Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 46 (16.11.1870)
- Date
- 1870-11-16
- Page
- Seite 377 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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377 Vorsteher ernannt; — Me (eiten kehlen Functionen wurden damals von dazu anSmsehmm Mitgliedern de» Gemeinde-Borstande» ansgeübt. Die jetzt vom Temeinde-Borstand unabhängige Eultns- Verwaltung beansprucht aber di«! Verfügung über dm bezeichnet« Nachlaß, indem sie e» al» selbstverständlich betrachtet, die Nach« folgerin de» frühem Gemeinde-Vorstände» da zu sein, wo religiöse Lerwaltnngssachm in Frage kommen. Der Gemeinde-Borstand bestreitet Me» und hält sich an dm Buchstaben de» Testammt». Die Hamburger »Reform" vom 29. Oct erzählt Folgende»: »Die Direction de» iSr. Tempelverbonde» hat im I. 1844 eine Anleihe gegm Aukgabe vcn Artim oufgmommm. Dieselbe versprach die Sestm» der Aktionäre unküudbarm Summm bi» zur Zurückzahlung mst 2»/, pCt. jährlich zu verzins«. Dagegen verpfändete der Tempelverein seine sämmtliche Habe und Güter, namentlich auch da» damal» nmerrichtete Tempelgebäude, und solltm alle Uebmschüffe der jährlich« Ebmahmm, sowie alle frei« Schenkung« zu einem Tilgung»fond» der Anleihe, die 109,000 Mk. Bco. betrug, vecwmdet werdm. Die Einlösung von Artim sollte jedeömal erfolg«, sobald 1000 Mk. angesammelt feien. Herr Ed. Bauer hatte al» Besitzer einer Artie, welche er dem Tempelverein berett» im Jahre 1864 gekündigt hatte, vor einiger Zeit zur Auszahlung de» gekünMgtm Betrage» nebst Zinsen und Kost« event. zur nachträglichm Rechnung»-Ablage über die planmäßige Tilgung der Artim beim Niedergericht geklagt. vr. May al» Anwalt de» Kläger» behauptete, daß die Direction de» Tempelverein» in jeder Hinsicht dm mtt desien Gläubigem geschloffen« Vertrag verletzt habe. Rechnung sei nämlich den Actionärm niemal» abgelegt wordm, au» der Auszahlung hypothekarischer Schuldm gehe hemor, daß Ueberschüffe der Einnahme vorhandm gewesm sei«, und seim namentlich dem Tempel verein seit 1844 viele Schenkung» gemacht worden, die aber nicht zur Einlösung von Artim der contrahtrtm Anleihe benutzt wären. — vr. John Israel, al» Anwalt der beklagt« Dttection hob hemor, daß di« Anleihe al» eine von dm Actionär« unkündbare seiner Zeit contrahirt wordm fei, daß die finanzielle Lage de» Tempelverein» bi» vor einig« Jahr« keine glänzende gewesm und daß mich jetzt große An»gabm zur Unter- Haltung de» Gebäude» bevorständen. Da» Niedmgmicht hat die Legitimation de» Kläger» zur Stellung seiner Auttäge für richtig erklärt und in der Sache selbst erkannt: Daß Me beklagte Dirertirn zu verpstichtm sei, innerhalb 14 Tag« dem Kläger die letzt« 6 Jahresbilancm der von ihr vertreten« religiös« Gemeinschaft mitzutheilm; widrigenfalls sie zur Auszahlung der dm» kläzmischm Mandant« gehörig« Partial-Obligatton ihrer Anleihe vom Jahre 1844 vemrtheilt werdm wird, und daß in dm weiter angehmdm Anspruch« de» Kläger» beidm Partei« ihre Gerechtsame und zunächst dem Klägm femere Auttäge vorzubehalten sei«. Die Direction hat gegm diese» niedergertchtliche Erkmntniß an da» Obergericht appellttt. — Wie wir nachttäglich erfahr«, hat sie zur Vermeidung fernerer Weitläufigkeit« vorgezogm, dm Bettag der eingeklagt« Artie anSzuzahlm." E» wird mtt schwer, Ihre Leser mtt einem Gegenstand vielleicht langweüm zu müffm, der sehr wenig erquicklicher Natur ist, allein da er einmal berührt wordm, so mag et erforderlich fett«, ihn in all« Stadim zu verfolg«; ich meine nämlich Me Altonaer Friedhof».Angelegmhett. Gegm dm von der ißraettttsch« Gemeinde nmerding» an» gekauft« Platz am Bornkamperwege in Ottmsm werdm von dm Eigeuthümem der angrenzend« Grundstücke Bedmkm erhob«, theil» gesundheitlicher und theü» finanzieller Art, und ist von dmfelbm gegm die Benutzung de» Platze» Protest erhob« worden.") *) Ihren Wunsch »«de ich von «enM ab sehr gern «Men. (tted.) Mamißei«, 4. Rovbr. (Orig.