Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 40 (5.10.1870)
- Date
- 1870-10-05
- Page
- Seite 327 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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827 <2fo gtsteni, am zweit« Feiertage, hier eingegangmer Brief eine» hiefigm Juden aut dem Vivouak bet Gravelotte meldet, daß laut CorpSbefehl den Juden für Neujahr und Der» söhnungStag Urlaub gemährt sei. Der Schreiber hatte vor, nach dem nahen Ar» s. M. zur Synagoge zu gehen; ein anderer hiesiger Jude, welcher ebenfallt vor Metz liegt, hatte einige Tage vorher schon geschrieben, daß er und Kameraden in einem Zelte Mtnjan zu machen vorhätten. Von den weiter in Frankreich stehenden Truppen, sowie von den vor Sttaßburg lagernden, ist bi» heute noch keine Nachricht hier, ebensowenig kann über die an den König gerichtete Bitte schon heute Bescheid erwattet werdm. (Vgl. unten S. 330: Au» Mannheim.) Die an dm Gm eral-Gouverneur Vogel v. Falkmstein gerichtete Bitte (s. vor. Nr.) in Bettest der diSlocirten Truppm an der Küste ist insofern ohne direkten Erfolg gewesm, al» der Gouvernmr anheimgegebm hat, sich direct an die stellverttetmdm Corp» »CommandcS in Königsberg, Stettin und Hannover zu wmden. Die» ist geschahen, indessm find die Truppm wahrscheinlich au» ihrm Eantonnemmt», wmigstm» an der Ostsee, bi» Rosch haschana bereit» zurückgezogm gewesen. — Die »Hess. Morgm-Ztg.' vom 17. d. M. enthält solgmdm Artikel: »In dm Nachrichtm »>om Kriegsschauplätze wird häufig hervorgehobm, wie erhebmd die Feldgottesdimste wirkm und wie da» Landvolk in Frankreich staunmd solchen Feiern zugeschaut und hierin die Erklärung findet, daß der dmtsche Soldat an Tode«muthigkeit, an Au»tauer rc. dm französischen übertrifft. Eine empfindliche Lücke zeigt sich aber in dem Mangel an der getstlichm Pflege für die Soldaten jüdischen Glauben» im norddmtschm Heere. Am 20. Juli d. I. ist vom Landrabbiaate zu Hannover beim Cultu»- Ministerium in Berlin darum nachgesucht «ordm, daß auch für die jüdtschqc Goldatm einige Feldgeistliche angestellt werdm mögm. Allein da» KriegSmiaisterium hat am 31. Juli geantwortet, daß bet der Bettheilung der jüdi- „Die Andern habm Glück..." „Manche habm nur die Mühe, Reichthümer, die ihnm an dm Kopf geflogm kommen, aufzuhrbm und in die Tasche zu steckm," sagte Ramira. seine Augen von Nmem auf Fernando rtchtmd. „Andere habm eine hohe Geburt," erwidette ein Dtttter. „Und sehr oft weiter nicht»," sagte Femando gleichgültig. „Meint Ihr damit mich?" ttef Ramira und sprang wüthmd auf. „Keiner der Herren hat diese Worte auf sich bezogm," antwotttte dieser. Die Kälte, mit der der junge Mann dies« zweidmttgm Wotte gesprochm hatte, liest Ramira außer sich gerathm. „Unverschämter!" schrie er und stürzt« sich auf Femando. Einige junge Lmte machtm dm Versuch, sich zwischm die beidm Gegner zu werfm. „Da» hätttt Ihr ganz leise sagm sollm. Ihr allein hätttt e» hör« dürfm. Dann wäre e» an dm rechtm Mann gekommen," sagte Femando immer n demselbm Ton. „Beim heiligm Jakob," entgegntte Ramira, dm die Kaltblüttgkeit seine» Gegner» nur noch wüthender machte, „wtt wollm doch einmal sehm, ob dieser elende Schwätzer mit dem Schwette ebmfo gut fottkommm wttd, wie mtt der Zunge." Femando zuckte die Achsel». „Ich sehe schon," schrie jetzt Ramtta, deffm Zom keine Greuzm mehr kannte, „ich «erd« dm fetgm Lubm erst ohrfeigm müsse», damit er mtt tfled« stehe." Und er warf Femando sein« Handschuh in» Gesicht. Darauf