Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 47 (23.11.1870)
- Date
- 1870-11-23
- Page
- Seite 383 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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883 fcr Königin von Prmßm «it ihre« Portrait »uv einem golden« Ringe beschenkt wurde. Die ,A. Z. d. I' ueuat ei» Fräulein Hirschfeld au» Bona, welche sich seit Beginn de» Kriege» auf eigeu« Kosten der Pflege der Verwundeten widmet und sich im Lazarethe zu Ar» s. Mos. befindet. Die »Bonner Zeitung' rühmt nach dem Berichte von Augenzeugen ihre hingebende Lhätigkeit. Der »Feld-8otte»dienst vor Metz' girbt ein fast bemcrkentwertheS Beispiel von Mythmbilduug unter den Augen der lebenden Zeugen. Wir meinen natürlich den der ,1174 Soldaten im freien Felde'. Nachdem diese Mythe, wie wir berichtet haben, in einem Gedicht besungen worden ist, hat sie jetzt ein protestantischer Pfarrer in der Pfalz hebräisch bearbeitet. Da» Schriftstück ist im ,J»r.' abgedruckt und die Gesinnung de» Verfaffer» ist in hohem Grade lobenSwetth. Da» Hebräisch ist gut genug, und so viel Kmntniß der Sprache bei dm Berufügenoffen de» Verfasser» nicht eben häufig. Wir setzm den Schluß hierher; diejenigen, welche es verstehen, werden es gewiß mit großer Befriedigung lesm. (Da» Original ist vocalifitt.) onDsn dt w *»08" udd ovjk nnoi r\b* ruroa »otn □nrwn ovatn rum ornrön um« 'sh nnntm mooi nbsra vrqh -o by nrrro2D pnmy Sjob" 'W m tb* TBW1» NK IBHp pjräo DTOBTO OV"6k KT1 -ClhvO 'run Dm nnn otdk tditi mn -am Dem es n®m DVLvi wy rpn nw mso rw nwi rh*n obokh anxjm pyT* pbtmi raus arb npy '«1 vjn jn 1«02 p*jp :un rvt npnpm pk oyn Sd vm :tetr pwi raim pt< iren pso dtt •.btrarby abv utk vn yo* js-’s run roo dpotb Der Mythus macht jetzt, nachdem er seium Rundgang durch Europa nahezu beendet, seine Tour durch Amerika. Dabei ist e» »3ew. Mess.' gelungm einm nmm Zug hineinzubrtngm — obwohl als Dichter wider Willen. „LeuornI Thora," heißt e» dort, ,^ent n» » Thor»." Die ältere Form lautete: »THorn sendete eine Thora.' Natürlich ist die Personifizirung und Verwandlung der Kehilla in einm General eine poetisch« Derschönej ruug. Da» Alle» wäre ganz unschuldig, wir fürchten nur, wie schon oft gesagt: vch mru jv. Auch der »Israelit' bringt jetzt einm Bericht über das unwürdige und uujüdische Verfahrm ftanzöfischer Judm gegm deutsche, welche an dem Gottesdimst cheilnehmm wollen oder j Koscheressen gegm Bezahlung erbitten.") Die Redaction fügt l eine Entschuldigung jmer Handlungsweise hinzu. Auch wir hadm , nur Facta berichtet und nicht verschweigm wollm; da» »Bmrtheile jeden zum Gutm', und »Richte ihn nicht, bi» du an seine Stelle! kommst', vergessen wir nicht. Wir könnm wahrlich nicht wissm, j wa» wir im umgekehttm Falle gethan hätten. Noch mehr: wir sazm un», wa» würdm die Judm an der prmßischm Ostzrenze sagen, wenn Lhnm die Abtrrtmlg oder Anuectirung ihrer Wohnsitze an Rußland in nahe Aussicht gestellt wäre? Wir wissen, | daß die Verhältnisse Gott Lob weit von einander verschiedm | find; aber eö kommt hier ja auf die Vorstellung an, und diese! läuft ganz sicherlich bei uuserm französischen Brüdern auf die j Propottion hinaus Frankreich: Preußen — Preußen: Rußland! I Daher sind wir weit davon mtfernt, jenen au» ihrm heftigen Antipathim einm Borwurf zu machm; werden sie da geäußett, wo sie sehr am unrechtm Olle sind» so richtm wir darüber auch nicht zu hall — aber wozu da» Vertuschen und Ablmgnm! Bei dein erwähntm Bericht de» »JSraelit' ist un» noch ein» ausgefallen. Derselbe erzählt vom Gottesdimst in der Synagoge zu Versailles am S\ Da das bekannte Gefecht in dieser Synagoge, wobei dieselbe verwüstet sein soll, schon vor 3"’ stattaefunden haben muß, so müßte man annehmm, daß