Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 43 (26.10.1870)
- Date
- 1870-10-26
- Page
- Seite 352 (sequence 4)
- Language
- German
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352 — Derselbe Soldat war 3"’ auf Vorposten bei Lersaille«. Trotz de« Dienste» fastete er und verrichtete weinend unter einer Brücke die vorgeschriebmm Gebete, so wett ste in seinem Siddut ent» halten waren. — Abend» war er glücklich, ein Stück Schöpsen« lAet zur Stillung seine» Hunger» auftreiben zu können! — Der Componist Offenbach ist al» Deutscher au» Frank» reich vertrieben worden. Er hält sich jetzt in Madrid auf, wo bet einer Aufführung "der »Großherzcgin' da» Publikum ihm eine Ovation zu Theil werden ließ. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. II. AerN», 14. Ortober. (Orig.-Corr.) Die »furchtbaren Tage' find vorüber, da» jüdische Berlin ist »zurückzekehrt', zwar schwerlich so, wie e» beim Propheten heißt: »Jeder von seinen bösen Wegen,' sondern Jeglicher zu'seinem täglichen Treiben. WK wollen einen Rückblick werfen auf diese Zeit, wo in so vielm Synagogen und Betlokalea da» Gotte-wort, oder wa» dafür ««»gegeben wird, gepredigt ward. Unser Gemeinde-Vorstand hat «» fich diesmal nicht nehmen lassen, die Rechtgläubigkeit seine» Rabbinat» und feine» Orgel»Synagogen»Gebetbuches damit dar» zuthun, daß er vr. Geiger in der alten Synagoge die Tekiau» vorsagen und am Jom-Kippur-Vorabend Bttschu» Bethdin u. s. w. vortrazen, wie da» Kolnidre - Gebet mitsagen ließ; Predigt selbstverständlich. Dagegen mußte vr. Ungerleider, der bisher die rechte Sette de» Rabbinat» darstellte, am Sukkoth»Feste in der neuen Synagoge predigen. Der Vorstand scheint nicht zu begreifen, wie sehr er da» Minimum von Achtung, welche» da» hieflze Rabbinat in deri Gemeinde genießt, in volle Verachtung verwandelt, da Jeder fieht, daß diese Herren um de» Gehalte» wegen auf Conimando orthodox „Aber", sagte der dritte Floreador, der doch nicht gern auf | die angebotene Belohnung verzichten mochte, „muß man denn! durchaus in die Stadt hineingehen? kann man nicht auch in dev j Nähe, in den umliegenden Dörfern die nöthigm Erkundigungen einziehe»?" „Da» ist wahr," begann der Erste wieder, „sagt un», worüber wir un» erkundigen sollen; in allen Herbergen an den Land» sttaßea sprechen die Leute, die au» Saragossa kommen, nur von den Ereignisim in der Stadt; und so wird man mit leichter Mühe alle» Mögliche erkunden können." Die Räuber waren so zu sagen Diego» Wünschen entgegen gekommen. E» wurde also abgemacht, daß für die versprochenen Belohnungen einer der drei Floreadore» sich in die Umgebung von Saragossa begeben und möglichst genaue Erkundigungen über die Personen einziehen sollte, die ihm Diego bezeichnen würde. Dieser konnte sich nicht darauf beschränken, die Seinen zu nennen; dann hätte er fich verrathen. Er nannte deshalb acht Namen und unter fünf gleichgültigen brachte er dann noch den seiner lieben Juantta, Fernando» und endlich seinen eigenen an, um dadurch seine Wächter irre zu führen. Der Gesell, dem diese Sendung abgegeben war, reifte ungesäumt ab. Diego erwattete seine Rückkehr mtt großer Ungeduld; und al» er am folgendm Morgen wieder anlangte, beeilte fich der unglücklich« Vater, ihn nach dm Nachricht« zu frag«, die er hatte erhalt« könna. Nachdem er fich über zwei gleichgülttg« Person« erkundigt