hatte der Letztere gewartet. Bet dieser Beleidigung erhob er sich lebhaft urd ttat auch setuersett« aus Ramtta zu. schm Soldatm unter allen Truppmtheilm und der gettngm Anzahl in dm etnzelnm Regimmtern eine ttat»mäßige Anstellung jüdischer Feldgttstlichm nicht thunlich erscheine k. Später wmdtte der Rabbiner zu Stettin, vr. Treuenfel», sich an da» Krieg«-Ministettum mit der Anzeige, daß zwei auf der Universität BreSlau absolvirt habmde jüdische Geistliche sich erbotm, ohne etat-mäßige Anstellung, ohne irgend welche pecuniäre Vortheile, die Fuattioum von Geistlichm beim Heere zu übemehmm und bat um die erforderlichen Legitimation«. Unterm 20. August erfolgte auch darauf eine abschläg» liche Antwort. Also nicht einmal eine!ttgttimation»karte, wie sie z. B. den Johannitern") zu Eheil wird, war für freiwillige, unbesoldtte jüdische Feldgeistliche zu erlanzm!! E» ist nicht ersichtlich, warum den jüdischm Glaubmsgenoffm eine solche schmerzliche, niederdrückmde Behandlung zu Theil wird, da sie doch gleich anderm ihr Blut der LandeSvertheidigung weihen.' — Berliner Blätter berichtm: »Unter dm hiefigm jüdischen GlaubmSgmossm wurde vor einigm Tagen eine kleine Geldsammlung veranstalttt, welche einen eigenen Zweck hatte. Unter den in Wittenberg placlrtm gefan» gmm Franzosen richteten nämlich einige fünfzig Judm an dm Kommandanten de» Gesuch, ihnen zu gestattm, an dm hohm jüdischm Festtagen dm GotteSdimst zu befuchm. Da nun m Wittenberg sich keine Synagoge befindet und der Kommandant dm Wunsch gern erfüllm wollte, so ordntte er an, daß die Lmte nach Dessau geschickt wurden, und zwar mit einer Bedeckung»- mannschast. die au» ihrm GlaubmSgmossm bestand. Sobald die» hier bekannt wurde, veranstalttte man eine Sammlung, um der Begleitmannschaft wie auch den Gefangmen eine Festesfreude zu verschaffen.' — Au» Brüssel meldet da» ,N. J»rl. Weekbl.': Unter dm hier internitten franzöfischm Soldatm (Uebergttrttmm) find *) Unter denen die bero'enm „Vchlachtseldbmnmler". (Red. d. w.) „Endlich!" schrtt dieser tttumphirmd. Einige der Anwesmdm machtm noch einen Vermittelung»- versuch; aber die Meistm warm Freunde und Bewunderer Ra» mira» und zweifelten nicht, daß er seinen Gegner leicht überwindm würde; sie waren deshalb mtschiedm für einm Zweikampf, in welchem der Sieg unzweifelhaft ihrem Freunde zufallm mußte. So half alle» Schreim und Wehklagm de» Meistec Barga» nicht», und bald hatten die Anwesmdm einen Krei» gebildet, in dessm Mitte sich Fernando mit dem Degm in der Hand seinem Feinde gegmüber befand. Der Kampf war kurz; nach einigen wüthmdm Angttffm Ramira», die Femando mit gewohnter Kaltblütigkeit unschädlich machte, blieb der Elftere, der in seiner Aufregung kaum an seine Vertheidigunz dachte, al» er einm entschcidmdm Hieb führm wollte, einm Augmblick vollständig ungedeckt, und Femando bohtte ihm seinm Degen in dir Brust. Alonzo fiel. In demselbm Augmblick ttat die heilige Hermandad ein, dtt Meister Darga» in seiner Angst herbeigerufen hatte. Währmd Ramira» Frmade diesm in da» Hau» seine» Vater» wegschafftm, wurde Femando in da» Stadtgefängniß abgefühtt. v. Indessm hatte sich die Nachricht von diesem ttagsschm Ereigntß sehr schnell in der Stadt verbrettet und, wtt natürlich, wurde da» einfache Factum durch dm Stadlklatsch ungemein ausgeschmückt und vergrößett; man sprach bald von einem allgemetnm heftigm Kampf, von einigm Todtm und mehrerm Verwundet«. Dttgo halt« dtt jüngst« Geschehnisse nicht lange »erborg«