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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-09 · 45 (9.11.1870) · p. Seite 368

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
45 (9.11.1870)
Date
1870-11-09
Page
Seite 368 (sequence 4)
Language
German
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868 in dm verschied«» Lag«, welche die Verhältnisse herbeiführ«, und durch hilfreich« Beistand tu Wort und That. Die vollste Anerkennung und Dankbarkeit schuld« ich Sr. Excellmz de« Herrn v. Manteuffel, der mit alle» Nachdrucke mein Lorhabm förderte und mich auch persönlich mit Freundlichkeit behandelte, waö zur Folge hatte, daß sämmtliche Herren Offiziere de< Generalstabe« sehr zuvorkommend gegm mich war«. Ich bemerke noch, daß ei« von Sr. Majestät dem Könige ergangmer allgemeiner Armeebefehl behuf« Befreiung der israeltt. Soldat« vom KriegSdimste ivährmd der hoh« Festtage im Lager vor Metz völlig unbekannt ist; die deSfallfigm Anordnung« wurdm Namen« de« commandirendm Gmeral«, Hem» v. Manteuffel, al« Corp«befthl dm Trupp« verkündet. Ebmfo konnte ich nicht erfahr«, ob die Soldat« au« der Division Kummer, au« der« Verlang« meine Sendung entstand«, am BersöhnungStage ein« GotteSdtmst abhalt« könnt«, obwohl die Zeitung«, wie ich glaube, ohne Grund, so viel davon berichtet«. Indem ich Hochdemfelbm wiederholt mein« Dank für da« in mich gesetzte Vertrau« ergebmst auSspreche, erkläre ich bereitwilligst eine zweite Reise zu der von Sr. Excellmz dem Gmeral v. Mantmffel bewilligt« Zeit nach St. Barbe zu unternehmen.! Großh. Stadt »Rabbinat ganz ergebmster j Dr. 3- Blumenstein. | Großh. Stadt-Rabbinat Mannheim. Nr. 151. Mannheim, den 20. Oktober 1870. An Her« Dr. Blumenfteiu dahier. Ihr« ausführlich« Bericht vom 19. d. Mt«, über Ihre Wirksamkeit in St. Barbe habm wir mit lebhaftem Interesse gelesm und sag« Ihn« Dank für die Uneigmnützigkeit und Opferwilligkeit, mit der Sie sich der Ihn« von un« erlheilt« Sendung unterzogen. Sie habm, wie un« auch von dm iSr. Soldat«, mit dm« Sie GotteSdimst am VerföhnungStage abgehaltm, berichtet wordm, Ihre Aufgabe mit Umsicht, Gewandtheit und Hingebung gelöst, weshalb wir Ihre Bereitwilligkeit zu einer zweit« Reffe mit Frmdm acceptirm und werdm nicht ermangeln, Ihn« zur Zeit die noch etwa nöthizm Empfehlungsschreib« einzuhändigm. Ihr Bericht ist von allgemeinem Jntereffe, weshalb ich Ihn« die Veröffentlichung deffelb« in der jüdisch« Presse empfehle. DaS großh. Stadt-Rabbinat. Dr. Friedman«. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. 6. Nre^üm, 1. November. (Orig-Ccrr.) Eine traurige und für viele unserer Leser recht erschüttemde Nachricht ist e«, die wir h«te leider mitzutheilm gezwungm find. Geste« Hab« wir unse« lieb« Freund und Collegm, dm RabbinatScandidatm Dr. Hermann Cohn au« Eidlitz (Böhmm), zu Grabe getrazm, nachdem er einem länger« Leid«, deffm er sich in nur allzugroßer Pflichttrme mit Beharrlichkeit zu erwehr« suchte, endlich erleg« ist. Ein wahrhaft edleS und ftomme« Gemüth, ein Charakter von seltener Eittmreinheit und Lauterkeit» ein Herz voller Empfindung und kindlicher Liebm«würdigkeit ist mit dem Verstorben« dahmgegangm. Hart am Ziele feine« Streben« angelangt, nur kurze Zeit noch mtfe«t von dem Eintritt in ein« Lebensberuf, für dm er sich mtt Begeiste«ug und unendlicher Hingebung vorbereitet hatte, mußte er von hinnm scheiden. Ei« unerbittliche« Geschick har oie Hoffnung« zu Schandm gemacht, welche seine Lehrer und Freund« auf seine praktffche und wisse» schaftltche Thätigkett setz« zu dürft» glaub«». Mtt wmmM* lichem Flethe hatte er fei»« Studimobgeleg« und fein« reich» begabf» Geist mtt trefflich« Keuutntffm «»«gestattet. Da» Gebiet der Geschichte war e«, de» er sich vorzüglich und mtt besonderer Lieb« zuwendete, und mtt rastloser Emsigkeit hatte er ein reiche« und zumetst au« handschriftlich« Quell« geschöpfte» Material zm Bearbeitung einer Geschichte der schlesisch« Jud« zosammmgetragm. Hoffentlich wird die Müh« de« am zu früh Berstorb«« nicht verlor« sein und einer seiner zahlreich« Freunde sich de« zurückgelaff«« Werke» mtt Liebe und Sorgfalt annehmm. Q. Aokßerg, 80. Oktober. (Orig.