hatte, verlangt« Diego, um ein« Uebergaag zu Fernando z« ge» wttw«, Nachricht« über Antonio Perq, der fich in demselbm Gefängniß wie Erster« befand. cd« reformitt find. vr. Geig« die Tekiau« und bv T3 HIB^O r6yo u. s. w. vorsagend l Wem werd« da «och die geistliche» Function« diese» Reformheldm al» etwa» Andere» erscheinen ■ dem: ein« gut gespielt« Comödie ober, wenn e» die Zeit fordert, eia die Thränmdrüsm öffnende» Rührstück! vr. Aub ab« hat. vom B«lin« Witz wird« ein« neu« Namen «halten. (Wir könnm die» al» zu persönlich nicht mittheil«. Sied.) Um vr. llng«leid« thut e» un» leid, « scheint dm best« Will« zu Hab« wahrhaft jüdische Gesinnung zu verbreit«, und seine Predigt« warm stet« auf die« Ziel gerichtet; wie kann « jetzt noch Verträum beanspruchm? Offm hört man e» sagm: »Diese Lmte voll« un» Moral predig«?' WK find ja best« al» sie; wir leg« kein falsche» Zmgniß ab! Wir wcndm un« von dks« religiös« Begriffs-Verwirrung zu der Privatgemeind« de» vr. Hilde-Helmer. Wir sagm abstcht» lich de» vr. Hildesheimer; denn in der That ist dieser die einzig maßgebende Persönlichkeit innerhalb der Gemeinde Adaß Israel. Und die» ist der Uebelstand bei dieser Gemeinde, welcher ihrem WachSthum, der bei dm hiesigen Zuständm sonst rapide sein würde, hemmend in dm Weg tritt. Dm keinen religiös« Priazipim wtderfprechmdm Anforderung« gut« Geschmack» nur deshalb zu widersteh«, weil unsere Vorväter in ihr« mg« Be« griffen und Ansicht« diese Anforderungm nicht kannten, wkd hier nicht auf Zustimmung Anspruch mach« können. Man will Einrichtung«, die Rabb. vr. Sach» getroffen, dmm Rabbiner Rosmstein durch Theilnahme am GotteSdimst zugestimmt, nicht entsagen. Die große Bedmtung de» GotteSdimste» darf in heutiger Zeit nicht unterschätzt werdm, und wenn e» gewiß zu beklag« ist, daß in so vielm Familien da» Judmthum im Hause wenig zum Ausdruck kommt, so darf ihnen doch der Besuch de» GotteShause« nicht verleidet werdm. Die Einrichtung«, vk sie in der Synagoge in der Heydereuter» Gaffe bestehen, find ebenso im Geiste de« echtm altm Judmthum», wie fle auch dm Anforderungen heutiger Sitte entsprechen, und wir könnm e» nur „Er ist noch immer in der »Manifestation' eingesperrt," antwortete der Räuber. „Man sagt, daß ihm der König einm neu« Prozeß anhängm und eine nme Anklage gegm ihn er» hebm wird." „Und Femando?" „Alle sind der Ansicht, daß er bald «tlaffm werden wird." „Und Diego?" „Ist todt." „Todt?" wiederholte Diego, und e« begann ihm wie Schuppm von dm Augm zu fallen. „Ja, todt, ermordet." „Und seine Tochter?" fuhr er mtt einem vergeblich« Versuche, seiner Bewegung Herr zu werdm, fort. „Sie ist im Kloster der Ursultnerinnm zu Saragossa." Diego that noch einige Fragm, die auf andere Person« Bezug hattm, denn er wollte mtt dem Ramm seiner Tochter nicht aufhörm; aber er achtete nicht mehr auf dk Antwort« de« Floreador». Die Nachricht von seiner vorgeblich« Ermordung hatte ihn die Wahrheit vermuthm lass«; der Eintritt der armm Juantta bet dm Ursultnerinnm mthüllte sie ihm ganz und gar. DK Supertorin de» Kloster» war dt« Schwester de» Graf« von Ramira. Diegohatte mtt einem Schlage dk In» trtgum, der« Opfer sein« Famllk war, durchschaut, und in seiner Ohnmacht, der armm Juantta zu Hülfe zu komm«, lieh er da» Haupt fink« und verfiel in ein dumpfe«, verzweifelude» Brüten. (Fortsetzung fHp.) ■ W-'-'/i1 ' J/'Jf 1 ■*. .1. Ir.