-Eom.) Hem vr. Blum«, stein sendet un» dtt Abschrift dm Rückantwort de» Herrn von Manteusfel auf eine Anftage weg« abermaligm Abhaltung eine» Gottesdimste» (vmgl. Nr. 44 u. 45 d. Z.): H.-O. Jouy, dm 1. Novembm 1870. Sw. Wohlgeborm danke ich für Ihr Schreib« vom 23. v. M. und erwiedme Ihn«, wie ich mich fteum würde, wenn ich Sie au» dm in Ihrem Schreib« angegebmm Dmanlassung noch einmal him sähe. Ich muß dabei abm zu erwäg« gebm, daß e» untm den vmändmtm Dmhältntffen ftaglich wäre, ob Sie die Trupp« in Folge dm Gesang««-Transporte n. hi« zufammmfändm zu Ihrem Borheben. Gleichzettig muß ich ab« auch bemmk«, wie, nachdem durch Allerhöchste Tabinet»-Ordre vom 15. v. M. die Seelsorge der jüdischen Soldaten geregelt wordm ist, ich mich nicht für befugt halt« würde, Ihn« die Ausübung dm Smlsorge zu übertrag«, da ich hindurch in da» Amt der Allerhöchsten Ort» bestellten Seelsorger eingmifm würde. (Anm. d. Red.) Man wttd dtt ob« — natürlich nur von un» — hmvorgehobm« Worte mit groß« Freude lesm. Auch mit einem gewiffm Erstawrm, denn bi» jetzt hat man von dm Sache noch gar nicht» gehört, «llmding» hattm wir vorlängft gerüchtsweise vmnomm«, daß dm König sich erkundigt habe, ob denn nicht für jüdische Feldgeistliche gesorgt wordm sei, daß Schritte b«orständm u. dmgl., wir Hab« jedoch davon keine Notiz genommen. Hem vr. Blummstein schreibt nn», daß Genmal v. Mantmffel zu obigem Schreib« ihm noch privattm mitgetheilt Hab«, e» seien zwei Rabbiner zu Feldgeistlichen ernannt. Wm? — Wtt dem sei, dm höchst wahrscheinlich au« dm eigmftm Initiative Sr. Majestät hervorgegangme Schritt vmheißt für dtt Folge viel Gute», mvolvttt eine Anerkennung de» Judmthum», die ihm bi» dato in Preußen noch nie zu Theil geworden tft Dtt verschied«« Eingabm in Bettest dm Feiertage Hab« gewiß da» Ihrige zu diesem Erfolge gethan. Wtt müffm jedoch, dm Wahrhett zu Liebe, bemmk«, daß sich nunmehr hmanSstellt, daß dtt Urlaub»-Ertheilung auf m nicht, wie dm »J-raelst" telegraphisch gemeldet hatte, von Sr. Maj. au»gegangm ist, sondem von dm betteffmdm Corp»- Commandantm. Unsm Frmnd au» Ar» s. Mos., ein attgedimtm Soldat, dm zwisch« Armee-, Corp»-, Paroleu. s. v. Befehl« wohl zu unterscheid« weiß, hatte anch nur von »CorpSbefehl" gefprochm. Noch wmigm war e» dmkbar, daß Gm. v. M. dtt ftagliche Genehmigung in seinem Nam« erthellt hätte, wenn ihm ein Befehl de» König» bekannt geword« wäre, odm daß letzter« Hemn vr. Lehmann früh« zugefertizt sein sollte al« dm commandttmdm Gmmalen.) » » An dm Redakteur ist kurz vor Schluß der Redactton folgmde Zuschrift de» Minister» dm geistt. Angelegmh. gelangt: Berlin» dm 8. Novembm 1870. In Allmhöchstem Aufträge «öffne ich E«. Wohlgeborm auf dtt Eingabe vom 19. August d. I., daß Sc. Majestät dm König dm von Ihn« empfohlen« .... die fteiwillig angebotme unentgettliche seelsorgerische Tbättgkeit bei dm jüdisch« Soldat« dm mobil« Arm« und in dm Lazareth« zu gestatt« geruht Hab«, sofmn daran» für dm Militärfonds keinmlei Kost« m» wachs«.") 8w. Wohlgeborm wollm die.... hiervon in Kmntniß setz« und dieselbm gleichzeittg mst ein« «tsprechmdm Li-gittmatton versehen. Für dm Fall de» Bedürfniffe» bin ich mmächttgt, im Lmetne mit de« Hm« Krieg»mtnistm, diese Erlaubniß auch andem hinzu geeignet« Rabbinem zu «theil«, und übmlaffe Ihn« anderweite Meldung« zu vermitteln. 1 Da» ist doch nicht der tdirm de« i» der Enigob« Gesagtm: ^vhue Anspruch auf irgend welche vor!heile, promiltre oder welch« Ar« MunM'!