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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-10-19 · 41/42 (19.10.1870) · p. Seite 338

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
41/42 (19.10.1870)
Date
1870-10-19
Page
Seite 338 (sequence 6)
Language
German
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338 welche sich ausgezeichnet haben. Die unten folgenden Correfpondenzen au« Posen und von der Berra nmnm mehrere Aerzte. Stabsarzt 0r. Lehrend au» Berlin ist i» Felde in Folge eine» Sturze« gestorben. Ferner berichten die Zeitungen vom 7. Oct.: »Unter den mit dem eiserne» Kreuz Decoritten befindet sich auch ein junger Kaufmann jüdischer Confessio», Herr Bamberg, vor ÄuSbruch de« fKiiege« Commi« in einem Berliner Eon» fectionSgefchäste. Al« Freiwilliger beim Kaiser Alexander-Regiment dienend, führte er, al« in der Schlacht bei Gravelotte am 18. August die Offiziere feiner Compagnie theil« tobt, theil« verwundet waren, dieselbe gegen den Feind, vbwohl er selbst einen Schuh in den Arm erhalten hatte, und begab sicherst dann nach dem Verbandplatz, al« ihn ein Stabsoffizier mit dem Bemerken, daß er sich verbluten könnte, dazu auffordette. Herr Bamberg hat übrigens auch schon den Feldzug von 1366 mit großer Auszeichnung mitzemacht.' Schließlich noch ein Curiosum. Die »A. A. 3.* beklagt in einem Attikel aus Montmirail, daß eS in, Innern Frankreichs an Juden fehle, welche in Elsaß-Lothringen den Verkehr zwischen Truppen und Einwohnern sehr erleichtern. Nachschrift. 13. Lttober. Soebm erzählt unS ein aus Straßburg Zurückgekehrter, daß die jüdischen Soldaten Neujahr doch in großer Zahl Gottesdienst gehalten haben (als Borbeier fuogirte ein Lieferant) und daß die dortige Synagoge, bis auf eine kleine Beschädigung an der Decke und zertrümmerte Scheiben, unversehrt geblieben ist. Berichte und Korrespondenzen. Deutschland. 2.?»se», 30. September. (Orig.-Corresp.) Zwei hiesige Aerzte, Stabsarzt vr. Herzfeld und Ober-StabSarzt vr. Hirschberg, haben das eiserne Kreuz erhalten. Beide sind leicht verj wundet, befinden sich jedoch wieder beim Truppentheil. Der! Letztgenannte erwarb sich schon im Feldzuge de- Jahre« 1866 den! rothen Adlerorden mit Schwertern. Die Aerzte des 5. Armee- , CorpS find fast durchweg Juden; außer den beiden genannten find j auch die Herren vvr. Juliusberg, Saulfohn'), Schtfta, j (inzwischen verstorben) und Herzfeld au» Kosten mit dem! eisernen Kreuz decorirt worden.! Unter den 5660 in hiesiger Festung gefangenen Franzosen | befanden sich sechs Juden, denen am Neujahrsfeste der Besuch deS Gotteshauses gestattet wurde. BemerkenSwetth ist, daß einige derselben nicht hebräisch lesen können. — Die kürzlich gemeldete Zurückweisung einer jüdischetBSchüleria im hiesigen Lehrerinnenseminar ist in Folge der energischen Proteste in den öffentlichen Blättern zurückgenommen worden. Die bisher königliche Anstalt wird wahrfcheinlich^nächstenS in die Verwaltung der Commune übergehen und hierdurch das judenfeindliche Gebühren deS Direktors auf die wirksamste Weise beschränkt werden. M. Schneidemühl, 29. September. (Oriz.-Corresp.) Das hiesige Gymnasium ist nun am 1. Juli definittv vom Staate übernommen worden, oder mit andern Worten: das Judenthum ist auS dem Stadium der Gleichberechtigung in das der Duldung zetteten. Luemplu ckemonstraut. Bei Errichtung deS Gymnasiums wurde m unter die Tage ausgenommen, in denen der Unterricht ganz ausfallen soll. Die königl. Regierung bestätigte damals die die« enthaltende Schulordnung. Da» hörte zwar bald auf, denn von gewisser Seite wurden gegen eine solche Begünstigung des JudenthumS alle Hebel der Jntrigu« angesetzt. Aber, was thut man heute? Vorgestern, d. h. am zweiten Neujahrstage, sollte die öffentliche Prüfung sein, und der Verwendung des Herrn Rabbinergelang eS nur, die Ver» *) In der -A. Z.d. I.