Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-23 · 47 (23.11.1870) · p. Seite 384

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
47 (23.11.1870)
Date
1870-11-23
Page
Seite 384 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/5369809-5934980-5935229--0501-5370205
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

884 mit gefälschter Empfehlung de» dortige« Rabbiner 8. Aron bettelnd »mherzühe. Ferner berichtet dasselbe Blatt, daß der Rabbiner zu Meerkläre, die dortige Gemeinde bedürfe keiner Unterstützung. Wir hatte» dasselbe namündlichen Erkundigungen Lngegebm, e» ist also voreilig gewesen, wenn die Red. der ,8. Z. d. I.* auch für Meeine Subskription eröffnet«. E» ist leider für wirklich vorhandene Nothstände oder Bedürfnisse mehr all genug zu thun. In Rastatt sollen jetzt auch 138 jüdische Kriegsgefangene sein. Hier befinden sich unter etwa 7000 weiter au» Metz Angelangten wieder nur sehr wenige (4) Jaden, darunter ein Sohn de» Vorsteher» in Rouen. Die »Jüd. s)reffe' widmet dem ron un» im vor. Blatte erwähnten »Kriegsbilde' von Pietsch einen längeren Artikel. Wir ^eheu an» demselben, daß da» Produkt ursprünglich in der »Boss Zeitung' erschienen ist, daß die Redaktion derselben stch entschuldigt hat, und daß Pietsch sonst »ein liberaler Schriftsteller ist, der viel,: Juden zu seinm Freurden zählte Wir haben nicht die mindeste Veranlassung, diese Angaben zu bezweifeln; eia »Berliner Kin)' soll beim Durchlefe» de» RischuSbilde» au»- gerufen haben: ,9tamt, Onkel Pietsch, daN war doch früher nicht!* Auch da» ist nicht übel; aber die Hauptsache bleibt die alte Wahrnehmung, daß in der liberalen Brust (wir sagen nicht: unter dem liberal,n Rocke) oft ein recht judenfeindliche» Herz schlägt, daß einet mit vielen einzelnen Juden recht freundlichen Umgang pflegen und doch die Juden giftig Haffen kann. Napoleon hat gesagt: »Kratzt an dem Russen, so habt ihr de« Tattaren.' Man ändernden Satz paffmd um. Beri'hte und Correspondenzen. Deutschland. Stettin, 16. November. Wir Halen in vor. Nummer da» Refcript de» Hern: Eultu»minister», bettrffend di« jüdischen Feldlassen würden, um sich eine» so furchrbaren Feinde», wie de» Grafen, zu entledigen. Die Eatastrophe konnte also nicht lange auf fich warten lasse«. »Hierin liegt die wirkliche Gefahr für Juanita,' setzte der Mönch hinzu, »hierin liegt auch Dein« eigene Gefahr. Denn wenn man sie de» Judaifiren» beschuldigt, wird die Anklage gleichzettig auch Dich tteffen. Juanita werde ich retten, dazu habe ich schon alle» vorbereitet. Aber wer wird Dich de» Klauen de» unbarmherzigen Tribunal» «utreißen, wenn Du einmal in seine Hände gefallen sein wirst? Deshalb mußt Du fort, mein Sohn, und zwar fo schnell wie möglich.' »Abreise«,' antwortete Fernando, »ich soll abreisen, wenn Juanita in der Gewalt ihrer Feinde ist, wen» sie sie vielleicht morgen schon zwing« ihre Hand einem Andern zu reichen, sie, die vor Gott mir allein anzehörtl? Nrin, da» ist unmöglich! Ich kann sie nicht verlassen, ich muß sie retten, ich muß diese Elender, hindern, ihre verbrecherischen P läne au»zuführen. Ein doppelte» Unheil bedroht da» arme Kind! Kann ich wissen, welche» sie zuerst tteffen wird? Aber Eine» kann ich, Gott Lob, verhüte». Wenn sie den verruchten Al-mzo heirothm muß, so ist dazu eine öffenttiche Ceremonie erforderlich. Ich werde dabei fein, und meine Hand ist fest!' — »Aber Du stürzest Dich damit selbst in» Verderben, Unglücklicher!' »Da» Leben hat keinen Reiz 'ür mich, wenn ich meine Juaatta nicht habe, ich lebe ja doch nur für sie. Bin ich nicht ihr Gatte, ihr Beschützer? Hab« ich nicht vor dem einzigen, unsichtbar« Gott, in desim Namen Du unfern Bund gesegntt hast, gefchwor«, mich gauz und gar ihrem Glück« zu weih«, Geistlich«, mttgetheilt und, da «» nwc unmittelbar vor de« Schluffe de» Blatts