jme Seme auch übertrieben geschildett wordm sei, da der sonst ausführliche Bericht von Kampfspuren in der SymMdge keine Sylbe erwähnt. Der »Israelit' theilt femer zur Warnung mit, daß ein Jndiviouum (oder auch mehrerr), angeblich au» Straßburg, *) Dir non un» erwähnten 75,600 Juden de» »Israel.» find zu lesen daselbst Nr. <2, S. 776 d, A. 14 v. u. Daß wir die» rügen, nemtt die Red. «in Verfahren, »welche» näher ,n bezeichnen der Anstand verbiete.» Daß j erst von 15,000 dir Rede gewesen, haben wir selbst erwähnt. Er wandte sich um. Fernando erkannte Eariquez.! Sie blicktm sich einm Mommt schweigend an, daun setzte j jeder seinen Weg fott. Am Abend trafen sich der Mönch und Fernando an dem bekanutm Versammluugsott in dm Ruinen. Da erst erfuhr Fernando die rein« Wahrheit. Eariquez setzte ihm auseinander, daß der Graf allein die Hand, die dm unglücklichen Diego ntedergestoßen hatte, bewaffatt habm konnte, und daß die Ernennung de» Herrn von Tumo zum Vormund t der armm Juanita gletchbedmtmd sei mit ihrer Auslirferung an | dm Grafm von Ramira. | Bei diesen Enthüllungen traten Fernando wieder die einj zelnm ©Centn jener denkwürdigen Nacht vor die Seele, in welcher j er bei seiner Rückkehr au» der letzt« feierlich« Versammlung dt« zweideutigm Wotte Alouzos vernommm hatte. Dies« Worte, dt« er für di« Einleitung zu einer Dmuaciation beim heilig« Officium gehalten halle, «arm. nicht» andere» als der Abschluß! eine« verbrecherisch« Handel», über dm im Dunkel der Nacht I an diesem verrufen« Orte berathschtagt wordm war. Wmn beiden Männern nach ihrer Unterredung noch eia Zweifel hätte bleibm könnm, so hätte ihn dieser letzte Umstand zerstteum müssen. Fernando bebte vor Wuth, als er dieses mit kalter Ueberlegung und seiner Hinterlist vollbrachte Verbrechen durchschaute. Er schwor, Diego zu rächm, Juanita au» den Händm der 1 Meuchelmörder ihre» Baler» zu rtttm und sogar nöthigmfall» dm Grafen, seinen Sohn und Alle, die in da» infame Eomplot verwickelt war«, ohne Erbarm« zu tödtm; aber Eariquez besänftigte die glühmde Leidmschaft de» jung« Manne». »Nur kaltblütig, mein Sohn,' sagte er, »nur keine lleberstürzung! Vorsicht, Verschwiegmheit «nd Verstellung find unsere best« Waffen. Hast Du da» so schnell vergessen?' ,O nein, mein Vater, aber ich muß Rache ueymm, ich j muß Diego rächen, ich muß Juanita rette«!' »Ueber die Rache sei ruhig, mein Sohn, die werdm And»« besorg«; und wa» Juanita angeht» ihre Rettung wird au» demselben Derrath, dem sie zum Opfer fiel, hervorgehm.' Fernando war daran gewöhnt, der. Wollen de» Mönche» ehrerbietigen Glaub« zu schenken. Sein« Wuth legt« sich; aber Eariquez' Wotte warm sehr geheimntßvoll und er bat ihn um Aufklärung. Eariquez erzählte nun dem jung« Manne, wa» er über die Pläne de» heilig«.Offittum» in Bezug auf Juanita» Bermözm hatte erfahr« können, sein« Haß gegen dm Grafm von Ramtra und die wahrscheinliche Absicht der Inquisitor«, ihn mit Juanita zusammm zu Verderb«. Der Prozeß de» Antonio Perez beschäftigte sie für den Augenblick ganz und gar; trotz de» häufig ausgesprochmm Wunsche» de» König», dm Angeklagtm au» der Maaifestacioa in da» Gefängniß der Inquisition bttngm zu lass«, hatte man bisher eine selche offenbar« Verletzung der Verfassung von Arazontm, au» Furcht vor dem Ausbruch einer Revolution, »och nicht gewagt; aber Philipp H. wollte fein« früher« Günstling um jeden Preis vernicht«, und war durchaus nicht gesonnen auch nur einm Schritt zurückzuweichen; und die Inquisition — wich «tema!» zurück. Nun war aber der Graf von Ramira einer der «instußreichst« und gefähtttchstm Gegner, und e» war mtt rieichtigkeic vorauSznseh«, daß die Jnquisitorm vor Ausführung der königlichen Befehle kein Mittel un eriucht