-Corrrsp.) Die Capitulation von Metz hat hier Veranlassung gegeb«, daß von Sett« der Eommandantur zum erst« Male sett dem Frieden«feste von 1860 auch dem Judmthum Aufmerksamkeit geschmkt wurde. Am Frettag Morgm wurde nämlich der Rabbiner ebmfo wie die protestantisch« und katholisch« Geistlich« anfgefordett, ein« Dankgotte»dimst zur Feier der Capitulation abzuhalftn. E« bedarf kaum der Erwähnung, daß diesem Anträge aus« Bereitwilligste mtsprochm und in der Synagoge am Sabbat da« Ereigniß gefeiert wurde. E« gebührt überhaupt der hiesig« Eommandantur die Anerkennung, daß sie, wenn auch nicht au« eigmem Antriebe, unser« GlaubmSgmoffm alle mögliche Rücksicht zu Theü werdm läßt. Erst in dm letzt« Wochm hat die Frage, wie bet dm Militärbehörden die nöthige Rücksichtnahme für die Gewissen«- Angelegmheit« der jüdffchm Soldat« durchzufetzm sei, die jüdisch« TageSltteratur vielfach beschäftigt, und e« wurde in dieser Richtung von mannigfach« Anstrmgungm berichtet» die bald von größer«, bald von geringer« Erfolg« gekrönt wordm find. E» handelte sich in erster Linie um die Feier der h. Feste durch die zu dm Fahnm einberuf«« Glaubensgenossen, 'und die zahlreich« Berichte, die einliefm, bewies« nur, daß der alte 3efaja« noch immer Recht hat mtt seiner Klage: DU3 boo rb S”UD pK rbü D»33 boo nrro pvno pKi rrfa. ES wäre gerade in diesem 3ahre, in dem so viele GlaubmSbrüder draußm im Felde steh« ohne geistliche Berather und Tröster, wichttg gewesm, alle unsere Anstrmgungm zu cmttalifirm, bei Zeit« Maffen-Pettttonm zu veranlass« und au die richtige Adresse abzuseadm. Anstatt deffm legt« diejmigm Gemeind«, die, wie z. B. Berlin, von Natur dazu beruf« sein sollt«, die Intereffm de« Judmthnm« zu vertretm und» wie um ein« Mittelpunkt, alle dmffchm Gemeind« um sich zu sammeln, ihre Hände müßig in dm Schooß, währ«d die Anstrmgungm einzelner wohlmeinender Rabbiner sich zersplittetten, von dem eisern« Hämisch der Abnetgimg gegm da« Judmthum in dm oberst« Schicht« unserer RegieruugSgewalt machtlos abpralltm und, weil ohne Maffm-Hintergrund, wirkungslos bleib« mußten. — Für FriedenSzeü« und dm GamisonSdimst ist hier in Colberg jme Frage längst gelöst. So oft nämlich die hiesig« jüdisch« Soldat« ein« GewiffenSwunsch hatten, sei eS die Feier der Feste, sei eS die Ausübung einer beliebig« andem religiös« Pflicht (wie z. L. von dem diSciplinariichm Zwang, an der Mmage in der Kafeme Theil aehmm zu müffm, loSzukomm«), fo wurde ei» dahin gehender Anttag bei der Eommandantur von dem Rabbiner gestellt — und noch niemals ist ein solcher Schritt wirkungSlo« geblieben. 3a, diese Vermittelung durch dm hiesig« Rabbiner hat sich nicht bloß für diejmigm Soldat« nützlich gezeigt, die am hiesig« Orte in Garnison steh«, sondem auch für alle, die in dm umgebend« Ottschastm lagen.*) Vielleicht gerügt diese Mitthetlung, um dm Rabbinern in all« dmffchm Gemeind«, wo jüdisch« Soldat« sich befinde», in ähnlich« Fäll« Anlaß zu ähnlich«» vorschreit« zu geben. — *) Dasselbe verhtiun» finde« «dem» (fett, m bcr fUMton t» HL (tow. >. ‘

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