eingegaug« war, unsere Leser Ihre» eigaum vettachtungm über dasselbe überlass« müsse». Unser« Eingabe, auf welche dasselbe sich bezieht, steht in Nr. 85 der vochm» schttst, S. 290. E» lag un» zunächst ob, die Herr«'), welch« fich an» eigenem Antrieb« zur Uebemahme de» schwer«, «mu auch ehr«- voll« Amte» erbot« hatt«, zu ftag«, ob sie uuumehr gesonum sei« auf die Bedingung« de» ihn« mitgttheiltm Reskripte» einzugehen. Ihre Aatwott ging, wie wir gar nicht aud>>r« erwattm könnt«, dahin, daß sie fich zwar erbot« hätt«, »ohne Anspruch auf irg«d welche Lottheile, pekuniäre oder welcher Att immer, ihre Dienste dm Glaubensgenossen im Heere zu widmen,' daß sie aber dabei al» selbstverständlich die Erstattuug der durch diese» mühevolle Amt erwachsend« Koste«, der« Höhe sich bei d« allbekannt« schwierig« Berhältniff« im Feld« gar nicht vora«»sehm lasse, beanspruch« zu dürfm vorausgesetzt I)ätten. Sie müßt« daher darauf besteh«, daß ihn« freie Fahrt, Quartier und Verpflegung in standesgemäßer Weife gewähtt werde, und zwar ohne daß sie gmöthigt wärm die» von jedem einzeln« Etappen-Eommando zu erbitten. Femer erwartet« sie, al» für ein« günstig« Erfolg ihrer Gmdung sund um der Ehre de» Judmthum» will«! unumgänglich nothwmdi^ eine direkte Legitimation, oder richtiger eine Bestallung ad boc durch dm CultuS- oder d« Krieg»-Minister.—) Al» *) Dieselbe» wünsche» bi« »n günstiger Erledigung der Lache kffentlich nicht genannt )» werden. De« Ministerin« sind die Namen «atüittch bekannt gegeben worden, und au» dem Umstande, daß bereit« »»sang» September an verschieden« Behörde» Nachfragen nach denselben gerichtet worden waren, hatte sich ersehe« laste«, daß, »»geachtet »er nn» zngegangete» «& o. o. C. abgedrnckten abschläglichen Bescheide, di« Angelegenheit von einer über den Ministerien stehenden gnstang weiter verfolgt werde «nd «ch nicht ab^wiefe» sei. — Daß di« mb General v. Mantenstel «vllhnte». >jmt , 'jüdischen Feldgeistlichen« eben die Mi nn« vorgeschlagene» Herr«» seien» »»«erliegt wohl keine« Zweifel. —) was darunter z» verstehen sei, daß wir di« Setrrstenden »mit einer und jetzt soll ich sie ruhig ihrem Schmerz überlass«, um au meine eigme Rettung zu denken?' Der Mönch sann ein« Augenblick nach. »Ich begreife Dein« Entschluß,' sagte er dann, »da» Gefühl, da« Dich zur rastlos« Thätigkeit anspornt, ist Deine» Herz«» würdig, aber Du darsst Dich deshalb nicht umuithiger Weise der Gefahr ««»setz«. Die Ereignisse dräng« fich, denn der König ist ungeduldig. Ich glaub« nicht, daß da» heilige Officium, um den Graf« mit Juanita zugleich zu verlerbm, wattm wird, bi» fie mit seinem Sohne verhettathtt sein toird... Da» arme Kind soll »ur einige Tage in Mitt« der Famllie leb«, der« Mitglied sie durchaus werd« soll — da» wird sicher geschehen, sei e» auch nur einige Zttt vor der Hochzett — und dieser kurze Aufmthalt wird genügen. Man wttd Juanita de» Judaifir«» anklagm; Z«g« fehl« der Inquisition nümal»; man wird zuglttch dm Graf« anklagm, daß er eine Ketzerin nicht dmuncitt, daß er ihr ein Asyl gewähtt und sie dm Verfolgung« der Jnquifitton Hab« mtzieh« woll«, und zwar nur in der Absicht, in dm Besitz ihre» Vermögen« zu komm«. Dann kannst Du ungesäumt abreism, berttte wenigst«» Dein« Flucht vor; durcheile die waldig« Gebirg»züge, die unser Land von Frankreich ttenn«; suche verborg«« Höhl« aus, die ttn Fall« der Verfolgung al» Zufluchttotte dien« können; Dein Bettagm wird Niemand« Wunder nehmm; man wttd e» begreiflich sind«, daß Du unter solch« Umständen mtt Vorliebe die Ettlsamkett wilder Gebirg»landschaft« auffuchst; komme jedm Abend m die Thür der Aljafetta; Du kennst da» Zeichm, wenn ich e) Dir eine» Abend» gebe, fo weißt Du, daß alle» vorberetttt ist; dann flieh« sofott, denn Juantta wird nicht mehr im Gefängniß dm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.