« wird eia 0r. Saulmana al» decorir» genormt. (Ramealvcrwechselmig?) Süßer diese», wie wir früher berichtet, vr. Korn, der erste mit dem eisernen Lreuze decarirte Arzt. (Sied.) „Ich bin stets bereit, den Befehlen des helligen Officiums Folge zu leisten." „Vorwärts," befahl derjenige, der die Schergen zu com» mandiren schien, ohne Diego zu antworten, „vorwätts!" Die Männer nahmen Diego in die Mitte und schlugen direct den Weg zum JnquisitionSpalast ein; sie gingen durch die Sttaße de l'Albarderia, die zu dem Thore der Stadt fühtte, vor welchem die Aljaferia gelegen war. Sie beobachteten daS größte Stillschweigen und gingen mtt Vorsicht in der Dunkelheü vorwärts. Diego mußte immer in der Mitte blnben; je näher sie dem schrecklichen Gebäude kamen, desto mehr verblaßte die schwache Hoffnung, die ihm gebl-eben war; er hiell sich für verloren. Das Geheimniß, das über Fernandos Duell schwrbte, mußte sich unglücklich aufhellen un!> für ihn und die Seinige» die traurigsten Folgen nach sich ziehen. In diesem Augenblick bemertte der Unglückliche rechtan der Sttaße die Thürme und Mauern der Aljaferia. Er wollte seine Schritte nach dieser Sette hin lenket aber zu seinem Erstaunen setzte seine Begleitung ununterbrochen dm Marsch fott, ohne sich im Mindestm um dm Juquifitionspalaft zu kümmern. Diego wußte nicht, waS er denken foltte; diese Wmdung war für ihn beruhigend und erschreckmd zu gleicher Zeü. Mtt der Inquisition hockte er nicht« zu thun, das war wenigstens ein Trost. Aber in weffm Gewalt befand er sich? Wohin fühtte man ihn? Er blieb stehen. „Vorwärts!" fagtt der Anführer. „Aber..." wollte Diego einwendeu. „Wenn Euch das Lebm lieb ist," sagte ihm der Anführer ganz leise in« Ohr, „sprecht kein Wort und geht ruhig weiter." Und er fügte noch leiser das LosungSwott hinzu, daS Diego zu seinem Schutze auf den Reism in Arragonim ein für alle Mal von der Gardunja erhalten hatte. Mateo! dachte Diego mehr und mehr überrascht, Mateo ließ ihn auf so geheimnißvolle Art aufhebm und bedimte sich dabei des gefürchtttm Namens der Inquisition. Welch' ein Ge» heimniß! Der Unglückliche vcrsmtte sich in ein Labyttnth von Annahmen und Vermuthungm. Der Capatoz war gewiß nicht sein Feind, und dennoch, waS konnte ihn zu einem derattigm Unternehmen zwinzm, das sogar für den Hauptmann der Gardunja selber höchst gefährlich war. Es war in der That eine unverantwortliche Handlung, dm Namen des heiligm Officiums zu usurpiren. DaS erbarmungslose Tribunal war eifersüchtig auf sein Ansehm, und wenn eine solche Kühnheit mtdeckt worden wäre, konnte sie ihrem Urheber das Lebm kosten. Mateo wußte das sicherlich; aber da sich seine Genoffm der gleichm Gefahr, wie er selbst, auSsetzten, hatte er gewiß keine Dmunciation zu fürchtm; übrigms befand er sich selher, um der Ausführung seiner Befehle ganz sicher zu sein, unter Diego« Escotte, und hatte nur einem andem da« Commaado für diese Expedition übertragen. Diego versuchte noch einmal dm Letzterm um Auskunft zu ftagm, aber er konnte keine Antwott erhalten. Er setzte also fein« Weg fott und bald dachte er über seine Lage und die Absicht« de« Capatoz nach, bald überließ er sich einer stumm« Verzweiflung, die um so größer wurde, wen« er an die arme Juautta dachte, die jetzt allem ohne Beschützer und sich selbst übettaffm sei» würde. Der »»glücklich« Vater verfiel endlich in eine gewisse Stumpf»

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