind, sowie a» vittwe»' »ud Waise» derselbe». Die Höh« dieser Unterstütz »uge» Beträgt «indestru» Fünf und zwanzig (25) Dhaler halbjährlich. Rebe» dr» iüraeütische» Glanbeusgeuoffen soll» auch di« »»gehörig«» der christlichen Confessio»«» »Mer gleiche» B»ingnngen wie jene m angemessener Weise Berücksichtigung finde» »nd an dm Wohlthatru der Stiftung Dheil nehme», und zwar soll möglichst anaähernd: zwei Drittcheil der zu vertheileudeu Summ« für Israeliten und ei» Dritttheil für christlich« Mitbürger bewilligt werden.» Ktaigöberg. Da« ostprenßische Tribunal — belanutSch sonst liberaler Anwandelnuge» nicht verdächtig — hm jetzt anch angeordnet, daß Jude» zu Vormündern über christlich« Waise» vestrllt werde» dürfe». Gatltnge» (Baden). iBo» 30t Stimmberechtigten wurde Lcop. Guggeulheim, Kaufmann dahier, mit 206 Stimme» al» Bürgermeister gewählt. 8r äst der erste Israelit in Bade», der z» einer solche» Stelle gelangt. (Die Zahl der Israeliten ist freilich i» Gailiuge» sehr groß. Red.) lWtrn Dr. Benj. London, dirigirender »rzt de« Rochschildsschen Hospitals in Jerusalem, hat de» »sterr. Franz-Joseph« Orden erhalte». Lemberg, 10. Revembe-, Dieser Dag« kaM>K» Jude, Sa»». Wiesen- Dr. Wweustd», damtt dieser ihm zur Befreiung seiutr Lachter au» «tue« Kloster behülfiich sei. Der Fall ist folgender. Scho» vor nah«»» drei Monate» floh dir Tochter de« Genannte» «it ihre« Liebhaber, »tue« Zinanz- Anffeher, «ine« Christen, an« dem elterliche» Haufe. D^»stjlhr. Mädchen befindet sich fett»«« in eine« Kloster z» Budzano». Berßen» »den di« Elter» bi» jetzt fast alle erdenNichen Mittel angewtndet, um ihre Docht« sprechen zu könne»; d« Eingang in« Kloster wurde sihnen verwehrt. Der Umstand ab«, daß da« Mädchen schon 16 Jahr« zähl«, bereit» 3 Monat« sich im Kloster befindet und noch immer di« Dans« nicht empfangen hm, läßt vermuthen, daß dasselbe wohl au» Lieb« zu de« Aufseher dat elterlich« Hau» verlasse» hat, aber keine»weg» gesonnen sei di» Daus« anzuu.'hml». Jeden» fall« könnte eine Rücksprache mit dem Mädchen von de» brften Folge» sei». Wie wir vernehmen, verwendet sich der Prediger k. dafür, eine Zusammenkunft der Eltern »ft ihre« Kinde z» erwirke». (Lemb. Jsr.) Amsterdam. Bekanntlich ist da» ziemlich ausgedehnte Geschäft der Diamantschleisereieu iu den Niederlanden in den Hludeu jüdsscher Firmen in Amsterdam. In Folge de« Kriege« g-ht das Geschäft sehr schlecht uud Hundert« vo» Glanbeusgeuoffen find dadurch ohne Beschäftigung, vor einige» Lage» wurde vo» de» Diarnantschleisern «ine Versammlung abgrhalten; diese beschloß di« Eigenthllmer der Schleifereien m» einen Vorschuß von 6000 fl. für 400 Familien, bestehend au« 2000 Personen, zu bitten, welche Summe sie, sobald die Arbeit in ihrer genzen Ausdehnung wieder beginnen wird, in zewiffeu Raten zorückgeben «olle». Man zweifelt nicht, daß die« billige verlange» gewährt werden wird. (R. I. W.) Cambridge. Ln der Universität hat stich schon «or einiger Zett eia Verein zur Lbschasfang aller roufessionelleu Hindernisse gebildet. Die Mitglieder desselben habe» einen Aufruf erlasse», iu welchem st« mit kräftiger Beweisführung die Aufhebung aller religiöse», oder «re sie meinen, irreligiösen Eide verlangen. Sie führe» energisch Klage über die Ungerechtigkeit de» herrschende» Systems »nd r-rgire» die Einreichung je zahlreicherer Petitionen an da» Parlament. Rom. Rach einem dem »R. I. Werkbl.» zngegangenra Telegramm hat die italienisch« Regiemag die Freilaflung Edgar Mortara's befohlen. Literalurbericht. Die sociale und volkSwirthschaftliche Gesetzgebung deS Alten Testament» unter Berückfichtigug moderner Anschauungen dar. gestellt von Franz Eberhard Kübel, Pfarrer in Essingen, Königr. Württemberg. — Wiesbaden, Juliu» Niedner, 1870. 100 S. 8«. Diese» Büchlein kan» Refermt angelegentlichst empfehlen. Rich' bald hat eine so kleine Schrift ein« so verhältuißmäßig große Fülle de» «ogenehmen, JutereffaMeu, velchreude» auhuweiseu, al« diese hundert Seit« bieten. Der Herzmseiudmck, den der Verfasser, wie er in der «aleitung sagt, vo» der ansmertsame» Lesung de» »Gesetze«« Mose«' gewonnen hat, daß noch heMe »Süßigkeit au»,eht von de« Starken« — dies« sein« Lieb« und Verehrung »nd Freude an de» Worte Gotte« habe» ihm die Feder «sühn bet der Abfassung diese» werkchen», dem ein« vielseitig« Verbreitung unter Jude» und Christen z» «»»scheu ist. Jeder Gebildete sollte die« Schristche» lese» — und beherzigen. Di« Ueberschrtft der Capitrl weist aus die Reichhaltigkeit de« Stoffe« hftl. welche- «ft eingehender Grüntlichlrtt in klarer, gewinnender Darstellung »nd «ft Heller velenchtnng der Fragm und Zustände der Gegenwart behaadelt ist. Capitrl I. Staatliche und sociale Gestaltung de» volle« Israel. D, Eigeuthum und Erwerb. III. An» and «rich. IV. Die Arbeit and die Arbeiter. V. Di« Abgabe» und der össmtlich« Dienst. Diese« letzte Capitrl schließt: »Eine merkwürdige Verfassung, ei» wichttger Punkt, aus den noch letzt »usere Abhandlung »»« geführt HM! Gar kein Steurrdmck in Israel! Ei» Ratimmlökonom, der von »nsem verhältniflm au« de» «lick in diese Zustände wirft, solüemeine», in da« Land der Dräume, der sehnsüchtigste» Hoffunuge» z» schaue». Ja: »wo ist so ei» herrlich Volk, da» so gerecht« Sitte» und Gebote habe, al« olle dieß Gesetz?» 5. Mos. 4, 8.« — W. An« fMihren, 9. November. Der Dr. Müller, Ritter tc, pr Lnndenburg, hat jüngst unter de« Ditel »lieber Erziehung und Bildung« ei» neue« Serk herausgegeben, da« allgemein mft lebhaftem Interesse gelesen wir». Die höchsten «ürdentrüger de» «wate» habe» ihn »««halb «ft anerkennenden »nd schmeichelhafte» Zuschriften beehrt. Der strebsame, bereit» dreifach decorirw Gelehrw bereitet jetzt die Herausgabe einer »Rhetor» oder Dheorft der verrdsamkrftvor.

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